Sonntag, 14.04.2019, 14:00

deutschland

SSV Buer 07/28 vs VfL Kemminghausen 3:1

Stadion Löchterheide, 112 Zuschauer, Landesliga Westfalen Staffel 3

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Heute nur Nahverkehr, da ich etwas kränklich war und keinen Nerv auf lange Anreisen hatte. Die Wahl fiel auf die ‚Löchterheide‘ in der verbotenen Stadt. Da aber die Rasen-Ansetzung nicht immer zu stimmen scheint, wurde etwas Zeitpuffer eingebaut, um notfalls noch ausweichen zu können. Beim Eintreffen machten sich die Mannen aber auf dem Rasen warm – passte also. Das ‚Stadion Löchterheide‘ ist ein großes Oval, das von einigen Stufen beinahe vollständig rundherum geschlossen wird. Auf einer Seite wurde einige Sitzschalen montiert, die offensichtlich woanders ausrangiert wurden. Vermutlich stammen diese aus dem Parkstadion und gammeln hier nun vor sich hin. Der gastgebende SSV spielte gegen den Heimat-Club von Streitfigur Großkreutz eine überlegene erste Hälfte und legte zwei Kirschen vor. Das Aufbäumen der Gäste nach der Halbzeit wurde mit dem dritten Treffer erstickt. Lediglich für den späten Anschluss reichte es noch.

Samstag,13.04.2019, 15:00

deutschland

Rot-Weiss Essen vs BV Borussia Dortmund U23 0:0

Stadion Essen, 5.200 Zuschauer, Regionalliga West

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Ein Spiel, das ich gar nicht besucht hätte, wenn mein bester Kumpel es nicht für angebracht gehalten hätte, seine dreieinhalb Jahre alte Tochter, mein Patenkind, mal in das Grauen der Hafenstraße einzuführen. Mehr als 4tsd Besucher werden sich nicht auf den Rängen verloren haben, auch wenn sich die Zuschauerzahl aufgrund der verkauften Dauerkarten anders liest. Im Gästeblock fanden sich auch nur 50 Leute ein, da die Profis des BVB ja am Abend auch noch spielten. Auch den Aktiven war deutlich anzumerken, dass die Saison in der Endphase ist und es um nichts Wildes mehr geht. Das Gesamtgefühl war ‚lauer Sommer-Testkick‘. Der glorreiche RWE wusste aus seinen leichten Vorteilen und den wenigen Chancen nichts Zählbares zu schlagen und daher endete die Partie mit dem Ergebnis, das sie verdient hatte. So muss das sein, bei einem ersten Spielbesuch an der Hafenstraße, dann weiß man auch direkt wie der Hase läuft.

Donnerstag, 11.04.2019, 18:00

deutschland

SuS Grün-Weiß Barkenberg vs SC Reken 0:5

Sportanlage Midlicher Kamp, 20 Zuschauer, Kreispokal Recklinghausen Halbfinale

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Marcel und Daniel konnte ich für den Besuch dieses Kreispokal-Spiels begeistern. Der gastgebende Verein war mir bis dahin völlig unbekannt. Vor Ort waren wir dann doch reichlich überrascht, dass sich gut 200 Zuschauer zum Spiel des B- gegen den Bezirksligisten eingefunden hatten. Sonderlich beliebt schienen die Gäste dort auch nicht zu sein, wie man aus den Äußerungen der Zuschauer schnell entnehmen konnte. Die Anlage mit einem kleinen Tribünchen liegt ganz idyllisch am Ortsrand. Lange hielten die Grün-Weißen im heftig umkämpften Spiel ganz ordentlich mit. Erst als nach zwei Platzverweisen und nachdem für einen verletzten Spieler nicht mehr gewechselt werden konnte, nur noch acht Barkenberger auf dem Feld standen, wurde das Ergebnis höher geschraubt, als es verdient war.

Sonntag, 07.04.2019, 16:00

libanon

Racing Club vs Bekaa SC 3:1

Stade Fouad Chehab, 200 Zuschauer, Premier League

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In Jounieh, etwa 20 Kilometer nördlich von Beirut befindet sich das ‚Stade Fouad Chehab‘. Ein Uber-Taxi brachte uns für schmales Geld dorthin. Racing Beirut – der Club der Christen – trägt dort seine Heimspiele aus. Außer einer im mittleren Bereich überdachten, recht großen Tribüne verfügt das Teil aber über keinen Ausbau. In Symbiose aus zeitlichem und finanziellem Aufwand und unter Betrachtung der Sinnfrage, war dieser Kick die beste Lösung für den heutigen Tag. Vielleicht 200 Zuschauer kamen, um die Veranstaltung zu beobachten, die dank einfach zu bespielendem Kunstgras-Geläuf vor allem in Hälfte eins, in der auch alle vier Tore fielen, gar nicht so schlecht war. Tobias machte sich in der Halbzeit auf, um ein paar Gerstensäfte rein zu schmuggeln, was auch gelang. Top Job! Eine Support-Fraktion gab es auch. Eine aus Trompeten und Trommeln bestehende Kapelle machte eine Art Karnevalsstimmung und ein ergrauter älterer Mann vergewaltigte ein Megafon. Trainer der Gastgeber ist übrigens Roda Antar, ein alter Bekannter aus der Bundesliga, der beim HSV, in Freiburg und Köln kickte.

