Nea Filadelfia – Sa., 01.02.2026, 21:00

AEK Athína vs PAE Olympiakos Peiraios 1:1

Stadio Agia Sofia, 31.100 Zuschauer, Super League
Es war aber alles im Lot, eine halbe Stunde vor dem Kick-Off trafen wir am ‚Stadio Agia Sofia ein‘, dem neuen Stadion von AEK, welches leider schon unmittelbar nach seiner Geburt vor etwas mehr als drei Jahren seinen Namen an einen Sponsoren verlor. Der Neubau ersetzt das kultige ‚Nikos Goumas‘, das, an gleicher Stelle stehend, schon 2003 abgerissen wurde. In der Zwischenzeit musste AEK im ungeliebten Olympiastadion antreten. Athlitiki Enosis Konstantinoupoleos bedeutet das Kürzel AEK. Gegründet wurde der Club von griechisch-stämmigen Flüchtlingen, die während des türkisch-griechischen Krieges aus Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, fliehen mussten. Damit besteht eine Parallele zu PAOK aus Thessaloniki. Wie bereits angedeutete, wird das Abbrennen von Pyrotechnik seit einigen Monaten hart bestraft. Umso überraschter war ich, dass es heute eigentlich dauerhaft irgendwo brannte, da die AEK-Kurve um ‚Original 21‘ ja erst beim vorherigen Heimspiel gezündelt hatte. Noch vor dem Einlaufen der Teams erstrahlte die Kurve im Lichte unzähliger roter und gelber Fackeln, was natürlich eine starke Rauchentwicklung zur Folge hatte. Als die Teams den Rasen betraten, wurde direkt die nächste Batterie Bengalos entzündet, die aber gar keine Wirkung mehr entfalten konnte, da der Innenraum vollständig verqualmt war und die Leuchtstäbe nur noch schemenhaft durch den Nebel blinzelten.
Erst mit zehn Minuten Verspätung wurde der Kick daher vom holländischen Referee angepfiffen. Da sich die unterlegenen Teams in den Top-Spielen und Derbys in der Vergangenheit regelmäßig am Schiedsrichter abgearbeitet haben, werden seit einiger Zeit ausländische Referees eingesetzt, um Bestechungsvorwürfen von vornherein den Boden zu entziehen. Der AEK-Anhang zeigte sich dann gut aufgelegt. Im Gegensatz zur PAO-Szene am Spätnachmittag setzte ‚Original 21‘ auf eingängige, kurze Lieder und auf knackige Anfeuerungsrufe. Machte durchaus Sinn, um das Potential der Kurve abzurufen, die ja aus tausenden Köpfen besteht, anstelle sich in irgendwelchen verliebten getragenen Gesängen zu verlieren. Wenn die gegenüberliegende Kurve und auch Zuschauer auf den Geraden einstiegen, wurde es ohrenbetäubend laut. Es bleibt graue Theorie, aber wenn bei diesem Spiel Gäste-Fans erlaubt gewesen wären, wäre das eine absolute Bombe gewesen. Was nicht heißen soll, dass es schlecht war, aber mit einem visuell wahrnehmbaren Gegner, wären sicher auch noch die letzten fehlenden Prozente rausgekitzelt worden. AEK hatte ein Spiel mehr absolviert und einen Punkt Vorsprung.
Ein Sieg war also nötig, um die Tabellenspitze unmissverständlich zu sichern. Und die Gastgeber legten gut los und waren in der Anfangsviertelstunde das bessere Team, ohne aber im Strafraum gefährlich zu werden. Überhaupt waren Torraumszenen in der ersten Spielhälfte Mangelware. Olympiakos riss das Spiel dann nach und nach an sich und eine 150prozentige Torchance blieb ungenutzt, aber auch AEK ließ seine einzige gute Chance liegen. Die zweite Halbzeit zeigte kein großartig anderes Bild aber als der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte ungarische Nationalspieler Varga einen Eckball quasi aus dem Nichts zur Führung für die Schwarz-Gelben einköpfte, gab es kein Halten mehr und die Kurve erstrahlte zum dritten Mal in Rot und Gelb. Nun war es ein anderes Spiel. Mit neuem Selbstvertrauen waren die Gastgeber nun auf Augenhöhe. Eine Tätlichkeit eines Olympiakos-Spielers ahndete der Referee nur mit einer Gelben Karte, wobei das ‚Opfer‘ auch etwas theatralisch zu Boden ging, aber die Szene ließ die Gemüter beinahe überkochen. Bei einer Doppel-Chance hatte AEK die Möglichkeit das Spiel zu entscheiden. Der Gäste-Schnapper mit einem Wahnsinns-Reflex und die Querlatte beim Nachschuss hatten aber was dagegen und so hielt sich die Spannung bis in die Schlussphase. Olympiakos rannte mit dem Mute der Verzweiflung an, kam aber zu keinen großen Torchancen.
Elf Minuten Nachspielzeit gab es und kurz vor dem Ende dieser kam es zu einer irrsinnigen Szene im Strafraum der Gastgeber. Vier Torschüsse in Folge wurden geblockt, Torwart und Verteidiger warfen sich erfolgreich in alles rein was von der Gäste-Offensive abgesendet wurde. Das Spiel lief kurz weiter und wurde aufgrund eines Fouls zugunsten von AEK unterbrochen. Dann fasste sich aber der Schiri ans Ohr, wurde an den Bildschirm gebeten und entschied schließlich auf Elfmeter für die Gäste. Beim Eindringen in den Strafraum hatten sich Stürmer und Verteidiger gegenseitig ein wenig gehalten, der Abwehrmanne vielleicht etwas mehr, es war jedenfalls eine sehr mutige Entscheidung in diesem Hexenkessel. In Deutschland hätte man wieder vom Bayern-Massel gesprochen, denn ungefähr diesen Status hat Olympiakos in Griechenland. Nach minutenlangen Diskussionen blieb der Iraner Taremi mit seiner peinlichen Rückennummer 99 cool, verwandelte und war sich nicht zu schade die eh schon kochenden Massen mit der Finger-auf-den-Mund-Geste zu provozieren. Auch andere Spieler gestikulierten ins Publikum und als Folge regnete es Plastikflaschen und alles andere was greifbar war auf die vor ihrer Teambank feiernden Gäste-Akteure. Im Nachhinein wurde AEK dann mit Zuschauerausschluss für ein Heimspiel bestraft, aber eben für das Werfen der Gegenstände, nicht für den massiven Pyro-Einsatz. Auch ein Spieler von Olympiakos bekam eine Sperre aufgebrummt, weil er – Achtung! – einen Regenschirm ins Publikum zurückgefeuert hat. Ganz normales Spielerverhalten in Griechenland… Wir fuhren mit der Metro zurück zur Unterkunft, ließen den Tag und das Topspiel noch bei einem Bierchen sacken, bevor sich die Teilnehmer der Reisegruppe am Folgetag mit verschiedenen Flügen auf die Heimreise machten.

