Essen – So., 26.07.2026, 13:00

Rot-Weiss Essen vs SpVg Schonnebeck 6:1

Willi-Lippens-Platz, 50 Zuschauer, Testspiel
Irgendwann im Laufe der Woche wusste ein Mitglied unseres inneren RWE-Zirkels zu berichten, dass der glorreiche RWE an diesem Sonntag ein Testspiel gegen die Schonnbecker ‚Schwalben‘ auf dem zwischen Stadion und Auto-Kino gelegenen ‚Willi-Lippens-Platz‘ austragen würde. Dieser ist vorrangig Trainingsplatz und wird selten für den Spielbetrieb genutzt. Da ich dort vor bestimmt zehn Jahren überhaupt erst ein Spiel gesehen hatte und die ausgelatschten paar Stufen vor drei Jahren einer überdachten Tribüne, die wahlweise zum Stehen oder Sitzen genutzt werden kann, gewichen waren, kam mir die Ansetzung durchaus gelegen. Knackpunkt am heutigen war, dass sich die beiden Vereine – wie schon vor Jahresfrist beim Vergleich mit der Fortuna aus der Domstadt – auf einen geheimen Test unter Zuschauerausschluss geeinigt hatten. Warum das bei dieser unaufgeregten Spielpaarung so sein sollte, wird ein Geheimnis bleiben. Auch die Frage, warum der Platz überhaupt aufgepimpt wurde, wenn man niemanden dort haben will, sei noch erlaubt. Die Herausforderung nahm ich jedenfalls an und nachdem ich die knapp sechs Kilometer mit dem Drahtesel hinter mich gebracht hatte und eine halbe Stunde vor dem Anpfiff eintraf waren schon die üblichen 15 Leute zugegen, die von solchen Veranstaltungen immer Wind kriegen und nach Zutritt lechzen. Fehlte nur noch der Türöffner.
Nachdem Ex-Trainer und Aufsichtsrat-Mitglied Wrobel noch mit Verweis darauf abwinkte, dass er sich nicht in die Vereinbarung der beiden Vereine einmischen möchte, nahte kurz vor Anpfiff die Rettung in Person von Sportdirektor Steegmann, der sich unserem Anliegen offen zeigte und Zutritt zur Anlage gewährte. Auf dem Spielfeld war zunächst kein großer Klassenunterschied zu erkennen. Der Oberligist hielt im ersten Durchgang wacker mit, der RWE erzielte dennoch zwei Tore, der traumhafte Treffer vom Strafraum-Eck in den Giebel durch Neuzugang Dardari, Nationalspieler Luxemburgs, soll gesonderte Erwähnung finden. Nach dem Seitenwechsel konnten den ‚Schwalben‘ nach einer unglücklichen Abwehr-Aktion der Roten den Anschluss erzielen, schienen damit aber die Büchse der Pandora geöffnet zu haben. Noah Pesch, von der älteren in der Bundesliga spielenden Borussia gekommen, schnürte binnen vier Minuten den Hattrick und vorentschied die Partie damit im Alleingang. Der abgestaubte Schlusspunkt durch Strafraum-Monster Marek Jansen war nur noch Kosmetik.