Samstag, 06.04.2019, 16:00

libanon

Al-Ansar vs Nejmeh Club 0:1

Cité Sportive Camille Chamoun, 10.000 Zuschauer, Premier League

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Das Spiel zwischen Al Nejmeh und Al Ansar ist das brisanteste Duell des Libanon. Mit dem Entschluss dieses anzupeilen, wurde nach Begleitern gesucht, die in Tobias und Sebastian dann auch gefunden wurden. Nach der Flugbuchung war dann die Hauptaufgabe zu hoffen, dass die Ansetzung stabil bleibt, denn Spieltermine sind ja in der arabischen Welt meist nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Überraschenderweise war dem aber so. Wir wählten den Fußweg, um zum Stadion zu kommen, an dem wir dann etwas mehr als eine Stunde vorm Spiel ankamen. So recht war mir nicht klar, was zu erwarten war. Den Titelkampf hatte Al Nejmeh durch eine Schwächephase längst an die graue Hauptstadt-Maus Al Ahed verloren, so dass das heutige Prestige-Duell gegen den Erzrivalen, das letzte Liga-Highlight war. Allerdings ergab sich mittlerweile, dass dieselbe Paarung nur wenige Wochen später im Pokal-Halbfinale ein weiteres Mal stattfinden sollte, wo es dann sicher noch heißer zugehen würde. Viel war auch noch nicht los – am präsentesten war eigentlich das Militär, das mit mehreren Panzerfahrzeugen angerückt war. Obwohl Al Ansar Gastgeber war, wurde das Spiel aus Sicherheitsgründen in das knapp 50tsd Zuschauer fassenden Nationalstadion ‚Cité Sportive Camille Chamoun‘ verlegt. Dieses ist eigentlich die Spielstätte von Al Nejmeh, was übersetzt ‚Stern‘ bedeutet, das damit ein Heimspiel geschenkt bekam. Die Riesenbude ist natürlich völlig überdimensioniert für Liga-Spiele, auch für das Derby. Gut 10tsd Leute versammelten sich schließlich mit einem Verhältnis von etwa 60:40 für die Gastgeber, da hatte ich doch zumindest ein paar Tausend mehr erhofft. Nejmeh gegen Ansar bedeutet übrigens auch Schiiten gegen Sunniten. In beiden Kurven sonderten sich Gruppen intern ab, wie man es ja eher aus europäischen Ländern kennt. Bei den nominellen Gastgebern waren das die ‚Ansari 18‘ und bei Nejmeh die ‚Ultras Supernova‘. Diese Gruppen zogen ihr eigenes Ding durch, wobei aber zumindest die Ansari, ein recht überschaubarer Haufen von vielleicht 50 Leuten, noch in der Lage war mit der Masse zusammenzuarbeiten. Die über 150 Personen starken ‚Ultras Supernova‘ waren da deutlich autarker unterwegs. Das Intro auf Seiten von Nejmeh war dann gar nicht so übel. Viel roter Rauch zog durch die Kurve und eine kleine Choreo gab es auch. Die Nejmeh-Ultras zeigten mit einem überdimensionalen, den Stinkefinger zeigenden Sensenmann, was sie von den ‚UA18‘, den Ansari, halten. Ansari werden übrigens auch die Anhänger des Propheten Mohammed genannt und grün, die Vereinsfarbe, ist ja ebenfalls die Farbe des Propheten, das passte also zusammen. Die Grünen brachten zum Beginn große Spruchbänder in arabischer Würmchen-Schrift und ein paar dünne grüne Rauchfahnen ans Tageslicht. Spielerisch war es nicht gut und nicht schlecht, irgendwo im Regionalliga-Mittelmaß angesiedelt. Nejmeh spielte überlegen, aber die wenigen guten Torchancen wurden kläglich vergeben oder vom guten Ansar-Schlussmann vereitelt. In der Kurve der Sterne gab es dann immer wieder Stress untereinander. Ultras gegen normale Zuschauer und normale Zuschauer unter sich ließen die Fäuste und Füße fliegen. Aufmerksam beobachtet vom auf der Laufbahn postierten Militär, das aber nicht wirklich eingriff. Sind schon ein komisches Volk, die kleinen Libanesen. Im normalen Umgang freundliche Menschen, aber wenn es um Ehre geht, rasten die komplett aus. Auch zum Beginn der zweiten Hälfte wurde optisch was geboten. ‚Supernova‘ zeigte eine schöne Fackel-Show und in der Ansar-Curva wurden in der ersten Reihe gut zwei Dutzend Fackeln gezündet. Anschließend stieg orangefarbener Rauch aus dem Graben zur Laufbahn auf. Auf dem Rasen wurde es nicht besser, eher andersrum. Ein paar Flitzer brachten etwas Abwechslung und als wir uns langsam mit einem torlosen Spiel abfinden wollten, ertönte ein zweifelhafter Elfer-Pfiff zugunsten der Sterne, der in den kommenden zehn Minuten für Unterhaltung sorgen sollte. Denn so lange dauerte es, bis der Strafstoß letztlich ausgeführt wurde. Nachdem endlos lange Diskussionen der Spieler mit dem Referee beendet waren, stiefelte dann allen Ernstes der Präsident von Al Ansar auf das Feld und stellte den Schiedsrichter minutenlang zur Rede. Comedy as its best aber es bleib letztlich bei der Entscheidung, die den Treffer des Tages brachte und erneut wurden Fackeln und Rauch in den Himmel geblasen. Die Unparteiischen genossen beim Verlassen dann Vollschutz durch das Militär, das auf der Haupttribüne, wo sich eigentlich eher gemäßigte Anhänger beider Clubs noch in die Haare bekamen, noch etwas das Migränestäbchen kreisen ließ. Als sich alles beruhigt hatte, verließen auch wir das weite Rund. An der Kreuzung vor dem Ground gab es noch ein wenig Stress, aber das Militär sorgte für Ruhe und wir latschten per pedes zu unserer Unterkunft.