Athen – So., 01.02.2026, 17:30

Panathinaikos AO vs AE Kifisia 3:0

Stadio Apostolos Nikolaidis, 5.516 Zuschauer, Super League
Es passte so gerade eben. Hinter der Haupttribüne aus dem Taxi gesprungen, war ein kleiner Dauerlauf um das Stadion erforderlich, um den richtigen Eingang zu erreichen und soeben zur in allen Stadien abgehaltenen Schweigeminute im Gedenken an die verstorbenen PAOK-Fans auf den Rängen zu sein. Als ich am späten Freitag-Nachmittag in Athen eintraf, verließ ich am ‚Apostolos Nikolaidis‘ Metro, um das letzte Tageslicht für eine kleines Fotoshooting zu nutzen. Die Stadionwände, die umliegenden Häuser und Mauern sind mit zahlreichen Graffiti versehen und geben dem Viertel eine deutliche Identität. Da das Stadion in seinen Innereien die Räumlichkeiten für viele Sparten des Vereines beherbergt, gibt es unheimlich viel Aktivität und man muss schon ein wenig aufpassen, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen und sich letztlich nicht einer Fragerunde stellen zu müssen. Ultra-Gruppen reagieren ja in der Regel allergisch auf zu hohes fremdes Interesse und den Mitgliedern der Tischtennis-Abteilung hätte ich Fragen ja ohne Hemmungen beantwortet, bei der Box-Staffel war ich mir da nicht sicher. Ziemlich genau mit dem Anstoß setzte Regen ein, der dann auch für den Rest des Tages nicht mehr aufhörte. Das war aber sicher nicht der Grund für die schwache Zuschauerzahl. Der wenig interessante Gegner aus der Athener Agglomeration trug natürlich seinen Teil bei, aber der hauptsächliche Grund dürfte der schlappe Saisonverlauf sein, denn PAO liegt beinahe 20 Punkte hinter dem Tabellenführer. Darüber hinaus hat die Kurve um ‚Gate 13‘ interne Probleme. Das alles offenbarte uns in Summe eine dünn besiedelte Kurve mit großen Lücken. Dennoch erreichten die im Verhältnis wenigen aktiven Leute eine teilweise erstaunliche Lautstärke. Zu gern hätte ich hier mal ein Spiel vor vollen Rängen gesehen.
Sportlich war das auch wieder nicht überragend. Nach einigen Mühen in den ersten zwanzig Minuten bekamen die Gastgeber mit dem Führungstreffer endlich Kontrolle über das Geschehen und schossen in der Schlussphase schließlich einen deutlichen Sieg heraus. Das enge Stadion versprüht irgendwie unwiderstehlichen Charme, besonders ist, dass die beiden Kurven die überdachten Geraden überragen. Die Kurve um ‚Gate 13‘, deren Stufen mit dem Ultra-Logo bemalt sind, ist noch etwas höher als die gegenüberliegende Tribüne. Die PAO-Fans ließen sich vom fiesen Wetter nicht beeindrucken und lieferten gemessen an der schwachen Zuschauerzahl eine solide Vorstellung ab. Die ereignisreiche Schlussphase und der immer stärker werdende Regen befeuerten das Geschehen in der Kurve, die noch einmal ordentlich aufdrehte. Der Stil der griechischen Kurven ist durchaus unterschiedlich voneinander. Wie zum Beispiel Aris auch, setzt ‚Gate 13‘ oft auf länger getragene, teils melodische Gesänge, verzichtet also weitestgehend auf brachiale Schlachtrufe, was aber, wie schon skizziert, nicht bedeuten muss, dass es nicht laut werden kann in der alten Schachtel. Einige Minuten nach dem Schlusspfiff verließen wir das schöne, alte Teil. Bis zum letzten Spiel des Tages hatten wir nun einen bequemen Zeitpuffer. Das war letztlich auch nötig, da uns die die Taxi-Gilde wieder einiges an Geduld abverlangte.

