Kruft – Fr., 24.09.2021, 19:30

DJK Alemannia 1921 Kruft/Kretz vs SC Niederzissen 7:0

Vulkanstadion, 60 Zuschauer, Kreisliga B Rhein/Mayen
Seit ich irgendwann mal ein Bild vom Krufter Vulkanstadion sah, hatte ich im Auge, ob es dort mal für einen Spielbesuch passt. Ist ja gar nicht so wild, das kleine Stadion, aber es hat mit der langen überdachten Stehtribüne durchaus seinen Charme. Im Rahmen einer kleinen Kegeltour nach Koblenz (ja, ich habe neben dem Fußball tatsächlich noch andere Interessen und nicht mein ganzes Leben dem runden Leder verschrieben) konnte ich meine Mitreisenden nun zum abendlichen Ausflug nahe Kruft bewegen. Mit der Bimmelbahn ist der Ort von Koblenz aus ganz gut angebunden und vom kleinen Haltepunkt – der eher einem Erdhügel gleicht – des Ortes, braucht man tatsächlich nur die Straße zu queren, um den Eingang der Spielstätte zu passieren. Dort sahen wir von der Heimmannschaft ein überdurchschnittliches Kreisliga B-Spiel. Die Alemannia hat durchaus fähige Spieler in den eigenen Reihen, die den Gästen auch ordentlich einschenkten.

Bottrop – Mi., 22.09.2021, 19:30

SV Fortuna Bottrop 1932 vs Rot-Weiss Essen 0:6

Sportplatz Rheinbaben, 1.000 Zuschauer, Niederrheinpokal 1.Runde
Fortuna Bottrop hieß der Erstrundengegner des glorreichen RWE, was mir den Besuch einer für mich neuen und ganz brauchbaren Anlage ermöglichte. Ein durchaus rares Erlebnis im näheren Umfeld um mein Headquarter – soviel Sehenswertes gibt es da nicht mehr. Die Fortuna-Mitglieder legten sich ordentlich ins Zeug und man hatte den Eindruck, dass beinahe der ganze Verein zum Gelingen dieser Veranstaltung beitrug. Und die Organisation war für die 1.000 Zuschauer auch wirklich gut. Weder am Eingang, noch beim Catering musste man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Ist ja mittlerweile schon was Besonderes, dass das Heimrecht nicht gedreht wird und in diesem Fall auch sicherlich nur der Tatsache geschuldet, dass Bottrop kein vermintes Gebiet ist, denn die Stadt gehört zu einem guten Stück zum Einzugskreis des rot-weissen Publikums. Ist ja auch wirklich traurig, dass selbst im Verbandspokal ständig Heimrechte getauscht werden und Spiele, welche für die unterklassigen Gegner ein absolutes Highlight bedeuten, vor magerer Kulisse im Stadion des Favoriten ausgetragen werden müssen, um auch nur die kleinste Gefahr eines Scharmützels mit feindlich Gesinnten zu unterbinden. Trotz drückender Überlegenheit dauerte es eine Weile, bis der erste Treffer gegen den tapfer kämpfenden Bezirksligisten erzielt wurde, da der Schnapper in der ersten halben Stunde einige Dinger richtig gut entschärfte. Letztlich wurde es aber der zu befürchtende deutliche Sieg.

