Donnerstag, 13.02.2020, 18:30

niederlande

Go Ahead Eagles Deventer vs FC Utrecht 1:4

De Adelaarshorst, 8.064 Zuschauer, KNVB Beker Viertelfinale

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Und weiter geht die Revisit-Runde durchs Nachbarland. Zum Pokal-Viertelfinale im Adlerhorst zu Deventer stellte sich der FC Utrecht vor. Das Stadion der Eagles ist immer noch ein schöner Oldschool-Ground, auch wenn zwei Tribünen mittlerweile durch Neubauten, die sich aber eben gut ins Bild einfügen, ersetzt wurden. Ich hatte mit einem ausverkauften Haus gerechnet, doch es waren tatsächlich eher ein paar Leute weniger anwesend als bei den Liga-Spielen. Schwer nachvollziehbar, denn für einen Verein, der sich in den vergangenen Jahren als ziemliche Fahrstuhl-Mannschaft bewiesen hat, ist ein Viertelfinale im Pokalwettbewerb doch ein regelrechtes Highlight. Die Eagles-Szene präsentierte sich vor allem in der Anfangsphase dennoch stark. Die erste Viertelstunde des Spiels war vermutlich mit das Lauteste, das ich in den Niederlanden bisher erlebt habe. Zu Beginn zogen die Gastgeber eine Blockfahne unter das Dach und im mit 450 Gästen ausverkauften Uit-Vak wurden einige Rauch- und Bengalfackeln gezündet. Auch die Anfangs-Viertelstunde auf dem Rasen gehörte den Gastgebern, da hätte eigentlich der Führungstreffer fallen müssen. Tat er nicht, Utrecht bekam das Geschehen in den Griff und schnell Oberwasser und das wirkte sich leider negativ auf die Stimmung aus. Auf Heimseite mühte sich nur noch der knapp 50 Köpfe starke harte Kern und im Away-Sektor war zwar immer Bewegung zu sehen, aber nicht viel zu hören. In den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel scorten die Gäste zwei Mal und die Wiese war damit wohl gemäht, dachten die meisten. Mit dem überraschenden Anschlusstreffer kurz nach dem Seitenwechsel war aber wieder Feuer drin. Auch auf den Rängen, wo der Lärmpegel wieder ordentlich anschwoll. Leider war es nur ein kurzes Aufflammen, den Utrecht traf ein weiteres Mal und die Lage beruhigte sich. Die Eagles auf dem Feld wie auf den Rängen realisierten langsam, dass es für die Überraschung nicht reichen wird. In der Schlussphase kam dann zumindest noch ein brauchbarer Trotz-Support auf. Das Publikum dankte der Mannschaft für ihren Einsatz. Die Gäste kann ich nicht gut beurteilen, da der Block weitab meines Platzes lag, aber bärenstark war der Auftritt sicherlich nicht gerade.

