Berlin – So., 05.12.2021, 13:00

Tennis Borussia Berlin vs Chemnitzer FC 1:2

Mommsenstadion, 476 Zuschauer, Regionalliga Nordost
Das Mommsenstadion gehört in die Kategorie der Spielstätten, die ich eigentlich längst besucht haben müsste. Und zwar mit dem glorreichen RWE in den 90ern. Warum ich damals in einer Phase, in der ich annähernd Allesfahrer war, auf den Kick verzichtete oder verzichten musste, weiß ich aber beim besten Willen nicht mehr. Stadien wie das ‚Mommse‘ sind ja vom Aussterben bedroht. Hat man diese weitläufigen Mehrzweck-Stadion mit Laufbahn früher gehasst, muss man heute ja beinahe dankbar für jedes sein, dass es noch gibt. Prunkstück des Stadions ist natürlich die betagte Tribüne mit den geschwungenen Aufgängen. Im Bauch der Tribüne gibt es neben einer Turnhalle auch eine ziemlich urige Stadionkneipe. Da musste ich mit Wehmut an die Pinte in der alten Haupttribüne des Georg-Melches-Stadion denken. Die überschaubare Szene von Tennis-Borussia engagiert sich ja stark im Antirassismus und Antifaschismus. Kann man löblich finden, ich persönlich kann damit aber im Stadion nix anfangen. Eine Antifa-Fahne in den Vereinsfarben gefällt mir jedenfalls nicht. Ich bin nicht gegen linke, autonome Strömungen. Mir würde ebenso wenig gefallen, wenn rechtsoffene Symbole im Block geschwenkt würden. Ich finde nur die Zurschaustellung politischer Gesinnung im Stadion völlig unpassend. In meiner romantischen Vorstellung wird jegliche Politik von den Rängen ferngehalten und alle konzentrieren sich nur auf den Sport. Funktioniert natürlich nicht, da ja beinahe jeder Mensch eine politische Einstellung ins Stadion mitbringt. Ich gestehe auch jedem Menschen seine politische Meinung zu, egal ob links oder rechts, solange diese nicht ins Extreme ausufert. Aber deswegen bin ich noch lange nicht damit einverstanden, dass Gruppen den Schauplatz Stadion zur Darstellung egal welcher politischen Gesinnung nutzen.
Zum Einlauf der Mannschaft stieg dann im Heimblock Rauch in den Farben des Regenborgens auf. Das Bündnis ‚Fußballfans gegen Homophobie‘ feierte sein Zehnjähriges. Sah zugegebenermaßen nicht schlecht aus und mit dieser kleinen Präsentation konnte ich auch grundsätzlich schon mehr anfangen. Aus Sachsen hatten nicht mal 50 Leute nach Charlottenburg gefunden. Dass die Ultra-Szene die aktuelle Situation bestreikt, war mir zwar bekannt. Dass sich aber so wenig normale Leute aufmachen würden, hätte ich nicht erwartet. Der Kick war dann gemessen am Zustand des Platzes gar nicht so übel. Die Platzverhältnisse Kartoffelacker zu nennen, wäre eine Beleidung für jeden engagierten Landwirt. Einfach furchtbar. Die Szene des Spiels, die am meisten in Erinnerung bleiben wird, war keines der Tore, sondern ein sensationeller Fehlschuss. Ein Chemnitzer Stürmer erlief sich eine zu kurze Rückgabe der TeBe-Defensive, ließ den Torwart cool aussteigen und schob die Murmel dann aus zehn Metern souverän an den linken Pfosten. Das nenn ich mal abgezockt. Der CFC konnte die Partie dann dennoch für sich entscheiden, da er einfach das bessere Team war. Nach dem Abpfiff bekam ich noch die Gelegenheit mit dem Torschützen zum 1:0, Kevin Freiberger, gebürtiger Essener und erklärter RWE-Fan, ein wenig zu quatschen. Kevin hatte ja auch zwei Mal in Essen unterschrieben, aber leider brachten ihm seine Wechsel an die Hafenstraße kein Glück. Beim ersten Mal fand er nicht recht zu seiner Form und beim zweiten Versuch erlitt er im ersten Saisonspiel nach wenigen Minuten einen Kreuzbandriss. Sehr schade, denn Kevin ist ein ehrlicher, authentischer Kerl, der mit seiner Art eigentlich gut zum RWE passt und nie einen Hehl draus macht, wo er sich wirklich wohl fühlt – nämlich an der einzig wahren Hafenstraße!