Bocholt – So., 19.09.2021, 15:30

1.FC Bocholt vs SSVg Velbert 02 1:1

Stadion am Hünting, 1.100 Zuschauer, Oberliga Niederrhein
Da ich nach langen tristen Monaten mal wieder Bock hatte, eine Frituur anzusteuern, hatte ich mir einen einigermaßen Grenznahen Tagesausflug in die Niederlande und nach Belgien gebastelt. Keine zwei Minuten nach dem Start von der eigenen Haustür, überkamen mich aber Zweifel ob des Gegenwertes für den zu betreibenden Aufwand. Eine durchaus bekannte Gefühlslage, die zwar selten, aber doch immer wieder mal auftritt und im spektakulärsten Fall auch schon dazu geführt, dass ich auf dem Weg zum Flughafen umgedreht bin und einen Wochenend-Trip habe sausen lassen. Lust auf Fußball war aber definitiv da und so entschied ich mich spontan, den Zielradar auf Bocholt einzustellen, wo das Oberliga-Topspiel gegen Velbert angestoßen wurde. Der letzte Besuch am Hünting ist schon lange her und diese schöne Spielstätte mit den Naturrängen wurde ja vor ein paar Jahren seiner großen Tribüne beraubt. Im letzten Jahr wurde ein Tribünen-Neubau fertig gestellt, der nicht so beeindruckt wie das alte Gebäude, aber dennoch ein stimmiges Bild abgibt. Zum 1.FC Bocholt sind ja zur aktuellen Saison die RWE-Urgesteine Kevin Grund und Marcel ‚Platzo‘ Platzek gewechselt, zwei Akteure, die immer authentisch waren und für den glorreichen RWE alles gegeben haben. Deren Wirken in Bocholt beobachte ich mit Interesse und dann kann man sich auch mal selber ein Bild machen.
Mehr als 1.000 Leute, darunter eine Busladung aus dem Bergischen, hatten das Spiel zum Ziel, keine üble Kulisse für einen fünftklassigen Kick. Während man auf Gästeseite ein Dutzend Leute um die bekannten Zaunfahnen ab und an mal vernahm, war es auf Bocholter Seite zunächst sehr ruhig. Erst mit zunehmendem Bier-Konsum wurde eine Hand voll Fans in der oberen linken Ecke der Tribüne aktiver. Die Gastgeber spielten eine richtig starke erste Hälfte und gingen durch Platzo auch verdient in Führung, versäumten es aber diese auszubauen. Die beste Chance hatten aber die Gastgeber, die in einer einzigen Situation zwei Mal die Querlatte und ein Mal den Torpfosten bemühten – eine unfassbare Szene, die es auch nur ein Mal im Jahrzehnt zu sehen gibt. Nach dem Seitenwechsel wurde die schlechte Chancenauswertung umgehend mit dem Ausgleich bestraft, der zu diesem Zeitpunkt noch überraschend kam, den sich die SSVg aber im weiteren Spielverlauf durchaus verdiente. Dennoch bleibe ich dabei, dass trotz leichter Startprobleme die Meisterschaft nur über den 1.FC Bocholt laufen kann, der lange Zeit eine ganz starke Leistung abrief. Nach dem Spiel hüpfte ich dann noch kurz über die nur wenige Kilometer entfernte Grenze, um das Verlangen nach frittierten Nahrungsmitteln zu befriedigen.

Essen – Fr., 17.09.2021, 19:30

Rot-Weiss Essen vs FC Schalke 04 U23 1:0

Stadion Essen, 10.000 Zuschauer, Regionalliga West
Die Reserve des Vereins aus der verbotenen Stadt gab die Visitenkarte an der Hafenstraße ab. Natürlich hat so ein Spiel nicht im entferntesten die Brisanz eines Duells mit der Ersten, aber die Abneigung reicht auch so noch vollkommen aus. Der Trainer der Gäste hatte vor dem Spiel schön tiefgestapelt, aber das ganze Geseier vor den Spielen ist ja auch nur Kokolores. Wichtig is aufm Platz! So spielten die Blauen auch erst einmal ganz ordentlich mit, allerdings – bis auf eine Situation – ohne wirklich zwingend zu werden. Die Roten übernahmen dann das Zepter und es war dem Kapitän vorbehalten mit einer schönen Direktabnahme die Kirsche zum Führungstreffer in die Maschen zu nageln. In der verbleibenden Spielzeit bis zum Halbzeit-Stauder hätte zwingend das zweite Tor fallen müssen, aber der RWE blieb sich dem bisherigen Saisonverlauf treu und vergab gute Möglichkeiten. Was sich auch im zweiten Durchgang nicht änderte. Mindestens zwei oder drei Dinger hätten da einfach drin sein müssen. Die Hintermannschaft steht zwar insgesamt bombenfest, aber mit so einer dünnen Führung im Rücken läuft man ja immer Gefahr mal ein (un)glückliches Ding des Gegners zu fangen. War aber heute nicht so und der glorreiche RWE fuhr den nächsten Dreier ein.