Samstag, 08.02.2020, 19:45

niederlande

PSV Eindhoven vs Willem II Tilburg 3:0

Philips Stadion, 34.700 Zuschauer, Eredivisie

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Manchmal kommt es anders. Eigentlich wollte ich ins Land der Magyaren reisen, aber als am Donnerstag kurzfristig das Budapest-Derby zwischen Ujpest und Ferencvaros aufgrund eines neuen, noch nicht ausreichend angewachsenen Rasens abgesagt wurde, nahm eine Kausalkette ihren Lauf. Zwar war ein halbwegs ansprechender anderer Kick möglich, aber irgendwie hatte das Menü einen faden Geschmack bekommen. Zudem gefährdete Sturm Sabinchen die planungsgemäße Rückreise, so dass ich knapp zwei Stunden vor dem Abflug die Entscheidung traf, auf den Trip zu verzichten. Dabei hatte ich mich schon auf den Weg gemacht, brach aber ab, als über den Radio-Sender die erwartete Wetterentwicklung noch einmal ausführlich erläutert wurde. Mit dem Nordbrabant-Clasico zwischen dem PSV und Willem II wurde dann dafür gesorgt, nicht das ganze Wochenende auf den schönen Fußball-Sport verzichten zu müssen. Absurder Weise wäre mein Flug nach Budapest ebenfalls von Eindhoven gestartet, so dass sich am Fahrweg nicht viel änderte, dieser lediglich einige Stunden später bewältigt wurde. Also Frikandel, statt Gulasch. Es war mein dritter Besuch im Philips Stadion nach dem Europa League-Spiel gegen den HSV im Jahr 2010 und einem Liga-Spiel anno 1995 mit einem damals erst 18jährigen Brasilianer mit Namen Ronaldo, der drei Mal das gegnerische Netz beulte. Den vierten Treffer steuerte ein gewisser Erik Meijer bei, wenn ich mich recht entsinne. Das Spiel gegen Willem II ist für den PSV nach den Prestige-Duellen gegen Feyenoord und Ajax sicherlich das wichtigste Spiel der Saison. Lediglich 35 Kilometer trennen beide Stadien und Willem II hatte alle 1.600 Karten für den Away-Sektor an den Fan gebracht. Sinniger Weise war die Anreise aber nur in der in den Niederlanden üblichen oberbescheuerten Bus-Kombi möglich, also die individuelle Anreise untersagt. Machte gut 30 Busse, deren Motoren auf der Strecke wohl nicht mal richtig warm wurden. Der PSV hinkt seinen Ansprüchen hinterher, die Gäste stehen aktuell in der Tabelle sogar vor dem Philips-Werksverein, was in der Vergangenheit selten der Fall war. Trotz Heizstrahlern unter den Tribünendächern schien es den Gäste-Supportern nicht warm genug zu sein, denn zum Intro wurden einige wärmende Heizstäbchen entzündet, die den Gäste-Sektor praktischerweise in gleißend rotes Licht tauchten. In der Folge drang ordentlicher Support aus dem Gästebereich – das war nicht in jeder Minute bärenstark, aber wenn man sich erinnert, wie die Atmosphäre in den vergangenen Jahren in den niederländischen Stadien war,  klang das schon nicht so schlecht. Stimmungs- und Tifo-technisch nehmen einige niederländische Szenen langsam aber sicher etwas Fahrt auf. Es fällt auf, dass die Gäste sich meist stärker präsentieren als die Heim-Kurven. Das hat sicherlich damit zu tun, dass ein deutlicher zahlenmäßiger Aufschwung bei den Auswärtsfahrern zu verzeichnen ist. Der aktive Teil der PSV-Fans umfasste auch nur an die 90 bis 100 Mann, das war gemessen an der Zuschauerzahl doch eher schwach. Spanische Verhältnisse beinahe. Vier oder fünf Male wurde es laut, eben nur nach den Toren oder dicken Einschuss-Chancen. Der PSV gewann die Partie verdient, allerdings zu hoch. Nach einer überlegenen ersten Hälfte mit einer 1:0-Pausenführung überließ man Willem II aus unerklärlichen Gründen das Feld. Bei zwei, drei guten Möglichkeiten hätte der Ausgleich gut fallen können, aber als der Druck immer stärker wurde, erzielten die Gastgeber den psychologisch wichtigen zweiten Treffer. Tilburg blieb bemüht, kam aber nicht mehr in entscheidende Situationen. Abgerundet wurde der erste Pflichtspiel-Sieg des PSV in 2020 durch ein Weltklasse-Eigentor. Der Torwart sollte halt schon im Kasten stehen, wenn man den Ball genau dorthin zurück spielt. Die Gäste bleiben trotz Niederlage noch knapp vor dem PSV, ließen sich die Laune nicht verderben und feierten ihr Team nach dem Schlusspfiff trotz der Pleite.

