Samstag, 07.09.2019, 19:00

deutschland

SSV Boppard vs TV Unzenberg-Heinzenbach 1:1

BOMAG-Stadion, 45 Zuschauer, Kreisliga A Hunsrück-Mosel
Auf dem Rückweg aus Bingen gab es noch einen Zwischenstopp im schönen Boppard am Rhein. Im Ortsteil Buchenau hat der SSV im BOMAG-Stadion seine Heimat. Sind Stadion-Bezeichnungen, die vom Namen des Sponsoren herrühren, prinzipiell kritisch zu sehen, ist der Sachverhalt in Boppard etwas anders. Ohne das finanzielle Engagement des ortsansässigen Unternehmens hätte die Spielstätte nicht die heutige Qualität. Den Namen des Gönners trägt die Anlage schon seit 2002 und ist daher wohl in anderem Licht zu sehen, als die Schauinsland-Reisen- und Veltins-Arenen des Kommerz-Sports. Die Hauptseite des BOMAG-Stadions ist mit einer mehrstufigen Stehtraverse, die von Buchsbaum-Hecken begrenzt wird, recht ansehnlich. Bis das Niveaus des Platzes erreicht ist, sind vom Parkplatz aus einige Stufen zu erklimmen. Da schreien die Lungen des Ungeübten direkt nach erhöhter Sauerstoff-Zufuhr. Der gastgebende SSV konnte im zweiten Durchgang die durch einen Strafstoß aus Durchgang eins erfolgte Gäste-Führung verdient ausgleichen. So bleiben beide Teams in der Verfolgergruppe des Spitzen-Trios der noch jungen Saison der A-Liga des Kreises Hunsrück-Mosel.

Samstag, 07.09.2019, 15:30

deutschland

Binger FVgg Hassia vs SV Eintracht Trier 0:2

Stadion am Hessenhaus, 520 Zuschauer, Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

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Die wenigsten werden sich wohl erinnern, wer der bisher wohl prominenteste Akteur war, der in den Binger Farben aufgelaufen ist, dabei ist das gar nicht mal so lange her. Ailton war es, der während der letzten Station seiner schillernden Karriere 21 Mal für die Hassia spielte und dabei beinahe ebenso viele Treffer erzielen konnte. Über das Niveau der Oberliga kam Hassia Bingen nie hinaus, allerdings bedeutete die Teilnahme an dieser Spielklasse in früheren Jahren ja auch höheres Niveau als heutzutage. Das ‚Stadion am Hessenhaus‘ ist ein richtig schönes Amateurstadion. Zwar sucht man Ausbau hinter den Toren vergeblich, doch das machen die Längsseiten mehr als wett. Stehtribünen über die gesamte Länge sind vorhanden, die auf der Hauptseite zentral von einer schicken Sitztribüne geschmückt werden. Die Eintracht aus der alten Römerstadt wurde von gut 150 Leuten begleitet. Ein gutes Drittel um die Insane Ultras, unterstützt von ein paar Freunden aus Metz und der Schweizer Eishockey-Stadt Fribourg, supportete das Team auch akustisch zum verdienten Auswärtserfolg.

Freitag, 06.09.2019, 19:30

deutschland

Rot-Weiss Essen vs KFC Uerdingen 05 2:1

Stadion Essen, 10.935 Zuschauer, Niederrheinpokal 2.Runde

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Es muss um die 75. oder 80. Minute gewesen sein, als der KFC-Anhang im – wenn überhaupt – halbvollen Gästeblock zum ersten Mal in Hälfte zwei meine Aufmerksamkeit erregte. „Auf geht’s Uerdingen, kämpfen und siegen!“ hieß es da. Selten kam mir dieser Schlachtruf so fehlplatziert vor, wie in diesem Augenblick. Kurz zuvor hatte der glorreiche RWE die Zwei-Tore-Führung hergestellt und auch wenn im Fußball in einer Viertelstunde viel passieren kann, war der Drittligist in diesem Moment schon erlegt und die Roten zu 99%  in der nächsten Runde des Verbandspokals. Zu souverän zeigten sich die Roten, die das Geschehen annähernd die ganze Spielzeit beherrschten und nur wenige Gäste-Chancen zuließen. Und wenn doch einmal ein Uerdinger Akteur zum Abschluss kam, zeigte sich Keeper Lenz glänzend aufgelegt. Vor dem Spiel hatte ich, eine 50/50-Chance gesehen, mit kleinem Vorteil für meinen Herzens-Club, denn das psychologische Momentum gehörte sicherlich dem RWE, während der KFC 05 einen andauernden Negativlauf durchmacht. Und die Roten gaben von Anfang an den Ton an. Fußball läuft nicht immer logisch ab, nicht immer gewinnt das stärkere Team, aber an diesem Abend war das so und das war auch nur gerecht. Verdammt, es macht derzeit so unglaublich Bock dieser rot-weissen Elf, Zwölf, Dreizehn, … Zwanzig – denn man kann keinen Spieler des Kaders ausnehmen – zuzusehen!! Jeder RWE-Anhänger im Stadion genießt das in vollen Zügen und jeder wird beim nächsten Heimspiel wieder anwesend sein, um die Mannschaft hoffentlich wieder siegen zu sehen. Man ist immer noch geneigt vorsichtig zu sein, mag der neuen Qualität nicht recht trauen. Die Saison ist noch jung und der Verein hat gelehrt demütig zu sein. Zu sehr geprägt haben die letzten Jahre, aber das zarte Pflänzlein der Hoffnung wächst, und mit diesem der Glaube, dass es in dieser Saison wirklich möglich ist, ernsthaft um den Aufstieg mitzuspielen.

