Sundern – Mi., 05.08.2026, 19:00

TuS 1886 Sundern vs Sportfreunde Siegen 0:7

Röhrtal-Stadion, 952 Zuschauer, Westfalenpokal 1.Runde
Vor einigen Jahren besuchte ich im Sunderner ‚Röhrtal-Stadion‘ bei herbstlichen Temperaturen unter der Woche die Kreispokal-Partie gegen den Verein aus dem benachbarten Sunderner Ortsteil Langscheid. Eigentlich ein Derby, aber es kamen dennoch nur gut 100 Zuschauer. Daher ergriff ich die Gelegenheit, dort nochmal eine Partie auf höherem Niveau vor größerer Kulisse zu schauen, auch wenn dafür erst der spontane Anstoß eines regelmäßigen Reisegenossen her musste, der mich mitnahm an den Sorpesee. Eine gut vierstellige Kulisse kam dann zusammen bei diesem Erstrunden-Spiel des Westfalenpokals. Aus dem Siegerland war auch die aktive Szene zugegen, die trotz des eher langweiligen Spielverlaufes die Kraft und Motivation aufbrachte, ihre Helden über die gesamte Spielzeit anzufeuern. Die Sportfreunde gelten als einer der Aufstiegsfavoriten der Regionalliga West, auch wenn das erste Saisonspiel am vergangenen Wochenende bei Aufsteiger Westfalia Rhynern verloren ging. Heute wollte das Team gegen einen Landesligisten seiner Favoritenstellung gerecht werden und erzielte gegen zu respektvolle Hausherren den frühen Führungstreffer. Nur kurz darauf lag der Ball aber im Sportfreunde-Netz. Die TuS hatte den vermeintlichen, schnellen Ausgleich erzielt, doch der Linienrichter hatte Einwände. Auch danach zeigte sich die Abwehr der Siegerländer noch unsortiert und ein Treffer für die Gastgeber war möglich. Mit zunehmender Spielzeit konnten die Sportfreunde die Partie aber beruhigen und mit dem zweiten Treffer nach einer halben Stunde und Tor Numero Drei mit dem Pausenpfiff war die Wiese dann auch gemäht. Die weiteren Treffer waren eher Kosmetik und in der Schlussphase geriet das Resultat dann gegen tapferer Sauerländer auch etwas zu deutlich.

Oberzissen – Sa., 01.08.2026, 15:30

SV Oberzissen vs SV Eintracht Mendig 3:0

Stadion Im Bröhl, 228 Zuschauer, Rheinlandpokal 1.Runde
Im Westen Deutschlands sind früh in der Saison Pflichtspiele noch immer dünn gesät. Dankbar nahm ich daher zur Kenntnis, dass der Rheinlandpokal in die erste aufgeblähte Runde ging. Unter nicht weniger als 52 Spielen war dann auch erwartungsgemäß was Brauchbares zu finden. Im 1000-Seelen-Ort Oberzissen, in der sogenannten Rhein-Ahr-Eifel gelegen, trafen zwei Bezirksligisten aufeinander. Die kleine Sportanlage hat durchaus Charme, auch wenn den Zuschauern nur auf einer Seite die Sicht auf das Geschehen genehmigt ist. Ein paar begrünte Stufen mit Sitzbänken und Stehtischen wurden in die Naturtribüne gezimmert und am Ende der Geraden befindet sich das Sozialgebäude mit aufgesetztem Clubheim. Da aus Mendig kaum Interessierte angereist zu sein schienen, war demnach ein Fünftel des Dorfes zugegen – support your local football club! Zumindest wenn man etwas romantisch voraussetzte, dass niemand aus einer Nachbargemeinde angereist war. Die Gastgeber spielten von Beginn an überlegen und ließen nie einen Zweifel daran, welches Team die zweite Pokal-Runde erreichen würde.

Leverkusen – Sa., 01.08.2026, 11:00

Bayer 04 Leverkusen vs Rot-Weiss Essen 3:0

Ulrich-Haberland-Stadion, 2.500 Zuschauer, Testspiel
Und wieder ein rot-weisses Testspiel, bei dem ich eigentlich nicht hätte sein dürfen. Da das Spiel im kleinen ‚Ulrich-Haberland-Stadion‘ im wahrsten Sinne des Wortes im Schatten der ‚BayArena‘ stattfand und Fantrennung dort nicht gewährleistet ist, wurden dem Gastverein Rot-Weiss Essen aus „organisatorischen Gründen“ keine Tickets zur Verfügung gestellt. Dass die Ultra-Fraktion des glorreichen RWE freundschaftliche Kontakte zu jener des ‚Effzeh‘ aus der Domstadt pflegt, also zum Erzrivalen der Bayer-Gemeinde, mag einen Ausschlag gegeben haben. Nun denn, die Hürde war nicht wirklich hoch und nach all den Jahren ist man ja auch gut genug vernetzt, um zwei Minuten nach Bekanntwerden dieser Restriktion dennoch eine Ticketzusage im Postfach zu wissen. An dieser Stelle sei ein herzlicher Dank an Marius gesendet. Dieser wurde dann auch auf dem Weg zum Stadion eingesammelt, weil ein paar hundert Meter Fußweg an diesem Morgen offenbar zu viel des Guten bedeuteten. Die verschiedenen Evolutionsstufen des kleinen Stadions habe ich nun in weiten Abständen miterlebt. In den 90ern stand ich – soweit ich mich erinnere, muss aber nicht stimmen, ist lange her – noch auf einem begrünten Wall, um den WSV bei der Zweiten von Bayer 04 in der Oberliga, damals noch drittklassiges Niveau, verlieren zu sehen, Anfang der 10er Jahre war ich laut meiner Stadion-Liste noch mal dort, da hatten sich schon befestigte Ränge und eine mit Planen als Wetterschutz gedeckte, traurige, kleine Stahlrohr-Sitztribüne etabliert. Ich habe keine Ahnung mehr, welches Spiel ich da gesehen habe (Edit: tief in der Spiele-Liste habe ich ein trostloses 0:0 des glorreichen RWE bei der Bayer-Zweitvertretung vor nicht einmal 1.000 Zuschauern gefunden).
Mittlerweile steht hier nun also ein brauchbares Amateurstadion, was mangels zweiter Mannschaft stattdessen von der U19 und der Damen-Bundesliga-Elf bespielt wird. Von mir persönlich nicht erwartet, waren ganz schön viele Zuschauer gekommen, um sich diesen Bums anzusehen. Trotz des offiziellen Gäste-Verbots blickte ich auch in einige von der Hafenstraße bekannte Gesichter – dieses lächerliche Verbot war halt auch Blödsinn. Zum Spiel selbst kann ich nicht viel sagen, spätestens nachdem die ‚Werkself‘ recht früh mit zwei Treffern führte, wurde der Kick einfach nur verlabert. Die Roten traten auch nur mit dem zweiten Anzug, da am Nachmittag ein weiteres Testspiel, sinnloserweise wiederum komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit, anstand. Die Generalprobe gegen den eher auf Augenhöhe anzusehenden ambitionierten Regionalligisten aus Sandhausen sollte für die Erprobung des Ernstfalles genutzt werden, so dass im lockeren Geholze gegen die Pillendreher nur die vermutliche B-Elf aufgeboten wurde, denen die Bayer-Elf ihre Grenzen aufzeigte.