
SC 07 Idar-Oberstein vs FV Dudenhofen 2:1
Hans-Dieter-Krieger-Stadion, 355 Zuschauer, Verbandsliga Südwest

Das ‚Hans-Dieter-Krieger-Stadion‘ des Sportclub Idar-Oberstein, bis Mitte letzten Jahres noch ‚Stadion Im Haag‘ und zu Ehren des verstorbenen, langjährigen Vorsitzenden nun nach diesem benannt, ist eine der Spielstätten, die ich mit einem Spiel meines Herzensvereines verpasst habe. Zwei Mal trat der Deutsche Meister von 1955 dort an und empfing die Hunsrücker natürlich auch zwei Mal an der Hafenstraße, jeweils in der Regionalliga West. Während die ersten beiden Vergleiche noch im alten Jahrtausend beide an den glorreichen RWE gingen, blieb der Sportclub in der zweiten Saison, in denen beide Vereine vor gut 15 Jahren die Klingen kreuzten, ungeschlagen und konnte dem Favoriten daheim im Hunsrück sogar eine eher peinliche Niederlage zufügen. Bittere Zeiten, hoffentlich ein und für alle Male Geschichte. Idar-Oberstein, wenngleich schon eine Art Ankerpunkt der Region, kennt ja eigentlich keine Sau. Für diejenigen, die in der Schmuck- und Edelsteinbranche beschäftigt sind, ist die Stadt allerdings ein Begriff. In der Gegend gibt es natürliche Vorkommen an Schmucksteinen, so dass der Ortsteil Idar bis heute – man glaubt es kaum – zu den Welthandelszentren für Edelsteine zählt. In der ganzen Stadt sieht man Schleifereien und Rohstein-Geschäfte. Ein Schmuckkästchen ist das kleine Stadion jetzt zwar nicht unbedingt, aber für einen Verein dieser Größe durchaus ansehnlich. Seit dem Abstieg aus der Regionalliga pendelt der Verein zwischen Verbands- und Oberliga hin und her. Nach der vergangenen Saison ging es mal wieder runter. Diese Karriere sieht beim heutigen Gegner nicht anders aus. Vermutlich aus Solidarität stieg der FV Dudenhofen ebenfalls aus der Oberliga ab. Da beide Vereine schnell wie möglich wieder hochwollen, kam es also früh in der neuen Saison direkt zu einem Aufeinandertreffen zweier Aufstiegsaspiranten.
Meine verehrte Gattin begleitete mich auf diesem Wochenend-Trip. Auf dem Hinweg wurde noch die Hängebrücke ‚Geierlay‘ besucht und im Getümmel überquert – teilweise kam es zum Stau über dem ‚Mörsdorfer Bachtal‘. Ausgedörrt von der erbarmungslosen Hitze ging es danach weiter in die Schmuckstadt. Für die Gastgeber sammelten sich ein paar ältere Anhänger unter einem vor der Sonne schützenden Schirm, die aber nur durch Getrommel auf den Werbebanden auffielen. Der FVD hatte eine Handvoll Ultras im Gepäck, die aber noch auf einsetzenden Bartwuchs warteten. So ne Art Kinderchor im Stimmbruch. Hinderte sie nicht, ein dickes ‚Nordkurve‘-Banner an den Zaun zu pappen und mit Doppelhaltern, großem Schwenker und Megaphon zu supporten. Klang nicht wirklich gut und hatte trotzdem meinen Respekt, sich dazu aufzuraffen. Auch eine grob besprühte Tapete mit den Worten „Schwarz-gelbe Farben, die wir in unseren Herzen tragen“ fand an den Zaun. Die Gäste aus dem Rhein-Pfalz-Kreis erzielten Mitte der ersten Hälfte die Führung, was direkt für Unruhe beim einheimischen Rentner-Volk sorgte. Der Sportclub spielte ziemlichen Mist, kämpfte sich aber im zweiten Durchgang ins Spiel und drehte dieses per spätem Foulelfmeter zum knappen Heimsieg.


