Berlin – So., 05.12.2021, 10:45

FC Spandau 06 vs 1.FC Lübars 4:0

Sportplatz Ziegelhof, 110 Zuschauer, Landesliga Berlin 2
Ich hatte etwas getrödelt und stand an diesem trüben Sonntag-Morgen noch am Eingang des Ziegelhof, als der Anpfiff ertönte. Da der abgebildete Barcode der Luca-App nicht funzte, musste der manuelle Eintrag in die Liste herhalten. Während ich wartete, dass ich mal endlich den Schreiber in die Finger bekam, fiel in den ersten drei Spielminuten für mich nur akustisch wahrnehmbar erst das 1:0 und dann das 2:0 für die Gastgeber. Fußball ist manchmal schon ziemlich bescheuert. Landesliga wird auf diesem eigentlich ganz netten, direkt an der Havel gelegenen Platz gespielt. Mit Landesliga-Niveau hatte das allerdings nicht wirklich zu tun, woran aber auch der schlechte Untergrund seinen Anteil hatte. Zumindest die Gäste blieben aber wirklich in jeder Sekunde den Nachweis schuldig, zurecht an dieser Liga teilnehmen zu dürfen. Das war mal gar nix.

Berlin – Sa., 04.12.2021, 16:00

Berliner FC Dynamo vs 1. FC Lokomotive Leipzig 1:2

Sportforum Hohenschönhausen, 1.415 Zuschauer, Regionalliga Nordost
Mit der Entscheidung an diesem Wochenende Berlin anzusteuern, habe ich mich echt schwer getan. BFC gegen Lok ist sicherlich keine schlechte Spielpaarung, aber dadurch, dass keine Gäste erlaubt wurden, war die Nummer dann schon wieder nur noch die Hälfte wert. Außerdem stand eigentlich bis in den Vormittag hinein gar nicht mal fest, ob wirklich angepfiffen würde, da der durch Corona und Verletzungen ausgedünnte Loksche Spielerkader, gerade noch 15 Mann umfasste. Man zeigte sich aber sportlich, suchte keine Lücke im Regelwerk und trat auch mit dem Rumpf-Team an. Chapeau! Das hat man in der vergangenen Saison in einer anderen Regionalliga bei der U23 einer nicht näher benannten Aktiengesellschaft aus Dortmund auch schon anders erlebt. Der BFC Dynamo spielt diese Saison ja in seiner angestammten Heimstatt in Hohenschönhausen und ist als Tabellenführer stark aufstiegsgefährdet. Dass bei einer etwaigen Drittliga-Teilnahme weiter im Sportforum gespielt werden darf, ist aber äußerst unsicher. Wahrscheinlicher ist ein Ausweichen in den Jahn-Sportpark, daher entschied ich mich dann doch zur Anreise, auch wenn mir das geplante erste Spiel des Tages – Blau-Weiß 90 im Mariendorfer Volksparkstadion – schon längst durch die Entscheidung des NOFV, den Spielbetrieb auszusetzen, genommen worden war. Zumindest war dann kein frühes Aufstehen nötig und als erklärter Autobahn-Hasser fahre ich die A2 ja noch ganz gern, abgesehen von der etwas kritischen Passage zwischen Bad Oeynhausen und Wunstorf, die ja immer eine latente Staugefahr birgt. Heute aber nicht und so traf ich auch zeitig in Hohenschönhausen ein.
So unspektakulär das Stadion mit seinen flachen Rängen und der beinahe nicht vorhandenen Überdachung auch ist, umweht das betagte Rund, in dem Erich Mielke seinen Lieblingsclub zum DDR-Rekordmeister korrumpiert hat, doch irgendwie ein (n)ostalgischer Zonen-Mythos. Das Stadion ist eigentlich ganz gut in Schuss, lediglich die Stufen beider Kurven können sich eines kleinen Natureinflusses nicht erwehren. Da die Ultra-Szene des BFC eher überschaubar und das Stadion baulich natürlich kein Hexenkessel ist, wurde es nur laut, wenn klassische BFC-Schlachtrufe der Alteingesessenen und Traditionalisten durch das Sportforum hallten. Das BFC-Publikum zeigt einen Schnitt durch alle Schichten, kann sich des Vorurteils rechten Einschlags allerdings auch nicht ganz entledigen, was aber bekanntermaßen auch bei vielen anderen Ostvereinen ein latentes Problem darstellt. Dynamo als Club mit ausschließlich rechts ausgerichtetem Publikum abzuurteilen, erscheint mir dennoch zu eindimensional. Da die Konkurrenz derzeit schwächelt, hätten sich die Hauptstädter heute prima etwas vom Feld absetzen können. Allerding stand da eine gut aufgestellte Lok im Weg, welche ihrerseits die Chance nutzte, den Rückstand zur Tabellenspitze zu verkürzen. Mit einer Niederlage hätten sich die Sachsen wohl aus dem Titelrennen verabschiedet. Der 2:1-Sieg geriet durchaus etwas glücklich, war aber unter den bestehenden Bedingungen nicht unverdient. Die Erkenntnis des Tages war, dass ich bei einem Fußballspiel lange nicht mehr so gefröstelt habe. Ein dauerhafter leichter Wind konnte ungehindert durch das flache Oval ziehen und kroch mir bei gerade einmal drei Grad tief in die Fransen.

