Dienstag, 16.10.2018, 15:30

ruanda

Rwanda vs Guinea 1:1

Stade Régional de Nyamirambo, 5.000 Zuschauer, ACN Qualifikation

181016rwanda-guinea

Und um 4:00 Uhr war ja schon wieder Aufstehen angesagt. Richtig überzeugt war ich ja noch nicht, dass der Bus wirklich pünktlich fuhr, und war umso überraschter, dass die Kiste mit laufendem Motor da stand und auch schon fast voll besetzt war. ‚Jaguar‘ hatte sich richtig Mühe gegeben, und das älteste und verrotzteste seiner Gefährte bereitgestellt. Sah gut verwohnt aus, der Eimer. Zum Glück hatte man auch fünf Sitze pro Reihe rein gebastelt, statt deren vier, damit saß man wenigstens ziemlich beschissen. Warum auch immer hatte ich mir aber in einer Eingebung den besten Platz ausgesucht. Nämlich links hinter der Fahrerkabine. Vor meinem war kein weiterer Sitz vorhanden, so konnte ich die Beine ausstrecken. Als einer der Letzten enterte ich also das Fahrzeug und dachte mir so, es wird ja gleich losgehen. Dann passierte erst mal überhaupt nix. Außer das es zu regnen begann und das immer heftiger, bis es ein ausgewachsener Wolkenbruch wurde, der nicht aufhörte. Störte aber außer mir keinen. Die ganzen Kanonen hingen in ihren Sitzen und pennten. Es war halt Regenzeit, da ist immer mal mit einem ordentlich, länger anhaltenden Guss zu rechnen. Um viertel vor sechs schmiss ich mir mal ein Einweg-Cape über (jetzt weiß ich auch warum ich die Dinger immer mitführe) und schwamm zum etwa 150 Meter entfernten Büro. Dort wurde was von Problemen mit dem zugeteilten Fahrer gefaselt, der Ersatz wäre aber in 20 Minuten da. Die angegebene Zeitspanne verging natürlich ohne dass irgendwer kam, der auch nur eine Spur nach Fahrer aussah. Immer noch vor dem Büro unterstehend überlegte ich mir dann um halb sieben, dass ich wohl nach einer Alternative schauen müsste, da ich ja nicht erst im Dunkeln am Ziel ankommen wollte. Auf der anderen Straßenseite war das Gelände von ‚Trinity Express‘, da wollte ich es mal versuchen. In dem Moment wo ich loslief, sah ich dass sich mein Bus in Bewegung setzte. Also den Spurt angezogen, die Tür aufgerissen, was bei dem alten Kabachel zum Glück noch mechanisch von Statten ging, und unter dem Gelächter und Applaus der mittlerweile aufgewachten Fahrgäste fiel ich in den Sitz. Der Regen hatte auch nachgelassen und es begann zu dämmern, so gesehen war die Verzögerung wohl gesundheitsfördernd, denn in der Dunkelheit bei miesem Wetter los zu eibeln, birgt in Uganda womöglich ein erhöhtes Risiko. Mit etwas mehr als 90 Minuten Verspätung ging es los – immerhin nicht ganz so übel, wie bei der Deutschen Bahn. Der Fahrer fuhr überraschender Weise gut und umsichtig und auch nicht zu schnell, das passte schon. Auch die Fernstraße war in sehr gutem Zustand. Irgendwo auf der Strecke querten wir dann den Äquator und ich befand mich fortan auf der Südhalbkugel. Je näher wir der Region Kigezi im Südwesten des Landes kamen, desto ansehnlicher wurde die Landschaft, die sich mit grünen, teils bewaldeten Hügeln schmückte. Um halb drei verließ ich die Dorfgemeinschaft nach acht Stunden Fahrt in Kabale, einer Kleinstadt im Südwesten Ugandas, schon nahe der Grenze zu Ruanda.
Klar, dass die Taxi-Meute lauerte. Wobei das allerdings deutlich relaxter zuging, als ich es aus Tansania oder den arabischen Staaten kannte. Ich lasse die alle ja sowieso immer links liegen, gehe zur Seite und sortiere mich in Ruhe. Dann verlieren die ersten schon die Geduld und sind verschwunden und von den verbleibenden Genossen, bekommt dann der am wenigsten Aufdringliche den Verhandlungszuschlag. So wie man sich einen Welpen beim Züchter aussucht. Nie einen von denen auswählen, die als erste angerannt kommen, das sind nachher die, welche dominant auftreten. Patrick hieß der Gute. Für die zehn Kilometer zum Bunyonyi-See wollte er 30tsd Schilling, ich wollte aber nur 20tsd geben. Wir beendeten die Feilscherei bei 23tsd. Den Bunyonyi-See hatte ich als Zwischenziel gewählt, weil ich nicht nur die Großstädte erleben wollte und dieser perfekt an der Route lag. Fotos aus dem Netz versprachen eine malerische Landschaft und dem war dann auch so. Der See liegt fast 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Über ausgewaschene rote Sandschotter-Pisten, teilweise von Mondkrater-großen Schlaglöchern unterbrochen strebten wir dem Ziel entgegen. Mensch und Maschine wurden massiv beansprucht, daher stockte ich die Frachtrate am Ziel etwas auf und verabredete die Abholung für den nächsten Morgen. Ich hatte das ‚Bugombe Gateway Camp‘ gebucht. Für ein Zimmer mit Bad wurden inklusive Abendessen und Frühstück 30 US-Dollar aufgerufen. Die Häuschen sind alle in den Hang gebaut, so dass man ebenerdig eintritt und dann einen Balkon mit wunderbarem Blick auf den See hat, wobei der Wohnraum nur durch einen dicken Vorhang vom Balkon abgetrennt wird. Klingt merkwürdig, fand ich aber Klasse, da man am nächsten Morgen, die mit dem Sonnenaufgang erwachende Tierwelt hautnah (oder ohrnah) mitbekam. Nur kurz etwas frisch gemacht und dann mal losgelaufen in Richtung des nahen Dorfes. Richtig rustikales Nest, wie es sie in Afrika in der Provinz zuhauf gibt, hauptsächlich aus kleinen Bretter- und Lehmhäusern bestehend. Der Schlachtung eines Schweines durfte ich noch beiwohnen, ziemlich blutige Nummer, dann fing es wieder zu regnen an und ich flüchtete in eine Bar. Ein gutes ‚Nile special‘ schlürfend, sprach mich Brandon an, ein junger Typ Ende zwanzig. Der erzählte mir ein bisschen was von der Realität im Lande. Fazit: wohl besser als in anderen afrikanischen Ländern, aber das große Problem ist der 75jährige Präsident Museveni, der seit über 30 Jahren regiert, sich nicht von der Macht lösen kann und wirkliche Reformen nicht zulässt. Brandon ließ mich nicht gehen, ohne mich darum zu bitten, ihm noch ein Bier auszugeben. Das war schon okay so. Insgesamt muss ich sagen, dass die typischen HMF („Hello my friend!“) in Uganda und auch in Ruanda kaum in Erscheinung traten. Ich wurde zwar oft mit großen Augen angeschaut, blieb aber weitestgehend unbehelligt, was den Aufenthalt natürlich deutlich angenehmer machte, als wenn alle zehn Minuten einer „Hey, Mzungu!“ hinter mir rief. Mit Einbruch der Dunkelheit war ich zurück im Camp und es wurde ein sehr leckeres afrikanisches Gericht zum Diner serviert. Mit einem Spaßgetränk verzog ich mich dann in meinen Raum und las noch etwas, aber auch heute musste ich noch den vergangenen kurzen Nächten Tribut zollen und betrat vor 22:00 Uhr das Reich der Träume.
