Wenn der Verein, bei dem man selber aktiv war, in einem so geschichtsträchtigen Brett von Stadion antreten darf, ist die Anreise ja quasi Pflicht. Vor nur wenigen Tagen mehr als genau 40 Jahren nahm an dieser Stelle das ‚Wunder von der Grotenburg‘ seinen Lauf, als Verein noch unter dem Namen Bayer 05 nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage und einem 1:3-Halbzeitrückstand gegen Dynamo Dresden im Viertelfinale des europäischen Pokalsieger-Wettbewerbs in der zweiten Spielhälfte noch unglaubliche sechs Treffer erzielte und das Halbfinale buchte. Ich persönlich habe dort auch mal Mario Basler für Rot-Weiss Essen in einem DFB-Pokal-Spiel treffen sehen. Verdammt lange her. Die schillernden Zeiten unterm Bayer-Kreuz sind auch schon in den Chroniken verschwunden. In den letzten Jahren ist der Bayer-Rechtsnachfolger KFC 05 zur absoluten Skandal-Nudel verkommen. Fünf Insolvenzen in 20 Jahren und diverse fragwürde Vorstands- und Sponsoringgeschichten trüben das Erbe des eigentlich stolzen Vereins. Geld ist natürlich trotz großer Versprechen vermeintlicher Gönner auch nie vorhanden und so ist selbst die Eintrittskarte nur ein trauriger Schwarz-Weiss-Druck.
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kam ich also in den ‚Genuss‘ eines KFC-Spiels. So wird man Allesfahrer! Aus Essen-Frintrop waren ob des besonderen Gegners und Spielortes einige Leute mehr angereist, als sich sonst zu den Auswärtsspielen aufraffen. Die üblichen Verdächtigen stimmten gelegentlich etwas beseelt vom Gerstensaft auch mal einen Gesang an. Gegen den Uerdinger Mob kamen sie natürlich nicht an, denn dieser spulte sein Programm unterstützt von ein paar Freunden vom Grazer AK souverän ab, für die Oberliga ist das schon absolut überdurchschnittlich. So richtig hatte sich noch keiner sortiert und schon lagen die Hausherren in Führung. Da konnte man schon Schlimmeres befürchten, aber dazu kam es nicht. Zwar machte der KFC gegen den Underdog das Spiel und ließ diesen auch gar nicht zur Entfaltung kommen, richtig gefährlich wurden sie in der Box aber selten. Und wenn die Gastgeber zum Abschluss kamen, stand Adler-Schnapper Nils Reiners im Weg, der einen absoluten Sahnetag erwischt hatte. So blieben die Gäste im Spiel ohne wirklich im Spiel zu sein. Zu spät legten die Raubvögel dann auch den völlig unnötigen Respekt ab und gingen in den letzten zehn Minuten auf Beutejagd. Leider erfolglos, auch wenn die Uerdinger Deckung in einigen Situationen schwer ins Schwimmen geriet. Unter dem Strich steht aber ein völlig verdienter Heimsieg. Die fehlenden Punkte für den Klassenerhalt müssen die Adler gegen andere Gegner sammeln.
