Sonntag, 02.06.2019, 15:00

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SV Concordia Emsbüren vs SV Union Lohne 0:3

Sportpark Hanwische, 700 Zuschauer, Bezirksliga Weser-Ems Gruppe 3
Als ich am Mittwoch die Anlage in Lohne verließ, rief der Sprecher durch das Mikro „Alle die hier sind, will ich am Sonntag in Emsbüren sehen!“ Na gut, dem Befehl gehorchte ich gern, denn der Hauptplatz in Emsbüren ist mit einer schicken Tribüne recht sehenswert. Dieser wird aber nicht immer genutzt und da aufgrund der Bedeutung dieses Spiels für die Gäste eine entsprechende Zuschauerzahl zu erwarten war, schien die Nutzung des Hauptplatzes sicher. Wurde dann auf Nachfrage beim Verein auch bestätigt und gut 700 Leute fanden sich an, davon sicherlich mehr als zwei Drittel auf Seiten der Gäste. Die Concordia hatte den Abstiegskampf erfolgreich bestritten, war vor dem Spiel bereits gerettet und konnte ohne Druck aufspielen. Tat sie dann auch, weshalb Union trotz technischer Überlegenheit Mühe hatte, sich offensiv in Szene zu setzen. Die wenigen sich bietenden Chancen wurden kläglich vergeben. So dauerte es über eine Stunde Spielzeit bis der erlösende Treffer fiel, der sich als Dosenöffner erwies. Danach zeigten sich die Gäste deutlich befreit und machten die Geschichte mit zwei weiteren Treffern sattelfest. Die Feierlichkeiten nach dem Abpfiff wurden mit zwei Fackeln und zwei kleinen Rauchtöpfchen garniert.

Donnerstag, 30.05.2019, 15:00

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SV Mesum vs BSV Schüren 1:2

Adolf-Brühl-Stadion, 350 Zuschauer, Abstiegs-Relegation Westfalenliga

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Das ‚Adolf-Brühl-Stadion‘ im Hammer Ortsteil Bockum-Hövel wird nicht mehr allzu häufig bespielt, da die Anlage auch einen Kunstrasenplatz umfasst, der überwiegend für den Spielbetrieb herhalten muss. Als der Spielort für dieses Entscheidungsspiel bekannt war, wurde die Chance daher beim Schopfe gepackt. In einem Zug mit dem Bau des Kunstrasen-Nebenplatzes wurde das Stadion vor einiger Zeit teilweise zurückgebaut und saniert. Die Asche-Laufbahn verschwand und das Stankett und der Zuschauerumlauf wurden unmittelbar ans Spielfeld gerückt. Die schöne, mittig überdachte Tribüne, die sich mit hohen sechs Stufen über die gesamte Länge des Spielfeldes zieht, wurde nicht angetastet. Heimverein ist die SG Bockum-Hövel, die vor ein paar Jahren aus Arminia und Westfalia Bockum-Hövel sowie den Sportfreunden Bockum entstand. Diese Fusion wird an der Rückwand der Tribüne des Stadions mit einem schönen Graffiti gewürdigt. Ein Absteiger aus der Westfalenliga wurde heute gesucht, also war es ein wichtiges und entscheidendes Spiel, zu dem ich einige Zuschauer mehr erwartet hätte. Der SV Mesum aus dem nördlichen Münsterland traf den Dortmunder Club aus dem Stadtteil Schüren. Die Münsterländer hatten über weite Teile des Spiels leichte Vorteile und gute Möglichkeiten, aber es dauerte bis in die Schlussviertelstunde ehe sie die Führung erzielten. Das weckte offenbar die Abstiegsängste des BSV, der sich plötzlich mit aller Macht gegen das Schicksal stemmte. Kurz vor dem Ende gelang tatsächlich noch der Ausgleich und damit nicht genug – in der Nachspielzeit fiel noch der erlösende Treffer, der die Partie ein wenig auf den Kopf stellte.