Gegen 7:00 Uhr flöteten mich ein paar gefiederte Freunde aus dem Schlaf. Also mimte ich auch den frühen Vogel und erklomm noch vor dem Frühstück den nächsten Hang, um einen etwas weiteren Blick über den See zu bekommen. Die Sonne kroch langsam über die Bergrücken, so dass ein Teil der Landschaft dunstig hell erstrahlte, während der andere Teil noch im Schatten lag. Hier oben konnte man dann auch sehen, wie die Landbevölkerung lebt, in einfachen Hütten und Häusern. Annähernd jeder Einwohner verfügt in dieser fruchtbaren Gegend über etwas Land, auf dem er seine Tiere grasen lassen und selber Gemüse anbauen kann. Aber es fiel auch wieder auf, dass der Afrikaner an sich überhaupt kein Verhältnis zum Umweltschutz pflegt. Denn selbst in dieser eher einsamen Ecke lagen vereinzelt leere Plastikflaschen und -verpackungen in der Natur. Allgemein pflegt man in Sachen Umweltschutz ganz offensichtlich die Einstellung, dass alles was nicht ausdrücklich verboten ist im Umkehrschluss erlaubt sein muss. In dem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Szene während einer Busfahrt in Tansania, als eine junge Einheimische ihre leer Getränkedose während der Fahrt einfach aus dem Busfenster entsorgte. Auf meine Frage, ob das hier so üblich und unproblematisch sei, antwortete Sie nur „Ja warum denn nicht“. Die Afrikaner versauen sich ihren wunderbaren Kontinent mehr und mehr. Bleibt die Hoffnung, dass irgendwann ein Umdenken stattfindet. Von allein wird das aber nicht kommen können, da sind die Regierungen gefordert. Da es sich bei diesen aber um uralte nur auf das eigene Wohl bedachte Seilschaften und Herrscherfamilien handelt, dürfte das ein langer Weg werden. Nach einem nicht allzu tollen Frühstück mit herrlichem Blick auf den See war es dann mal Zeit die sieben Sachen zusammen zu suchen. Mehr waren es ja wirklich nicht, da ich es vermeide mit zu viel Klamotten zu reisen. Ich hatte mir nur einen Tagesrucksack gepackt. Außer ein bisschen Elektronik, Waschzeug und ein paar Teilen frische Wäsche brauchte ich für den kurzen Trip ja nichts. Patrick erschien ganz unafrikanisch pünktlich für den Lift nach Kabale, wo ich dann zwanzig Minuten später am kleinen Minibus-Hof abgesetzt wurde. Von dort fahren unter der Flagge der ‚CCTC‘, der Cross Border Transportation Company, Sammeltaxen nach Kigali. Gerade mal 15.000 Shilling, 3,50 Euro, kostet der Ritt in die ruandische Hauptstadt, da steht in Deutschland schon beim Start ein höherer Betrag auf dem Taxameter. Aber gut, das sind unpassende Quervergleiche. Gefahren wird mit Achtsitzer-Subaru und die Nummer funktioniert dann wie immer – wenn voll, geht’s los. Ich war der vorletzte fehlende Fahrgast für die nächste Abfahrt und es sollte noch beinahe 40 Minuten dauern, bis die Kiste dann abfuhr. Big Mama aus Nigeria quetschte sich im traditionellen bunten Gewand mit auf die letzte Bank.
Bis zur Grenze waren es nur 25 Kilometer und dort wurde es dann afrikanisch. Zwar ist der Übergang nicht sehr überlaufen und es ging auch ganz gesittet zu, aber Organisation ist halt nicht des Afrikaners Spezialität. Der erste Gag war das Ebola-Screeing an der Schranke zum Grenzgelände. Grund ist ein Ebola-Ausbruch im benachbarten Kongo, nahe der Grenze zur Uganda und Ruanda. Jeder Passant bekommt ein kleines Fiebermessgerät an die Schläfe gehalten. Ist die Körpertemperatur normal, darf man passieren, sollte sie zu hoch sein, gilt man als Ebola-Verdachtsfall, eine Falltür tut sich auf und man verschwindet im Fegefeuer. Ich wurde überraschenderweise als gesund durch gewunken. Die Ausreise aus Uganda war dann unproblematisch. Stempel in den Pass und feddich. Dann latschten wir etwa 200 Meter durch das Niemandsland zum ruandischen Posten. Zunächst wunderte ich mich, dass sich meine ausschließlich afrikanischen Mitreisenden am Schalter für die Ausreise aus Ruanda anstellten. Es wäre egal, beide Schalter würden Ein- und Ausreisende abfertigen und bei der Ausreise ginge es schneller. Ging es natürlich nicht. Dazu geriet der Beamte bei Ansicht meines mit dem Adler geschmückten Reisepasses derart in Verzückung, dass er direkt mal nicht wusste was zu tun ist. Unter Mithilfe eines Kollegen informierten mich die beiden Strategen dann nach eingehender Beratung, dass ich ein ‚Visa on arrival‘ benötigte. Ja ach nee, Kollege, das war mir klar, erzähl mir halt, wie es weiter geht. Damit auch jeder mal den hübschen Mzungu sehen durfte, ging es nun zuerst zum Zoll-Office, wo ein Visa-Antrag ausgefüllt wurde. Mit diesem wurde ich zur Kasse geschickt, wo ich die 30 USD Visa-Gebühr entrichten durfte und mit der dort erhaltenen Quittung wieder zur Immigration. Da mein Sammeltaxi-Fahrer natürlich an einer zügigen Fortsetzung der Reise interessiert war, sprang er mir irgendwann zur Seite und belaberte alle derart aufdringlich, bis ich an jedem Schalter vor gelassen wurde.
Die verbliebenen 85 Kilometer führten zunächst wieder durch eine wahre Märchenlandschaft. Hatte beinahe den Eindruck, wir würden durch das Auen-Tal aus ‚Herr der Ringe‘ fahren. Ruanda trägt den Beinamen ‚Land der tausend Hügel‘ und mit dieser Zahl kommt man bei Weitem nicht aus. Nach gut eineinhalb Stunden kamen wir dann am ‚Nyabugogo-Terminal‘ in Kigali an. Tja und was war das nun? Nachdem ich mir meine Klamotten gegriffen hatte, wollte ich mich mal der Boda Boda-Meute stellen und drehte mich um. Aber da war niemand. Die Jungs warteten tatsächlich alle brav an der Einfahrt zum Bus-Terminal und selbst als man sich ihnen näherte, erntete man zunächst einen schüchternen Blick. Junge, Junge, da weiß man es ja fast zu schätzen, wenn man anderswo von 50 Taxi-Mokeln bedrängt wird. So viel Eigeninitiative wie hier gefordert wurde, war ich ja außerhalb Europas gar nicht gewohnt. Ich hatte ein Hotel gewählt, welches nur knappe drei Kilometer vom Flughafen entfernt liegt. Außerdem befindet sich das Nationalstadion keine 300 Meter vom Hotel entfernt, was es einfach machte, dem Boda-Loddar das Ziel zu erklären. Denn vom Bus-Terminal aus lag das Ziel am anderen Ende der Stadt und da viele der Moped-Fuzzis selten aus ihrem Viertel raus kommen, sind diesen kleinere Straßen in anderen Teilen der Stadt nur selten geläufig. Für schlanke 2.000 ruandische Franc – 1.000 Franc entsprechen etwa einem Euro – wurde ich nun beinahe eine halbe Stunde auf dem Sozius einer 50er durch Kigali chauffiert. Und man konnte direkt einen positiven Unterschied zu Uganda feststellen. Denn ausnahmslos jedes Moped-Taxi stellt hier einen Helm für den Passagier zur Verfügung. Das ist in Uganda anders, wo man seinem Schicksal überlassen wird, es sei denn man entscheidet sich für ein ‚Safe Boda‘, deren Fahrer ebenfalls einen Helm für den Fahrgast mit sich führen, die aber auch etwas mehr kosten. Für den Europäer natürlich unerheblich. Man weiß zwar nie, wer den Helm schon alles auf der Rübe hatte, aber im Zweifelsfall ziehe ich eine Armee Flöhe einer Schädelfraktur doch vor.
