Sonntag, 03.02.2019, 15:00

portugal

FC Felgueiras 1932 vs AD Fafe 2:3

Estádio Dr. Machado de Matos, 1.200 Zuschauer, Campeonato de Portugal Grupo A

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Am Sonntag Nachmittag hat man in Portugal ja die Qual der Wahl, denn dann finden haufenweise Spiele der unterklassigen Ligen statt. Aufgrund der Nähe zum abendlichen Ziel und der sportlichen Ausgangslage entschied ich mich für den Drittliga-Kick in Felgueiras. Das Stadion sah auf Bildern auch annehmbar aus und eine kleine Szene sollte auch vorhanden sein. Dass es sich letztlich nicht nur um das Verfolger-Duell um die Tabellenspitze, sondern auch um ein Derby handelte, was mir aber nicht klar. Fafe liegt gerade mal 10 Kilometer von Felgueiras entfernt, so dass sich über 300 Leute im Gäste-Bereich einfanden. Diese haben eine aktive Szene, die während der gesamten Spielzeit ihre Gesänge ins Stadion trug. Die betagte Bude verfügt über einen angemessenen Bröckel-Zustand und Tribünen auf den Geraden, die Hintertor-Seiten sind unbebaut. Die Sangeswilligen auf Gastgeber-Seite standen den Gästen nicht nach und gaben über 93 Minuten Gas. Die Aktiven fachten das Feuer aber auch ordentlich an und boten eine ordentliche und spannende Partie mit wechselnder Führung. Das bessere Ende hatten die Gäste dann nicht ganz unverdient für sich.

Freitag, 01.02.2019, 20:30

portugal

Rio Ave FC vs CD Tondela 2:2

Estádio dos Arcos, 1.159 Zuschauer, Primeira Liga

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Mit meinem geschätzten Vater stand ein langes Wochenende in Portugal an. Dieses sollte zwar nicht nur im Zeichen des Fußballs stehen, aber ganz ohne das runde Leder ging es natürlich auch nicht – schließlich wurde das betreffende Wochenende ja sorgsam ausgesucht. Den Anfang machte am Ankunftstag, das ‚Estadio dos Arcos‘ des Rio Ave FC, das seit einiger Zeit nur noch nach dem Verein benannt ist. Dieses befindet sich in Vila do Conde, etwa 30 Kilometer nördlich von Porto gelegen. Der frühere Name trifft es besser, denn unmittelbar am Stadion vorbei zieht sich ein gut erhaltenes Aquädukt aus römischer Zeit. Fast 13tsd Leute passen rein in den Ground, der lediglich auf den Längsseiten über Tribünen verfügt, die natürlich entsprechend mächtig daher kommen. Das Fassungsvermögen dürfte selten bis nie ausgereizt werden, erst recht nicht, wenn es nicht gegen die großen Clubs des Landes geht, sondern gegen eine graue Maus der Liga. Aus dem 150 Kilometer entfernten Tondela hatte sich ein Dutzend schweigende Leute auf den Weg gemacht, die sich später über einen eher gewonnenen Punkt freuen konnte, da ihr Team die letzte halbe Stunde in Unterzahl verbrachte. Auf Heim-Seite versuchte sich ein kleines Häuflein am Support – kann man machen, kann man auch lassen. Zumindest vier Tore hellten die Szenerie etwas auf.

Sonntag, 27.01.2019, 14:00

deutschland

Braunschweiger TSV Eintracht 1895 vs FC Hansa Rostock 2:0

Eintracht-Stadion, 21.367 Zuschauer, 3.Liga

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Eigentlich sollte es nach Belgien gehen, aber das anvisierte Spiel in Belgien geriet durch die Ansage des Verbandes, dass die Schiedsrichter individuell vor Ort entscheiden sollten, ob die Spielfelder nach den Schneefällen der letzten Tage bespielbar seien oder nicht, zu unsicher. Das letztlich gespielt wurde, war ja klar, aber ich bin mir sicher, dass es eine Absage gegeben hätte, wenn ich angereist wäre. Auf Holland hatte ich nicht so recht Bock, auf hiesige Testspiele noch weniger, also mal die generell raren Optionen gecheckt und da fiel mir diese Partie ins Auge. Das gute alte Oval an der Hamburger Straße wollte ich eh schon länger mal wieder unter die Lupe nehmen, da der letzte Besuch noch mit dem Club meines Herzens stattfand und eineinhalb Dekaden zurück lag. Daher kannte ich das Stadion auch noch nicht in dessen letzter Ausbaustufe mit der überdachten Nordkurve. Vor dem Spiel traf ich mich noch mit Eintracht-Ikone Teamchef und Moritz, der aus der Oberpfalz angereist war. Hansa machte den Away-Bereich ritzeratzevoll und eröffnete mit einer soliden Zettel-Choreo. Den aktiven Block auf Heimseite hätte ich aber etwas größer erwartet. Trotz aller szeneinternen Probleme der letzten Monate oder Jahre sollte das Potential dafür ja vorhanden sein. Der heutige Kick sollte der Start für eine Aufholjagd sein, in der die Eintracht acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer wettzumachen hat. Die Eintracht-Gemeinde scheint jedenfalls dran zu glauben, denn das Stadion war sehr gut gefüllt, und die Zuschauer in Blau und Gelb wurden für ihr Kommen belohnt. Denn bis auf eine kurze Phase vor dem Seitenwechsel und zwei guten Möglichkeiten im zweiten Durchgang, waren die Gastgeber überlegen, kämpften für Ihr Ziel und landeten einen verdienten Erfolg. Der Gäste-Anhang war natürlich ’not amused‘ und die Hansa-Spieler wissen schon, warum sie sich nach dem Abpfiff nicht näher als 20 Meter an den Gästeblock herantrauten. An dem hat es nicht gelegen. Bis zum spielentscheidenden zweiten Treffer kurz vor Schluss, zog man die Dauerunterstützung für die Kogge durch. Nur pyrotechnische Gegenstände schien man heut leider an der Ostsee vergessen zu haben.