Mittwoch, 29.05.2019, 19:30

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SV Union Lohne vs SpVgg Brandlecht-Hestrup 3:0

Sportplatz an der Kirche, 400 Zuschauer, Bezirksliga Weser-Ems Gruppe 3
Der SV Union aus dem Wietmarschener Ortsteil Lohne ist auf dem besten Weg in die Landesliga zurückzukehren, aus dem er zuletzt vor einigen Jahren abgestiegen ist. Mit dem heutigen Nachholspiel ergab sich die Chance, den Tabellenführer, die Reserve des emsländischen Branchenführers SV Meppen, zu überholen und sich vor dem letzten Spieltag auf die Pole Position zu setzen. Die Gäste benötigten ebenfalls Zählbares, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Aber von Anfang an ging es vor ordentlicher Kulisse auf der kleinen, aber netten Anlage in eine Richtung. Lohne ließ keinen Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde und gewann die Partie deutlich. Freude auf der einen, Trauer auf der anderen Seite – so nah liegen die extremen Gefühlswelten in der Endphase einer Saison beieinander.

Sonntag, 26.05.2019, 15:00

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Altonaer FC 1893 vs Heider SV 1:1

Adolf-Jäger-Kampfbahn, 3.485 Zuschauer, Relegation zur Regionalliga Nord

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Vor deutlich über zehn Jahren war ich schon mal zu Gast in der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Das heutige Heimspiel gegen den Heider SV in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, bot einen würdigen Anlass für den – Achtung, Groundhoppingmistvogel-Neudeutsch – Re-Visit. Seit 1908 kickt der AFC an dieser Stelle und das Ende ist absehbar. Oder auch nicht. Bereits vor zehn Jahren verkaufte der Club das vereinseigene Gelände an eine Wohnungsbau-Gesellschaft, welche angekündigt hat, 2026 mit dem Bau von Wohnhäusern beginnen zu wollen. Da aber die Fertigstellung der neuen Spielstätte am Diebsteich noch nicht final geklärt ist, existiert eine Verlängerungsklausel. Die kleine Kampfbahn war zum heutigen Spiel mit fast 3500 Zuschauern äußerst gut besucht. Die Relegation wird zusammen mit dem Bremer SV in einer Einfachrunde gespielt, so dass also jeder der drei teilnehmenden Clubs ein Mal in der Fremde und ein Mal daheim antreten darf. Den ersten Auftritt in Bremen konnte der AFC für sich entscheiden und eine Punkteteilung hätte heute schon zum Aufstieg gereicht. Aus dem Holsteinischen waren gut 4-500 Fans mitgekommen. Die Altonaer Szene ist ja schön verzeckt, allerdings gehen natürlich auch völlig ’normale‘ Leute zum AFC, so dass das Publikum aus fiesesten Punks bis zum Spießbürger von nebenan durchmischt ist. Insgesamt ist die Atmosphäre aber entspannt, politische Ambitionen lassen sich allenfalls optisch ausmachen und genauso hatte ich es auch in Erinnerung. Auf der Geraden versuchte man sich an ein wenig Tifo in Form einer kleinen Fähnchen-Choreo, was aber schön in die Hose ging. Stimmung gab es eh nur begrenzt, ab und an ein paar Gesänge von einer gut 50köpfigen Gruppe auf AFC-Seite und sporadisch meldeten sich auch die Gäste, die ja sowieso nicht über eine organisierte Szene verfügen. Am besten kam eigentlich noch der A-F-C-Wechselruf über drei Seiten. Erinnerte ja ein wenig an die heimische Hafenstraße. Der kleine HSV erweis sich als starker Gegner und erarbeitete sich klare Vorteile, die sich auch in Chancen niederschlugen. Der AFC-Schlussmann zeigte sich aber brilliant aufgelegt und vereitelte drei oder vier absolut fette Chancen, war dann aber kurz vor der Pause doch geschlagen. Der AFC-Trainer muss aber in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden haben, denn die Gastgeber zeigten sich nach Wiederanpfiff stark verbessert und es dauerte nicht lang bis zum Ausgleich. Danach passierte eigentlich nicht mehr viel. Altona reichte das Remis auf jeden Fall und dem HSV war klar, dass dieses auch ein gute Ausgangslage für das kommende Heimspiel gegen den Bremer SV darstellte. So blieb es bei dem Ergebnis und nach dem Ende ertrank das kleine Stadion in schwarz-rot-weißem Jubel. Das heißt… nicht sofort. Denn das Regelwerk verlangte ein Proforma-Elfer-Kicken für den Fall, dass zwei oder alle Teams nach Abschluss der Runde punkt- und torgleich standen. Das war nach dem heutigen Spiel schon gar nicht mehr möglich, aber der Verband wollte es halt so. Der Aufstiegsjubel kam daher etwas verzögert und sicherlich etwas weniger emotional, aber das änderte nichts am Erfolg des Hamburger Stadtteil-Clubs.