Kigali hat etwa 1,2 Mio Einwohner und gilt als sauberste Stadt Afrikas, was man auch in der Tat wahrnimmt, denn die Stadt wirkt sehr aufgeräumt und es liegt kaum Müll herum. Das liegt maßgeblich daran, dass in Ruanda  Import, Herstellung, Verkauf und sogar der Besitz von Plastiktüten bei Strafe verboten sind und das bereits seit zehn Jahren. Unternehmen benötigen sogar eine gesonderte Lizenz um Plastik verwenden zu dürfen. Ruanda gehört zu den sich am besten entwickelnden afrikanischen Staaten mit einem konstant hohen Wirtschaftswachstum. Dass das Land auf einem guten Weg ist, beweist auch, dass Volkswagen in diesem Jahr ein Werk in der Hauptstadt eröffnet hat. Dass Kigali aber auch hinsichtlich seiner Infrastruktur sehr zeitgemäß und geordnet wirkt, hat noch einen weitaus düsteren Grund. Vor 24 Jahren, von Anfang April bis Mitte Juli 1994, wurde in Ruanda ein Genozid verübt, der in seiner Geschwindigkeit und Grausamkeit seinesgleichen sucht. Der Konflikt zwischen den Ethnien Hutu und Tutsi findet seinen Ursprung schon im 19.Jahrhundert, als die Tutsi, die mit etwa 13 % den kleineren Anteil der Bevölkerung ausmachen, gegenüber den Hutu, mit über 80 % deutlich in der Mehrheit, höher gestellt wurden. Weitere kleinere Völker im Land spielen in dem Konflikt keine Rolle. Die Beziehungen zwischen den großen Ethnien verschlechterten sich im den folgenden Jahrzehnten, woran auch die Kolonialmächte Schuld trugen, zunächst Deutschland ab Beginn des 20.Jahrhundert, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges übernahm Belgien diese Rolle bis zur Unabhängigkeit Ruandas im Jahr 1962. Auch Frankreich spielt im Ausbruch der Gewalt als Verbündeter der ruandischen Hutu-Regierung, die durch Waffenlieferungen im seit 1990 währenden Bürgerkrieg gegen die Rebellenarmee der ‚Rwandan Patriotic Front‘ (RPF) unterstützt wurde, eine äußerst negative Rolle. Bereits in den Jahren vor Beginn des Genozid wurde durch extremistische Medien und prominente Hutu wiederholt unterschwellig zur Gewalt gegen Tutsi aufgerufen. Endgültiger Auslöser für den Völkermord war der Abschuss einer Regierungs-Maschine beim Landeanflug auf Kigali, welcher den Tod des Präsidenten Habyarimana, einem Hutu, zur Folge hatte. Die extremistischen Hutu machten die Tutsi für die Tat verantwortlich, was aber nie aufgeklärt wurde. Während des drei Monate währenden Genozid verloren annähernd eine Millionen Menschen der 12 Mio Köpfe zählenden Bevölkerung ihr Leben. Bis auf eine geringe Zahl handelte es sich bei den Ermordeten um Tutsi, die auf grausamste Art und Weise, oft mit Macheten und Knüppeln, getötet wurden. Beendet wurde das Massaker durch den Vormarsch der RPF, welche das Land trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gegenüber den Regierungstruppen und -sympathisanten unter Kontrolle brachte. So absurd es sich anhört – diese dunkle Periode in der Geschichte des Landes bedeutete eine ungeheure Chance. Durch den Jahre währenden Bürgerkrieg waren Teile der Städte, vor allem Kigalis, zerstört, so dass Ruanda durch den Wiederaufbau heute eben viel moderner aufgestellt ist, als die meisten Länder des schwarzen Kontinents. Der Präsident Paul Kagame, mit 60 Jahren für afrikanische Verhältnisse ein vergleichsweise junger Präsident, ehemals Oberbefehlshaber der RPF, ist seit Beginn des Jahrtausends an der Macht und setzt auf eine Politik der Versöhnung. Zwischen Hutu und Tutsi zu unterscheiden ist durch Gesetze verboten und die Ethnien schaffen es heute irgendwie nebeneinander und miteinander zu leben. Ich konnte in der kurzen Zeit meines Aufenthalts auch in keiner Sekunde Differenzen bemerken. Das erscheint beinahe wie ein Wunder, da ja annähernd jeder Einwohner in irgendeiner Form als Täter, Opfer oder Angehöriger in den Völkermord involviert sein muss. Das ist nur eine ganz grobe Erläuterung, denn die gesamte Problematik, bei der auch die UN eine äußerst zweifelhafte Rolle spielte, ist im Detail natürlich viel komplizierter. Ich habe mich dazu inzwischen gut eingelesen und informiert. Ein hochbrisantes wie interessantes Thema, dass ich jedem ans Herz legen kann.
Das ‚Lebanon Hotel‘ war nicht ganz so günstig, dafür absolut top und die Mitarbeiter quollen über vor Hilfsbereitschaft. Wie erwähnt liegt es nur 300 Meter vom ‚Stade National Amahoro‘ entfernt. Wäre mir recht gewesen, dort ein Spiel zu sehen, das Länderspiel sollte dort aber nicht stattfinden, was mir natürlich vorher bekannt war. Trotzdem eibelte ich zunächst dorthin, um mal nach Tickets für den Kick zu fragen. Am Tor stoppte mich Jim Knopf vom Sicherheitsdienst, der eine monströse Bleispritze trug, die größer war, als er selbst. Ich trug mein Anliegen vor, aber der Kleine wusste nicht mal, dass am Folgetag ein Quali-Spiel stattfinden sollte und riet mir, es beim Fußballverband einige hundert Meter weiter zu versuchen. Genau in diesem Moment kam ein gut gekleideter Mann, etwas jünger als ich, vom Gelände, mischte sich in das Gespräch ein und bot an, mich zum Verband zu begleiten. Warum nicht, Bro (Anm. d. Autors: Ich hatte schnell gelernt, dass man sich ghetto-like mit ‚Bro‘ anspricht, wenn man sich sympathisch ist). Er wollte selber Fußballer in der ersten ruandischen Liga gewesen sein. Zumindest kannte er alles und jedem im Verbandsgebäude. Helfen konnte trotzdem keiner, denn der für die Tickets zuständige Mitarbeiter war heute nicht im Haus. Oooorrr, einen Tag vor dem Spiel! Wir bekamen die Ruf-Nummer und mein Helfer rief an. Die Antwort war, dass die Tickets erst ab dem Morgen vor dem Spiel verkauft wurden, um Fälschern die Machenschaften zu erschweren. Ich dankte meinem neuen Bekannten und unsere Wege trennten sich. Ein wirkliches Ziel hatte ich nun nicht. Ich suchte mir ein fußläufig erreichbares Restaurant aus dem Internet. Wo ich aber nie ankam. Auf dem Weg dorthin überkam mich der Durst und zufällig wählte ich eine Bar, von deren Terrasse aus man einen wunderbaren Blick über weite Teile der hügeligen Stadt und den Sonnenuntergang hatte, der natürlich gebührend begossen werden wollte. Ganz ordentliche Biere brauen die hier. Wie auch in Uganda bekommt man keine Brause unter 5,2 % Alkoholgehalt, da ist also ordentlich Geschmack dran. Die Erzeugnisse aus dem Hause ‚Mützig‘ trafen meine