Exkurs

griechenland

Insel-Fußball – Die Grounds von Santorini

Der Urlaub mit der Dame des Herzens führte mich im September vergangenen Jahres auf die traumhafte Kykladen-Insel Santorini. 17 Kilometer in der Länge und an der breitesten Stelle sechs misst das Eiland, dass seine Form durch einen gewaltigen Vulkanausbruch vor 3600 Jahren erhielt. Fußball wird ja (fast) überall auf der Welt gespielt, also auch auf einer relativ kleinen Mittelmeer-Insel mit 17.000 Einwohnern. Zwei Vereine gibt es, die am Spielbetrieb teilnehmen – Panthariakos AO aus dem Hauptort Fira und AE Thyella aus dem Badeort Kamari. Diese Clubs verfügen jeweils über einen Kunstrasenplatz mit etwas Ausbau. Die Clubs nehmen an der viertklassigen Gamma Ethniki teil und sind dort der Gruppe 5 zusammen mit Vereinen aus dem Athener Großraum zugeordnet. Da es noch weitere Teams auf andern Inseln der Ägäis und auch auf Kreta gibt, erschließt sich mir nicht, warum diese nicht in eine Gruppe gesteckt werden, statt dass die Insel-Teams ständig die weiten Flüge auf das Festland absolvieren müssen. Sieben Fußballplätze gibt es auf Santorini, drei Kunstrasen- und vier Sandplätze. Letztere sind aber sämtlich nicht bespielbar und verfallen langsam. Schade, da es schöne Plätze mit einem ganz speziellen Charakter sind, die zum Teil auch durch die dahinter liegende Kulisse eine ganz eigene Aura bekommen.
Der nördlichste Platz der Insel liegt nahe des Ortes Vourvoulos an der Haupt-Durchgangsstraße Santorinis. Es ist ein Sandplatz, der sicher schon länger nicht mehr genutzt wird. Auf dem Spielfeld haben sich wohl schon vor einiger Zeit erste Pflanzen durchgesetzt. Das Schild am kleinen Kabinentrakt teilt mit, dass hier der Verein Asteras Vourvoulos – Asteras ist das griechische Wort für Stern – gespielt hat. Äußerlich wirkt das Gebäude unbeschädigt und in sehr gutem Zustand.
Fährt man die Insel-Hauptstraße in südlicher Richtung weiter, passiert man nach etwa drei Kilometern einen weiteren, von der Straße nicht zu sehenden Sandplatz nahe des Ortes Karterados. Hier bot sich eine etwas abstrakte Szenerie, denn der Platz wird aktuell als Lagerfläche für Müllcontainer genutzt. Auch hier wird sicher schon seit längerer Zeit nicht mehr gekickt, denn auch hier haben sich einige Pflanzen Terrain erobert. Eine kleine, grobe Tribüne befindet sich auf einer Längsseite. Es steht die Frage im Raum, ob der Platz reaktiviert werden soll. Denn zum einen wird neben der Tribüne ein kleines Gebäude neu errichtet. Und zum anderen wird das existierende Sozialgebäude derzeit renoviert, wie Farbeimer und Lösemittel-Geruch bewiesen.
Im Hauptort Fira befindet sich die Heimat des Clubs Pantheraikos, ein Kunstrasen-Feld mit einer Sitztribüne, die sich über etwa drei Viertel einer Längsseite zieht. Man sieht es dem Tribünchen nicht an, aber darin befinden sich tatsächlich die Kabinen für die Aktiven, was sicherlich eine recht beengte Angelegenheit sein wird. Die ganze Anlage ist in den Vereinsfarben blau und weiß gehalten.
Zwischen Fira und Karterados findet man den dritten Kunstrasenplatz. Dieser scheint zum Training für Jugend-Teams genutzt zu werden. Außerdem verrät ein Banner, dass sich die Real Madrid Foundation schon gezeigt hat, um unentdeckte Talente Santorinis aufzuspüren. Hinter dem dichten Maschendrahtzaun einer Längsseite findet man eine kleine  Tribüne mit ein paar lieblos hin gezimmerten Sitzschalen. Eine notdürftig angebrachte Plane soll vor der Sonne schützen.
In der Stadt Kamari an der flachen Ostküste der Insel befindet sich der Kunstrasenplatz des Vereins Thyella. Über eine gesamte Längsseite wurde eine Sitztribüne erbaut. An einer Kopfseite stehen Kabinentrakt und ein kleines Gebäude, in dem sich die Geschäftsstelle befindet.
Der am höchsten liegende Ort Santorinis ist Pyrgos, das sich zentral auf der Insel befindet. Auch hier gibt es einen verlassenen Sandplatz, der auf einer Längsseite über eine mehrstufige kleine Tribüne verfügt. Auch auf diesem Spielfeld, das ein recht starkes Gefälle hat, stoßen schon erste Grasbüschel durch. Hinter einem Tor bietet die Silhouette des Städtchens eine eindrucksvolle Kulisse. Als die Anlage noch aktiv genutzt wurde, ging hier der AO Pyrgos dem Ballsport nach, wie ein verblichenes Schild am Kabinengebäude beweist.
Im südlich liegenden Ort Emporio findet man den letzten Fußballplatz Santorinis, hinter dem sich die Ausläufer des Insel-Berges Profitis Ilias auftürmen. Auch hier wachsen bereits kleine Büsche auf dem Spielfeld, das in schlechtem Zustand ist. Insgesamt hebt sich die Anlage noch einmal von den anderen nicht mehr genutzten Plätzen ab. Von der alten Stahltribüne sind die meisten Bretter durchgefault und eingebrochen, das Stahlgerüst rostet vor sich hin. Das Innere des kleinen Kabinengebäudes ist völlig zerstört. Die Anlage versprüht den morbiden Charme des Verlassenen.

