Sportski centar Ante Jurisic, 250 Zuschauer, Treca Hrvastka nogometna liga Jug
Malerisch ist die Gegend südlich von Split. Unmittelbar hinter dem schmalen Küstenstreifen erhebt sich das Biokovo-Gebirge bis auf über 1700 Meter. Dieser Ausblick macht einen eigentlich unscheinbaren Fußballplatz mit einer einfachen Stehtraverse und ein paar Sitzschalen zu einem echten Hingucker. Urania aus dem Touri-Ort Baska Voda darf hier seine Heimspiele in der Süd-Gruppe der in fünf Staffeln aufgeteilten Dritten Liga Kroatiens austragen. Zu Gast war der Nogometni Club, was nichts anderes heißt als Fußball-Club, aus Hrvace, nördlich von Split gelegen. Wer am Tabellenführer dranbleiben wollte, sollte schon als Sieger vom Platz gehen. Den Willen hatten beide, das war unübersehbar, aber gegen den Offensiv-Drang der Gastgeber war am Ende kein Kraut gewachsen. Mit einer schmeichelhaft knappen Niederlage kamen die Gäste davon, die sich bei ihrem glänzend aufgelegten Keeper bedanken konnten, dass es keine Packung zu schlucken gab. Und beinahe hätte es sogar zu einem Punkt gereicht, denn wie das so ist, wenn der eine die Chancen nicht nutzt, stand es auf einmal unentschieden. Aber der Urania-Coach hatte das goldene Händchen – woher kommt mir das nur bekannt vor!? Nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Joker brachte sein Team zehn Minuten vor Schluss wieder auf die Siegerstraße, was den ständig zeternden Gäste-Trainer für den Rest der Partie in Verzweiflung verstummen ließ. Dass in Dalmatien und darüber hinaus aber nur ein Team regiert, ist auch im Urania-Ground offensichtlich. Ein großes Hajduk-Graffiti ziert eine Mauer hinter einer Eckfahne.
Nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit ist der FK Velez wieder in die höchste Spielklasse Bosnien-Herzegowinas aufgestiegen und begrüßte den Orts-Rivalen HSK Zrinjski erstmals wieder zum Derby im heimischen Stadion. Während Velez magere Jahre hinter sich hat, gehört Zrinjski eigentlich jeder Saison zum Kreis der Titel-Anwärter. Das Verhältnis zwischen beiden Clubs ist nicht unkompliziert. Velez, benannt nach dem sich östlich der Stadt Mostar aufbauenden Berg-Massiv, hat große Tradition in Mostar. Erstmalig habe ich diesen Verein als Jugendlicher wahr genommen, als Borussia Dortmund im UEFA-Pokal gegen Velez antreten musste. 1987 war das, womit mir auch wieder bewusst wird, was ich mittlerweile für ein alter Zahn bin. Velez verstand sich als Verein aller Mostarer. Bis Anfang der 90er Jahre der Krieg um Bosnien ausbrach. Im Verlauf des Krieges ergab es sich, dass der Fluss Neretva, welcher die Stadt von Norden nach Süden durchfließt, diese faktisch ethnisch in eine kroatische, westliche und eine bosniakische, muslimisch geprägte, östliche Seite teilte. Auch in der heutigen Zeit, in der sich die Lage natürlich beruhigt hat, ist diese Teilung durchaus noch wahrzunehmen. Dennoch leben die Einwohner Mostars prinzipiell friedlich miteinander, wobei es mich hier wie an vergleichbaren Orten fasziniert, dass Ethnien, die sich feindselig und mit vielen Todesopfern als Folge gegenüber standen, es heute nach relativ wenigen Jahren schaffen, neben- und miteinander zu leben. Wenn Velez und Zrijnski aufeinander treffen, tritt der Konflikt allerdings wieder zu Tage.