persönlichen Geschmack am meisten. Umso erstaunlicher, da die Wurzeln der Brauerei in Frankreich liegen und die Baguettis haben ja mal überhaupt kein Händchen fürs Bierbrauen. Das lokale ‚Mützig‘ wird allerdings in Ruanda gebraut, vielleicht macht das den Unterschied. Auf Umwegen hängt diese Hopfenküche eh am Heineken-Konzern. Als ich mich aus dieser Bar löste, kam ich nicht weit, da eine kleine Bretterbuden-Pinte meine Aufmerksamkeit erregte. Ich nahm den letzten freien der wenigen Sitzplätze ein und kam nach wenigen Minuten mit Derrick ins Gespräch. Natürlich war das nicht der Fernseh-Kommissar, ihr Traumschiffkapitäne! Derrick entpuppte sich als feiner Kerl, mit ihm quatschte ich mich mal richtig fest und als ich mich entschied zu gehen, war es stockdunkel. Völlig unafrikanisch bestand Derrick darauf, meinen Deckel zu übernehmen und drohte tödlich beleidigt zu sein, als ich ihm das Gegenteil anbot. Besten Dank dafür, Bro! Da die Suche nach dem auserkorenen Restaurant mittlerweile im ‚Mützig‘ ertrunken war, orientierte ich mich schon mal grob in Richtung Hotel, aß unterwegs ein Chicken Curry und ließ mich auf weitere Biere in einem Etablissement in der Nähe des Hotels nieder. Richtig cooler Laden, sowohl mit Indoor- als auch Outdoor-Bereich. Auch hier hatte ich wieder Gesprächspartner, irgendwann wurde aber die Zunge zu schwer für eine flüssige Unterhaltung und deutlich nach Mitternacht entschied ich mich, mein Bett anzusteuern. Ganze 150 Meter waren es bis zum Hotel, was natürlich genug war, um auf eine weitere Bar aufmerksam zu werden. Verdammte Axt, wenn man einen kleben hat, dann ziehen einen die Spelunken aber auch an, wie ein Scheißhaufen die Fliegen. War allerdings ziemlich Nutten-verseucht, die Bude, und die Bräute sahen gar nicht mal so gut aus. Also weg da und endgültig in die Waagerechte.
Joa und dann fiel das Aufstehen mal richtig schwer. Ist natürlich auch total clever, sich nach (die Nacht am Bunyonyi-See ausgenommen) zuletzt äußerst kurzen Nächten mal richtig einen rein zu schrauben und wieder keine sechs Stunden zu pennen. Dementsprechend eckig saß ich beim Frühstück und hatte Mühe den Kaffee in die Tasse zu gießen und nicht daneben. Danach zunächst wieder zum Nationalstadion, aber Jim Knopf hatte immer noch nix parat, außer mich wieder zum Verband zu schicken. Und auch dort hatte sich nichts getan und man legte mir ans Herz, den Ticket-Mann wieder anzurufen. Tat ich nicht und schwang mich auf das nächste Moto-Taxi mit Ziel ‚Stade Régional de Nyamirambo‘, was ja auch mal wieder komplett auf der anderen Seite der Stadt liegt. Mehr als 2.000 Franc kostet aber keine Fahrt in der Stadt. Dort angekommen, gab es dann auch endlich Tickets zu kaufen. Die Schnipsel sahen zwar aus, wie mit dem eigenen Neun-Nadel-Drucker gestochen, aber sollte schon passen. Da mein Moto-Mokel ein cleverer war, hatte er gewartet und bekam direkt den nächsten Auftrag. Das ‚Kigali Genocide Memorial Centre‘ war das Ziel, da ich mein Sightseeing an der Geschichte des Völkermord ausrichten wollte. Der Ablauf des Genozid werden dem Besucher in verschiedenen Räumen und mit Filmen, in denen Betroffene zu Wort kommen, sehr nah gebracht. Details spare ich mir, es sei nur gesagt, dass das echt eine bedrückende Nummer war. Brachte ungefähr so viel Frohsinn, wie der Besuch eines Konzentrationslagers. Auf dem Freigelände liegen in Massengräbern 250.000 Tote bestattet. Passend zum Erlebten öffnete der Himmel die Schleusen und hinderte mich eine Zeit lang am Verlassen des Ausstellungsgebäudes. Vom ‚Memorial Centre‘ führte mich der Weg zur Downtown, die aber eigentlich Hightown heißen müsste, denn als ich oben ankam, war ich ähnlich nass, wie die Straßen zuvor nach dem Regen. Für ein Foto stoppte ich am ‚Hotel des Mille Collines‘, welches Berühmtheit durch den Film ‚Hotel Ruanda‘ erlangte, welcher auf einer wahren Begebenheit beruht. Der Manager des Hotels gewährte während des Völkermords mehr als 1.200 Tutsi und gemäßigten Hutu Zuflucht im Hotel, bestach die Armee-Offiziere mit Geld und Alkohol und rette seinen Schützlingen damit das Leben. Es gibt allerdings auch widersprüchliche Aussagen zum Handeln des Managers, der angeblich zur eigenen Bereicherung Geld für die Zuflucht verlangt haben soll. Aber ob er das nicht letztlich als Bestechungsmittel für die Miliz brauchte – wer weiß das schon. Weiter ging es zum ‚Belgian Peacekeepers Memorial‘. Am ersten Tag des Genozid wurden 10 belgische und 5 ghanaische UN-Soldaten von der ‚Interahamwe‘, der paramilitärischen Kampfeinheit des Regimes festgesetzt. Gegen das Versprechen, freies Geleit in ein UN-Camp zu bekommen, übergaben sie ihre Waffen. Während die Ghanaer dann gehen durften, wurden die Belgier auf ein Militärgelände gebracht, wo sie einem wütenden Mob ausgesetzt waren. Da Belgien sich während der Kolonial-Herrschaft nicht mit Ruhm bekleckert hatte, werden belgische Staatsbürger in Ruanda äußerst kritisch gesehen, was zur Eskalation dieser Situation beigetragen hat. Nachdem sie sich stundenlang der Gewalt erwehren konnten, wurden die Soldaten schließlich brutal ermordet. Die blutige Rechnung der Interharamwe ging auf – Belgien zog sein Blauhelm-Kontingent ab, die Hutu-Miliz traf kaum noch auf Widerstand. Am Ort des Geschehens wurde eine würdevolle Gedenkstätte eingerichtet. In den Räumen, in welche sich die Soldaten zurückgezogen hatten, wurde eine kleine Ausstellung eingerichtet und davor erinnern zehn Stelen an die Getöteten.
Ein kurzer Abstecher zur Deutschen Botschaft war noch drin – mache ich ja immer ganz gern, wenn diese nicht zu weit entfernt liegt – und dann wurde es Zeit ein Boda Boda zu akquirieren, um zum Stadion zu gelangen. Dort war dann auch schon deutlich mehr Leben als am Vormittag. Als Mzungu fiel ich natürlich auf und hatte umgehend ein halbes Dutzend Rotzige an der Backe kleben, die mir ihre Pfoten entgegen streckten, um Kohle zu erbetteln. Ich gab die drei oder vier Münzen, die ich in der Tasche hatte, dem offensichtlichen Anführer und war fortan uninteressant, weil sich die Jungs untereinander über die Verteilung des Geldes in die Haare bekamen. Es war noch eine gute Stunde Zeit bis zum Kick-off und der Haupteingang war mir zu überlaufen, daher machte ich mich mal zu einer Stadion-Umrundung auf. Auf der anderen Seite der wenig schmucken Hütte fuhren einige mit Flaggen der guineischen Gäste geschmückte Fahrzeuge an mir vorbei. Ich passierte dann mal die Ticketkontrolle und betrat das Stadiongelände. Dort war noch nicht allzu viel los und es war abzusehen, dass heute keine