Münster – Di., 14.09.2021, 19:00

SC Preußen Münster vs Rot-Weiss Essen 2:3

Preußenstadion an der Hammer Straße, 7.500 Zuschauer, Regionalliga West
Mehr als 11 Jahre lag der letzte Besuch an der Hammer Straße zurück. Damals kassierte der RWE bei den Preussen eine deutliche 0:4-Klatsche. Es ist nicht die ganz große Rivalität, aber da man ja eine Zeit lang mehrfach die Klingen kreuzte (by the way… wo ist eigentlich das Münsteraner Richtschwert hin?), liegt sicherlich eine gewisse Brisanz über diesen Duellen. 800 Karten gingen nach Essen und das Preußenstadion meldete mit 7.500 Besuchern ausverkauft nach Covid-Bedingungen. Ich fuhr vom Arbeitsplatz im Westmünsterland direkt nach Münster und wartete dann vor dem Away-Sektor noch auf einen Kollegen. Ich war schon recht überrascht, welche Leute an mir vorbeiliefen und aus den ankommenden Bussen ausstiegen. Da waren Gesichter dabei, die ich schon recht lange nicht mehr im RWE-Umfeld gesehen hatte und die stark motiviert erschienen. Die Preussen-Kurve startete mit einer kleinen Choreo in die Partie. Nichts Wildes, das Vereinswappen wurde von kleinen Schwenkern flankiert, aber eben doch schön in unseren Breiten überhaupt mal wieder normale Fankultur optisch wahrnehmen zu können. Im Anschluss an die Choreo gingen dann auch zwei, drei Fackeln an. Die Stimmung auf Essener Seite war dann auch deutlich besser als ich es erwartet hatte. Zwar zeigen sich die Gruppen immer noch nicht wieder organisiert und auch die Gruppen-Banner fehlen weiterhin am Zaun, aber der Support erreichte schon wieder eine gute Qualität. Die Roten starteten ganz ordentlich in die Partie und erarbeiteten sich ein leichtes Übergewicht. Nach zwanzig Minuten fiel dann aber der zu dem Zeitpunkt eher überraschende Führungstreffer für die Gastgeber. Die rot-weisse Defensive hatte – wie schon in anderen Spielen zu beobachten – Probleme wenn es schnell ging und ein Konter durch die Zentrale führte für die Adlerträger zum Erfolg. Darf niemals fallen, dieses Tor. Keine zehn Minuten später dann beinahe eine Kopie des ersten Treffers. Wieder ging es schnell durch die Mitte und RWE-Schnapper Davari, starker Rückhalt in der letzten Saison, in dieser Spielzeit aber bis dato eher solide, hielt dann endlich mal wieder einen Hundertprozenter, der Ball fiel aber dem Preußenstürmer leider wieder vor die Füße und dieser staubte dankend ab. Bis zum Wechsel tat sich dann nicht mehr viel und mit der 0:2-Hypothek ging es in die Pause.
Es gab eigentlich wenig Grund zur Hoffnung, aber nichts ist im Fußball unbeständiger als die Vermutung über irgendeinen Spielverlauf. Mit Wiederbeginn wurde im Gästeblock erst einmal ordentlich gezündelt und die Fackeln und Blinker waren auf rot-weisser Seite noch nicht erloschen, da erstrahlte der Heimbereich auch schon in Grün. Sah auf beiden Seiten sehr gut aus. Ein Licht schien aber nur den Gästen aufgegangen zu sein, denn nach wenigen Minuten fiel der Anschlusstreffer und weitere zehn Minuten später der Ausgleich. So schnell kann es gehen und damit hatte sicherlich nicht nur ich nicht gerechnet. Nun gehörte die Spiel-Regie wieder dem glorreichen RWE und die Preussen verloren etwas den Faden. Als sich eigentlich alle langsam mit dem Remis arrangiert hatten, gelang den druckvolleren Rot-Weissen drei Minuten vor Ende der Spielzeit der Siegtreffer. Tollhaus Gästeblock. So emotionslos ich den Auswärtssieg in Wuppertal erlebt hatte, so sehr ging mir der Erfolg im Münsterland unter die Haut. Endlich wieder ein fast normales Fußballgefühl, endlich wieder Stimmung und Emotionen, endlich wieder Frust und Glück in einem Spiel vereint, hat schon irgendwie gefehlt. Die Münsteraner reagierten noch mal mit wütenden, aber planlosen Angriffen und hätte vielleicht einen Elfer bekommen können, aber die Pfeife blieb halt stumm. Der Rest war Jubel und das Wissen über einen ganz wichtigen Sieg im wohl schwersten Auswärtsspiel der Saison, der die Roten erstmal fett in der Spitzengruppe verankert. Auf Halbzeit eins und zwei, folgte aber noch Nummer drei. Diese bekam dann aber einen sehr unschönen Beigeschmack. Ich habe ja prinzipiell nichts dagegen, wenn es ein wenig Rahmenprogramm zu bestaunen gibt, solange die daran Interessierten das unter sich ausmachen. Der Grat ist aber übersprungen, wenn dabei Unbeteiligte zu Schaden kommen. Dieses war beim von Gäste-Seite ausgehenden Sturm des Heimbereichs auf der Gegengerade der Fall und das geht natürlich absolut überhaupt nicht, da gibt es auch keinen Diskussionsspielraum! Nicht nur für mich gibt das einem wunderbaren Fußball-Erlebnis einen faden Nachgeschmack, auf den ich gern verzichtet hätte. Auch außerhalb des Stadions herrschte dann relatives Chaos aus Polizei-Sirenen, durcheinander laufende und fahrende Polizei-Kräfte und einen ziemlich aufgebrachten Preußen-Anhang mit Rachedurst. An der altbekannten großen Kreuzung verharrte ich noch etwas in Voyeur-Position. Die Staatsmacht hatte erst große Mühe mit dem Heimanhang, diesen dann aber nach ein paar Minuten unter Kontrolle. Für die erkennbar Rot-Weissen, welche die Kreuzung auf dem Weg zu ihren Fahrzeugen passieren mussten, war es dennoch ein ziemlicher Spießrutenlauf und die eine oder andere Backpfeife wechselte die Seiten. Endlich wieder normale Leute!