Samstag, 01.02.2020, 14:00

deutschland

Rot-Weiss Essen vs SV Rödinghausen 0:2

Stadion Essen, 12.113 Zuschauer, Regionalliga West

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Am 113. Geburtstag des glorreichen Deutschen Meisters von 1955 wurde das für die laufende Saison richtungsweisende Spiel gegen die Küchen-Fuzzis aus dem kleinen westfälischen Weiler Rödinghausen angepfiffen. Natürlich sollte dieses das Spiel gegen den Tabellenführer noch keine endgültige Entscheidung über die Meisterschaft bedeuten, aber eine Tendenz wo die Reise denn nun hingeht – weiter oben mitmachen oder ein Stück hinterher hecheln – sollte danach zu erkennen sein. Der RWE hat mich in den letzten Jahren Demut gelehrt und dementsprechend pessimistisch sah ich auf diese Partie. Leider zurecht. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als die Gäste in Führung gingen. Aus dem Halbfeld war ein Freistoß in den rot-weissen Sechzehner gesegelt, der schlecht verteidigt wurde und irgendwie eierte die Kugel am Schlussmann vorbei ins Netz. Direkt mal schön einen vor den Sack bekommen. Nach ein paar Minuten waren die Roten dann aber im Spiel und vor dem Seitenwechsel hätte der Ausgleich fallen müssen, aber zwei richtig gute Möglichkeiten blieben ungenutzt. Zudem war der SVR ein äußerst unbequemer Gegner. So eine richtige Wichs-Truppe, die beinahe jede Möglichkeit nutzte, um den Fluss aus der Partie zu nehmen wusste. Mit zunehmender Spieldauer erging sich das in elendigem Zeitspiel. Die kleine Medizin-Maus des SCR hatte an diesem Spieltag sicherlich die beste Laufleistung des gesamten Gäste-Packs vorzuweisen. Und klar bekam da jeder Rot-Weisse ne Hasskappe, aber auf der anderen Seite war das eben auch verdammt abgezockt und die Rödinghauser waren sich auch nicht zu schade, sich während und nach dem Spiel mit dem Publikum anzulegen. Die waren heiß, die waren on fire. Der Referee ging mit einer wenig klaren Linie auch mal wieder komplett auf den Sack, aber an den Unparteiischen hat es letztlich sicher nicht gelegen. Nach meinem Geschmack agieren die Roten auch einfach nicht aggressiv genug. Im Kader fehlen die zwei, drei Typen, die eine richtig dreckige Spielweise an den Tag legen. So beeindruckt man kein Gastmannschaft. Es muss einfach mal rappeln, man muss dem Gegner klar machen, dass er sich hier auf einem Terrain befindet, auf dem er nichts verloren hat und wo es nichts für ihn zu holen gibt. Es muss einfach weh tun, an der Hafenstraße zu Gast zu sein! Im ersten Durchgang gab es so eine Phase, in der es hektisch zuging