Helmut-Rahn-Sportanlage, 425 Zuschauer, Bezirksliga Niederrhein Gruppe 6
Da sich das eigentlich auserwählte Spiel in den Kunstrasen-Nebenplatz-Unsinn flüchtete, entschied ich mich, das nur einen knappen Kilometer von meinem Headquarter stattfindende Bezirksliga-Topspiel zwischen dem VfB Frohnhausen und der Zwoten des glorreichen RWE zu besuchen. Der Stamm-Platz des VfB auf der aus dem alten Stadion und zwei Kunstrasenplätzen bestehenden ‚Helmut-Rahn-Sportanlage‘ ist Platz 3, der untere Kunstrasen, der den Zuschauern nur auf einer Seite und in einem kleinen Bereich hinter einem Tor den Aufenthalt gestattet. So war die Platzanlage mit offiziell 425 Besuchern gut besucht. Dass dieses Spiel erhöhtes Interesse genießen würde, war vorher bekannt, dass ich fünf Minuten nach Anpfiff eine der letzten Bratwürste im Brötchen bekam und nach dem Verzehr dieser vergeblich versuchte, ein ‚Stauder‘ zu erwerben, war deshalb unverständlich, denn im Catering hätte der VfB heute gute Kohle machen können. Das ersehnte Bier wurde dann zwar noch hektisch nachbeschafft, aber ungekühlt ist das ja auch keine Freude. Auf der Plastikwiese gingen die Gastgeber früh in Führung. Die Roten um die ‚Alt-Internationalen‘ Platzek und Grund behielten aber die Ruhe und glichen durch einen fragwürdigen Handelfmeter schnell aus. Die beiden alten RWE-Recken waren dann auch der feine Unterschied. Beide lassen natürlich eh die Klasse erkennen, die sie in unzähligen Regionalliga-Spielen erlernt haben. Zunächst besorgte Grund kurz nach dem Seitenwechsel mit einem seiner gefährlichen direkten Freistöße die Führung. Und nach dem das Aluminium den Ausgleich für die ‚Löwen‘ verhinderte, erhöhte Platzek im Gegenzug per Kopf. Die weiteren Treffer fielen einigermaßen zwangsläufig mit wachsender Überlegenheit der ‚Zwoten‘. Die Zuschauer bekamen ein gutes Spiel zu sehen und dass diese Bezirksliga-Gruppe zu einer der stärkeren gehört, kann man ja auch am spannenden Kampf um die Tabellenspitze ablesen, in dem die Roten nun in Vorleistung gegangen sind.
SG Grevenstein/Hellefeld-Altenhellefeld vs SG Beckum/Hövel/Mellen 4:0
Wiesengrund-Stadion, 100 Zuschauer, Kreisliga A Arnsberg
Mit der werten Gattin unternahm ich einen kleinen Ausflug ins Sauerland, der zunächst einen Rundgang durch die Altstadt von Arnsberg brachte, die viel altes Fachwerk zu bieten hat. Die Inschriften an vielen Häusern offenbaren deren Erbauung im frühen 18. Jahrhundert nach einem Großbrand im Jahre 1709, dem viele Gebäude der damaligen Stadt zum Opfer fielen. Weiter ging es dann nach Grevenstein. Der 800 Einwohner-Ort ist eine sogenannte ‚Titularstadt‘. Dieses sind Orte, die berechtigt sind, den Titel ‚Stadt‘ zu führen ohne Stadtrechte zu besitzen. In der Regel gilt das für ehemals eigenständige Städte, die dann in einen anderen Stadtkreis eingemeindet wurden. Zweifelhafte Berühmtheit erhält der Ort als Standort der Veltins-Brauerei. Als Fan der Rot-Weissen hätte ich mich fernhalten müssen von dieser Brutstätte schlechten Bieres, die ja dem FC Meineid aus der der verbotenen Stadt sehr wohlgesonnen ist. Dass ich diese Gegend nicht mied, wie der Vampir das Sonnenlicht, war einzig dem schnuckeligen Sportplatz geschuldet, der unterhalb des Ortes liegt vor eine malerischer Kulisse liegt. Das Catering war mit Bratwurst vom Holzkohlegrill und frischen Waffeln auch nicht so schlecht, nur der Biergenuss verbot sich halt von selbst. Der Dorf-Kick zwischen den beiden Spielgemeinschaften mit äußerst sperrigen Namen war dann gar nicht so schlecht anzuschauen. Die Gastgeber setzten ihre Überlegenheit in einen deutlichen Sieg um. Natürlich wurden wir als Fremde enttarnt, aber direkt in die Dorfgemeinschaft integriert und von den beiden Rentnern Wolle und Didi mit einigem Hintergrundwissen und ein paar Ausflugs-Tipps für die Umgegend versorgt. Fußball verbindet halt Menschen.