Bad Camberg – So., 28.11.2021, 15:30

RSV Würges vs SG Nassau Diedenbergen 1:1

RSV-Stadion Goldener Grund, 92 Zuschauer, Gruppenliga Wiesbaden
Keine 18 Stunden nach dem Abpfiff in Jeddah betrat ich eine gänzlich andere Fußballwelt. Pünktlich um 13:40 in Frankfurt gelandet, trennte ich mich von den Gefährten und fuhr zwei Stationen mit der S-Bahn nach Raunheim, wo ich das Fahrzeug abgestellt hatte. Von dort war es eine gute halbe Stunde bis nach Würges, einem Ortsteil von Bad Camberg. Im RSV-Stadion Goldener Grund empfing der ehemalige Hessen-Ligist und zweifache Hessenpokalsieger in der Wiesbadener Gruppenliga seine Gäste von der SG Nassau-Diedenbergen. Ein schönes Stadion mit einem schrulligen Tribünchen haben sie dort. Dieser hübsche, kleine Ground stand schon länger auf der imaginären ToDo-Liste und das Spiel passte nun perfekt zum Rückweg in den Pott. Für den RSV sieht als Drittletzter der Tabelle bei sechs Absteigern schon recht düster aus. Um den Funken Hoffnung glimmen zu lassen wurde ein Sieg dringend benötigt. Und die Gastgeber zeigten eine engagierte Leistung und erarbeiteten sich eine Viertelstunde vor Schluss den verdienten Führungstreffer. Doch in Unterzahl gelang den Gästen in der Nachspielzeit der schmeichelhafte Ausgleich und ließ ratlose wie enttäuschte RSV-Spieler auf dem Rasen zurück.

Jeddah – Sa., 27.11.2021, 19:40

Al-Ittihad Club vs Al-Tai FC 1:0

King Abdullah Sports City, 49.204 Zuschauer, Prince Mohammed bin Salman Professional League
Letzter Tag in Saudi-Land. Die Suche nach dem morgendlichen Kaffee geriet etwas skurril. Nachdem wir von befragten Anwohnern immer weitergeschickt wurden und die angezeigte Cafe-Bar nach deren Auffinden sich dann geschlossen zeigte, wurden drei junge Typen auf uns aufmerksam, die uns kurzerhand in ihr Fahrzeug verfrachteten und so lange mit uns herumfuhren, bis wir endlich einen Kaffee in der Hand hielten. Aber bei Spritpreisen von umgerechnet 40 Cent liegt die Hemmschwelle zum sinnlosen Herumfahren ja auch nicht allzu hoch. Shukran. Am frühen Nachmittag strengten wir dann etwas Sightseeing an. Erstes Ziel war die Altstadt von Jeddah, die sich aber zum einen ausgestorben zeigte, denn um die Mittagszeit ist es dem Araber schlicht zu warm und beinahe alle Geschäfte sind geschlossen. Zum anderen sind beinahe alle Gebäude in ziemlich erbärmlichem Zustand. Aber es tut sich was, denn an jeder Ecke wird gewerkelt, ausgebessert, gestrichen. Das Königreich arbeitet offensichtlich massiv daran, sich für den Tourismus herauszuputzen. Kein Wunder, auch der letzte Scheich wird gemerkt haben, dass die Ölvorkommen endlich sind und dann alternative Geldquellen hermüssen. Weiter ging es zur Corniche, an der wir zwischen Erholung suchenden Einheimischen gen Norden entlang flanierten, bis uns die Vorbereitungen zum am darauffolgenden Wochenende stattfindenden Formel 1-Lauf stoppten, denn der Kurs liegt unmittelbar an der Küste. Es war auch Zeit mal langsam Richtung Stadion aufzubrechen, dafür hatten wir nun aber einen denkbar schlechten Standort und es bedeutete etwas Aufwand einen günstigen Ausgangsort zu erreichen um ein Fahrzeug über Careem zu finden.
Klappte aber letztendlich und etwas weniger als eine Stunde vor dem Anstoß trafen wir am Stadion der ‚King Abdullah Sports City‘ ein, wo auch schon ordentlich was los war. Hier waren wir nun auch besser vorbereitet und hatten am Vortag Online-Tickets erworben. Die Smartphones hatten sich der Ticket-Plattform allerdings weiter standhaft verweigert, so dass der Rezeptionist unseres Hotels Hilfestellung leisten durfte. King Abdullah sein Ground ist ein richtig fetter Brecher, ein reines Fußballstadion mit drei Rängen. Richtig schönes Teil, gefiel mir echt gut. Im Volksmund trägt die Hütte auch den Namen ‚The Shining Jewel‘. 62000 Besucher finden Platz und fast 50000 Leute fanden sich heute ein. Auch wenn sich der Ittihad Club dick im Meisterschaftsrennen befindet, ist das gegen den Tabellenletzten schon eine beeindruckende Zahl. Die Gäste hatten aber nicht vor, nur als Statisten zu dienen und wehrten sich ordentlich, so dass es zum Teil ein offener Schlagabtausch war. Dennoch reichte der Treffer des Tages durch den Brasilianer Romarinho für Ittihad, um die Tabellenführung zu erobern. Zum Beginn der zweiten Hälfte gab es dann auch die im Internet angekündigte Choreo der Heim-Fans zu sehen. Da der kleine Araber auch gerne erst zwanzig Minuten nach Beginn zum Spiel kommt, war dieses schlicht nicht früher umsetzbar. ‚Until the end‘ stand zu lesen, was wohl auf die Vereinstreue der Fans anspielen soll. Unter dem Schriftzug blinzelte das Maskottchen des Vereins, ein Tiger, durch den Unterrang. Sah nicht übel aus, gut umgesetzt. So richtig viel Zeit hatten wir nach Spielende nicht. Da ja auch weiblichen Besuchern der Weg zum Fußball erlaubt ist, aber Geschlechtertrennung gegeben ist, respektive allein angereistem Männervolk die Begegnung mit den in Begleitung ihrer Gatten erschienenen Damen offenbar verwehrt werden soll, blieben uns die Ausgänge zunächst verschlossen. Lediglich der Gringo-Bonus ebnete uns vor allen anderen den Weg nach draußen. Auf dem Parkplatz wurde ein nur mit dem Steuermann besetztes Fahrzeug shanghait und ein freundlicher Araber lieferte uns am Hotel ab. Mit unserem schmalen Gepäck beförderte uns letztmalig ein Careem zum King Abdulaziz Airport, von wo uns Flynas nach Riyadh zurückbeförderte. Dort galt es dreieinhalb Stunden zu verbimmeln bis uns Royal Jordanian über Amman ins 30 Grad kühlere Deutschland brachte. Allah u akbar!