und die Rot-Weissen richtig aggressiv nachsetzten. Damit nahmen sie die Kulisse direkt mit, es wurde laut, es wurde feindselig und Rödinghausen konnte sich den Einflüssen nicht entziehen und bekam direkt Probleme. Diese Spielweise über 90 Minuten und keiner nimmt die Punkte hier im Vorbeigehen mit. Aber wir erleben halt nicht mehr die Hafenstraße von früher, als keine Mannschaft gern nach Essen kam, weil es immer auf die Stäbe gab und ohne großen Kampf nix zu gewinnen war. Es ist schon lange keine Festung mehr, das beweisen die Heimbilanzen der letzten Jahre zunehmend. Heutzutage freuen sich die Gäste-Teams halt über ein volles Stadion und mal nicht nur vor 700 gelangweilten Leuten zu kicken – die Hafenstraße ist für die Gegner einfach zu bequem geworden. Im zweiten Durchgang kein großartig anderes Bild. Der RWE blieb bemüht, erspielte sich aber wenig Brauchbares, und die Westfalen reagierten einfach nur und wurden dabei nicht zu sehr gefordert, allerdings ist das ja auch wirklich keine schlechte Mannschaft. Mitte der zweiten Hälfte gab es dann das nächste Gastgeschenk – Flanke, Stellungsfehler, unsauber geklärt, drin das Ding und es war klar, dass hier und heute nicht mehr viel passieren würde. Zur Freude von etwas über 100 mitgereisten Fans. Gemessen an der Tatsache, dass es im heimischen Stadion selten vierstellig wird, ganz okay, aber letzten Endes muss man sich ja auch fragen für wen die überhaupt so nen Aufwand betreiben. Den Verein interessiert schlicht keine Sau. Wie sich eben auch keiner für den kleinen Gästehaufen interessiert hat, von denen zehn trällernde und trommelnde Halbgescheite vergeblich um Aufmerksamkeit buhlten. Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Die Jungs haben es bis zum Ende versucht, aber der Eindruck, den ich in den bisherigen Spielen gewonnen habe, scheint sich leider zu bestätigen. Es reicht halt nicht für ganz oben, es gibt hier und da noch Qualitätsmängel, welche die entscheidenden Punkte kosten. Aber der RWE ist trotzdem auf dem richtigen Weg. Es ist eine Entwicklung zu erkennen und darauf gilt es geduldig aufzubauen. Die Vereinsführung hat vor der Saison mitgeteilt, dass sie mit zwei Sommer-Transferperioden plant, um eine Mannschaft aufzubauen, die den Aufstieg bewerkstelligen kann und dann soll man ihr diese Zeit auch zugestehen. Nun heißt es erst einmal, das wichtige nächste Spiel gegen den Nachbarn aus Oberhausen irgendwie zu gewinnen, um eine kleine Restchance auf den Relegationsplatz zu wahren. Wird schwer genug. Aber immer weiter! Niemals aufgeben!