Athen – So., 01.02.2026, 15:00

GS Apollon Smirnis vs AO Trachonon Alimou 2:0

Stadio Georgios Kamaras, 400 Zuschauer, A-EPS Athen Gruppe 2
Das zweite Spiel des Tages lag einen etwas mehr als halbstündigen Fußmarsch entfernt, der uns über die Stadtgrenze zurück nach Zentral-Athen führte. Es blieb noch genügend Zeit, um unterwegs in einem Grillrestaurant einzukehren und sich für den weiteren Tagesablauf zu stärken. Neues Spiel aber dieselbe Liga wie beim vorherigen Kick. Apollon Smyrnis, benannt nach dem Sonnengott, ist ein Club mit einer vor allem in der etwas jüngeren Zeit recht bewegten Geschichte. Vor 30 Jahren spielte der Club gar im Europapokal und stand im griechischen Pokalfinale. Danach ging es innerhalb weniger Jahre bergab bis in die vierte Liga, aber dann auf ebensolche Weise wieder hoch bis in die Super League. Nach ein bisschen Auf und Ab stieg der Club im ersten Corona-Jahr letztmalig in die höchste Spielklasse auf, danach ging es im freien Fall wieder hinab bis in die höchste Regionalklasse. Dort scheint nun der erneute Turnaround stattzufinden, denn Tabellenführer Apollon empfing an einer verdammt engen Spitzengruppe den Dritten der Rangliste. Mit einem verdienten Heimsieg konnte der Platz an der Sonne behauptet werden.
Eine aktive Gruppe von 30-35 Leuten hält dem Verein auch in den Niederungen des griechischen Ligasystems die Treue und machte Stimmung und auch einige pyrotechnische Elemente wurden in gasförmige Stoffe aufgelöst. Das deutlich in die Jahre gekommene Stadion ist natürlich eine Wucht, leider war nur die Haupttribüne geöffnet, so dass ein ausgiebiges Herumschleichen nicht möglich war. Es handelt sich um eine U-Form, wie es in Griechenland erstaunlich häufig der Fall ist, bedeutet also, dass hinter einem Tor der Ausbau fehlt. Beim ‚Georgios Kamaras‘ steht hinter der Ausbau-losen Seite eine Sporthalle. Das Stadion gammelt in aller Ruhe vor sich hin. Irgendwer stellt Geld für eine Infrastruktur bereit und dann wird diese solange benutzt, bis sie kaputt ist. So erklärte Tim mir einmal die hiesige Verhaltensweise. Wirklich kaputt ist das Stadion natürlich noch lange nicht, aber es gibt natürlich schon einige Stellen, die sich über eine Sanierung freuen würden. Der Bauch der Haupttribüne beherbergt eine traumhafte Stadionkneipe, die mit vielen Holzelementen beinahe an einen britischen Pub erinnert. Nach dem Schlusspfiff mussten wir uns zügig zum nächsten Kick aufmachen, das Zeitpolster war eng und wurde durch unfähig herumirrende Uber-Fahrer unangenehm verknappt.