Ursprünglich war alles anders geplant, aber letzlich wurde es nur Nahverkehr. Neuss hieß schließlich das Ziel, wo sich das Liga-Zuschauer-Zugpferd aus der Seidenstadt vorstellte. Beinahe wäre ich zum falschen Spielort gereist, aber kurz vor der mal wieder viel zu knapp bemessenen Abfahrt checkte ich den Spielort und stellte fest, dass die Partie auf die Anlage der DJK Rheinkraft verlegt wurde, die mehr Platz und Möglichkeiten zur Zuschauertrennung bietet, als die eigentliche Heimspielstätte der HSG. Der Hauptplatz der Ludwig-Wolker-Anlage ist sehr weitläufig angelegt und dient auch der Leichtathletik-Sparte der DJK Novesia als Stützpunkt. Eine Seite verfügt über eine Stufenanlage mit Überdachung, welche den Gästen zugeschlagen wurde. Sicherlich mehr als die Hälfte der Anwesenden waren dem KFC 05 zugetan, davon bemühten sich an die 100 Personen, angetrieben von einem unermüdlichen Capo, um akustische Unterstützung. Es hat ja schon meinen Respekt, Woche für Woche sportlich wenig reizvolle Spiele gegen irgendwelche Dorf- und Stadtteilvereine zu besuchen und sich immer wieder zum Support aufzuraffen, erst recht für einen reglemäßig von Skandalen erschütterten Club. Die Gastgeber hatten nicht vor, dem Favoriten kampflos das Feld zu überlassen und gingen durch einen Konter nach wenigen Minuten in Führung. Diese konnte der Ex-Bundesligist kurz darauf ausgleichen und als die Gäste nach einer Viertelstunde die Führung erzielten, schien das Spiel den erwarteten Verlauf zu nehmen. Aber die HSG kam noch vor dem Pause zum überraschenden Ausgleich. Eine überlegen aber wenig einfallsreich gespielte zweite Halbzeit reichte den Uerdingern nicht zum Sieg. Es kam sogar noch schlimmer, denn eine Viertelstunde vor Schluss ging der Außenseiter zum zweiten Male in Führung und konnte den Vorsprung mit viel Einsatz über die Zeit bringen.
Stadion im Sportpark Höhenberg, 6.640 Zuschauer, 3.Liga
Auch das Auswärtsspiel der Roten auf der Kölner ‚Schäl Sick‘ hatte ich ursprünglich nicht auf der Speisekarte. Ursprünglich wurde dieses Wochenende für den Ausflug mit der buckligen Verwandtschaft sogar gezielt ausgewählt, da mich der Trip zur Viktoria prinzipiell nur nervt. Dem eigentlich einzigen Pro mit der kurzen Anreise standen zwei schwere Kontras entgegen. Zum einen das Stadion, welches einfach nur nervt. Die stattliche Haupttribüne ist noch recht ansehnlich, der Gästebereich dagegen einfach nur unappetitlich, denn die flache auf der alten Bausubstanz ruhende Stehgerade ist kein wirkliches Fundament für gute Stimmung. Der Stahlrohr-Sitzblock für die Gäste wurde in die Ecke gezwängt und auch die winzige, mit bloßem Auge kaum zu erkennende Vikki-Szene kann sich auf ihrem Metallgerüst kaum wohlfühlen. Dazu erinnert der VIP-Bereich hinter dem nördlichen Tor eher äußerlich an ein Billard-Cafe. Zum anderen litt der glorreiche RWE in den letzten Spielen im Stadtteil Höhenberg an chronischer Erfolg- und Torlosigkeit. Seit mehr als 13 Jahren konnte kein dreifacher Punktgewinn erreicht, in den letzten fünf Spielen nicht einmal ein Tor erzielt werden. Überhaupt war keine Torflut zu erwarten, in den zehn Spielen seit dem letzten RWE-Sieg im rechtsrheinischen Köln fielen gerade einmal genauso viele Tore, in den letzten fünf Partien gar nur deren zwei. Die späte Anstoßzeit, die eben nach Rückkehr aus Niedersachen die Option öffnete, und der aktuelle Erfolgslauf animierten mich dann doch anzureisen und dem Gesetz der Niederlagen-Serie nach musste ja auch diese irgendwann mal reißen.