Zrijnskis Vergangenheit erscheint ein wenig ungeklärt. Zwar gibt der Verein 1905 als Gründungsjahr an – am Spielbetrieb teilgenommen hat der Verein aber nie. Zu Zeiten Jugoslawiens war der Club verboten, wurde dann aber kurz nach Ausbruch des Krieges reanimiert. Nach Kriegs-Ende bekam Zrijnski das Stadion Bijeli Brijeg zugesprochen. Ein Stich ins Herz eines jeden Velez-Fans, da der Verein seit Stadion-Eröffnung dort gespielt hatte. Aber das Bijeli Brijeg liegt im Westen Mostars und gehört der dortigen Gemeinde. Der HSK Zrinjski versteht sich als Club des Mostarer Westens, wo eben überwiegend Kroaten leben. Das H im Vereinskürzel steht für Hrvatski, also kroatisch. Auch das Stadion-Thema heizt die Derbys also an, denn Velez landete auf der Suche nach einer neuen Spielstätte im nördlich gelegenen Vorort Vrapcici und ist bemüht, einen ehemals einfachen Sportplatz nach und nach zu einem vorzeigbaren Stadion auszubauen. Genau lässt sich nicht erkennen, wo in der Stadt die Linie zwischen Zrinjski und Velez verläuft. Klar ist, dass die Gebiete östlich der Neretva zu Velez gehören und der Westen generell zu Zrinjski. Graffitis zeigen aber deutlich, dass auch westlich des Flusses, in den Vierteln südlich der Stari Most, der im Krieg zerstörten und vor Jahren wieder errichteten alten Brücke, Velez-Gebiete liegen. Dagegen findet man nördlich von Vrapcici wiederum Zrinjski-Graffitis auf beiden Seiten des Flusses. Wie auch immer – man mag sich nicht, aber nach meinem Eindruck scheint die Abneigung nicht über ’normale‘ balkan-typische Rivalität hinaus zu gehen, die natürlich aber auch mal in entsprechende Begleiterscheinungen ausartet. Während der Anhang von Zrinjski keinen Hehl daraus macht, dass man sich als Club der Kroaten sieht, ist Velez wohl bemüht, nicht in eine derartige Schublade gesteckt zu werden, was aber kaum gelingen kann, denn die ethnische Abgrenzung zwischen den Anhängern ist offensichtlich.
Der FK Velez stand nur knapp über der Abstiegs-Region und ging als Außenseiter in die Partie gegen ein Team aus dem Kreis der Titel-Kandidaten. Volles Haus war angesagt, viel fehlte nicht zur Sold-Out-Meldung. Während die Red Army auf der Osttribüne bereits inbrünstig im typischen Balkan-Sound ihre kehligen Gesänge ins Stadion schmetterte, wurden fünf Minuten nach Spielbeginn die Gäste in mehreren Minibussen in zahlreicher Polizei-Begleitung angekarrt. Die späte Anreise unter Kontrolle der Staatsmacht, ist ja ebenso Usus, wie die Nötigung zur Räumung des Gästeblocks zehn Minuten vor Spielschluss. Dieses natürlich, um ein direktes Aufeinandertreffen der Kontrahenten nahezu unmöglich zu machen. Das Spiel entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch auf eher mäßigem Niveau mit leichten Vorteilen für Velez. Sicher – fußballerische Glanzpunkte wird man auf dem Balkan nur selten erleben, da alles, was halbwegs kicken kann, sein Glück in West- und Mitteleuropa sucht. Zrinjski mag die besseren Einzelspieler haben, aber die Gastgeber machten das durch Kampf und Willen mehr als wett. Große Aufreger blieben dennoch aus und irgendwann war mir klar, dass es nur torlos ausgehen kann, wie es ja leider oft der Fall ist, in brisanten Spielen, in denen man sich als neutraler Beobachter einfach nur ein Tor wünscht, damit man echte und ehrliche Emotionen erleben kann. Als dann der Gäste-Anhang gerade in die Busse verfrachtet wurde, passierte es doch noch. Drei Minuten vor Spielschluss drückte ein Velez-Akteur die Murmel nach einer Ecke aus kurzer Distanz in die Maschen und brachte die Menge zum Ausrasten. Die letzten Minuten wurden überstanden und dann war es geschafft, der favorisierte Rivale besiegt. Das Stadion Rodeni wird – wie erwähnt – in einzelnen kleinen ausgebaut. Vor kurzem wurde die Nordtribüne verbreitert und mit ein Dach versehen. Die Nordtribüne auf der Längsseite wurde ebenfalls schon mit Fundamenten für ein Dach erbaut, so dass man auch dort eines Tag geschützt das Spiel verfolgen kann. Und vor wenigen Tagen wurden von der Kommune auch Gelder für den Bau einer Flutlichtanlage bewilligt. Es geht also voran in Vrapcici. Das Highlight des Stadions ist allerdings die Kulisse, die sich hinter dem östlichen Tor aufbaut, nämlich die Bergkette, die dem Club seinen Namen gibt.