Nea Ionia – So., 01.02.2026, 11:30

PAO Alsoupoli vs Irakleio AE 1:0

Dimitiko Stadio Nea Ionia, 100 Zuschauer, A-EPS Athen Gruppe 2
Wie die erste Nacht war auch die zweite zu kurz, aber Schlaf wird auf  den Touren ja eh überbewertet. Der Sonntag sollte es in sich haben, zumindest in Blickrichtung Fußball. Das hatte aber nichts damit zu tun, dass der glorreiche RWE heute seinen 119. Geburtstag feierte, sondern dass vier Spiele auf dem Zettel standen und vorher wollte noch der Schlüssel des Miet-Vehikulums zurückgegeben werden. Obwohl ich das Hobby ja schon einige Monde pflege, kann ich gar nicht sagen, ob ich schon mal vier Spiele an einem Tag geschaut habe. In Tschechien vielleicht mal? In Buenos Aires bin ich jedenfalls aufgrund eines unzuverlässigen Taxista mal am Vierer des Todes gescheitert. Den Opener machte diese Partie der höchsten Regionalliga Athens. Super League und Super League 2 organisieren sich selbst durch entsprechende Liga-Verbände, die ‚Gamma Ethniki‘, die dritte Liga, wird durch den griechischen Fußballverband geleitet. Darunter gibt es dann unzählige, gleichgestellte regionale Verbände, die jeweils ihren Spielbetrieb organisieren. Alsoupoli nutzt das Stadion des Drittligisten Nea Ionia, dessen Ultra-Gruppe die Stadion-Mauer mit einem fetten Graffiti versehen hat. Nea Ionia gehört schon nicht mehr zu Zentral-Athen, sondern ist eine eigene (Vor-)Stadt. Die Gastgeber gingen als Tabellenschlusslicht in die Partie, was sie unabhängig vom Endergebnis auch bleiben sollten. Die Gäste aus der unmittelbar benachbarten Vorstadt Irakleio hatten sich den Verlauf der Veranstaltung sicherlich anders vorgestellt, nach 90 Minuten hatte die Alsoupolis nämlich den erst zweiten Sieg der Saison unter Dach und Fach. Kurz nach Anpfiff öffnete sich der Wolkendecke und wir konnten den Warm-up bei Sonnenschein und einer Büchse Bier in aller Ruhe genießen.