Salzburg – Sa., 11.09.2021, 16:00

Salzburger AK 1914 vs SV Austria Salzburg 0:2

Sportzentrum Mitte, 900 Zuschauer, Regionalliga Salzburg
Die Rückfahrt von Dalmatien wurde gestückelt. Im Alter sind lange Strecken einfach zu anstrengend. Salzburg war eine Übernachtung wert, zum einen weil die Dame dort noch nie war, zum anderen weil in der Regionalliga das Derby zwischen dem SAK und der Austria angesetzt war. Nach Festungsbesichtigung – man hätte den Kick auch von der Festungsmauer schauen können – ging es also zum ältesten Salzburger Fußballverein, wie der SAK selbst gern betont. Vorher wurde der Corteo der Austria-Szene beäugt, der am Mozartplatz startete, und bei dem mit dem Abbrennen pyrotechnischer Erzeugnisse erwartungsgemäß nicht gegeizt wurde. Eine Passantin sprach mich an und frug, zu welchem Verein die Ultras gehören. Auf meine Antwort und den Hinweis auf die drittklassige Spielebene schaute sie etwas verwundert und meinte, es gäbe hier doch den Dosenclub in der ersten Liga. Mein verständnisloser Blick schien aber dann ihre Synapsen zu ordnen und sie merkte es selber – der Mensch ist halt lernfähig. Auch der SAK hatte vor wenigen Jahren noch eine kleine Szene, von dieser scheint aber nicht viel übrig geblieben zu sein. Außer zwei kleinen Bannern und ein paar dahinter postierten Halbstarken war nichts zu sehen und erst recht nichts zu hören.
Da sah es auf der anderen Seite natürlich besser aus. Ich denke, dass mehr als zwei Drittel der Anwesenden den Gästen zuzurechnen waren. Die Austria-Szene lieferte einen sehr ordentlichen Auftritt ab. Die Gegenseite mit den zwei Stufen bietet natürlich keine optimale Basis für einen Top-Support, daher war das Gebotene wirklich gut. 90 Minuten Dauersupport ohne wirkliche Schwächephase nötigt mir jedenfalls Respekt ab, erst recht vor dem Hintergrund dieser fürchterlich unattraktiven Regionalliga Salzburg, die an Langeweile ja kaum zu überbieten ist. Dauerhafter Fahneneinsatz, Dauergesang und immer wieder kleine Pyro-Aktionen gestalteten das Spiel kurzweilig. Kurz nach der Halbzeit wurde dem vor dem Gästeanhang tätigen Linienrichter bedingt durch die beengten Verhältnisse allerdings der Kittel etwas angesengt, was dieser natürlich beim Hauptschiedsrichter reklamierte. Was in Deutschland wohl zum Abbruch oder zur Räumung des Bereichs geführt hätte, hatte hier eine ernste Ermahnung durch den Sprecher zur Folge und dann wurde einfach weiter gefackelt. Mit Pyro geht man in der Alpenrepublik einfach viel relaxter um, als in unserem phantastischen Land und dennoch passiert in Österreich genauso wenig beim Pyro-Einsatz wie in Deutschland, wenn nicht sogar noch weniger. Unter der Festung gab es ein flottes Spiel zu sehen. Die lila-weiße Elf belohnte ihren Anhang gegen einen gar nicht so schwachen Tabellenletzten mit drei Punkten und bleibt dem Tabellenführer aus St.Johann im Nacken. In Salzburg nur die Austria!