Samstag, 25.05.2019, 16:15

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VfB Lübeck vs SC Weiche Flensburg 08 1:0

Stadion an der Lohmühle, 3.771 Zuschauer, SHFV-Pokal Finale

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Fast 100 Jahre gibt es nun das ‚Stadion an der Lohmühle‘ in Lübeck. Bis auf die in den 90ern errichtete stattliche Haupttribüne mit den aufgesetzten Business-Logen, ist der Zustand beinahe noch unverändert aus der Bauzeit in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts. Obwohl der glorreiche RWE in den letzten Jahrzehnten mehrfach hier angetreten ist, hatte ich den Besuch in diesem kleinen Schmuckstück bis dato schändlicher weise versäumt. So bot das Landespokal-Finale Schleswig-Holsteins einen guten Anlass, dieses langsam mal nachzuholen. Vor Ort musste ich dann feststellen, dass die ‚Pappelkurve‘, traditioneller Standort der VfB-Fans, einer Neubau-Maßnahme unterzogen wird. Das Juwel des Stadions ist allerdings die Holztribüne aus den 20er Jahren, im Volksmund ‚Alte Holze‘ genannt. Schief und krumm ist das Dach des kleinen Tribünenbaus, dass man meinen könnte, dass es beim nächsten Windstoß zusammenbricht. Abzüge in der B-Note gibt es dafür, dass das arme Tribünchen mit überdimensionalen Werbetafeln zugepflastert ist. Das raubt einiges an Flair. Gut 200 Leute waren von der Förde angereist und zeigten eine kleine Zettel-Choreo, die allerdings nicht gerade prall aussah. Das Ultrakollektiv Lübeck, im äußersten Block der Haupttribüne platziert, hatte vorab angekündigt auf optische Aktionen verzichten zu wollen, als Teil eines Protests gegen Kollektivstrafen in Form von Block- oder Auswärtssperren. Daher blieb es beim Einsatz von ein paar Schwenkern. Der Support kam aber nicht schlecht rüber – der Block hatte Bock. Der VfB begann stark, aber die Gäste stellten sich schnell darauf ein und gestalteten die Partie offen. Kurz vor dem Seitenwechsel zeigten die Gastgeber aber noch ein paar gute Offensiv-Aktionen, so dass der Führungstreffer eigentlich hätte fallen müssen. Tat er aber nicht. Nach dem Seitenwechsel war der Kick dann aber wieder ausgeglichen und als sich bei Teams gegen Ende der regulären Spielzeit nicht mehr viel trauten und es stark nach Verlängerung roch, gab es kurz vor Abpfiff einen Foulelfmeter der Marke oberdämlich für den VfB, der zur Führung verwandelt wurde. Der Sieg war damit unter Dach und Fach – meinten alle. Aber im Gegenzug gab es dann Strafstoß nach Handspiel für die Eisenbahner. Den fischte der VfB-Schlussmann aber aus dem Eck, die Nachspielzeit verstrich und der Landespokal und damit der Einzug in die Hauptrunde des DFB-Pokal gehörten den Marzipan-Kartoffeln, was mit einem zünftigen Platzsturm gefeiert wurde.