Agrinio – Sa., 31.01.2026, 17:00

Panetolikos vs PAE Aris 0:1

Stadio Panetolikou, 1.755 Zuschauer, Super League
Was war das wieder für ein Drama mit diesem Wochenende – Griechenland ist und bleibt einfach eines der unberechenbarsten Fußballländer Europas! Um die Weihnachtszeit wurde der Plan zu dieser Reise geschmiedet, da ich mit dem alten Nikolaidis-Stadion von Panathinaikos noch ein Thema offen hatte. Auch dazu gibt es eine Geschichte. Als ich die alte Rammelbude vor ziemlich exakt elf Jahren besuchen wollte, hatte der griechische Verband die ‚Super League-Spiele‘ des anvisierten Spieltages kurzfristig abgesetzt. Der Grund waren wiederholte Ausschreitungen und als i-Tüpfelchen eine Schlägerei zwischen Funktionären von Panathinaikos und Olympiakos während einer Sitzung des Liga-Vorstandes. Dit is Griechenland! Griechenland wäre aber nicht Griechenland, wenn die Absetzung nicht kurz vor dem Wochenende wieder rückgängig gemacht worden wäre, allerdings wurde nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit gekickt. Wir fuhren am Spieltag trotzdem zum Stadion, um uns mal ein Bild vom Geschehen zu machen. Die dort aufgestellte Großbildleinwand, mit der man die Fans am Spiel teilhaben lassen wollte, war aber leider nur eine Kleinbildleinwand. Vor Ort gemachte einheimische Bekanntschaften nahmen uns mit auf das Dach eines heruntergekommenen Wohnblocks hinter der Haupttribüne, von dem wir versuchten, einen Blick ins Stadion zu werfen. Völlig sinn- und erfolgsbefreit, dafür aber wenigstens lebensgefährlich, erst recht nach und bei dem Genuss einiger bewusstseinserweiternder Getränke. Verdiente sich aber immerhin einen Eintrag in das persönliche Geschichtsbuch. 
Da Panathinaikos – oder PAO, wie der Club nach seinem Kürzel genannt wird – nun aber an einem neuen Stadion werkelt, das mittelfristig fertig sein wird und da das gute alte ‚Nikolaidis‘ dann Geschichte ist, war es endgültig an der Zeit, die alte Scharte mal auszuwetzen. Dieses Wochenende bot für den Sonntag die attraktive Konstellation am späten Nachmittag PAO beim Kräftemessen mit Kifisia, dem leider unattraktiven Gegner aus der Athener Agglomeration, zu beobachten und am Abend dann das Topspiel zwischen AEK und Olympiakos zu besuchen. Es stellte sich heraus, dass weitere bekannte Gesichter der Bewegung dasselbe vorhatten, was einen unterhaltsamen Trip in Aussicht stellte. Für den Samstag hatte ich mich mit Exil-‚Grieche‘ Tim aus Thessaloniki, der beruflich in Athen zu tun hatte, für den Besuch des Auswärtsspieles von Aris bei Panetolikos in Agrinio verabredet. Nachdem die Flüge gebucht waren, ‚glänzte‘ Tim dann mit der Information, dass dem Topspiel eine Verlegung drohte. Malakka! Das war jedoch kurz danach wieder vom Tisch, dafür war nun aber das Heimspiel von PAO im ‚Nikolaidis‘ in Gefahr, da der Rasen schwächelte und deshalb ein Ausweichen ins Olympiastadion im Raume stand. Wat ein Stress!
Erste Hürde war aber die Kartenbeschaffung für das AEK-Spiel. Tickets gab es mit Verkaufsbeginn nur ab 60 Euro. In einer kurzen Phase, in der Tickets für knapp über 50 Euro erhältlich waren – immer noch mehr als genug – war ich leider verhindert und als ich zuschlagen wollte, waren diese vergriffen und es gab nur noch einzelne Plätze für 90(!) Euro. Absolut keine Option! Kurz darauf wurde dann ‚sold out‘ gemeldet. Aber irgendwie kommt man ja immer rein und die einfachste Option aus dieser Kategorie zog auch unproblematisch. Es dauerte dann bis in die Woche vor dem Spiel, dass PAO durch die Öffnung des Vorverkaufes erahnen ließ, dass die Partie am angestammten Spielort stattfinden würde. Damit war nun endlich alles klar. Allerdings nur für wenige Stunden. Dann wurde Fußball-Griechenland über seine Grenzen hinaus durch die Meldung geschockt, dass sieben Fans von PAOK Saloniki auf dem Weg zum Europapokal-Spiel in Lyon bei einem verheerenden Frontalaufprall ums Leben kamen. Ein achter Anhänger verstarb in den Tagen nach dem Unglück. Der Verein und der griechische Verband versuchten daraufhin eine Verlegung des Spieles zu erreichen. Die – sorry, und nein, nicht sorry! – gottverdammte, dreckige UEFA-Mafia dachte aber natürlich nur ans Geschäft und lehnte ab. Nur meine leidlich gute Erziehung verbietet mir, UEFA-Obergauner Ceferin und seinen Motherfucker-Funktionärs-Schergen, die nicht einen Funken Anstand in ihren verknitterten Leibern tragen, ein ähnliches Schicksal zu wünschen, wie den PAOK-Jungs.
Die Griechen sind ein stolzes Volk und fühlten sich zurecht abserviert. Als Folge stand eine Aussage des Sportministers im Raum, als Zeichen der Kondolenz und des Respekts, den gesamten Spieltag der ‚Super League‘ abzusagen. Moralisch hätte ich dafür Verständnis gehabt, aber natürlich traf diese Meldung bis ins Mark. Soweit die Vorgeschichte. Eine letzte, kleine Unsicherheit blieb noch, als ich am Freitagmorgen mit dem Kranich über Frankfurt nach Athen reiste, aber die Anzeichen für ein Stattfinden des Spieltages verdichteten sich. Und ohne dass der Absage-Idee jemals eine öffentliche Absage erteilt wurde, war dem dann auch so. Am Freitag in Athen eingetroffen, ereignete sich nicht mehr vielm, außer dem Verzehr eines landestypischen Abendessens und ein paar Bieren im Kreise der Angereisten. Am Samstag-Morgen machten wir uns dann zu zweit auf den Weg nach Agrinio im Westen des Landes, während sich der Rest der Reisegruppe bei Spielen im Großraum Athen vergnügte. Drei Golfe ging es entlang, zunächst den Saronischen, den jenen von Korinth und schließlich den Golf von Patras. Als ob die Autobahn-Maut nicht schon teuer genug war, waren wir auf dem Hin- wie auf dem Rückweg zu blöde, die fette Brücke zu meiden, welche den Golf von Korinth vom offenen Meer trennt, und stattdessen die parallel verkehrende Autofähre zu nutzen. Anstatt nur 14 Euro für die Fähr-Überfahrt schlug die Unfähigkeit mit 32 Euro zu Buche – herzlichen Dank.
Agrinio liegt irgendwo im Nichts zwischen dem Panetoliko-Gebirge, welches dem Fußballverein seinen Namen spendet, und dem Ionischen Meer. Der Panetolikos Gymnnastikos Filekpaideftikos Syllogos, so heißt der Club mit vollem Namen, bei dem der griechische Fußball- und Volksheld Angelos Charisteas, Torschütze des Siegtreffers bei dem EM 2004 in Portugal, seine Karriere ausklingen ließ, ist ein Fußballclub ohne Ansprüche, der damit zufrieden sein dürfte, in der höchsten Spielklasse mitmischen zu dürfen und das inzwischen als langjähriger Teilnehmer. Gäste-Anhänger waren für diese Partie offiziell nicht erlaubt. Das ist ja eh ein schwieriges Thema bei den Hellenen. Bei den Spielen der großen Vereine untereinander sind Gäste-Fans eh tabu, da der Grieche an sich seine Emotionen in Stresssituationen nicht unter Kontrolle bekommt. Anders ist es, wenn die ‚Kleinen‘ zu den ‚Großen‘ reisen und umgekehrt. Dann kommt es zu Einzelfall-Entscheidungen. Zunächst obliegt dem gastgebenden Verein den Daumen zu heben oder zu senken, das letzte Wort hat meist die örtliche Polizei-Institution. Bei Vereinen, deren Fanszenen sich wohlgesonnen sind, geht das oft durch. Dieses ist bei den heute aufeinandertreffenden Clubs der Fall. Allerdings befindet sich das Stadion in Agrinio in einer Umbauphase, die noch nicht final abgeschlossen ist. Zwar ist der Ausbau der Gästeblock-beherbergenden Gegentribüne prinzipiell fertig, jedoch nicht der Innenausbau dieser, so dass es aktuell keinen ausgewiesenen Away-Bereich gibt. Für knapp drei Dutzend Aris-Anhänger wurde daher auf der Haupttribüne ein kleiner Bereich abgetrennt und von der Staatsmacht gesichert, so dass zumindest ein symbolischer Gäste-Haufen anwesend war.
Das Stadion besteht aus drei Tribünen – Haupttribüne, Gegentribüne und einer trapezförmigen Hintertor-Tribüne, mit einer etwas gewagten Dachkonstruktion. Hinter dem anderen Tor befindet sich lediglich der Kabinentrakt, mehr Platz ist dort schlicht nicht vorhanden. Hinter dem Tor haben die ‚Warriors of Gate 6‘ ihren Platz. Etwa 80 Leute waren unter optischer Zuhilfenahme von drei größeren Schwenkern bemüht, ihre Mannschaft anzufeuern. Die Aris-Leute hatten ein paar kleinere Lappen an der Balustrade befestigt und sangen während des ganzen Spieles, sehr inbrünstig wirkte das aber nicht. Mag auch am bescheidenen Spiel gelegen haben. Panetolikos dezimierte sich bereits nach gut 20 Minuten selbst durch einen Platzverweis nach VAR-Überprüfung. Von einer personellen Überlegenheit der Gäste merkte man aber rein gar nichts. Bei einem äußerst schwachen Spiel-Niveau blieben Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Erst zehn Minuten vor dem Ende erzielte Aris den Treffer des Tages, als bei den Gastgebern die Kräfte schwanden. Der Rückweg nach Athen war wenig spektakulär und nach Ankunft verzogen wir uns für den Tagesabschluss noch für ein Stündchen in einer nahe an der Unterkunft liegenden Bar.