Zuschauerrekorde geknackt würden. Fußball im eigenen Land berührt die Ruander nicht wirklich. Man verzieht sich lieber in irgendwelche Bars und schaut englischen oder spanischen Liga-Fußball. Das ‚Stade Nyamirambo‘ ist sehr weitläufig und ziemlich unspektakulär. Auf der Hauptseite befindet sich eine halbrunde, langgezogene Tribüne die auf Spielfeldlänge überdacht ist. Die Dachkonstruktion wird von Stützen gehalten, ist also nicht freitragend, weshalb man von keinem Platz ohne Sichtbehinderung auf das Spielfeld schauen kann. Die Kurven sind nicht ausgebaut und auf der Gegenseite wurde eine flache, ungedeckte Tribüne errichtet. Ein wenig Farbe verleihen dem tristen Ground die in den Landesfarben gestrichenen Stufen. Zu meiner Überraschung fand sich eine gut 150köpfige Gruppe Guineaner ein, die für Stimmung sorgte. Die wenigsten davon dürften extra den Weg quer über den Kontinent auf sich genommen haben, ich gehe eher davon aus, dass der Großteil in Ruanda lebt. Auf Heimseite bildeten sich zwei kleine Gruppen aus körperbemalten oder verkleideten Personen, die ein wenig Bongo-Bongo-Stimmung machten. Die Teams liefen dann feierlich ein, die Aufstellungen wurden verlesen und die National-Hymne der Gäste angekündigt. Nach genau einem Ton der Melodie war es vorbei damit, weil die Technik versagte. Gute zwei Minuten standen Spieler und Referees dumm rum, dann beschloss man, eben ohne Abspielen der Hymnen loszulegen. Davon schienen die Akteure schwer geschockt, denn es entwickelte sich auf dem Kunstgrasgeläuf ein recht maues Gekicke, zwar temporeich, aber geprägt von Ungenauigkeiten und mangelndem Talent.
Mitte der ersten Hälfte gingen die Guineaner dennoch in Führung. In Halbzeit wollte ich über die Fläche hinter dem Tor, die neben dem abgezäunten Spielfeld frei von Absperrungen war, mal die Seite wechseln, also von einem Teil des einheimischen Publikums zum anderen. Ein Polizist hielt mich auf und erfragte mein Vorhaben. „Just walking around“ entgegnete ich. Das sei nicht möglich, ich solle zurück gehen. Ich gab ihm freundlich lächelnd zu verstehen, dass ich nicht gefährlich sei und mich nur ein wenig umsehen wollte. Aber meine Charme-Offensive war wenig erfolgreich und ohne eine Miene zu verziehen wiederholte er seine Aufforderung. Mein Frage nach dem Warum beantwortete er „Because I have to maintain the security“. Aha, na dann mach das mal. Da das Anzetteln einer aufgeregten Diskussion wohl eher zu einer Bekanntschaft mit seinem am Gürtel baumelnden Migränezapfen geführt hätte, trollte ich mich. Spielerisch wurde es im zweiten Durchgang nicht grundlegend besser, dafür aber deutlich spannender, da Ruanda mehr wagte und den Gästen damit die Kontrolle über das Geschehen entriss. Aber es war wahrlich beeindruckend mit welcher Gelassenheit die Spieler selbst beste Torchancen ungezwungen vergaben. Da wurde die Kirsche fünf Meter vor der Kiste derart sorglos in den Himmel gedroschen, dass es schon beinahe zu einer Gefährdung des Flugverkehr mutierte. Oder es wurde vom Sechzehner völlig planlos und unkontrolliert abgeschlossen, dass der Linienrichter in Deckung gehen musste. Der Ausgleich fiel dennoch eine Viertelstunde vor dem Ende und das auch verdient. In der Schlussphase eröffnete sich für die Gastgeber noch mehrfach die Möglichkeit zum Sieg, aber … siehe oben!
In der Nachspielzeit hatte ich mich schon mal am Ausgang postiert und verließ mit dem Abpfiff direkt das Stadion. Mit dem erstbesten Moto-Taxi ging es wieder quer durch die Stadt zum Hotel, wo ich meinen Rucksack eingelagert hatte. Das kostenlose Airport-Shuttle brachte mich zum nahen Flughafen. Maximal zehn Fahrzeuge warteten vor uns an der Schranke zum Flughafen-Gelände und doch dauerte es beinahe 30 Minuten bis wir passieren konnten, denn jedes einzelne Fahrzeug wird durch ein riesiges Röntgengerät gezogen. Was erwarten die in Ruanda? Die Mutter aller Terror-Anschläge? Unfassbar zeitaufwändige Sache, die auch nur machbar ist, weil es nicht einmal zwei Dutzend Abflüge am Tag gibt. Sicherheit wird jedenfalls groß geschrieben. Während das Fahrzeug gescannt wurde, mussten die Fahrzeug-Insassen eine Kontrollschleuse passieren. Die nächste Kontrolle gab es beim Betreten des Terminals, wo das Gepäck durchleuchtet wurde. Danach wurden Ausweis und Flugbuchung gecheckt. Stand man auf der Liste, erhielt man eine grüne Karte, die man fünf (!) Meter weiter bei einem Soldaten – das Militär übernimmt die Security-Aufgaben am Airport – wieder abgeben musste. Vor dem Betreten der Boarding-Zone wurde selbstverständlich das Gepäck wieder durchleuchtet und Ausweis und Boarding-Pass wurden geprüft. Dasselbe geschah erneut, als ich das Gate verließ, um über das Flugfeld zur Maschine zu laufen. Naja, so war jedenfalls besser als damals in Kuwait, wo ich ohne eine einzige Kontrolle bis in die Maschine von Turkish Airlines gelangt bin. Keine drei Stunden nach dem Abpfiff im ‚Nyamirambo‘ hob ich mit KLM in den Nacht-Himmel ab. Da der Flug als Rundlauf Amsterdam-Kigali-Entebbe-Amsterdam läuft, war der Flieger gut besetzt. Susan aus Groningen war eine nette Gesprächspartnerin für das Stündchen bis Entebbe. Bei dortiger Zwischenlandung stiegen mehr Leute aus als ein, so dass ich mir eine beinahe leere Mittelreihe suchte, wo ich mich über drei der vier Sitze lang machen konnte und den Flug ganz gut verschlief. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass die meisten Inder ein abartiges Volk sind? So einer saß auf dem letzten Hüpfer von Amsterdam nach Bremen neben mir. Man muss es einfach so sagen – die stinken wie die Pest. Irgendwie nach einer undefinierbaren Mischung aus Kräutern und unbekannten Körperausdünstungen. Ist mir echt ein Rätsel, was da aus den Hautporen kriecht. Ist ja schon bezeichnend, wenn sich selbst der Gestank nicht mehr im indischen Körper wohlfühlt und nach draußen drängt. Dazu alle zwei Minuten dieses wunderbare Hochziehen des Nasensekrets von der tiefsten Sohle bis in die Hirnrinde – ein Traum! Der Inder schafft es echt problemlos, sich in der Rangfolge der unangenehmsten Völker noch unter dem Chinesen einzuordnen. Respekt dafür! Die Geräusche bekam ich ja noch mit Musik übertönt, aber man kann sich ja nicht ne Dreiviertelstunde die Nase zu halten. Aber auch das wurde überstanden. Das Auto stand unversehrt an Ort und Stelle, die Fahrt in den Pott fand ohne jede Verzögerung statt, so dass ich mich entschied, noch zur Arbeit zu fahren, um einen halben Tag Urlaub zu sparen. Ein feiner Trip war das, in zwei afrikanische Länder, in denen es ungeheuer entspannt zugeht. Murabeho!