Samstag, 25.05.2019, 10:30

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Bremer SV vs FC Oberneuland 0:1

Bezirkssportanlage Obervieland, 1.887 Zuschauer, Bremer Pokal Finale

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Landespokal-Finale um halb elf am Morgen. Die Landesverbände kommen in Zusammenarbeit mit den Komikern vom DFB schon auf spannende Ideen. Fast alle Finals auf dem sogenannten ‚Finaltag der Amateure‘ zu bündeln und drei feste Anstoßzeiten zu benennen, sollte bewirken, dass diesen Spielen mehr Aufmerksamkeit zukommt. Ob das der Fall ist, wenn zu nachtschlafender Zeit angestoßen wird, wage ich zu bezweifeln. Trotzdem waren immerhin beinahe 2000 Zuschauer in den Bremer Süden gereist. Für den kleinsten Landesverband der Republik, in dem im Vergleich mit den anderen Verbänden vermutlich auch das sportliche schwächste Niveau herrscht, gar nicht so übel. Mit dem BSV und dem FCO trafen die beiden alles beherrschenden Teams der Bremen-Liga aufeinander. In der Meisterschaft gingen beide Mannschaften mit 28 Siegen aus 30 Spielen über die Ziellinie, Oberneuland gar mit 139 erzielten Treffern. Das Liga-Rennen machte trotzdem der BSV mit einem Punkt mehr. Der FCO dürfte damit in der Verlosung der stärksten Tabellenzweiten weltweit sein. Im Pokalfinale gelang dann aber die Revanche und der DFB-Pokal-Einzug konnte nach 94 intensiven Minuten gefeiert werden. Während die Roten vom FCO von der Vereinsjugend unterstützt wurden, folgt den Blauen vom BSV eine Fanszene von knapp zwei Dutzend Leuten, die mit Ihren Schlachtrufen aber nicht gerade einen Nobelpreis gewinnen werden.

Freitag, 24.05.2019, 19:30

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SV Hansa Friesoythe vs TuS Blau-Weiß Lohne 0:3

Hansa-Stadion, 400 Zuschauer, Landesliga Weser-Ems

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Gen Norden sollte es an diesem Wochenende gehen und da ich keine Lust hatte am Folge-Tag zu unchristlicher Zeit aus dem Bett fallen zu müssen, nahm ich die Gelegenheit wahr, schon am Freitag los zu eibeln und diesen Landesliga-Kick mitzunehmen, in dem es für beide Teilnehmer noch um etwas ging. Die Gastgeber brauchten dringend jeden Punkt, wenn sie nicht in der kommenden Saison eine Etage tiefer antreten wollen. Während sich Hansa also mit aller Macht dagegen wehrte die Liga verlassen zu müssen, waren die Gäste aus dem oldenburgischen Lohne genau daran stark interessiert. Allerdings nach oben. Zwar ist man nur auf dem zweiten Platz im Ranking, aber eben dieser berechtigt zum Aufstieg, der der designierte Ligen-Primus aus Bevern nicht für die Oberliga gemeldet hat. Eine ganz nette Anlage mit einem kleinen Tribünchen haben sie da am südlichen Ortsrand der Eisenstadt. In der ersten Hälfte war es ein offener Schlagabtausch, in dem die Gastgeber zunächst die besseren Möglichkeiten hatten. Aber die Lohner erarbeiteten sich Vorteile und gingen nach einem Sonntags-Schuss, bei dem der Hansa-Keeper keine glückliche Figur machte, vor der Halbzeit in Führung. Die Gastgeber kamen engagiert aus der Pause und es eröffneten sich gute Möglichkeiten, die aber fahrlässig versemmelt wurden. Der Aufstiegsaspirant zeigte sich dabei kaltschnäuziger und machte in der Schlussphase den Deckel drauf.

 

Sonntag, 19.05.2019, 15:30

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VfL Bochum vs 1.FC Union Berlin 2:2