Der Herbst gibt Vollgas, es wird ungemütlicher und kälter. Da muss man die noch recht milden Abende nutzen, wenn man in der Woche mal ein Spiel schauen will. Milde Abende sind aber nur halb so mild, wenn sich ohne Unterbrechnung schottischer Schnürregen ergießt. Im guten Glauben daran, dass der Regen schon irgendwann aufhören wird, fuhr ich mit RWE-Genosse Marcel los. Vorab – der gute Glaube wurde enttäuscht. Es schiffte durch, mal mehr, mal weniger. Und zwar in dieser hinterhältigen nieseligen Weise, dass man die Regentropfen eigentlich kaum wahrnimmt oder spürt und am Ende doch annähernd komplett durchnässt ist. Hallenhandball-Hopper – sofern es die denn gibt – sind da irgendwie besser dran. Kreisliga A gegen Landesliga hieß es im Kreispokal. Der Oberliga-Absteiger aus Dinslaken gab sich die Ehre im äußersten Duisburger Süden, dort wo einem schon die Flugzeuge im Anflug auf den Düsseldorfer Flughafen die Haarspitzen rasieren. Der Jahn war spielbestimmend, aber nicht in dem Maße, wie man es bei zwei Ligen Unterschied erwartet hätte. Die Gäste brillierten nicht, zeigten sich aber vor dem Tor kaltschnäuzig und nutzten die Chancen. Daher war die Messe auch schon zur Pause gelesen. Die Mündelheimer suchten aber immer ihre Chance und wurden spät mit dem Ehrentreffer belohnt. Diesen sahen wir aber nicht mehr, da wir – mal eben umschauen, ob die Groundhopping-Polizei nicht mitliest – uns fünf Minuten vor Ende auf den Heimweg machten.
Mijnstadion, 250 Zuschauer, 3e Provinciale Limburg A
Die Stadion-Landschaft Belgiens birgt immer noch reichlich alte Schätzchen. Nachdem ich mich mit Thomas auf den Sonntags-Ausflug verständigt hatte, wurde sondiert und die Wahl fiel auf Houthalen in der Provinz Limburg. Die sehenswerte Spielstätte trägt den Namen Mijnstadion. Übersetzt bedeutet das Mienenstadion, was in Bezug zur ehemaligen hiesigen Bergbau-Region steht. Auf die Kantine aufgesetzt, ist die alte, von Korrosion geplagte, überdachte Sitztribüne der Hingucker der kleinen Spielstätte. Die Hintertor-Seiten und die Gegenseite verfügen über Steh-Traversen, die sich mehr und mehr der Natur beugen müssen, denn diese ist stark bemüht sich die Flächen, derer sie einst beraubt wurde, zurück zu holen. Die Gegenseite kann sich mittig noch eines altersschwachen Wetterschutzes rühmen. Im Gegensatz zum Ausbau steht das Spielfeld. Ein noch ziemlich neuer Kunstrasenbelag steht zum Bespielen zur Verfügung. Dritte Provinzklasse wurde uns angedient – achte Liga bedeutet das. Ohne es zu ahnen hatten wir uns das Topspiel zwischen dem Zweiten und dem Ersten rausgesucht, was einige Zuschauer anlockte. Auf dem Plastik-Geläuf gab es dann auch ein ordentliches Spiel mit leichtem Übergewicht für die Gäste zu sehen, die das Resultat am Ende viel zu deutlich gestalteten, denn auch die Heim-Mannschaft hatte gute Tormöglichkeiten, die aber teilweise kläglich vergeben wurden.