Jeddah – Fr., 26.11.2021, 19:40

Al-Ahli Saudi FC vs Al Nassr FC 1:2

Prince Abdullah Al-Faisal Stadium, 18.419 Zuschauer, Prince Mohammed bin Salman Professional League
Der folgende Tag begann für mich erst wieder nach 10:00 Uhr. Warum auch immer konnte ich in diesem Hotelbett richtig gut schlafen, das klappt ja in den eigenen Federn daheim oft genug nicht so. Mit dem obligatorischen Kaffee versuchten wir einen Fahrer für einen Ausflug in die Wüste zum ‚Edge of the World‘ zu finden, einer markanten Landkarte in der Wüste etwa 100 Kilometer außerhalb von Riyadh gelegen. Da die letzten 22 Kilometer der Strecke unbefestigt sind, war ein Offroad-Fahrzeug zwingend erwünscht und genau das stellte sich als schwierig, respektive zu kostspielig heraus. Die einzige Option ergab sich für 1000 Rial, deutlich mehr als 230 Euro, wovon wir erst einmal Abstand nahmen. Daher blieb die Akquise – wie am Vortag auch schon – ergebnislos. So um 13:00 starteten wir dann mal eine kleine Sightseeing-Tour. Die Sehenswürdigkeiten der Metropole halten sich in Grenzen. So groß die Stadt auch ist, so wenig Interessantes gibt es zu sehen. Erstes Ziel war die Große Moschee nahe den Resten des historischen Viertels, von dem nur noch ein paar wenige Gassen übrig sind. In unmittelbarer Nähe liegt das Fort Masmak, eines der letzten verbliebenen historischen Gebäude, in dem eine Ausstellung zur Gründung des Königreiches Saudi-Arabien kostenlos besucht werden kann. Kann mal machen, aber haut jetzt auch nicht vom Stuhl. Zu Fuß latschten wir dann die 2,5 Kilometer bis zum Nationalmuseum, wo wir aber spät genug eintrafen, um dieses nicht mehr betreten zu können, da sonst der nächste Punkt auf der Tagesordnung gefährdet worden wäre. Gut so, meine Museums-Motivation hält sich ja meistens eher in Grenzen. Mit einem Careem fuhren wir zum Kingdom Center, dem zweithöchsten Gebäude der Stadt, welches aussieht wie ein überdimensionaler Flaschenöffner. Von der Skybridge in knapp 300 Metern Höhe über dem Erdboden hat man einen phantastischen Blick über die Stadt und bekommt einen guten Eindruck von den Dimensionen Riyadhs. Vor Sonnenuntergang fuhren wir hoch und schauten von oben, wie die Nacht hereinbrach. Vom Kindom Centre liefen wir letztlich eigentlich ungeplant die ganzen knapp sieben Kilometer zum Hotel zurück, unterbrochen von einem ordentlichen Abendmahl in einem türkischen Restaurant. Zwei Frucht-Fake-Biere gaben mir dann in unserem Hotel-Apartment die nötige Bettschwere. Kerl, war ich blau.
Der Donnerstag begann wie die Tage zuvor mit einem gepflegten arabischen Kaffee aus diesen kleinen stylischen Kännchen, die aussehen, als ob gleich der wunscherfüllende Geist daraus hervorsteigt. Einen dringenden Wunsch hatten wir auch und zwar einen geeigneten Transfer zum ‚Edge‘ zu finden. Daniel stieg noch einmal intensiv in die Bemühung ein und tatsächlich fand er den Mutigen, der sich bereiterklärte, die Tour für 550 Rial, knapp unter 130 EUR, auf sich zu nehmen, allerdings mit seinem normalen Pkw. Angeblich wüsste er, wo sich das Ziel befindet und er wäre auch schon in der Wüste gewesen und das sei auch kein Problem. Mashallah. Da aber Selbstüberschätzung und Opportunismus typische orientalische Eigenschaften sind, befassten wir uns lieber noch mal selbst mit dieser Herausforderung. Ein Youtube-Video zeigte dann eine halbwegs befahrbare Piste, weshalb wir dem Rassler dann einigermaßen optimistisch gestimmt