Ruhrstadion, 24.500 Zuschauer, 2.Bundesliga

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Nach dem ersten VfL-Heimspiel der Saison 2018/19 war ich nun auch beim letzten Heimspiel der Spielzeit dabei. Ein guter Bekannter mit VfL-Dauerkarte war mir beim Erwerb der Zutrittsberechtigung behilflich, denn um zu verhindern, dass sich viele Berliner mit Tickets für den Heimbereich versorgten, beschränkte der VfL den Verkauf der Karten. In Bochum schaue ich recht gern Fußball, den VfL sehe ich mit einem gewissen Maß an Sympathie. Ein Verein, der sich immer mit den Ellenbogen dagegen wehren muss, nicht von den Kommerz-Größen aus Dortmund und der verbotenen Stadt erdrückt zu werden. Unrealistische Ziele werden nicht ausgerufen, man ist sich seiner Rolle bewusst und hält sich mit vergleichsweise kleinen Mitteln und ohne große Skandale als dritte Kraft im Ruhrpott. Dazu bietet das Ruhrstadion ein ehrliches Ambiente ohne großen Schnickschnack. So muss Fußball im Pott sein. Im Fernduell mit der grauen Maus aus Paderborn kämpften die Eisernen aus Köpenick um den Direktaufstieg in die Beletage der deutschen Fußball-Pyramide. Gut 6-7000 Unioner waren angereist und tauchten die Westtribüne des Ruhrstadions in die Farbe Rot. Aber weder die VfL-Szene noch die Mannschaft waren bereit, sich hier kampflos zu ergeben und so entwickelte sich für den nicht ganz neutralen Beobachter eine interessante Partie auf und abseits des Rasens. Heute hielt ich allerdings eher zu den Gästen. Union ist in meinen Augen ein sympathischer und authentischer Verein, dem ich den Aufstieg durchaus gönnen würde. So war die Sympathie also eher pro Union als contra VfL gekippt. Außerdem konnte man dem Konkurrenten im Fernduell, dem SC Paderborn, ja den Erfolg nun wirklich nicht gönnen, schon allein weil der Verein vor zwei Jahren eigentlich mausetot war und nur durch den finanziellen Rückzug der Sechz’ger den Absturz in die Regionalliga vermeiden konnte. Auf der anderen Seite stecke ich in einem Zwiespalt, da ich ja der Meinung bin, das Kommerz-Theater Bundesliga soll mal ruhig die Vereine bekommen, die es verdient hat. Wenn ich mich dann aber in die Perspektive der Zweit-Liebe SV Werder begebe, dann soll ein namenloser Gegner wie Paderborn doch bitte bleiben, wo der Pfeffer wächst. Halbzeit eins offenbarte bemühte Unioner aber ebenso engagierte Bochumer. So ein bisschen schien es, als ob der FCU vor der Aufgabe verkrampfte. Der VfL konnte dagegen frei aufspielen und erzielte nach einem cleveren Konter die Führung. Union-Spieler und -Anhang kamen motiviert aus der Pause. Erstere gaben auf dem Rasen Gas, Letztere auf den Rängen, denn diese zündelten ordentlich mit Rauch- und Bengalfackeln. Und genau in diesem Nebel schluckten die Berliner nach einem Elfer Marke oberdämlich den zweiten Treffer. Nun sollte es schwer werden, denn ein Sieg war zwingend erforderlich. Die Gäste verschärften danach den Druck und spielten mit höherem Risik – klar warum nicht, schließlich konnte man vom dritten Platz nicht mehr verdrängt werden. Die meisten Schussversuche verfehlten aber entweder das Tor oder blieben in der vielbeinigen Bochumer Abwehr hängen. Und das, was durch kam, wurde Beute des guten VfL-Schnappmanns. So zeichnete sich dann ab, dass es mit dem direkten Aufstieg für Union nichts werden sollte. Das wurde dann wohl auch dem Referee zu langweilig und so schickte er einen Bochumer mit einer zweifelhaften gelben Karte unter die Dusche, gleichzeitig Startsignal für die Schlussoffensive der Unioner. Zäh blieb es, der VfL wehrte sich nach Kräften, und es brauchte für den Anschlusstreffer schon einen Sonntagsschuss in den Giebel. Aber es war ja auch Sonntag. Und drei Minuten später fiel dann sogar der Ausgleich. Es wurde dann noch mal richtig hektisch und Union bekam tatsächlich noch die Riesenchance zum Siegtreffer, aber der VfL-Schnapper war wieder zur Stelle. So sackten die Berliner dann enttäuscht auf den Rasen. Half aber nix, der VfL war ein starker Gegner, das Remis ging schon in Ordnung. Union hat nun gegen den VfB Stuttgart noch die Chance, das große Ziel im Nachsitzen zu erreichen.