Nach unsäglichen durch die Presse angefeuerten Diskussionen, dass es nicht gelingt, in Essen eine Aufstiegseuphorie zu entfachen und nicht alle verfügbaren Gäste-Tickets im Vorfeld des Spiels vergriffen waren, befanden sich unter den sechseinhalbtausend letztlich doch an die 4.000 aus der Ruhr-Metropole. Davon mindestens ein Drittel auf der Haupttribüne, die einfach eine bessere Sicht auf das Geschehen und als einzige Tribüne einen Wetterschutz bietet, auch wenn letzteres heute zu vernachlässigen war. Nach drei Siegen reiste der RWE mit breiter Brust an. Alonso präsentierte dann aber direkt mal wieder einen seiner seltenen aber immer wieder mal auftretenden Aussetzer, zum Glück folgenlos. Der sonst insgesamt wieder starke Verteidiger legte einem Kölner Stürmer die Murmel nach vier Minuten in den Lauf, dieser war aber von dieser Großzügigkeit dermaßen übermannt, dass er das Spielgerät über das Tor drosch. Dann nahmen die Roten Fahrt auf. Nach zehn Minuten eroberte Alonso im Mittelfeld vom Gegner den Ball, dieser gelangte zu Müsel, der wiederum auf Mizuta durchsteckte. Der quirlige Japaner legte nach rechts auf den mitgelaufenen Abiama ab, welcher kompromisslos abschloss und die Murmel ins rot-weisse Glück beförderte. Auch die nächste Situation ging über Müsel, der einen herrlichen Diagonalpass auf Abiama schlug, der eine lang und länger werdende Flanke auf den zweiten Pfosten servierte, wo der einlaufende Brumme nur wenig mehr als eine Minute nach dem ersten Treffer direkt erhöhte.
Doppelschlag, es lief also. Etwas zu gut, denn die Psychologie der Führung ermunterte die Roten, den Fuß vom Gas zu nehmen. Die Gastgeber wurden etwas agiler, kamen aber nur zu einem gefährlichen Abschluss nach einer halben Stunde, als sich Golz strecken musste, um einen Kopfball zu entschärfen. Ansonsten verwaltete der RWE die Führung unaufgeregt und Abiama hätte den Sack mit dem Pausenpfiff eigentlich schon zuschnüren können. Völlig unnötig kam die Viktoria dann nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff zum Anschluss. Nach einer Freistoßflanke pingpongte die Murmel durch den Sechzehner und Alonsos Klärungsversuch kurz vor der Torlinie fand nur noch ins eigene Netz. Kein guter Tag für den Leistungsträger, der auch noch seine fünfte gelbe Karte sah und dadurch im Derby gegen Meiderich fehlen wird. Danach passierte erst einmal nicht viel, wenn man von einer blauen Rauchdose absieht, welche die MSV-Szene wohl vorher schon mal als Derby-Gruß im Away-Sektor versteckt hatte und die nun von ein paar ‚Terroristen‘ von draußen ferngezündet wurde. Zwanzig Minuten vor dem Ende zündete langsam auch die Viktoria und bereitete der RWE-Defensive ordentlich Beschäftigung. Diese löste die gestellten Aufgaben aber fast fehlerfrei und da die eigenen Konterchancen mal wieder desaströs gespielt wurden, blieb es beim knappen Auswärtssieg und der glorreiche RWE grüßt zum allerersten Mal seit dem Aufstieg in die Dritte Liga von einem direkten Aufstiegsplatz.
Dieser Spielbesuch kam tatsächlich mal recht spontan zustande, denn eigentlich war während des jährlichen Familien-Wochenendes in der Lüneburger Heide gar kein Kick vorgesehen. Aus einer kurzfristigen Planungsänderung heraus ergab sich aber der ‚Genuss‘ dieser Kreisliga-Partie im Nienburger ‚Mußriedestadion‘, welches mit auf allen vier Seiten angelegten Stufen und einer noch recht jungen, hölzernen und überdachten Sitztribüne aufwartet. Der SV Inter Komata dürfte ein Verein mit kurdischem Hintergrund sein, denn das Wappen vereint die Farben der autonomen Region Kurdistan und den Adler, das Wappentier der Kurden. Eine Familie scheint sehr mit dem Verein verwurzelt zu sein, denn allein acht Spieler des Kaders, sowie Trainer und Betreuer, tragen den Nachnamen Boran. Die Gäste traten etwas favorisiert an, konnten diese Rolle aber nicht ausfüllen. Inter konnte Mitter der ersten Hälfte durch einen abgefälschten Schuss in Führung gehen. Und es kam noch dicker für Marklohe, denn zehn Minuten später wurde einer ihrer Spieler mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen. Zwar schafften sie es, die Unterzahl zu kompensieren und drückten in der Schlussviertelstunde gar auf den Ausgleich, wurden aber nicht wirklich gefährlich. Die Gastgeber vergaben die Konterchancen dagegen reihenweise. Der Ton der Partie blieb übrigens insgesamt sehr ruhig. Wenn es lauter zuging, war meist das Gäste-Team verantwortlich. Auch wenn es eigentlich traurig ist, dieses extra zu erwähnen, kann man es ja mal hervorheben.