Stadion Essen, 10.095 Zuschauer, Regionalliga West
Da macht sich Ernüchterung breit. Die dritte Saison-Niederlage, gleichzeitig die dritte in Folge, bringt die rot-weisse Gemeinde endgültig auf den Boden der Tatsachen. Der phänomenale Saisonstart hat sicherlich größere Hoffnungen geschürt, als förderlich waren. Ein kleines Zwischen-Fazit… betrachtet man den bisherigen Verlauf detailliert, stehen zu Saisonbeginn glückliche Last-Minute-Siege gegen die Zweitvertretungen des BVB und des 1.FC Köln, ein Pflichtsieg beim Aufsteiger Homberg und ein gerechtes Remis in Rödinghausen. Die Siege gegen Wattenscheid, Bonn und in Lippstadt waren sicherlich verdient aber nicht restlos überzeugend. Richtig stark und annähernd unüberwindbar zeigte sich das Team nur in Oberhausen und beim Pokalsieg gegen den KFC. Die anspruchsvollen Aufgaben gegen Verl und beim Mönchengladbacher Nachwuchs wurden direkt vergeigt, wenn auch nicht zwangsläufig. Was ich mit dieser Auflistung ausdrücken will, ist dass der ziemlich optimale Saisonstart auch durch glückliche Wendungen begünstigt war. Dennoch wurden bei vielen, von der Erfolglosigkeit der letzten Jahre gebeutelten und nun nach besseren Zeiten dürstenden Anhängern große Hoffnungen geschürt. Erkennen zu müssen, dass die Nummer kein Selbstläufer wird, sorgt für lange Gesichter. Die aktuelle Heim-Pleite gegen die Kölner Fortuna war aber eigentlich – zumindest in Halbzeit eins – die erste wirklich schlechte Leistung. Die Mannschaft brauchte einige Minuten, um sich zu sortieren und ersten Druck auf die Gäste auszuüben. Ein vermeidbarer Freistoß aus 25 Metern oder mehr, ungefähr Mitte der ersten Halbzeit, brachte dann den Riss. Keeper Lenz stellte nur eine Zwei-Mann-Mauer. Kann man bei dieser Entfernung machen, um bessere Sicht zu haben, aber dann muss man das Ding auch schnappen. Stattdessen rutschte die nicht zu hart geschossene Kirsche flach ins Eck. Plötzlich ging gar nix mehr. Der Spielaufbau geriet völlig ins Stocken, viele Fehlpässe wurden gespielt, die sichere Überbrückung des Mittelfeldes klappte nicht mehr. Und kam man doch bis in den 16er, wurden dort die falschen Entscheidungen getroffen. In der zweiten Hälfte zeigten sich die Roten verbessert, aber bei weitem nicht zwingend. Auch in der Schlussphase, in der man vielleicht besser auf Brechstange umgestellt hätte, statt es weiter mit geordnetem Aufbau zu versuchen, bekam der Zuschauer nie wirklich das Gefühl, dass die Wende noch gelingen könnte. So waren auch zum ersten Male in der ’neuen‘ Ära Pfiffe zu hören. Auch die Ultra-Szene rollte nach dem Schlusspfiff wortlos ihre Fahnen ein und verließ die Westkurve. Ein Hauch von Resignation war zu bemerken. Dabei ist es dafür viel zu früh. Noch nicht einmal ein Drittel der Saison ist gespielt, alles ist noch völlig offen. Nachdenklich macht mich nur, dass Trainer und Mannschaft auf die im Spiel entstandene Situation unvorbereitet wirkten. Die Fortunen handelten im Rahmen ihrer Möglichkeiten geschickt. Die Stürmer liefen die Deckung hoch an und setzten diese unter Zeitdruck, was fruchtete, wie die vielen Fehlpässe vor allem nach dem Gegentreffer in der ersten Halbzeit bewiesen. Dazu wurden nach der Führung zwei homogene Vierer-Ketten geschnürt, eine Mitte