Sonntag, 26.01.2020, 11:30

spanien

CD Casablanca vs UD Villa Santa Brigida Atlético 1:2

Campo Bienvenido Angulo Gonzáles, 110 Zuschauer, Primera Regional de Gran Canaria Grupo 1

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Marokko ist von den Kanaren aus nicht wirklich weit entfernt, dennoch handelt es sich beim Austragungsort dieses Spiels der Primera Regional um einen kleinen Ortsteil von Villa de Firgas, das eine gute halbe Auto-Stunde westlich von Las Palmas liegt. Die Anlage des Clubs ist recht schnuckelig mit einer überdachten Sitztribüne, von der man auch den Atlantik sehen kann, und benachbartem Catering-Bereich. Besonderes Merkmal ist die hohe Mauer hinter dem einen Tor, an der das große aufgemalte Club-Wappen prangt. Die Qualität des Spiels war auf diesem Niveau nicht gerade überragend, aber grundsätzlich sind die Spanier ja alle ganz ordentliche Techniker und das blitzte in Einzelaktionen immer wieder auf. Zur seichten Unterhaltung war diese Veranstaltung genau der richtige Abschluss der kleinen Tour und passte genau vor den Rückflug, der knapp drei Stunden nach dem Abpfiff startete.

Samstag, 25.01.2020, 17:15

spanien

UD Las Palmas vs CD Tenerife 0:0

Estadio de Gran Canaria, 21.464 Zuschauer, Segunda División

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El Derbi Canario, das Prestige-Duell zwischen den benachbarten Eilanden, das Zielspiel der Reise, wie es so schön heißt. Die gastgebende Unión Deportiva Las Palmas entstand kurz nach dem Krieg aus einer Fusion aus fünf lokalen Clubs und absolviert seitdem ein abwechslungsreiches Auf und Ab zwischen Primera und Segunda División. Zwei kurze Phasen mussten gar in der Drittklassigkeit bewältigt werden. In den 60ern erlebte der Verein seine erfolgreichste Phase und verpasste zwei Male nur knapp die spanische Meisterschaft. Der Club Deportivo Tenerife hat eine ähnliche wechselhafte Ligen-Historie vorzuweisen, benötigte aber länger um sich in den oberen Divisionen zu etablieren. Die erfolgreichste Phase waren sicherlich die 90er Jahre als der Heynckes-Jupp den Verein bis ins Halbfinale des UEFA-Cup führte. Dort versagte der Club aber auf ganzer Länge und versäumte es, den unaussprechlichen Verein aus Gesindelkirchen auf dem Weg zum Titelgewinn zu stoppen. Auch andere bekannte Deutsche waren auf Teneriffa tätig. Olli Neuville beulte zu Beginn seiner Karriere dort die Netze und Robert Enke verhinderte gegnerische Tore. Zettel-Ewald saß ebenso als Trainierer auf der Bank wie Bernd Krauss. Sogar zum glorreichen RWE gibt es eine Verbindung, denn Ex-Trainer Rudi Gores war als Co von Bernd Krauss auf Teneriffa tätig. UDLP ging als Favorit in die Partie. Der Verein hat Tuchfühlung zu den Plätzen, die zu den Aufstiegs-Playoffs berechtigen, während Tenerife um den Klassenverbleib kämpft. Nach munterem Beginn ohne ersichtlichen Leistungs-Unterschied erhielten die Gäste nach einer umstrittenen Notbremse einen Platzverweis, der sich als Gift für das Spiel erwies. Die Teneferos verlegten sich verständlicherweise auf die Defensive und Las Palmas konnte mit der Überzahl rein gar nichts anfangen. Interessant wurde es erst in der Schlussphase, als die konternden Gäste dem Sieg plötzlich näher schienen, als die planlosen Gastgeber. Bis 2003 spielte UDLP noch in seinem alten Estadio Insular mitten in der Stadt, eine schöne enge Bude, die heute in einen öffentlichen Park umgewandelt wurde. Nach Fertigstellung des Estadio de Gran Canario, zog der Verein um in diesen recht weitläufigen Kessel, der mir dennoch recht gut gefiel. Von Teneriffa waren gut 1000 Leute um die Frente Blanquiazul mitgekommen. Die Rivalität war durchaus zu erkennen, denn es wurde mitunter ordentlich gegen die benachbarten Blöcke gepöbelt. Die Ultras Naciente von Las Palmas zeigten zu Beginn eine einfache Choreo aus kleinen Schwenkern, einem zentralen Transparent mit dem Gruppen-Logo und Bannern mit den Worten Treue, Leidenschaft, Stolz, Freundschaft. Nun ja, eine Support-Hölle wird man in spanischen Kurven auf absehbare Zeit nicht finden, aber an der üblichen lauen Stimmung in den dortigen Stadien gemessen, war das Gebotene nicht so übel. Vor allem die Gäste zeigten sich motiviert und wurden zum Spielende und mit dem unerwarteten Punktgewinn immer lauter. Dass sich offensichtlich zunehmend viele deutsche Touri-Dödel unters Publikum mischen, war an einer Durchsage in deutscher Sprache zu erkennen – abartig! Insgesamt war das sicher keine Veranstaltung für die ewige Erinnerung, aber auf jeden Fall eines der interessanteren Spiele, die ich auf spanischem Boden besucht habe.