den Zuschlag gaben. Allerdings blieb ein großes Stück Ungewissheit, denn es gibt eine offizielle Route, die etwas einfacher zu befahren scheint, jedoch nur freitags und samstags geöffnet und die Zufahrt sonst durch ein Tor verschlossen ist. Und dann gibt es die inoffizielle Route, welche unsere Option darstellte. Welche das Video nun zeigte, war final nicht klar. Eine Stunde vor Sonnenuntergang wollten wir gegen 16:00 Uhr am Ziel sein, daher wählten wir 13:30 Uhr als Abfahrtszeit, was sich letztlich als grundlegende Fehleinschätzung erweisen sollte, aber wir sind halt Großstadt-Kinder und keine Beduinen. Über gute asphaltierte Straßen lief ja auch erst alles wie am Schnürchen, aber schon kurz nachdem wir diese verließen, wurde uns recht schnell klar, dass eine sportive Aufgabe bevorstünde. Es waren nicht einmal richtige Fahrwege, eher Fahrspuren, denen gefolgt werden musste und nach nicht mal einem Drittel der Offroad-Strecke endete die Tour an einem trockenen Flussbett, welches mit einem normalen Fahrzeug nicht zu passieren war.
Während wir dort ratlos standen, sandte uns Allah aus dem Nichts die Lösung dieses Problems und es hielt ein Pickup mit zwei sehr jungen Arabern neben uns. Mihad und Ali hatten dasselbe Ziel, erklärten sich nach kurzem Gespräch bereit, uns mitzunehmen und das kleine Abenteuer nahm seinen Lauf. Ohne Allradantrieb und Bodenfreiheit hatte man auf dieser Route definitiv keine Chance, das wurde schon nach wenigen hundert Metern deutlich. Mihad („I am twenty-one but I am looking like thirteen“) beherrschte das Fahrzeug annähernd perfekt und bewältigte jede noch so schwierige Stelle äußerst konzentriert, bis wir schließlich vor einem offensichtlich von einem Bulldozer zusammengeschobenen Erdwall stoppen mussten. Der unerfahrene Touri wäre hier nun wohl konsterniert umgekehrt, aber unsere beiden Beduinen checkten das umliegende Terrain ab und fanden die Lösung zur durchaus anspruchsvollen Umfahrung des Hindernisses. Weiter ging es also, bis uns nach wenigen Kilometern der nächste Erdwall stoppte. Dieser unterschied sich vom ersten dadurch, dass wir nun nicht mehr die einzigen Erdlinge in dieser Mondlandschaft waren. Ein weiterer Pickup, von zwei Deutschen gesteuert, stand bereits davor und auf der Krone des Walls befand sich ein festgefahrener Jeep, optimistisch von einem Inder (was können die eigentlich?) gesteuert und festgefahren. Während sich unsere beiden Gönner bereit erklärten zu helfen, entfernten wir uns unerlaubt von der Truppe und machten uns schnellen Schrittes die letzten zwei Kilometer auf zum Ziel. Da es am nächsten Tag weitergehen sollte Richtung Jeddah war das heute unsere einzige Chance. Die Sonne stand schon tief über dem Horizont als wir am ‚Edge of the World‘ ankamen. Der Blick, der sich uns dann am Ziel bot, war einzigartig. 300 Meter fällt das Land steil ab und es eröffnet sich eine unglaubliche Weite. Absolut atemberaubend.