Samstag, 19.01.2019, 15:00

deutschland

FC Blau-Gelb Überruhr vs Rot-Weiss Essen 1:6

Bezirkssportanlage Überruhr, 500 Zuschauer, Testspiel

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Glanzloses Testspiel auf einem ebenso glanzlosen Kunstrasenplatz der Bezirkssportanlage in Überruhr. Dabei schlummert dort auch ein richtig schöner Naturrausen mit einer stattlichen Steh-Traverse vor sich hin. Der glorreiche RWE war von Beginn an deutlich überlegen, fand aber nicht den Schlüssel zum Tor. Ungezählte Flanken, Steil- und Querpässe fanden keinen Abnehmer. Der erste Treffer kurz nach dem Seitenwechsel war dann der Dosenöffner und das Ergebnis wurde gegen den tapfer kämpfenden Landesligisten in standesgemäße Höhe geschraubt. Da könnte sich Keeper Robin Heller auch ein Gastgeschenk erlauben, als er die Kirsche einem BGÜ-Stürmer seelenruhig und unbedrängt in die Füße spielte. Nicht weiter schlimm, im Gegensatz zur erneuten Verletzung von Stürmer Marcel Platzek, der nun wieder einige Wochen ausfallen wird.

Samstag, 12.01.2019, 15:00

england

Bristol City FC vs Bolton Wanderers FC 2:1

Ashton Gate Stadium, 19.730 Zuschauer, Football League Championsship

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Vor sieben Jahren hatte ich bei einem Stopover in Bristol einige Stunden Zeit und latschte daher mal zum ‚Ashton Gate‘, das eine gute Mischung aus verblichener Sanierung und alter Bausubstanz bot. Damals fasste ich den Entschluss, dort mal ein Spiel zu besuchen. Dank günstiger Flüge des irischen Billig-Anbieters ab Köln, hin via Stansted, zurück ab Bristol direkt, Heute war es soweit und im Ground musste ich dann feststellen, dass die Bude mittlerweile stark modernisiert wurde und den eigentlichen, damals festgestellten Charakter gar nicht mehr nachweist. Ich war halt nicht im Ansatz auf die Idee gekommen mein Reiseziel unter Zuhilfenahme der virtuellen Möglichkeiten zu überprüfen. Eigentlich unglaublich, dass einem eine solche Nachlässigkeit noch unterläuft. Dennoch ist das Stadion vor allem wegen des fetten doppelrangigen Main Stand sehenswert. City bestätigte derweil den aktuellen Lauf und schnuppert nach dem dritten Sieg in Folge nun an den Playoff-Rängen. Das jedoch erst nach hartem Kampf, denn im ersten Durchgang wollte nicht viel gelingen und erst der Führungstreffer für die Wanderers stellte sich als Weckruf heraus. Erfreulich, zu sehen, dass es im Stadion eine ‚Safe standing area‘ gibt. Ein kleiner Schritt, um die generelle Versitzplatzung, die nach der Hillsborough-Katastrophe mit fast 100 Toten im ‚Football Spectators Act 1989‘ nach der Erarbeitung des sogenannten ‚Taylor-Report‘ verankert wurde, aufzuweichen und wieder sichere Stehplatz-Bereiche in den englischen Stadien einzurichten. Der ‚Celtic Park‘ in Glasgow war vor zweieinhalb Jahren das erste Stadion in dem einige Blöcke entsprechend umgebaut wurden. Während dort bei den Kelten eine Ultra-Fraktion für Stimmung sorgt, hat das ‚Safe standing‘ bei den ‚Robins‘, den Rotkehlchen, wie der Nickname von Bristol City lautet, noch keine stimmungsfördernden Auswirkungen. Aber das kann ja noch werden.