der eigenen Hälfte, eine unmittelbar vor dem Strafraum. Und dem RWE fehlten (zumindest heute) die Mittel durchzubrechen. Eine System-Umstellung wäre zwingend nötig gewesen, aber diese passierte nicht. Wollte man nicht oder konnte man nicht? Die Erkenntnis aus dieser Niederlage muss sein, dass man flexibler werden muss. Nur ein System zu beherrschen reicht nicht aus, wenn man mittelfristig erfolgreich sein will, darin sehe ich die Hauptaufgabe. Es steht zu befürchten, dass die Gegner nun genug Anschauungsunterricht genommen haben, wie gegen das ‚Titzsche System‘ zu spielen ist, dieses also sozusagen entschlüsselt haben. Auch an den Aussetzern in der Defensive muss weiter gearbeitet werden. Und dennoch bleibt es dabei, dass man sich einem Aufstieg natürlich nicht verwehren würde, dieser aber kein Muss darstellt. Das sollten sich die Zweifler und Skeptiker, die sich nun schon wieder im Recht fühlen, ins Bewusstsein rufen. Die Vereinsführung hat proklamiert, dass zwei Sommer-Transferperioden erforderlich sind, um ein schlagkräftiges Team zusammen zu stellen und eine Spielidee zu verinnerlichen. Wie schon ein Mal erwähnt, diese Zeit muss der Rot-Weiss-Anhang dem Verein zugestehen. Also gilt es weiter zusammenzustehen und Geduld zu haben, so schwer es vielen auch fällt.
Sportplatz Freudenberg, 70 Zuschauer, Bezirksliga Niederrhein Gruppe 2
Oft läuft es so… am Wochenbeginn checke ich, was so auf Amateur-Ebene im Ruhrpott und im Umland unter der Woche angesetzt ist und mich möglicherweise interessiert. Dann peile ich ein Spiel an und hab da grundsätzlich auch Bock drauf. Dann kommt der entsprechende Tag. Weil ich aber auch vom Arbeitsplatz schon 60 Kilometer Heimweg zu fahren habe, entwickeln sich erste Zweifel. Wenig überzeugt fahre ich dann los und frage mich, was ich da eigentlich wieder mache. Gab auch schon eine Hand voll Situationen, in denen ich auf halber Strecke wieder umgedreht bin. Am Ziel angekommen, kehrt das Interesse dann im besten Falle wieder zurück. Manchmal hat man dann Glück und man bekommt ein vernünftiges Spiel zu sehen. Manchmal läuft es anders rum und man stellt beinahe das ganze Hobby auf den Prüfstand und fragt sich, warum man sich das antut, an einem unbeständigen Herbst-Tag den Feierabend für so einen Hafer zu opfern, statt der geschätzten Gattin Aufmerksamkeit zu schenken. Heute hatte ich aber Glück. In einem Nachholspiel der Bezirksliga empfing die Germania aus dem unteren Tabellendrittel den ambitionierten Tabellenzweiten aus Velbert. Die Gäste waren zwar flotter und mit der besseren Spielanlage unterwegs, aber die Gastgeber hielten kämpferisch mit vollem Einsatz dagegen. Früh gingen die Germanen in Führung. Union arbeitete hart und verdiente sich zu Beginn der zweiten Hälfte den Ausgleich, aber im Gegenzug schlug es schon wieder ein. Per Elfer schossen die Gastgeber sogar eine Zwei-Tore-Führung heraus, aber die Angst vor dem unerwarteten Sieg mündete im späten Ausgleich. War eine gut anzuschauende, spannende Partie. Auf der Sportanlage findet man auf einer Seite eine zehnstufige Tribüne, die mit einigen Sitzschalen ausgestattet ist. Das war übrigens die 1200ste Spielstätte, wo ich ein Spiel gesehen habe. Kommt schon einiges zusammen in den ganzen Jahren.