Samstag, 25.01.2020, 12:00

spanien

CD Tamaraceite vs CD Mensajero 4:2

Campo de Fútbol Juan Guedes, 550 Zuschauer, Tercera Division Grupo 12

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Tamaraceite ist ein kleiner Ort vor den Toren von Las Palmas. Der örtliche Fußballverein ist hat in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt. Der Club dümpelte ewig zwischen erster und zweiter Regionalklasse und stellte zwischendurch für mehrere Saisons sogar überhaupt kein Senioren-Team. Dann würde aber der Turbo gezündet und nach drei Aufstiegen in Folge, findet sich der Verein in der den ganzen kanarischen Archipel umfassenden Gruppe 12 der Tercera Division, der vierthöchsten Ebene in der spanischen Liga-Pyramide, wieder und auch dort mischt man schon wieder in der Spitzengruppe mit. Die Gäste, auf der Insel La Palma im Westen der Inselgruppe beheimatet, haben dagegen einige (Abstiegs-)Sorgenfalten auf der Stirn und stehen nur knapp über dem Strich. Die Heim-Mannschaft trat zwar überlegen auf und hatte mehr Spielanteile, ein großer Unterschied war aber nicht auszumachen und Mensajero konnte die Partie lange offen halten. So brachte der Favorit den Sieg erst spät unter Dach und Fach. Der Campo Juan Guedes ist eine ganz schicke Anlage mit einseitigem Ausbau, der mittig überdacht ist. Zu Beginn der Partie wurden die Gastgeber von einer kleinen Gruppe sogar akustisch unterstützt, der Support schlief aber schnell ein, was an den leckeren Zigaretten gelegen haben könnte, deren Aroma aus dem Grüppchen herüber zog.

Freitag, 24.01.2020, 21:00

spanien

Estrella CF Sardina del Sur vs CD San Pedro Mártir 1:1

Campo Municipal Las Palmitas, 250 Zuschauer, Liga Preferente Interinsular de Las Palmas

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Der Start in ein langes Wochenende auf Gran Canaria. Am heutigen Freitag standen mehrere Spiele zur Auswahl und dass ich bei Estrella landete, war dem Zufall geschuldet. Ich hatte mich eigentlich für einen anderen Kick entschieden, kam aber von einem Ausflug ins Insel-Innere am Campo Las Palmitas vorbei und entschied spontan, dort zu bleiben. Die Preferente ist die fünfte Ebene des spanischen Liga-Fußballs. Oberhalb befindet sich die in 18 regionale Gruppen eingeteilte viertklassige Tercera Division, von denen eine die Kanarischen Inseln umfasst. Die Preferente ist in zwei Gruppen unterteilt. Eine wird durch Teneriffa und die westlich liegenden Inseln gebildet, die andere durch die Teams von Gran Canaria und die östlichen Inseln. Mit dem Spiel des Vierten gegen den Zweiten war dieses nicht nur ein Spitzenspiel der Liga, sondern auch ein Derby, denn die Spielstätten der beiden Clubs trennen gerade einmal drei Kilometer. Auf dem Spielfeld ging es dementsprechend kämpferisch und unfassbar hektisch zu. Das ganze war geprägt von ständigem Geschrei und Gepöbel. Der stakkato-artige Charakter der spanischen Sprache, wenn laut gerufen wird, machte die Sache eher anstrengend als ansehnlich. Nach einer ordentlichen Torwart-Beule gingen die gastgebenden Sterne, was Estrella übersetzt bedeutet, in Führung. Die Gäste reagierten noch wütender und nach zweifelhafter Entscheidung gegen diese, kassierte ein Spieler nach vermeintlicher Schwalbe Gelb und nach nachvollziehbarem, aber zu aggressivem Reklamieren Gelb-Rot. Das brachte den Mann völlig auf die Palme und wäre er nicht von Mit- und Gegenspielern zurückgehalten worden, hätte er seine Ansicht gegenüber dem Referee wohl handfest untermauert. San Pedro ließ sich aber auch in Unterzahl nicht unterkriegen und kam spät zum nicht unverdienten Ausgleich. Der Campo Las Palmitas ist schon ordentlich abgeranzt, die Hauptseite ist teilweise durch Zäune abgesperrt und das Dach wurde mit zusätzlichen Stützen abgesichert. Auf der Gegenseite gab es sicherlich auch mal Stufen, diese wurden aber – vermutlich wegen Baufälligkeit – mit Beton verfüllt.