Zurück bei den Fahrzeugen war es mittlerweile beinahe stockdunkel und der Jeep stand noch am selben Fleck. Mit fetten Taschenlampen und den Scheinwerfern der anderen Fahrzeuge wurde die Szenerie ausgeleuchtet und der Wagen dann letztlich herausgezogen. Liest sich einfacher, als es für die Beteiligten war. Wir traten mit unseren Chauffeuren den Rückweg an, die uns dann fragten, ob es okay wäre, wenn wie noch gemeinsam Pause machen und zusammen essen. Sie suchten ein windgeschütztes Plätzchen in einem trockenen Flussbett, Decken wurden ausgebreitet, frischer arabischer Kaffee zubereitet, es gab frische und getrocknete Datteln, Joghurt mit frischen Granatapfelkernen und als Hauptspeise wurde eine frische Kabsah zubereitet, ein Reisgericht mit Hühnchen, Gemüse und Gewürzen. Man kann diese unglaubliche Freundlichkeit und Gastfreundschaft, die wir von den beiden erfuhren, gar nicht in Worte fassen, diese spiegeln das Erlebte nicht mal im Ansatz wieder. Nach dem Essen schossen wir mit der Air-Gun von den Beiden noch ein paar Pappbecher kurz und klein, bevor wir wieder der Zivilisation zugeführt wurden und unseren Fahrer kontaktierten, damit er uns entgegenkam und abholte. Deutlich nach Mitternacht waren wir wieder im Hotel und der Tag war verlaufen, wie wir es uns mittags noch nicht ausgemalt hatten. Kann man nicht planen sowas.
Dementsprechend zerstört fühlten wir uns nach nicht mal fünf Stunden Schlaf, als uns um halb sieben der Wecker aus süßen Träumen von Tausendundeinernacht riss. Mit einem Careem-Fahrer ging es zum Flughafen – dass der 9:20-Flyadeal-Flieger nach Jeddah fast vier Stunden Verspätung haben würde, konnte ja niemand ahnen. Daher war am Zielort auch nicht mehr drin, als in Ruhe zum Hotel zu fahren dort einzuchecken und noch eine halbe Stunde die Füße hochzulegen. Dann war wieder Careem angesagt. Das gewählte Hotel liegt im Norden von Jeddah, das ‚Prince Abdullah Al-Faisal Stadium‘ liegt weit im Süden der am Roten Meer liegenden 4 Mio-Metropole, was mal wieder eine längere Anreise bedeutete. Vor 18:00 Uhr trafen wir ein und stellten uns dem Ticketproblem. Es gab zwar einen Online-Sale und wir konnten auch beobachten, wie die Verkaufszahlen stiegen, allerdings ließ sich die Plattform von unseren Smartphones warum auch immer nicht bedienen. Letztlich fanden wir aber Zutritt zum Stadion, dessen Modernisierung und Ausbau erst kürzlich abgeschlossen wurde. Al-Ahli spielt erst seit wenigen Wochen wieder in diesem nun durchaus ansehnlichen Stadion. Während die Haupttribüne lediglich durch die neue Dachkonstruktion Renovierung erfuhr, wurde der Rest des Runds imposant aufgemöbelt. Wirkt dadurch größer als es ist, denn es bietet ‚nur‘ Plätze für 27.000 Besucher, von denen heute zwei Drittel genutzt wurden. Zu Gast war mit Al-Nassr ein populärer Club aus Riyadh.
Etwa 1.500 Zuschauer werden wohl für die Gäste gewesen sein, allerdings kamen wohl die wenigsten davon aus der 1.000 Kilometer entfernten Hauptstadt. Die Heimseite spannte im lateinamerikanischen Stil Bänder in der Kurve, die allerdings nur zum Intro dienten und nach dem Kick-off sofort wieder eingeholt wurden. Außerdem wurden kleine Fähnchen für das Intro verteilt. Stimmung war dann auch fast ohne Pause im Heim und Gästebereich, allerdings deutlich gebremster als noch beim Champions League-Finale. Den Unterschied zwischen den Teams machte heute der Basilianer Talisca. Dieser steht in Diensten von Al-Nassr und stellte die Weichen mit zwei blitzsauberen Toren auf Auswärtssieg. Die Frage der Rückfahrt zum Hotel nach dem Spiel löste Daniel, der einen abfahrenden Zuschauer um den Lift Richtung Hotel bat. Hilfsbereites Volk die Saudis, das wurde ein ums andere Mal bestätigt. Beim Libanesen wollten wir dann zu Abend speisen, aber da im Gastraum die Air Condition ballerte wie noch was und der Raum auf gefühlte minus drei Grad herunter gekühlt war, stellten wir auf Take Away um und speisten im Hotel.