Mittwoch, 03.04.2019, 20:45

deutschland

FC Schalke 04 vs SV Werder Bremen 0:2

Arena ‚Auf Schalke‘, 61.597 Zuschauer, DFB-Pokal Viertelfinale

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Nachdem ich den SV Werder im Februar schon im Dortmunder ‚Westfalenstadion‘ ins Viertelfinale supportet hatte, war ja klar, dass ich dafür Sorge tragen musste, dass auch die Hürde in Arbeitslosenkirchen genommen wird. Nach was weiß ich wie vielen Jahren betrat ich also mal wieder diese fürchterliche Halle und weil der Raumausstatter dort ja auf ganzer Linie versagt hat, dekorierte ich direkt mal um und richtete mich häuslich ein. Man will sich ja wohl fühlen. Bei geschlossenem Dach – Glücksspiel unter freiem Himmel ist ja auch verboten – zog der Rauch aus tausenden Zigaretten und der Bremer Pyro-Säule nur unzureichend ab, so dass dauerhafter Nebel unter dem Dach stand. Weniger benebelt zeigten sich die Teams, die ganz ordentlich mit Möglichkeiten auf beiden Seiten loslegten, allerdings legte sich die Aufregung bald und der Kick bestand eher aus Fehlpässen auf beiden Seiten. Nach dem Wechsel kam die blaue Brut dann nach kurzer Werder-Offensive deutlich besser ins Spiel und riss das Zepter an sich. Just in der Phase, in der man Schlimmeres befürchten musste, ging der SVW nach einem clever vorgetragenen Angriff durch einen sehenswerten Schuss in Führung. Und nur wenige Minuten später war der Deckel dann auch drauf und trotz 20 Minuten Rest-Spielzeit war der Sieg sicher, da die Körpersprache der Gastgeber nun Bände sprach. Der Rest war Jubel in Grün und Weiß. Erneut war ich einer von über 10tsd Werder-Anhängern bei einem Auswärtsspiel. Ich kann nur immer wieder staunen, wie zahlreich der SVW in der Ferne, vor allem in Nordrhein-Westfalen, unterstützt wird. Das macht richtig Laune. Allerdings muss man ehrlicher Weise einräumen, dass angesichts so großen Potentials heute zu wenig gekommen ist. Richtig laut wurde es eigentlich nur in der Anfangsphase und in der Schluss-Viertelstunde im Gefühl des sicheren Sieges. Aber auch die Nordkurve schöpfte die Möglichkeiten nicht aus und blieb deutlich hinter den Erwartungen. Vielleicht war die viel bemühte Anspannung auf beiden Seiten zu groß.