Essen – Sa., 24.01.2026, 14:00

Rot-Weiss Essen vs TSV Havelse 4:1

Stadion an der Hafenstraße, 15.777 Zuschauer, 3.Liga
Pflichtsieg! Mehr auch nicht. Sollte man meinen. Tatsächlich barg das Spiel gegen den vermeintlich kleinen Gegner eine ganze Menge Blamagepotential. Der TSV aus der kleinen Hannoveraner Nachbarstadt Garbsen hatte in den letzten Spielen nämlich besser gepunktet als der glorreiche RWE und kam nach einem deutlich Sieg gegen die starke Hoffenheimer Reserve, unterstützt von handgezählten 57 Anhängern, mit breiter Brust an die legendäre Hafenstraße. Und die Niedersachsen machten in der ersten halben Stunde auch den deutlich besseren Eindruck und gingen engagiert in die Zweikämpfe. Die Gäste spielten sich immer wieder in den rot-weissen Sechzehner und hatten nach etwas mehr als einer halben Stunde eine richtig gute Chance, aber Golz klärte gegen den frei vor ihm auftauchenden Havelser Stürmer. Die bis dahin einzig brauchbare Möglichkeit für die Roten hatte Marek Janssen. Der statistisch beste RWE-Stürmer hatte nach dem Spiel in München aufbegehrt und Ansprüche gestellt und durfte nun tatsächlich von Beginn an ran. Sein Schuss aufs kurze Eck nach einem schnellen Konter, war eine gute Idee, wurde aber vom TSV-Keeper noch soeben entschärft. Zehn Minuten vor der Pause lief es besser, als der lange Emsländer eine Mizuta-Ecke mit dem rechten Ohr zur Führung einnickte.
Und nur zwei Minuten rechtfertigte er seinen Startelf-Einsatz endgültig, als nach einem genialen Steilpass von Müsel den Gäste-Schnapper umkurvte und zum zweiten Treffer einschob. Der Spielverlauf war damit ein wenig auf den Kopf gestellt, aber unmittelbar nach diesem Tor hatte der TSV die Chance zum Anschluss, den Brumme vereitelte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte klingelte es dann aber doch hinter Golz. Ein Freistoß von der Strafraumgrenze fand ins Ziel, nachdem sich die Taktik, die Mauer in der Mitte zu teilen, um dem Golz freie Sicht auf den Schützen zu lassen, als kontraproduktiv herausstellte. Einigermaßen logisch, denn so hat der Schütze ja freie Auswahl.Die Gäste versuchten nach dem Seitenwechsel direkt wieder Akzente zu setzen, dieses gelang aber einem Spieler in Rot und Weiss und dieser hieß erneut Marek Janssen als Torschütze nach einem Konter über die rechte Seite. Damit schien erstmal Ruhe im Karton zu sein, aber keine fünf Minuten später wurde Hofmann nach einem rüden Foul mit glatter roter Karte des Feldes verwiesen. Zwar traf er seinen Gegenspieler mit einer Grätsche hart, aber weder mit gestrecktem Bein noch mit offener Sohle. Die Entscheidung des Referees war meines Erachtens zu hart, zumal er sich nicht sicher schien, wie sein Blickkontakt mit dem knapp 40 Meter entfernt stehenden Assistenten verriet.
Die Befürchtung, dass die Roten nun hinten reingedrängt wurden, bestätigte sich aber nicht. Stattdessen spielten sie weiter mit, von der Havelser Dominanz der ersten halben Stunde war eh nicht mehr viel übrig. Müsel machte dann Mitte der zweiten Hälfte nach technisch starker Vorarbeit von Mizuta alles klar. Ein paar Minuten vor Schluss wurde der aufs Abstellgleis geratene Arslan eingewechselt und mit Standing Ovations empfangen. Das tat dem sensiblen Spielmacher sichtlich gut und wenn es nach mir geht, sollte der Mann behalten werden und seine Chance bekommen – der feine Techniker könnte noch wichtig werden. In der Nachspielzeit musste Golz noch einmal in höchster Not im Eins gegen Eins klären und auch die Latte stellte sich einem weiterem Gäste-Treffer in den Weg. Die gelb-rote Karte für einen Havelser Verteidiger Sekunden vor Schluss war nur noch eine Randnotiz. Mit diesem Sieg und dem von Publikum und Spieler ersehnten Einsatz von Dreifach-Torschütze Janssen haben sich die Wogen nun erst einmal geglättet. Die Haltbarkeit dieses Zustands bleibt abzuwarten und mit der SV Wehen aus der hessischen Landeshauptstadt reist am kommenden Wochenende eine weitere harte Nuss in den Essener Norden.

