
SV Ried vs Rot-Weiss Essen 3:0
Innviertel-Arena, 1.500 Zuschauer, Testspiel

Rot-Weiss Essen international! Nach dem Ausflug nach Edinburgh im letzten Jahr wurde erneut ein Testspiel bei einem ausländischen Gastgeber ausgetragen. Der Hintergrund war dieses Mal aber kein historischer, sondern die räumliche Nähe zum diesjährigen Trainingslager im Niederbayrischen, dessen Abschluss diese Partie bildete. Grund genug, eine kleine Tour drumherum zu basteln und als Headquarter wurde Passau auserwählt. Am Spieltag beförderte uns der Schienen-Regionalverkehr in den Innkreis, wobei der zweite Teil der Strecke mit einen mehr als 30 Lenze zählenden Dieseltriebwagen absolviert wurde, der mich vor dem geistigen Auge in meine Modellbahn-Ära im Kindesalter zeitreisen ließ. Der von der anreisenden rot-weissen Ultra-Szene ausgerufene Treffpunkt stellte sich als unmittelbar benachbart zur Rieder Szene-Kneipe heraus. Das gefiel den Dorf-Wachtmeistern nicht so gut und stattdessen wurde ein außerhalb des Ortskernes gelegener Biergarten zugewiesen. Vor eineinhalb Dekaden war ich schon einmal zu Besuch beim SV Ried und nach meinem Erachten hat sich an dem kleinen ziemlich gesichtslosen Stadion nicht viel bis rein gar nichts verändert. Es ist halt so ne kleine funktionale Arena ohne besondere Merkmale, für einen kleinen Verein wie den SV Ried passt das schon. Ried ist nicht Edinburgh. Die Zugkraft des letztjährigen Events, der im Spektrum der rot-weissen Testspiele in naher Zukunft wohl schwer zu überbieten sein dürfte, hatte der Kick heuer natürlich bei Weitem nicht.
Besonders war es natürlich dennoch, dem eigenen Verein über die Landesgrenze zu folgen zu dürfen und insgesamt waren etwa 350 bis 400 Leute dieser Verlockung erlegen. Auch einige befreundete Anhänger aus dem violetten Teil Wiens hatten den Weg quer durch ihr Land auf sich genommen. Optisch wurde nichts geboten außer etwas reduzierter Zaunbeflaggung. Gut die Hälfte der RWE-Gemeinde nahm den Gäste-Steher ein und supportete aktiv, der Rest verteilte sich auf die Hintertor-Sitzer und die Haupttribüne. Die Rieder Fanszene war unorganisiert anwesend und verzichtete auf jedwede optische und akustische Unterstützung, wenn man von ein paar Anfeindungen gegen Ende des Spiels absieht. Einen großen Leistungsunterschied hätte ich zwischen einem durchschnittlichen österreichischen Bundesligisten und einem ambitionierten deutschen Drittligisten nicht erwartet. Und dennoch entwickelte sich der Kick zu einer recht einseitigen Geschichte, keine Ahnung ob das an einer kompletten Fehleinschätzung meinerseits oder an schweren Trainingslager-Beinen der Roten lag. Im ersten Durchgang ging es jedenfalls fast ausschließlich in Richtung Gäste-Tor und die 1:0-Halbzeit-Führung war bei mehr als einem halben Dutzend dicker Chancen für die Gastgeber inklusive zweier Lattentreffer so verdient wie zu niedrig. Der zweite Durchgang verlief etwas ausgeglichener, aber weiter mit Vorteilen für die Platzherren. Während der glorreiche RWE aber keine seiner wenigen Möglichkeiten nutzte, trafen die Rieder doppelt und bescherten dem Spiel ein gerechtes Ergebnis. Eine genauere Analyse bleibt von meiner Seite allerdings offen, da die Partie mit fortschreitendem Verlauf irgendwie immer mehr im Rieder Bier versank…