Mittwoch, 04.09.2019, 19:30

deutschland

ESV Blau-Weiß Düsseldorf vs TuS Homberg 3:4

Eisenbahner-Stadion am Flinger Broich, 22 Zuschauer, Kreispokal Düsseldorf 1.Runde
Am Flinger Broich, unweit des Paul-Janes-Stadion, Keimzelle der Düsseldorfer Fortuna, befindet sich die ziemlich schrullige Spielstätte des Eisenbahnersportverein Blau-Weiß Düsseldorf. Die einzige Zufahrt führt durch eine enge Eisenbahn-Unterführung, was schon eine spezielle Atmosphäre verleiht. Schmuckstück der Anlage ist eine alte Tribüne, wie es sie in dieser Bauweise vermutlich nirgendwo sonst geben wird. Annähernd unbeschreiblich, das Ding. Auf Kreisliga C-Niveau wird hier geknüppelt, was irgendwie auch zum gesamten Szenerie passt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass  die Situation des Vereins recht perspektivlos ist. Das keine Bratwurst auf einem schmoddrigen Rost umgedreht wird, kommt ja schon mal vor. Aber das es nicht einmal einen Ausschank gab, war schon recht befremdlich. Aber für wen auch, denn als ich verkehrsbedingt einige Minuten nach Anpfiff um die Ecke bog, erblickte ich nicht viel mehr als 20 Augenpaare. Beim genauen Hinsehen, wusste ich nicht ob ich ich einen Lach- oder einen Weinkrampf bekommen sollte, denn über die Hälfte der Anwesenden waren der Hopping-Gilde zuzurechnen, unter anderem Schnitzer-Herausgeber Stefan und die üblichen Verdächtigen aus der Landeshauptstadt. Schon etwas krank und ich war mir vorher eigentlich ziemlich sicher, hier ‚alleine‘ zu sein. Unterhaltung war aber willkommen, denn was unten auf dem roten Rasen abgeliefert wurde, entsprach den Befürchtungen. Der Gast aus der B-Liga konnte auch keine Glanzpunkte setzen und so lebte die Partie allein von der Spannung. Die Eisenbahner kämpften sich nach 0:2-Rückstand in die Partie, drehten diese gegen durch Verletzung eines Spielers in der zweiten Hälfte dezimierte Gäste, die ohne(!) Auswechselspieler angereist waren, (der ESV hatte sage und schreiben einen Mann auf der Bank) und verloren am Ende dennoch. Der späte Siegtreffer für Homberg, nicht der Duisburger, sondern der Ratinger Stadtteil mit gleichem Namen, wurde wohl am meisten von der Hopper-Gilde bejubelt, denn so kam man um das zweifelhafte Vergnügen einer Verlängerung herum.