Riyadh – Di., 23.11.2021, 19:00

Al-Hilal Saudi Club vs Pohang Steelers 2:0

King Fahd International Stadium, 51.071 Zuschauer, AFC Champions League Finale
Als ich mich Ende Oktober mal wieder mit Daniel kurzschloss und er das Finale der AFC-Champions League in den Ring warf, sprang das Reise-Modul an. Nach zweieinhalb Jahren endlich mal wieder raus aus Europa. Mit Michael kam ein weiterer Mitreisender hinzu und nach weiteren zwei Wochen Austausch wurde dann der ‚Buchen‘-Button gedrückt und die Formalitäten nach und nach erledigt. War Saudi-Arabien für Touristen bis vor zwei Jahren noch annähernd unerreichbar, kommt man nun denkbar einfach an ein Visum. Online erhält man es nach Beantragung und Zahlung innerhalb weniger Minuten. Die Kosten von über 100 Euro sind allerdings eine Frechheit, zumal aktuell zusätzlich noch eine Covid-Versicherung bei einem saudischen Anbieter abgeschlossen werden muss. Fast 125 Euro kostete der Spaß letztlich. In der Woche vor der Anreise war dann noch die Einreiseanmeldung online auszufüllen. Das Routing Frankfurt-Amman-Riyadh brachte uns mit Royal Jordanian dann auf die Arabische Halbinsel mit Ankunft um kurz vor zwei Uhr in der Nacht zum Montag. Nach erfolgreicher Passage der Immigration stand dann aber noch der letzte Verwaltungsakt an, nämlich die Installation der Tawakkalna-App, Pendant zum europäischen CovPass. Diese funktioniert nur mit einer saudischen SIM-Karte, was dementsprechend den Erwerb einer solchen erforderte. Nach dem Abfragen der drei großen am Flughafen vertretenen Anbieter bekam Mobily mit 35 Rial für 4 GB Datenvolumen den Zuschlag. Ein Euro entspricht ungefähr 4,3 Rial. Die SIM-Registrierung ein wenig Zeit in Anspruch bis es endlich ‚Welcome tot he Kingdom of Sausi-Arabia‘ hieß. Bis kurz vor 5 Uhr dauerte es letzlich bis wir nach Bewältigung der 50 km per Uber vom weit außerhalb liegenden King Khalid International Airport im Hotel eincheckten.
Um halb zehn war die kurze Nacht dann auch schon vorbei und nach einem arabischen Kaffee in einem der kleinen arabischen Rassler-Cafés in der Nähe des Hotels stand die Erledigung der Tagesaufgabe an. Ticketbeschaffung hieß diese. Im Vorfeld war es nicht gelungen herauszufinden, wie der Verkauf der Final-Tickets abläuft. Am Samstag hatte dann der Online-Verkauf begonnen, was wir leider erst feststellten, als dieser nach nicht mal zwei Stunden schon wieder geschlossen und das Spiel (rückblickend muss man sagen ‚angeblich‘) ausverkauft war. Daher sprachen wir mal am Club-Gelände des Final-Gastgebers Al-Hilal vor. Beim Pförtner war aber erst einmal Endstation, auch wenn dieser versprach unsere Telefonnummer weiterzugeben und sich dann jemand melden würde. Inshallah. Damit hatten wir mit dieser Option auch schon abgeschlossen, denn im Orient wird ja auf höfliche Art sehr gern viel versprochen, meist allerdings mit bescheidenem Resultat. Wir waren aber noch keine hundert Meter die Straße runter gelatscht, als der gute Mann schon hinter uns herrief und das uns wohl gesonnene Schicksal seinen Lauf nahm. Letztlich erfuhren wir eine unfassbare Gastfreundschaft, wurden über die Anlage geführt, zum Essen eingeladen und hielten schließlich neben einem vollen Beutel mit Fanartikeln drei persönlich vom Vizepräsidenten des Vereins übermittelte Tickets in den Händen. Shukran! Ein erster Vorgeschmack auf die unglaubliche Freundlichkeit der Menschen, die wir in den kommenden Tagen noch erfahren sollten.
Den Tagesabschluss bildete ein Besuch des ‚Boulevard Riyadh City‘, Teil des Projektes ‚Riyadh Season‘, einem Mammut-Kultur- und Unterhaltungsprogramms an vielen verschiedenen Standorten in der 8-Mio-Einwohner-Metropole. Der Boulevard ist eine Kombination aus Shopping, Restaurants und Entertainment. Ziemlich überlaufen und am Ende auch nicht der Kracher. Für den Zutritt wird ein Eintrittsgeld erhoben. Man muss also erst einmal dafür bezahlen, dass man weiteres Geld ausgeben darf. Tickets sind limitiert und waren für diesen Abend auch ausverkauft, wie wir erfuhren, nachdem wir das Gelände eher zufällig kostenneutral betreten hatten. Ein Besuch im Shawarma-Schmiergrill nahe unserem Hotel beschloss den Abend. Nicht ganz, denn es gibt ja noch das Thema Alkohol, das heißt, das gibt es natürlich nicht. Gesoffen wird natürlich auch im Kingdom, denn nichts ist scheinheiliger als der Muslim, der stolz auf seine Enthaltsamkeit verweist. Dem Ottonormal-Touri-Otto bleiben die Quellen natürlich verborgen, aber bleifreies Bier in allen möglichen Fruchtgeschmacksrichtungen wird reichlich angeboten und während sich Daniel dem zugegeben nicht gerade erbauenden Gesöff komplett verweigerte, experimentierten Micha und ich damit herum.