Samstag, 13.10.2018, 16:00

uganda

Uganda vs Lesotho 3:0

Mandela National Stadium, 22.000 Zuschauer, ACN Qualifikation
181013uganda-lesotho
Afrika wurde als Oktober-Ziel bereits im Frühjahr auserkoren, da sich im Rahmen des Doppel-Spieltages in der Quali zum Afrika-Cup einige interessante Kombinationen boten. Nordkorea-Genosse Daniel sollte eigentlich Mitreisender sein, aber aufgrund Nachlässigkeiten in seiner persönlichen Planung schied er gute zwei Wochen vor der Tour aus. Traurig aber wahr. Gebucht war zu dem Zeitpunkt noch nichts, lediglich das Reiseziel war mittlerweile bestimmt. Da ich bis Ende September noch mit der Herzdame im Urlaub weilte und vor dem Beginn des Urlaubs die Spiele noch nicht final terminiert waren, wurde es also ein recht enge Geschichte. Deshalb wurde von der ursprünglich anvisierten Kombi Togo/Benin aufgrund der etwas aufwändigeren Visa-Beschaffung abgesehen und stattdessen die Variante Uganda/Ruanda gezogen. Vor allem Ruanda interessierte mich eh brennend, da ich mich in letzter Zeit immer mal wieder mit dem 1994 dort geschehenen Genozid beschäftigt hatte, aber dazu später ein wenig mehr. Während Ruanda freundlicherweise Visa on arrival am Flughafen und den Grenzposten erteilt, musste für Uganda vorab ein Online-Antrag angeleiert werden. Nix besonderes, es sind halt ein Formular mit den üblichen Angaben auszufüllen, Pass und Gelbfieber-Impfnachweis einzuscannen und per Kreditkarte die 50 USD Visum-Gebühr zu entrichten. Dann kann es von zwei Stunden bis drei Tage dauern, bis man Antwort erhält. In meinem Fall waren es natürlich drei Tage. Vor Erhalt der Bestätigung wollte ich keine Flüge buchen und ich war schon wieder drauf und dran die Sache abzuhaken. Überraschenderweise bekam ich aber auf meine Nachfrage per Email umgehende Antwort und wenige Stunden später, war das Ding dann im elektronischen Postkasten. Die Bestätigung, dass der Antrag geprüft und für schlüssig befunden wurde, bedeutet aber noch nicht, dass man dann bei Ankunft in Uganda das Visum auch tatsächlich erteilt bekommt. Womit die ganze Geschichte ad absurdum geführt wird. Aber gut – this is Africa. Es ging nun also an die Flüge. Die anvisierte Verbindung ab Düsseldorf über Istanbul war preislich binnen kurzer Zeit in astronomische Sphären geschossen und es kristallisierte sich schnell heraus, dass aus der näheren Umgebung nix gehen würde. Der Fahndungszirkel zog sich dann bald eng um Bremen und die KLM-Verbindung über Amsterdam und Nairobi nach Entebbe für den Hinweg und ab Kigali wiederum mit Zwischenlandung in Entebbe und Amsterdam für den Return erhielt für 536 EUR über Expedia den Zuschlag. Die Buchungsgebühr von Expedia betrug dabei exakt einen Euro, denn der Flugpreis wurde mit 535 EUR ausgewiesen. In den verbleibenden Tagen vor der Abreise wurden dann noch Unterkünfte gebucht und weil 6:20 Uhr ab Bremen eine undankbare Start-Zeit für Ruhrpott-Menschen ist, wurde noch für unter 30 EUR eine Nacht im Zimmer in einer kleinen Pension am Bremer Stadtrand erworben.
Am Donnerstag fuhr ich nach Feierabend also nicht heim, sondern über die A1 gen Norden, was im Feierabendverkehr ja ein besonderes Vergnügen darstellt. Die Pension war dann gar nicht mal so verkehrt. Nett eingerichtete Zimmer, Parkplatz vorhanden, nur wenige 100 Meter von einem Autobahn-Anschluss gelegen. Es waren auch einige polnische Handwerker dort abgestiegen. Nun war ich immer der Meinung, dass Handwerker auf Montage einen leidlich harten Job haben und froh sind, am Abend im Zimmer ruhen zu können. Irgendwann gegen 2:00 Uhr wurde ich dann von lautem Polacken-Geplapper wach. Genervt umgedreht wartete ich, dass die Stimmen verstummen. Dem war aber nicht so. Stattdessen sammelten sich offensichtlich zwei Doppelzimmer-Besatzungen in einem Raum und quatschten lautstark einen aus. Natürlich nicht ohne die entsprechend laute Musik dazu zu hören. Wenn es zum Rauchen nach draußen ging, wurde dass Gespräch nicht unterbrochen, sondern auf dem Weg über den Flur in voller Dröhnung weiter geführt. Also ich mag Polen als Land ja ungemein und ich will auch nicht über alle Bürger des Landes pauschal urteilen, aber grundsätzlich hat der Pole an sich ja in Sachen Benimm und Rücksichtnahme noch ordentlich Luft nach oben. Die Überlegung, den mahnenden Teutonen zu spielen, wurde schnell wieder verworfen. Hätte eh nix oder wohl nur kurzfristig Linderung verschafft. Stattdessen wurde beim Aufbruch eine herrenlose Tube Duschgel aus dem Gemeinschaftsbad entwendet. Da nur ein einziges polnisches Auto auf dem Parkplatz stand, war die Sachlage klar. Das sich daran anschließende Bild vor dem geistigen Auge, wie vier stinksaure und dauerhaft „KURWA“ zeternde Polen gute 400 Milliliter klebrig-schmieriges Duschgel mühsam von der Windschutzscheibe wuschen, verschaffte der übermüdeten Seele etwas Genugtuung. Im Stadtteil Hemelingen, eine Viertelstunde Fußweg vom Airport entfernt, wurde das Fahrzeug free on charge parkiert. Der KLM-Cityhopper brachte den Groundhopper, ach nee… bin ja nur ein harmloser Fußball-Tourist, nach Amsterdam.
Da eine Umbuchung auf den besseren, früheren Anschluss – der bei Buchung deutlich teurer war – als die gewählte Verbindung, erwartungsgemäß nicht genehmigt wurde, galt es fünfeinhalb Stunden Zeit totzuschlagen. Wurde mit einem Ausflug in die Amsterdamer Altstadt und dort mit einem guten Frühstück aber souverän gemeistert. 300 Flüge hat es gebraucht, bis ich dann endlich mal in eine 747 einsteigen durfte. Diese brachte mich pünktlich nach Nairobi, wo wiederum drei Stunden zu verpimmeln waren. Ich finde es aber immer wieder schön, wie sanft die Riesen-Flieger a la 747, 777 und A380 auf den Landebahnen dieser Welt aufsetzen. Wenn man dagegen bedenkt, wie die Kurzstrecken-Maschinen manchmal auf die Pisten geknallt werden… da fühlt man echt mit jeder Niete mit! Kenya Airways erledigte dann im Codeshare mit KLM das letzte Teilstück nach Entebbe, wo der Flieger pünktlich um 2:10 Uhr aufsetzte. Um nicht mitten in der Nacht mit irgendwelchen Taxi-Halunken rumhampeln zu müssen, hatte ich vorab das Angebot des eigentlich zu teuren Abholservice der Unterkunft, die ich aufgrund der Nacht-Ankunft Airport-nah gebucht hatte, angenommen. 15 USD kostete die Abhol-Nummer, natürlich klarer Ripp-off. Mit dem Minibus hätte es einen Bruchteil davon gekostet, aber die Dinger fahren nun mal nicht während der Nacht. In der Unterkunft wurde ich also erwartet. Die kleine süße Sandra zeigte mir kurz meine Räumlichkeiten und dann wollte ich nur noch pennen.