Sonntag, 01.09.2019, 17:00

oesterreich

FK Austria Wien vs SK Rapid Wien 1:3

Franz-Horr-Stadion, 14.615 Zuschauer, Bundesliga

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Wiener Derby also. Nachdem das Franz-Horr-Stadion grundlegend umgebaut wurde, war ein Besuch am Verteilerkreis ja mal wieder angebracht. Der Ausbau der Hütte ist dann auch gar nicht so schlecht gelungen. Auf drei Seiten verfügt das Stadion nun über doppelstöckige Tribünen und hebt sich durch den klaren Bruch zur Haupttribüne, die im alten Zustand verblieben ist, deutlich von den Einheits-Arenen von der Stange ab. 328 Mal trafen beide Teams bereits aufeinander. Ob das nun der Grund war, dass dieses Spiel nicht ausverkauft war oder doch eher der maue Start der Gastgeber in die Saison? Eine Mischung aus beidem dürfte es wohl sein  und dennoch ist und bleibt diese Spielpaarung die interessanteste und brisanteste des Landes. Die Ostkurve um die Fanatics ließ sich nicht lumpen und zeigte zu Beginn jeder Spielhälfte eine recht aufwändige Choreo. Als Intro wurde eine  Blockfahne über die gesamte Hintertor-Tribüne herunter gelassen, welche groß das Wappen und das Gründungsjahr des Vereins zeigte. Ein Spruchband mit einem Treueschwur rundete die Aktion ab. Nach dem Einholen der Blockfahne wurde im Unterrang noch mit Luftballons in den Clubfarben gewedelt. Rapid beantwortete die Aktion mit einer massiven Fackel-Show. Das Austria-Team präsentierte sich dann dem Tabellenstand entsprechend etwas unorganisiert in der Defensive, was in der frühen Gäste-Führung mündete. Mit einem katastrophalen viel zu kurzen Rückpass auf den Torwart brachte Rapid die Austria aber wieder ins Spiel und beide Teams agierten dann auf Augenhöhe. Gegen Ende des ersten Durchgangs kamen die Grün-Weißen wieder auf und nur der Pausenpfiff rettete die Austria vor neuerlichem Rückstand. Zur zweiten Spielhälfte zeigte die Austria-Kurve im Oberrang eine Blockfahne, auf der in großen Lettern „In Wien nur wir“ zu lesen war. Im Unterrang wurde ein Transparent hochgezogen, dass zentral einen symbolisch nach den Gästen greifenden Sensenmann zeigte, der vom Vereinswappen und vom Emblem der Ostkurve flankiert wurde. Alles war in schwarz-weiß gehalten und Rauch-Töpfe in ebensolchen Farben wurden als Untermalung gezündet, noch unterlegt von ein paar Fackeln. Kurz danach erzielte Rapid dann auch den erneuten Führungstreffer. Die Gastgeber mühten sich dann vergeblich um Torgefahr, da fehlt es ganz offensichtlich einfach an Qualität und das Team wird es sehr schwer haben, sich für die Meisterrunde zu qualifizieren. Rapid machte in der Schlussminute den Deckel drauf. Vorab gab es von Seiten der Gäste pünktlich zur Rapid-Viertelstunde Pyro-Runde Numero Zwo. Stimmungsmäßig wurde der Support nicht neu erfunden, aber es gab von beiden Seiten immer wieder ganz starke Phasen. Austria ist in der Masse etwas unterlegen, konnte aber durch Mobilisierung des gesamten Unterrangs doch ganz gute Lautstärke erzielen. Der Gästeblock kam bis auf die Anfangsphase eher solide rüber. Nach dem Abpfiff entluden sich dann die Emotionen auch auf handfeste Art und es wurde sehr deutlich, dass zwischen den Anhängern der Vereine kein Spielraum für Mäßigung besteht. Sowohl im als auch außerhalb des Stadions kam es zu Auseinandersetzungen bei denen die Ordnungsmacht nur selten den Eindruck vermittelte, Herr der Lage zu werden. Auch als ich irgendwann den Rückweg zum Hotel eingeschlagen hatte, waren immer wieder Blaulicht und Sirenen zu bemerken – da schien es noch reichlich Nebenschauplätze zu geben.

Sonntag, 01.09.2019, 10:30

oesterreich

SK Hütteldorfer AC Slovan vs FV Austria XIII 2:0

Slovan-Platz Hütteldorf, 250 Zuschauer, Wiener Stadtliga
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So richtig groß war die Auswahl für ein Spiel am Vormittag nicht. Es führte mich dann nach Hütteldorf, wo der Slovan HAC dem Fußballsport nachgeht. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um einen slowakisch geprägten Verein. Demensprechend hört auch der halbe Kader auf die Endung ‚ic‘ und slawische Wortfetzen ließen sich an jeder Ecke vernehmen. Die sehr funktionelle Anlage mit einer kleinen Stehtraverse auf einer der Geraden wird mir nicht nachhaltig in Erinnerung bleiben. Lediglich das Vereinsheim mit einem kleinem angrenzenden Biergarten vermittelt etwas Charme. Slovan konnte das Topspiel konnte das Topspiel verdient für sich entscheiden und damit die Tabellenführung in der noch jungen Saison ergattern.