Der Dienstag lief dann erstmal gechillt ab. Nach dem Kaffee-Genuss gammelten wir im Hotel rum, nur unterbrochen von einem kleinen Rundgang durchs Viertel, das erwartungsgemäß wenig Spektakuläres bot. Gegen halb vier kümmerten wir uns dann um den Transfer zum Stadion. Caarem heißt eine der Apps, die im Kingdom analog zu Uber funktionieren. Riyadh heißt in lateinischer Transliteration vollständig ar-Riyad, was übersetzt ‚die Gärten‘ bedeutet. Davon ist die Realität weit entfernt und die Stadt präsentiert sich überwiegend im Einheits-Sandstein-Farbton, auch wenn dieser von vielen modernen Gebäuden gebrochen wird. Riyadh hat eine immense Ausdehnung von circa 50 km Nord-Süd und 40 km Ost-West, was bedeutet, dass man zu annährend jedem Ziel eine weite Strecke zurücklegen muss. Zum ‚King Fahd International Stadium‘, Austragungsort des Finals, waren es vom Hotel mehr als 25 km. Das Stadion ist ein weites Rund mit einem Zeltdach, nur die Gegengerade verfügt über einen zweiten Rang. In deren Unterrang ist die ultra-orientierte Anhängerschaft des Al-Hilal Saudi Club beheimatet. Die Show vor dem Spiel war unerträglich, ohrenbetäubend laute Musik, ein Moderator der selbst Aale-Dieter vom Hamburger Fischmarkt niedergeschrien hätte und ein Snoop Dogg-Verschnitt, der sich unter das Publikum mischte und sich zum kompletten Idioten machte. Da war die arabische DJane am Mischpult noch die angenehmste Person. Als der ganze Zirkus endlich vorbei war, präsentierten die Hilal-Fans zum Spielbeginn ihre zweiteilige Choreo. Blue Power nennen sie sich und das stand auch in fetten weißen Buchstaben über die gesamte Breite der Tribüne zu lesen. Der zweite Teil der Choreo zeigte die Silhouette jubelnder Fans.
Der Anstoß der Araber mit einem langen Hub – diese Variante werde ich wohl nie verstehen – wurde von den kleinen Koreanern abgefangen, der Ball aber von Verteidiger Al-Dawsari sofort zurückerobert, der sich aus 25 Metern ein Herz fasste und die Kugel nach 15 gespielten Sekunden im linken oberen Torgiebel versenkte. Was für eine Fackel! Die Fans im Freudentaumel, alles purzelte jubelnd durcheinander, welch für ein Auftakt. Nach etwas mehr als zehn Minuten ergab sich die beste Möglichkeit für die Gäste, die von knapp 60-70 kleinen Neckermann-Koreanern begleitet wurden, als der Ball so gerade eben vom Schnapper noch an den Querbalken gelenkt wurde und dieser den Nachschuss dann auch noch parierte. Viel mehr sollte dann nicht mehr kommen von den Stahlkochern. Spannend wurde es eigentlich nie und spätestens mit dem zweiten Treffer durch Marega, vom FC Porto gekommen, war die Messe gelesen, die Wiese gemäht, die Palme gestutzt, der Turban gebunden, was auch immer. Pohang fand eigentlich nie wirklich statt und Al-Hilal wurde verdienter Sieger in diesem Duell der Rekord-Sieger mit bis dato je drei Cup-Gewinnen. Damit setzt sich Hilal nun mit vier Titeln allein die Krone auf. Die Sieger-Show nach dem Spiel war dermaßen pompös und auf Hilal zugeschnitten, dass man sich ernsthaft fragen musste, ob das Ergebnis nicht schon vorher feststand. Kann mir kaum vorstellen, dass die kleinen Koreaner in ähnlichem Umfang gefeiert worden wären.
Stellte sich die Frage der Rückfahrt. Einen Uber, Careem oder meinetwegen auch Taxi zu erwischen ist nach so einer Veranstaltung natürlich schwierig. 51.000 Zuschauer waren anwesend bei einem Fassungsvermögen von 68.000. War da nicht was mit ausverkauft? Nach meiner Meinung dürfte die Wahrheit zwar eher zwischen den genannten Zahlen liegen, aber dann hätten immer noch um die 8.000 Tickets vakant sein dürfen. Volle Auslastung war im Vorfeld gewährt worden, warum die Bude dann am Ende nicht sold-out war, wird sich nie klären lassen. Daniel quatschte einen jungen Einheimischen an, der den Platz neben uns belegt hatte und dieser erklärte sich bereit uns ein weites Stück in Richtung Hotel mitzunehmen. Der Abend lief dann beim Shawarma-Manne und Fruchtbierverschnitt aus.

Langen/Hessen – Sa., 20.11.2021, 17:15

1. FC Langen vs SG Bruchköbel 1:4

Waldstadion im Sportpark Oberlinden, 125 Zuschauer, Gruppenliga Frankfurt Ost
Das zweite Spiel des Tages führte die Reisegruppe für die kommende Woche dann zusammen. Kurz nach Anpfiff trafen Daniel und Michael beim Kick im südhessischen Langen ein. Das dortige Waldstadion trägt seinen Namen absolut zurecht und ist eine sehr schöne Anlage im Grüngürtel am südlichen Ortsrand, die in der Dunkelheit ihren Reiz leider nicht vollends entfalten konnte. Zugegebenermaßen sahen wir vom Spiel nicht allzu viel, da die Unterhaltung untereinander im Vordergrund stand. Einer torlosen ersten folgte eine ereignisreiche zweite Hälfte, in der die Sportgemeinschaft aus Bruchköbel deutlich erfolgreicher war als die Gastgeber. Danach ging es weiter nach Mörfelden, wo wir nicht nur unser Nachtlager aufschlugen sondern auch noch gutbürgerlich speisten und ein paar letzte Gerstensäfte vor der abstinenten Woche konsumierten.