Denn um 7:30 Uhr schellte auch wieder der Wecker – ich hatte Termine. Sandra, heute passend im ugandischen Nationaltrikot gekleidet, servierte ein richtig gutes Frühstück. Lediglich drei weitere Gäste waren zugegen. Ein Traveller-Mistvogel-Pärchen und eine einzelne junge Dame, die an meinen Tisch beordert wurde. Nach 15minütigem Englisch-Geplänkel merkten wir dann mal, dass wir aus demselben Land stammen. Mit dem Minibus fuhr ich die etwa 40 Kilometer nach Kampala. Es gibt ja kaum eine bessere Möglichkeit als diese Dinger, um einen ersten Eindruck vom Land zu bekommen. 3.500 Schilling mussten dafür entrichtet werden, das sind nicht mal 80 Euro-Cent. 4.500 ugandische Schilling bekommt man für einen Euro. Kurz vor dem Taxi-Bus-Park sprang ich aus der Schaukel und absolvierte die letzten paar hundert Meter zum ‚Hotel Sojovalo‘ unter Zuhilfenahme der eigenen krummen Gräten. Der Schuppen war recht neu und bot guten Komfort, das war mir die 44 US-Dollar wert. Kurz frisch gemacht und wieder los. Erstes Ziel war der unweit sitzende Fußballverband, wo zwei Tickets für das Spiel für umgerechnet je 3,30 EUR erworben wurde. Zwei? Erklärung später. Mit dem ‚Boda Boda‘, dem Motorrad-Taxi ging es dann zum Büro von ‚Jaguar Executive Buses‘, die einen guten Service bieten sollen. Die Fahrzeuge auf dem Hof sahen auch ganz vernünftig aus, also wurde für 30.000 ugandische Dinger ein Ticket für den 5:00 Uhr-Bus am nächsten Morgen nach Kabale gebucht. 6,50 EUR für 400 Kilometer. Damit waren die Pflichtaufgaben erledigt und ich ließ mich durch das Straßenleben treiben. 1,5 Mio Einwohner zählt die Stadt, knapp 3 Mio leben in der Metropolregion. Kampala gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt und da gibt es fiese Prognosen. So soll bei unverändertem Trend die Einwohnerzahl im Jahr 2100 an die 40 Mio (!!) betragen. Da sich die Stadt kaum auf hohem infrastrukturellem Niveau entwickeln wird, dürfte das die Entstehung von riesigen Slums zur Folge haben. Da droht eine demographische Katastrophe.
Ich mag ja dieses herrliche afrikanische Chaos, dass ja doch irgendwelchen Regeln folgt und am Ende auch irgendwie leidlich funktioniert. Highlight waren definitiv die beiden Taxi-Parks, in denen Hunderte von Mini-Bussen um Passagiere buhlen. Ein herrliches Bild. Da dieses Durcheinander für den Europäer an sich eine unlösbare Aufgabe darstellt, fischte ich an der Straße eine Mühle zum ‚Mandela National Stadium‘ ab. Dieses liegt in der Peripherie und aufgrund der Verkehrsdichte brauchte es mehr als eine Stunde bis dorthin. Je näher wir dem Stadion kamen, umso mehr regierten die Nationalfarben, die denen unserer phantastischen Republik ja nicht unähnlich sind. Die betagte Bude liegt auf einer Anhöhe und der Strom der Schwarz-Rot-Gelben zog wie an einer Perlenkette gereiht zum Tempel der Begierde hinauf. Meine Eintrittskarte wies mich zum Südeingang, wo dann aufgrund Ticket- und Körperkontrollen Anstehen angesagt war. Das ging eine Zeit lang entspannt zu, bis dann von hinten mehr und mehr Druck ausgeübt wurde. Es wurde enger und enger, was mit meiner Körpergröße noch keine großen Probleme bereitete, denn ich bekam genügend Luft zum Atmen. Die Kleineren unter den Afrikanern und vor allem die Mädels sahen aber nicht mehr ganz so glücklich aus. Das schnallte dann aber zum Glück die Miliz, die sich den Drängelnden entgegen drängelte, mal kurz das Migränestäbchen kreisen lies und den Spuk beendete. Gut so, noch ein paar Minuten und es hätte auch böse ausgehen können. Wie erwartet, wurde das Ticket in 100 Fetzen gerissen und entsorgt, daher der Kauf des zweiten Tickets, denn dieses ist als Souvenir unverzichtbar. Auf dem Stadiongelände tobte dann eine ganz geile Party mit lauter Musik und haufenweise Grill- und Suffständen. Das weite Rund traf genau meinen Geschmack. Es bröckelt hier und da und Farbe wurde durch Rost ersetzt, feines Teil. 32tsd sollen hineinpassen und circa 22tsd werden es dann wohl gewesen sein. Und die machten einen Höllen-Lärm. Zwar waren auch wieder diese nervigen Vuvuzelas in Massen am Start, aber es wurde hier getanzt, dort gesungen und da geschrien. Also ganz wie erwartet, nur schlimmer. Und ich fand es undendlich geil. Waren auch genug Bemalte und Verkleidete dabei, das machen sie ja gern, die kleinen Afrikaner.
Uganda scorte früh zum ersten Mal und verwandelte die Bude in ein Tollhaus. Die Freude über Tore wirkt in Schwarzafrika ja absolut kindlich. Zum Beispiel rannte drei Reihen unter mir ein 120 kg-Mann auf seiner Stufe hin und her und machte vor Freude noch ein paar Liegestütze. Die Jungs aus Lesotho waren in Ihren Möglichkeiten limitiert und der Sieg für die Gastgeber daher in keiner Sekunde gefährdet. Noch vor dem Seitenwechsel erhöhten ‚The Cranes‘, die Kraniche, wie die Nationalelf genannt wird, auf 2:0. In der Halbzeit ging ich runter um mir ne Hefe-Schorle zu holen, was auch gewohnt souverän erledigt wurde. Mit dem güldenen Nass bewaffnet steuerte ich ein schattiges Plätzchen an, als plötzlich ein Wasserverkäufer neben mir stand. Im ersten Moment dachte ich noch, warum verkauft der denn auch Brillen, bis ich erkannte, dass das mit dargereichte Modell mein eigenes war. Diese war mir offenbar aus dem T-Shirt-Ausschnitt gerutscht, also ich mich runter beugte, um den Schnürriemen zu richten. Und der gute Mann hatte mir die Sehhilfe nachgetragen. Klasse Aktion, absolut nicht selbstverständlich, und ärgerlicher Weise war ich zu verblüfft, um ihn zu belohnen und als ich endlich drauf kam, war er in der Menge verschwunden. Meine Fresse, wie viele Brillen ich schon in der weiten Welt verloren habe. Zurück im Stadion klärte das ugandische Team im zweiten Durchgang die Sache dann endgültig. Insgesamt war das äußerst kurzweilig, kühles Bier war auch weiterhin dauerhaft verfügbar und eh ich mich versah hatte ich leicht einen sitzen. Sitzen wollte ich auch nach dem Abpfiff und zwar in einem Minibus. Eile hatte ich keine, aber die Tatsache, dass ja beinahe alles in Richtung Stadt wollte und es daher einen entsprechenden Andrang auf die Kapazitäten geben musste, bereitete Sorgen. Denn nach Einbruch der Dunkelheit dünnt der ÖPNV in Afrika ja stark aus. Ein Platz wurde aber erstaunlich schnell gefunden, das hatte ich problematischer erwartet. Am ‚New Taxi Park‘ war Endstation, die verbleibenden 1,5 Kilometer zum Hotel schaffte ich wiederum mit den eigenen Füßen. Unterwegs erwarb ich an einem Straßengrill noch zwei Hühnerbeine. Viel dran war an dem Gelumpe nicht, die afrikanischen Hühner scheinen penibel darauf zu achten bei der Hitze nicht allzu viel auf den Rippen zu haben. In einer zweifelhaften kleinen Genickschuss-Pinte in der Nähe des Hotels trank ich noch zwei Schmunzelbrausen, danach ging es um kurz nach 21:00 Uhr endgültig ins Bett. Nach nur insgesamt sieben Stunden Schlaf in den letzten beiden Nächten lief der Frack nun auch wirklich auf Notstrom. Man wird nicht jünger.

