Essen – Fr., 14.08.2026, 19:30

DJK Sportfreunde Katernberg vs DJK Adler-Union Frintrop 2:7

Sportanlage Meerbruchstraße, 350 Zuschauer, Landesliga Niederrhein Gruppe 2
An diesem Freitag-Abend zog es zum Eröffnungsspiel der Landesliga-Saison an die Meerbruchstraße in Essen-Katernberg. Bei eigentlich zu hohen Temperaturen erfolgte die Anreise quer durch die Stadt entspannt mit dem Rad. Einige Male bin ich im Laufe meiner schillernden Karriere selbst im Essener Norden dort angetreten, damals natürlich noch auf roter Asche. Bis vor einigen Jahren konnte man die Platzanlage auch nur über die Meerbruchstraße erreichen, eine von alten Backstein-Zechenhäusern gesäumte Sackgasse, die mittig von einer engen Bahnunterführung geteilt wird. Schon eine spezielle Hood. Wenn man früher an der Meerbruchstraße gewonnen oder ein nickeliges Spiel hinter sich gebracht hatte, sah man immer zu, schnell da wegzukommen. Es hielt sich das Gerücht, dass die Unterführung blockiert und man noch ordentlich Senge bekommen würde. Natürlich romantisch verklärter Blödsinn 😊. Vor Ort traf ich nicht nur auf viele bekannte Gesichter aus dem Adler-Umfeld, sondern ungeplant noch ein paar weitere Gefährten, was das Spiel noch kurzweiliger gestaltete, als es eh werden sollte. Oberliga-Absteiger Adler trat beim Aufsteiger aus der Bezirksliga an, natürlich gehörten die Sympathien aufgrund meiner aktiven Vergangenheit dem Gast-Verein.
Die DJK Sportfreunde Katernberg 13/19 entstand vor einigen Jahren aus der Fusion der DJK 1919 und den Sportfreunden. Letztere waren ein Verein mit großer Tradition, tief verankert im Stadtteil, der in den Nachkriegsjahren erfolgreich spielte und es Ende der 80er Jahre noch einmal in die damals drittklassige Oberliga Nordrhein schaffte. Die Sportfreunde haben in ihrer erfolgreichen Phase einige gute Fußballer hervorgebracht, allen voran Helmut Rahn, zu dem ich wohl nicht weiter ausführen muss. Die Fusion wurde vollzogen, als vor einigen Jahren entschieden wurde, die absolut kultige Sportanlage ‚Am Lindenbruch‘, Heimat und Identität der Sportfreunde, zu Gunsten des Ausbaus der Anlage an der Meerbuschstraße aufzugeben. Natürlich eine absolute Schande. Zudem ist am Lindenbruch bis heute nichts passiert, das Gelände verfällt und ist dem Vandalismus preisgegeben. An der Meerbruchstraße sieht es dagegen beinahe geleckt aus, kein Vergleich zu früher, als man das Wasser in den Duschräumen noch mit korrodierten Hähnen aufdrehen musste.
Für die Sportfreunde versammeln sich seit einiger Zeit die ‚Ultras Kaddernberch‘, eine Gruppierung von etwa zehn oder zwölf jüngeren Leuten hinter mehrere Zaunfahnen, unter anderem zwei schöne Gruppenbanner. Mit ein paar kleinen Schwenkern wurde auch gewedelt und zum Einlauf der Teams ein paar Konfettikanonen abgefeuert. Find ich ja gut, wenn Amateur-Clubs aktiv unterstütz werden – ‚Chapeau‘ dafür, diese Motivation aufzubringen. Der Zahn wurde den Jungs aber früh gezogen, die Lust auf Gesänge schnell erstickt. Die Adler haben natürlich was vor und traten selbstbewusst auf, während der Gegner Respekt zeigte oder schlicht nicht die nötige Qualität hatte, um mitzuhalten. Nach 20 Minuten stand es 4:0 für die Gäste vom Wasserturm, der Sturmlauf wurde dann durch den ersten Katernberger Treffer gestoppt. Natürlich brannte dennoch nichts mehr an, spätestens mit Adler-Treffer Nummer Fünf nach einer Stunde Spielzeit war das Thema durch. Ein paar weitere Tore fielen noch hüben wie drüben zum spektakulären Endstand bevor mir der Drahtesel wieder in den Heimat-Stadtteil verhalf.