Berg en Dal-Groesbeek – Di., 20.01.2026, 18:45

SV De Treffers vs NEC 1:2

Sportpark Zuid, 4.000 Zuschauer, KNVB-Beker Achtelfinale
Im Fußball wiederholt sich Geschichte von Zeit zu Zeit – vor zwölf Jahren habe ich dieselbe Spielpaarung im niederländischen Pokalwettbewerb schon einmal gesehen. Eigentlich hätte das heutige Spiel bereits vor Wochenfrist stattfinden soll, aber nach dem Wintereinbruch war der Naturrasen des Hauptplatzes im ‚Sportpark Zuid‘ nicht bespielbar. Grundsätzlich handelte es sich um ein echtes Derby, der ‚Sportpark Zuid‘ liegt gerade mal sechs Kilometer von der Stadtgrenze Nijmegens entfernt. Die Szene der Gastgeber hatte eine kleine Choreo im Gepäck. Vor ihrer ‚Tribüne‘ im beinahe überfüllten, kleinen Stadion wurde ein großes Banner aufgezogen, auf dem klargestellt wurde, dass sich ihnen auf dem Weg zum Pokalsieg gefälligst niemand in den Weg zu stellen hat.  Die Hoffnungen der Gastgeber, dem letzten verbliebenen Teilnehmer des Wettbewerbes, der nicht der ersten oder zweiten Liga angehört. Die Hoffnung auf eine Überraschung wurde vor ausverkauftem Haus früh gedämpft, denn nach nicht einmal vier Minuten nutzte der NEC die erste große Chance direkt zur Führung. Die Gäste kontrollierten danach die Partie, verwerteten aber ihre Chancen nicht. Der Drittligist wurde durch schnelle Konter immer wieder gefährlich und traf nach einem solchen kurz nach dem Seitenwechsel zum Ausgleich. Wer weiß wie der Kick geendet hätte, wenn dem Keeper von De Treffers nicht zehn Minuten später ein Schuss vom Sechzehner über die Handschuhe ins Tor gerutscht wäre. Zwar hatten die Gastgeber noch zwei, drei gute Gelegenheiten, aber insgesamt spielte sich der Favorit letztlich unspektakulär ins Viertelfinale.