Zadar – Mi., 08.09.2021, 16:30

HNK Zadar vs HRNK Zmaj Makarska 0:1

Stadion Stanovi, 150 Zuschauer, 3. Hrvatski nogometni liga Jug
An einem Mittwoch um 16.30 Uhr hat man in Kroatien natürlich nichts Besseres zu tun, als Fußball zu spielen. Der Zuschauerzahl war diese Anstoßzeit sicher nicht zuträglich, denn nur 150 Leute verliefen sich in diesem ehemaligen Erstliga-Ground. Der HNK Zadar hielt sich einige Spielzeiten in der kroatischen Oberklasse bevor der Absturz bis in Liga drei erfolgte. Vermutlich konzentrieren sich die Sponsorengelder in dieser Region eher auf die Clubs in Rijeka und Split, dazu begrenzt auch der in den letzten Jahren besser aufgestellte Nachbar aus Sibenik die Möglichkeit des Clubs aus Zadar. Dass es auch bessere Zeiten gab, zeigen einige brauchbare Graffiti der ‚Tornado‘ Zadar, welche einen bei Einfahrt in die Stadt und im Stadionumfeld begrüßen. Von der Gruppierung war aber im Stadion nichts zu bemerken, diese ist aktuell auch nur beim deutlich erfolgreicheren Basketballclub der Stadt aktiv. Das Spiel trug jetzt auch nicht unbedingt dazu bei, die Fußballlust in Zadar bedeutend zu vertiefen. Die Gastgeber machten das Spiel aber keine Tore. Die Gäste aus Makarska, die wenige Tage zuvor noch eine richtig ordentliche Leistung im Jubiläumsspiel gegen Hajduk abgeliefert hatten, rumpelten sich fürchterlich einen zurecht. Und trafen trotzdem! Mit der gefühlt einzigen vernünftigen Konterchance brachten die Drachen (so die Übersetzung für Zmaj) die drei Punkte unter Dach und Fach ohne großartig Feuer speien zu müssen.

Ljubuski – So., 05.09.2021, 16:30

NK Ljubuski vs FK Klis Buturovic Polje 1:3

Gradski stadion Babovac, 100 Zuschauer, Druga liga FBiH Jug
Gar nicht so einfach für heute ein Spiel zu finden, da war ja mal richtige Recherche gefordert. Die Dame verzichtete heute darauf, mich in das etwas mehr als eine Stunde Fahrzeit entfernte Ljubuski direkt hinter der Landesgrenze zu begleiten. Klar, Länderpunkt Bosnia i Herzegovina hatte sie mit mir vor ein paar Jahren schon mit nem ziemlich guten Mostar-Derby gemacht, den braucht man natürlich nicht mit so nem miesen Gekicke wie heute bestätigen. Wird noch ne richtig fiese Groundhopper-Maus wenn das so weiter geht. In der westlichen Herzegovina  stand also dieser Drittliga-Kick an. Das Stadion Babovac spiegelt so ziemlich das Einheitsmodell des unterklassigen Fußballs auf ex-jugoslawischem Gebiet an. Schlechter Rasen, bröckelige Tartanbahn, eine recht große Tribüne, auf der die Moniereisen zum Teil schon sichtbar werden. Ein Traum für Nostalgiker. Das Spiel war dann nicht wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht. Ehrlich gesagt hatte ich eine üblere Vorstellung erwartet. Vielleicht lag es daran, dass der Meisterschaftsfavorit zu Gast war, der auch teilweise eine ganz gefällige Spielanlage zeigte.