Sportpark Tijenraan, 1.500 Zuschauer, 1e Klasse Zondag E
In der niederländischen Gemeinde Raalte in der Provinz Overijssel, ist das bedeutsamste Duell das Sallandse Derby, das zwischen dem RKSV ROHDA und dem VV aus dem Ortsteil Heino ausgetragen wird. In der sechstklassigen Eerste Klasse gehen beide Teams zu Werke. Im Amateurbereich existieren ja einige für deutsche Ohren recht seltsam klingende Vereinsnamen. Rooms Katholieke Sportvereniging „Recht op het doel af“ bedeutet das Vereinskürzel der Gastgeber vollständig ausgeschrieben – wild übersetzt bedeutet das „Direkt auf das Tor zielen“. Bei den unterklassigen Derbys in den Niederlanden rotten sich oft ein paar Leute zusammen, um das eigene Team zu unterstützen. Während auf Gäste-Seite nur ein paar Jugendspieler desinteressiert mit Fähnchen rum hantierten, schickten die Anhänger der Heim-Mannschaft eine Rauchwolke in den Himmel und zündeten einen Blinker und eine Fackel. Akustischen Support gab es dann annähernd keinen. Überhaupt schien sich die Rivalität in Grenzen zu halten, beziehungsweise diese trat erst in der Schlussphase zu Tage, nachdem ROHDA den späten Siegtreffer erzielte und die Heim-Fans ein paar Spottgesänge in Richtung der Gäste absendeten.
Sportpark ‚t Welink, 120 Zuschauer, 2e Klasse Oost Zaterdag G
Dinxperlo ist eine niederländische Grenzstadt, die mit dem Ortsteil Suderwick der Stadt Bocholt auf deutscher Seite zusammengewachsen ist. Wenn man das eher unscheinbare Schild übersähe, das auf die Landesgrenze hinweist, würde man den Grenzübertritt gar nicht bemerken. Keine 200 Meter von der Grenze entfernt liegt der Sportpark ‚t Welink. Hier ist der FC Dinxperlo beheimatet. FC steht hier aber nicht für Fußballclub, sondern für Fusie Club, denn der Verein entstand erst in diesem Sommer durch den Zusammenschluss aus dem SV Dinxperlo und dem DZSV. Auf siebtklassigem Niveau wird hier in der Tweede Klasse gebolzt und zwar weder herausragend gut noch herausragend schlecht. Erst der dritte Spieltag stand an und während die Gastgeber noch punktlos waren, konnten die Gäste am letzten Spieltag einen schlanken 13:1-Sieg gegen Lelystad verbuchen. Letztere zieren übrigens nach mittlerweile drei Spielen mit 1:29 Toren das Tabellenende. Schon beinahe peinlich, dass die Veensche Boys sich überhaupt einen Gegentreffer eingefangen haben. Die Gäste präsentierten sich in der ersten Hälfte stabiler und gingen mit der Führung in die Halbzeit. Zwar drängte der Fusie Club im zweiten Durchgang auf den Ausgleich, fallen wollte dieser aber nicht mehr.