Samstag, 31.08.2019, 16:00

tschechien

MSK Breclav vs Slavoj TKZ Polná 1:4

Stadion MSK Breclav, 80 Zuschauer, Moravskoslezská fotbalová liga Divize D

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Als vor ein paar Wochen die Anstoßzeit für das Wiener Derby festgelegt wurde und ich die Flüge nach Wien schnappte, spekulierte ich so ein bisschen darauf, dass der ethnisch beeinflusste Brisanz-Kick zwischen DAC und Slovan Bratislava auf Samstag-Abend terminiert würde. Das hätte vorausgesetzt, dass Slovan irgendwann mal aus der Europacup-Quali ausscheidet, was aber nicht passierte und die besagte Partie dementsprechend auf Sonntag-Abend, annähernd zeitgleich zum Wiener Derby angesetzt wurde. Das hieß nun, sich nach einer Alternative für den Samstag umzusehen und so richtig schmeckte mir nichts, bis ich auf die unteren Klassen Tschechiens schielte und mir das Spiel in Breclav ins Auge fiel. Dort steht nämlich ein recht eigentümliches kleines Stadion, das auf der imaginären Wunschliste notiert war. Mit dem Zug kommt man in einer guten Stunde von Wien nach Breclav. Oder Lundenburg, wie der Ort unter deutscher Herrschaft hieß. Das Stadion des örtlichen Viertligisten ist wohl ziemlich einmalig. Während eine Hintertor-Seite ohne Ausbau daher kommt, befinden sich auf der anderen ein paar Stufen und ein dreireihiges Stahlgestell mit darauf montierten Sitzschalen und eine nicht mehr betriebene, große elektronische Anzeigetafel. Auf einer Längsseite steht eine alte Sitztribüne mit kultigen Holz-Klappsitzen. Der wahre Hingucker befindet sich aber gegenüber auf der Hauptseite. Dort steht ein einsames doppelstöckiges, überdachtes Tribünenelement, das völlig fehlplatziert wirkt. Der Oberrang lehnt sich beinahe auf das Giebeldach des dahinter befindlichen Warmgebäudes auf. Was hatte man hier vor? Man hat doch kaum allen Ernstes ein ganzes Stadion in diesem Stil hierhin setzen wollen, für einen Verein, der nie höherklassig gespielt hat. Ist es ein Prototyp? Eine Art Musterstück? Auf jeden Fall verleiht es dem Ground eine einzigartige Optik. Da trat der sportliche Aspekt völlig in den Hintergrund. In einem soliden Spiel konnte die Gastmannschaft einen etwas zu hohen Sieg einfahren.

Mittwoch, 28.08.2019, 19:30

deutschland

SG Freren vs SV Concordia Emsbüren 4:1

Waldstadion, 150 Zuschauer, Bezirksliga Weser-Ems Gruppe 3
Mit Beginn der Woche wurde der Sitz meines Arbeitsplatzes von Essen nach Velen im Westmünsterland verlegt. Was für den Arbeitsweg zunächst mal einen erhöhten Aufwand bedeutet, eröffnet für das Hobby neue Möglichkeiten. So wurde dem Ortswechsel auch direkt mal ein Sinn gegeben und nach Feierabend die Samtgemeinde Freren angesteuert. Samtgemeinde, schon oft gehört, schon oft berührt, aber nie gewusst, was es bedeutet. Samtgemeinden sind ein spezielles Niedersachsen-Ding. Ein Verbund von Gemeinden führt zentral Aufgaben und Funktionen aus, ohne dass jede beteiligte Gemeinde ihre Eigenständigkeit verliert. So viel zum Thema ‚unnützes Wissen‘. Leider gab es auch hier wieder keine Eintrittskarte für die Sammelleidenschaft – ein Trend, der sich in den unteren Klassen mehr und mehr durchsetzt. Im Bezirksliga-Duell trafen sich zwei eher schwach in die Liga gestartete Teams. Nach ausgeglichener Anfangsphase rissen die Gastgeber mit dem Führungstreffer aber das Spiel an sich. Kurz nach der Pause fiel der zweite Treffer für Freren, der aber mit dem sofortigen Anschlusstreffer beantwortet wurde. Nun entwickelte sich eine spannende und gut anzuschauende Partie, in der die Gäste immer stärker wurden, denen aber in der Schlussphase nach zwei erfolgreichen Kontern der Heim-Mannschaft die Grenzen aufgezeigt wurden. Das Waldstadion verfügt über eine überdachte Sitztribüne, die rechts und links von Stehtraversen flankiert wird. Auf den übrigen Seiten befindet sich kein Ausbau. Die Anlage weist damit einen für das Emsland und umliegende Regionen typischen Stil auf. Dort verfügen viele Plätze über eine mehr oder weniger große Tribüne und ähneln damit den Anlagen des niederländischen Amateur-Fußballs. Im Gegensatz zu den kleinen Stadien des Nachbarlandes, die ja oft sehr aufgeräumt und funktionell wirken, sind diejenigen auf der guten Seite der Grenze aber meist idyllischer gelegen und haben einen eigenen Charakter.