Das milde Wetter animierte mich dazu, unter der Woche ein Spiel auf Kreisebene zu schauen, das passiert in der kalten Jahreszeit eher selten. Die Wahl fiel auf das Kreispokal-Duell zwischen Adler Ellinghorst aus Gladbeck und dem SSV/FCA Rotthausen aus der verbotenen Stadt. Gespielt wurde auf Asche, was ja ein aussterbender Untergrund, aber untrennbar mit meiner eigenen schillernden Karriere verbunden ist, daher sehe immer noch gerne Spiele auf diesem etwas unberechenbaren Boden. Das FCA im Vereinsnamen der Gastmannschaft steht für den 1.FC Achternberg, der um die Jahrtausendwende mit dem SSV Rotthausen zum SSV/FCA fusionierte. Obwohl das Viertelfinale im Kreispokal stattfand, werden in dieser Runde nur zwei von vier Partien gespielt. Während mit Adler Feldmark ein Verein seine Mannschaft komplett vom Spielbetrieb zurückzog, verzichtete mit dem VfL Grafenwald ein Kreisligist auf den Antritt beim Westfalenligisten SSV Buer mit der Begründung, dass an einem Wochentag nicht genügend Spieler zur Verfügung stünden. Oder hatte man schlicht kein Interesse sich bei einer drei Ligen höher agierenden Truppe ein Dutzend Dinger einzufangen? Na ein Glück, dass die ausgewählte Partie angestoßen wurde. Während das Niveau am Grillstand absolut überzeugen konnte, war es um jenes auf dem Spielfeld nicht so gut bestellt. Mit zunehmender Spieldauer wurde deutlich, dass auch in der Kreisliga A offensichtlich akuter Fachkräftemangel herrscht. Bei je einem Treffer hüben wie drüben endete das Gegurke nach 90 Minuten Spielzeit unentschieden. Die Regularien des westfälischen Fußballverbandes ersparten eine Verlängerung, denn es ging umgehend in die Elfer-Lotterie. Hier waren die Adler das nervenstärkere Team und buchten das Halbfinale ein.
Da sich das Wetter nach mehreren Regentagen wieder von der besseren Seite zeigte, packte ich die beste Gattin der Welt ein und fuhr in Richtung des südlichen Sauerlandes mit Ziel Attendorn am Bigge-Stausee. Dieser war auch das erste Ziel, wo im Cafe auf der Dammkrone gespeist wurde. Den gewonnenen Kalorien wurde im Anschluss mit einem kleinen Spaziergang zu Leibe gerückt, ich denke aber, dass Kartoffelsuppe mit Einlage und Windbeutel mit Vanilleeis und Kirschen unter dem Strich rückblickend der Sieg zuzusprechen ist. Einen Sieg auf dem Kunstgrün gab es hernach nicht zu bestaunen. Der gastgebende SV mit dem unsympathischen Gründungsjahr empfing den TuS Sundern zum Kellerduell. Beide Teams waren dringend auf Punkte angewiesen, um den Anschluss ans untere Mittelfeld herzustellen. Das gelang aber keinem der Kontrahenten. Nachdem die Hausherren früh eine Riesenchance liegen ließen, konnte sie nach 20 Minuten doch die Führung erzielen, kassierten aber nur zwei Zeigerumdrehungen später direkt den Ausgleich. Die Partie verflachte danach zusehends und lebte eher von der Spannung. Vor allem in der Schlussphase betrieben beide Offensiven Chancenwucher, so dass es beim Remis blieb, das keinem wirklich weiterhilft. Gespielt wurde wie vorab kommuniziert auf dem Kunstrasenplatz mit kleiner Sitztribüne. Auf Nachfrage war zu erfahren, dass der Naturrasen mit der größeren Tribüne beinahe ausschließlich für den Trainingsbetrieb genutzt und nur noch selten im Meisterschaftsbetrieb bespielt wird. Attendorn darf sich übrigens offiziell mit dem Titel ‚Hansestadt‘ schmücken, da sie im Mittelalter regen Handel mit den Städten an Nord- und Ostsee betrieb.