Sonntag, 07.10.2018, 17:00

polen

MKS Odra Wodzislaw Slaski vs KS Kornowac 9:0

Stadion MOSiR, 600 Zuschauer, Klasa okregowa Katowice III

181007odra-korno

Die Gastgeber verbrachten 14 Spielzeiten in der höchsten Spielklasse, stürzten aber nach 2010 völlig ab und stellten sogar kurzzeitig den Spielbetrieb ein. Vor drei Jahren startete der Verein in der untersten Liga neu, stieg drei Mal in Folge auf und ist nun sechstklassig. Das dieses auch nur eine Zwischenstation sein soll, bekam der Vorletzte aus Kornowac zu spüren, denn Odra schenkte reichlich ein. 60-70 Mann unterstützten ihr Team von der Haupttribüne aus.  Das Stadion spricht für sich. Authentischer könnte die Bude nicht sein. Da ich erst spät zum Grill latschte, um die vorletzte Kielbasa zu erwerben, bekam ich die letzte direkt für Umme dazu. Dziekuje!

Sonntag, 07.10.2018, 10:00

tschechien

TJ Slovan Cernovir vs FK Mohelnice 3:5 (n.E.)

Stadion Slovan Cernovir, 120 Zuschauer, Oulomoucký krajský prebor

181007cerno-mohel

Lockerer Tagesauftakt in der höchsten Liga des Verwaltungsbezirks Olomouc. Die ‚Zigary‘ kam frisch aus dem Räucherschrank – ein Traum. Das Spiel wurde im Elfmeter-Schießen entschieden, dass dem Sieger in den unteren Klassen einen weiteren Punkt bringt, wenn es nach regulärer Spielzeit unentschieden steht.

Samstag, 06.10.2018, 19:00

tschechien

SK Sigma Olomouc vs AC Sparta Praha 1:0

Andruv stadion, 7.259 Zuschauer, 1. Ceska fotbalová liga

181006sigma-sparta

Das ‚Andruv Stadion‘ war schon des Öfteren Ziel meiner Planungen ohne dass ich dann auch jemals dort gelandet wäre. Irgendwie schlich sich doch immer noch eine vermeintlich attraktivere Alternative ein. Dieses mal wurde es aber Ernst. Die beiden extrem steilen Hintertor-Tribünen lassen doch das Herz eines Stadion-Liebhabers höher schlagen. Der Anhang des Hauptstadtvereins feierte meinen Besuch berechtigter Weise mit einer kleinen Pyro-Einlage.