Dienstag, 02.04.2019, 19:30

deutschland

Rot-Weiss Essen vs KFC Uerdingen 05 0:2

Stadion Essen, 10.127 Zuschauer, Niederrheinpokal Halbfinale

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Seit November war ich zum ersten Mal wieder an der Hafenstraße. Der RWE empfing das Russen-Spielzeug aus der Seidenstadt und es drohte der letzte interessante Kick der Saison zu sein. Doch es bestand Grund zur Hoffnung diesem vielleicht noch einen weiteren hinzufügen zu können, da der KFC seit Wochen keinen Sieg mehr feiern durfte, sich mit vereinsinternen Querelen herumzuschlagen hatte und dem entsprechend verunsichert war. Doch es kam anders. Das Intro war auf beiden Seiten ganz ordentlich. Die Westkurve hatte kleinen Glitzerfolien-Schwenker verteilt und die Gäste zeigten eine etwas sehr einfache Choreo aus Stoffbahnen. Immerhin wurden diese genutzt, um sich darunter zu vermummen und einige Fackeln zu zünden. Das Spiel-Barometer zeigte dann früh in die falsche Richtung. Individuelle Fehler des rot-weissen Schlussmanns brachten den KFC auf die Siegerstraße, das erste Gegentor fiel schon nach wenigen Minuten, der zweite Treffer dürfte in die engere Auswahl zum ‚Kacktor des Monats‘ kommen. Viel mehr kam von den Gästen nicht, viel mehr konnten sie auch offenbar nicht. Ab Mitte der zweiten Hälfte verwalteten die Gäste das Ergebnis nur noch und überließen den Roten das Feld. Aber das reichte halt aus. Es fehlte mal wieder an Qualität, an Ideen und an Glück und so entstand der Eindruck, irgendwie chancenlos zu sein ohne chancenlos zu sein. Der glorreiche RWE war offensiv einfach zu einfallslos und es fehlte das Feuer in der Mannschaft. So blieb es nicht mehr als eine respektable Leistung und dafür gibt es halt nichts. Bleibt die Erkenntnis als Aufbaugegner für eine verunsicherte Uerdinger Mannschaft gedient zu haben. Die Saison ist damit endgültig gelaufen und es geht nur noch darum, die Liga mit einer vernünftigen Platzierung abzuschließen.

Sonntag, 31.03.2019, 15:00

belgien

RRC de Boitsfort vs FC Saint-Michel 1:1

Stade des Trois Tilleuls, 110 Zuschauer, Provinciale 1 Brabant-ACFF

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Das ‚Stade des Trois Tilleurs‘ oder auf Vlaams ‚Drie Lindenstadion‘ in Watermaal-Bosvoorde im Brüsseler Speckgürtel ist ein wundervoller Ort für Liebhaber alter Stadion. Ein Stadion ohne den Kommerz-Schnickschnack der heutigen Hochglanz-Ligen. Die kurz nach dem zweiten Weltkrieg erbaute Anlage besteht aus einer überdachten Haupttribüne und wird durch hohe Stehränge umschlossen. Prinzipiell finden 40td Zuschauer Platz, allerdings dürfte dieses wunderbare Oval für diese Anzahl kaum zugelassen sein, denn vor allem die weitläufigen Stehränge lassen jede Sicherung vermissen. Wellenbrecher scheint es aber mal gegeben zu haben, denn die Fundamente dafür sind noch vorhanden. Die Natur müht sich redlich darum, die Ränge zurück zu erobern. Moosbewuchs ist allgegenwärtig und an manchen Stellen suchen sich auch Grasgewächse einen Weg ans Tageslicht. Dennoch wirken die Ränge weitestgehend gepflegt und Moos und Gras verleihen der Anlage einfach nur noch mehr Charme. In der Haupttribüne gibt es eine schöne Kantine, wie es in Belgien ja Usus ist. Nur etwas mehr als 100 Zuschauer wollten sich das sechstklassige Gekicke ansehen und verloren sich bei Sonnenschein auf den hohen Traversen. Nur auf Provinz-Ebene spielt der Heimverein Royal Racing Club de Boitsfort und das auch nicht sehr ansehnlich. Die Rasenfläche, sofern man diese noch so nennen konnte, forderte den Aktiven aber auch alles ab und ließ ein flüssiges Spiel kaum zu. Allerdings fehlten ganz offensichtlich auch die Fähigkeiten. Zu Gast war der abgeschlagene Tabellenletzte, der bereits nach einer halben Stunde nach einer Notbremse in Unterzahl weitermachen musste. Fiel allerdings nicht groß auf und es gelang sogar die Führung für den Underdog, die auch erst spät egalisiert werden konnte. Der obligatorische Frituur-Stopp rundete den gelungenen Ausflug ab.