Sonntag, 06.01.2019, 14:30

belgien

Sporting Nevok Gruitrode vs KSK Meeuwen 3:0

Complex Groenstraat, 500 Zuschauer, 2e Provinciale Limburg A
Der erste fußballgesteuerte Weg des Jahres führte ins Limburgische im Land der frittierten Köstlichkeiten. Auf siebtklassiger Ebene fand dieses kleine Orts-Derby statt, welches doch eine ganz ordentliche Anzahl an Besuchern anzog, die sich überwiegend auf die beiden kleinen auf den Geraden erbauten Stehtribünen verteilten. Die Partie war trotz früher Führung des KSK lange Zeit offen. Die Gastgeber wurden von einem etwas alkoholbeflügelten Dutzend Fans sangestechnisch nach vorn getrieben und waren dem Ausgleich während einer Druckphase nach dem Seitenwechsel sehr nah. Letztlich gewannen die als Tabellenführer favorisierten Gäste, die von gut 100 Anhängern meist schweigenden Anhängern begleitet wurden, aber deutlich.

Sonntag, 30.12.2018, 15:00

italien

Venezia FC vs Carpi FC 1:1

Stadio Pierluigi Penzo, 2.798 Zuschauer, Serie B

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Früh ging es mit Trenitalia von Bologna nach Venezia, um sich die Lagunenstadt noch ein wenig anzusehen. Vor über 26 Jahren war ich im Rahmen der Abi-Abschlussfahrt schon einmal in der Stadt, kann mich aber nur daran erinnern dass es – im Frühsommer – dort völlig überlaufen war. Ganz so schlimm war es heute nicht und die Stadt hat absolut Flair, aber insbesondere die ständig im Weg stehenden Asiaten schmälern dieses und stellen eine harte Geduldsprobe dar. Die Ticketautomaten für das Wasser-Taxi waren schlauerweise außer Betrieb, so dass der Plan, bis zur Rialto-Brücke den Weg über den ‚Canale Grande‘ zu nehmen, aufgrund unendlicher Schlangen vor den Schaltern schon wieder Makulatur war. Also rein ins Getümmel und zwei Stunden haben mir dann  auch völlig gereicht – es ist mir ein Rätsel, wie man dort mehrere Tage vergeuden kann. Der großzügige Zeitplan ermöglichte den Fußmarsch zum ‚Stadio Penzo‘, immer am Ufer der Hauptinsel entlang, bis in den letzten Zipfel und dann entdeckt man irgendwann die Flutlichtmasten über den Baumwipfeln. Das ‚Penzo‘ ist nichts besonderes, bestehen doch drei Tribünen aus Stahlrohr und nur die Haupttribüne ist gemauert. Die Lage am Ende der Lagunenstadt macht es halt aus. Die heimische ‚Curva Sud‘ ließ sich vom mauen Gekicke nicht beeindrucken und beglückt mich mit mit ansprechendem Dauer-Gesang. Auch die gut drei Dutzend Gäste ließen ihre Stimmen dauerhaft hören, so dass die sportlich zähe Veranstaltung, trotz Temperaturen knapp über dem Nullpunkt, durchaus Unterhaltungswert hatte. Den Rückweg bestritt ich bis zur ‚Piazza San Marco‘ mit dem Linien-Boot und ab dort wieder per pedes zum Bahnhof. Mit dem Bus ging es zum Flughafen und mit Eurowings etwas verspätet – wann haben die mich eigentlich das letzte Mal pünktlich befördert? – in die Heimat.

Samstag, 29.12.2018, 15:00

italien

SSD Parma Calcio 1913 vs AS Roma 0:2

Stadio Ennio Tardini, 17.997 Zuschauer, Serie A

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Den Schlussakt 2018 bildete das Geburtsland der Ultra-Bewegungen. In Bologna wurde für zwei Nächte das Lager aufgeschlagen und das erste Spiel fand im ‚Stadio Tardini‘ zu Parma statt. Zunächst wurde noch ein wenig durch die Stadt schwarwänzelt. Auch Parma weiß hier mit vielen historischen Palästen und Kirchen zu überzeugen. Zum Spiel gibt es gar nicht viel zu schreiben. Das ‚Tardini‘ gefiel in seiner Kompaktheit ganz gut, die ‚Curva Nord‘ war sehr ordentlich besucht und auch der Gästeblock mit knapp 2.500 Romanisti wie erwartet gut gefüllt, die aber eigentlich nur aufgrund eines utopisch lauten Böllers in Erinnerung bleiben. Denn die Stimmung war auf beiden Seiten nur in der Anfangsphase stark. Zu mies war das Spiel und lange sah es nach einem torlosem Remis aus. Erst mit der Römer Führung nach einer Stunde änderten sich die Kräfteverhältnisse zu Gunsten der Gäste. Die Roma hatte genug Chancen um den Gastgebern richtig weg zu tun, blieb aber gnädig. Nach dem Kick traf ich mich noch mit Philip aus Ravensburg auf ein Bier und machte mich dann mit dem Zug auf den Rückweg nach Bologna.