München – Sa., 17.01.2026, 14:00

TSV München von 1860 vs Rot-Weiss Essen 1:1

Stadion an der Grünwalder Straße, 15.000 Zuschauer, 3.Liga
Zu fünft entschieden wir uns, mit der Bahn nach München zu reisen. Eigentlich mag ich das Auswärtsspiel in München gar nicht mehr so und hätte wohl verzichtet, wenn wir nicht die Gruppenfahrt hinbekommen hätten. Das Stadion, so kultig wie es ist, und die flache ungedeckte Gästekurve sind einfach nicht attraktiv. Die Stimmung ist auch immer Schrott, eben wegen den baulichen Gegebenheiten, aber auch weil dieser Kick beim RWE-Anhang völlig überschätzt ist und sich viele ‚ungeübte‘ Auswärtsfahrer im Away-Sektor einfinden. Dass es dazu noch in der kalten Jahreszeit nach ‚Minga‘ ging, hätte eigentlich eine Absage an die Tour zur Folge haben müssen. Die Abreise wurde dann auch noch komplizierter als gewünscht. Da aktuell die Bahnstrecke zwischen Essen und Duisburg aufgrund eines Brücken-Neubaus gesperrt ist, sollte die Fahrt in der unaussprechlichen Stadt nördlich von Essen beginnen. Zum Glück fiel Teilnehmern der Reisegruppe auf, dass dieser Halt vom täglich verkehrenden ICE 525 in den vergangenen Tagen nicht angefahren wurde. Eigentlich völlig nachvollziehbar, was will man auch in Arbeitslosenkirchen, da hatte ich ausnahmsweise mal volles Verständnis für die Bahn. Wir entschieden wir uns dann, erst in Düsseldorf zuzusteigen. Die Hinfahrt verlief bis auf einen im Weg stehenden, liegengebliebenen Güterzug reibungslos, so dass wir mit erträglichen 20 Minuten Verspätung eintrafen. Nach einer Mittagsmahlzeit in einem bahnhofsnahen Brauhaus fuhren wir mit der U-Bahn rauf auf Giesings Höhen. Die Löwen gingen stark ersatzgeschwächt in die Partie und hatten elf Ausfälle zu beklagen. Der glorreiche RWE musste dagegen ‚nur‘ die Sechser-Achse Gjasula/Moustier ersetzen. Die 15.000 im ausverkauften Sechz’ger Stadion, darunter 1.500 Rot-Weisse, bekamen dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wenig Erwärmendes zu sehen.
Eine gern genutzte Formulierung ist ja, dass sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe neutralisieren. Man kann es aber auch so sehen, dass es nur deshalb eine ausgeglichene Partie war, weil beide Teams wenig auf die Reihe bekamen. Der Boden war sicherlich nicht im besten Zustand, aber diese Mischung aus Sicherheitszuspielen und Fehlpässen hatte damit nur wenig zu tun. Dass die Gastgeber mit der nicht eingespielten Formation so ihre Mühe hatten, kann ich ja nachvollziehen. Warum der RWE in bester Ausgangslage aber derart verhalten und uninspiriert auftrat, bleibt rätselhaft. Das Gebolze war im ersten Durchgang schwer verdaulich und mit lediglich einer Torraumszene hüben wie drüben auch einigermaßen langweilig. Es ist sicher auch immer einfach, von außen kluge Sprüche zu klopfen, aber auf der anderen Seite ist man ja auch nicht vollkommen ahnungslos und hat Augen im Kopf. Nach meiner bescheidenen Meinung war es offensichtlich, dass man zur Halbzeit schon Veränderungen hätte vornehmen können, das geschah aber nicht. Der Kick war in Hälfte zwei ein Spiegelbild der ersten Halbzeit, aber Trainer Koschinat hielt dennoch weiter an der Startelf fest. Es wurde erst nach gut einer Stunde Spielzeit auch lediglich eine Auswechslung vorgenommen, Obuz kam für Neuzugang Schmidt. Das änderte aber rein gar nichts am weiteren Verlauf und erst nach der 80.Minute wurde erneut gewechselt. Marek Janssen kam ins Spiel und war nur eine Minute später direkt an einer wichtigen Szene beteiligt. Nach einem geblockten Mizuta-Schuss lederte Obuz die Kirsche aus zwölf Metern nochmal auf das Münchner Tor, Janssen hielt den Flunken rein und es stand 1:0 für den Deutschen Meister von 1955. Zwei eingewechselte Spieler besorgten die Führung.
Warum sich das Team danach darauf beschränkte nur noch die eigene Hälfte zu verteidigen und jegliche Offensivbemühungen zu vernachlässigen, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass so etwas oft bestraft wird und so kam es auch. Bouebari verpennte eine Situation aus der dann eine Ecke resultierte und diese führte in der Schlussminute zum Ausgleich. Über das gesamte Spiel gesehen zwar völlig in Ordnung, aber ärgerlich und unnötig. Kurz danach war Schluss und für die Löwen fühlte es sich wohl an wie ein gewonnener Punkt, für die Roten wie eine Niederlage, so war es auch in den Gesichtern abzulesen. Über die Personalpolitik des Trainers entbrannte daraufhin eine Diskussion, der ich mich nicht ganz entziehen kann. Das aber ohne hier ins Detail zu gehen, das würde den Rahmen sprengen. Ich persönlich befinde mich eh in einer Luxussituation, denn egal wie die Saison zu Ende geht – mal mutig vorausgesetzt, dass sich der RWE von der Abstiegsregion fernhalten kann – wird es für mich wohl okay sein. Einen Aufstieg würde ich mitnehmen, allerdings eher für das Erlebnis, als für die Sehnsucht nach Zweitliga-Fußball. Zu genervt bin ich vom VAR, das möchte ich mir auf meinen eigenen Verein bezogen eigentlich ersparen, solange die Dritte Liga noch VAR-frei ist, habe ich wenig Verlangen nach einer höheren Liga. Attraktive wie unattraktive Gegner gibt es in beiden Klassen, mein Wunsch, mich mit meinem Verein durch ganz Deutschland bewegen zu können, wird ja schon bedient. Es ist eh noch zu früh, um eine echte Tendenz ablesen zu können. Die Aufgabe am kommenden Wochenende gegen den vermeintlichen Zwerg aus Havelse, der an den vergangenen Spieltagen aber respektable Ergebnisse erzielte, wird erst einmal schwer genug.