Donnerstag, 03.10.2019, 13:00

deutschland

VfL Borussia Mönchengladbach U23 vs Rot-Weiss Essen 3:2

Grenzlandstadion, 1.866 Zuschauer, Regionalliga West

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Da sind wir also in der angesprochenen Situation – früher als ich es befürchtet hätte. Nach furiosem Saisonstart kassierten die Roten bei den kleinen Fohlen die zweite Niederlage in Folge. Nach den Festwochen macht sich erste Katerstimmung breit. Gezeichnet von vielen erfolglosen Jahren kommen auch direkt die Kritiker und Dauer-Pessimisten wieder aus den Löchern gekrochen und reden den alljährlichen Herbst-Blues herbei. Die Euphorie hat in vielen rot-weissen Seelen einen spürbaren Dämpfer bekommen. Sicher, in den letzten Jahren war es regelmäßig der Fall, dass man mit viel Zuversicht in die Saison startete. Und ebenso regelmäßig war frühzeitig zu erkennen, dass es für große Sprünge nicht reichen wird. Mal war das nach fünf oder sechs Spielen ersichtlich, mal auch erst nach deren zehn. Nicht nur meiner Meinung ist der Sachverhalt dieses Mal aber ein gänzlich anderer. Der große Unterschied zu den letzten Jahren ist die runderneuerte Mannschaft. Das Potential ist weiterhin unübersehbar und auch die Art und Weise, wie diese Niederlagen zustande kamen, ist eine andere. Bei der Heim-Niederlage gegen Verl war ich urlaubsbedingt nicht zugegen und muss mich auf wenige bewegte Bilder und Medien-Berichte berufen. Aber ich kann daraus den Schluss ziehen, dass die Ostwestfalen ein starker Gegner waren, die Niederlage aber nicht zwangsläufig erfolgen musste. Es wurden ausreichend Torchancen kreiert und mit mehr Spielglück wäre Zählbares möglich gewesen. Und gegen die Borussen-Reserve spielte der RWE eine gute erste Hälfte, versäumte es aber nach dem frühen Führungstreffer nachzulegen und kam durch einen zumindest zweifelhaften Elfer kurz vor der Pause völlig aus der Spur und fand zu spät zurück in diese. Auch hier war mehr drin. Und nach wie vor ist die Defensive die Achillessehne. Die Abwehr erlaubt sich noch zu viele, meist individuelle Fehler, da muss weiter intensiv an der Abstimmung gearbeitet werden. Top-Teams, wie eben Verl oder Gladbach, die in dieser Spielzeit nicht zur sogenannten Laufkundschaft gehören und sicherlich im oberen Tabellendrittel zu erwarten sind, nutzen das gnadenlos aus. Wenn es dann eben die stark besetzte Offensive mal nicht zu richten vermag, sieht es direkt düster aus. Aber natürlich muss der Anspruch sein, auch solche Aufgaben erfolgreich zu bestehen, wenn man denn am Ende den Platz an der Sonne erreichen will. Wobei – will man ja, aber muss man auch? Klar, durch den erfolgreichen Start ist der Anspruch gestiegen, aber prinzipiell gilt es ja, in dieser Spielzeit eine Einheit zu formen und eine völlig neue Spielidee zu verinnerlichen. Gegen einen möglichen Aufstieg würde man sich kaum wehren, aber ist dieser auch Pflicht? Nach meinem Erachten nicht und der rot-weisse Anhang täte gut daran, dem gesamten Team und Stab Zeit einzuräumen. Daher empfand ich es auch als wohltuend, zu beobachten, wie die Ultra-Gemeinde nach dem Spiel die Mannschaft gerade zu an die Hand nahm, diese aufrichtete und den Zusammenhalt beschwor.  Zur Panik besteht auch überhaupt kein Grund, denn an der Tabellenspitze sind die Wege immer noch kurz. Nur der Druck ist höher geworden, denn das nächste Heimspiel gegen die Kölner Fortuna sollte schon gewonnen werden. Wird nicht einfach, denn die Domstädter sind sicherlich besser besetzt, als es der schlechte Tabellenplatz vermuten lässt. Wie ich schon mehrfach anführte – es wird nun spannend sein, zu erfahren, wie die Roten mit der ersten Druck-Situation der noch recht jungen Saison umgehen.

Sonntag, 29.09.2019, 15:00

griechenland

Panthiraikos AO vs Ilisiakos AO 1:0

Panthiraikos Stadio, 200 Zuschauer, Gamma Ethniki Gruppe 5

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Erholungsurlaub muss ja auch mal gemacht werden und dieser fand mit der Herzdame auf den wunderschönen Kykladen-Inseln Anáfi und Santorini statt. Ganz ohne Fußball lief das natürlich nicht. Während Anáfi mit seinen gerade mal 270 überwiegend älteren Einwohnern eine Fußball-freie Zone ist, gibt es auf Santorini zwei Clubs, die am Spielbetrieb teilnehmen. Die unteren Klassen beginnen mit dem regulären Betrieb erst zum Herbstanfang, was den bis in den Spätsommer herrschenden hohen Temperaturen geschuldet ist. Am zweiten Spieltag der viertklassigen Gamma Ethniki lud der Panthiraikos Athlitikos Omilos zum Heimspiel. Der Vereinsname bedeutet frei übersetzt so viel wie Allgemeiner Sportclub von Santorini, wobei der mittlere Teil des Club-Namens auf die Insel hinweist. Thira ist der altgriechische Name der Hauptinsel des Archipels. Zu Gast war mit Ilisiadakos ein Club aus Athen. Die vierte Liga spielt in acht Gruppen, die geographisch einigermaßen sinnvoll festgelegt sind, es ist aber nicht zu vermeiden, dass auch Vereine vom Festland auf die Inseln reisen müssen. Das Stadion verfügt nur über ein Drittel einer Längsseite über eine Tribüne für etwa 1000 Zuschauer. Um die 200 Leute fanden den Weg auf diese. Zum Intro wurde tatsächlich eine kleine Rauchwolke in den Himmel entsendet und Papierschnipsel in den Vereinsfarben geworfen. Eine kleine Gruppe bemühte sich dann an und an um etwas akustischen Support, unterstützt von einer frisierten Pressluft-Fanfare, die alles übertönte. Mit vielen Toren war nicht zu rechnen – am ersten Spieltag waren in sieben Spielen gerade mal derer acht gefallen. Das dann zu beobachtende spielerische Niveau offenbarte auch den Grund für die Torflaute. Schwere Kost. Allerdings würde ich bei diesen Temperaturen auch nicht kicken wollen. Ohne jede Bewegung saß ich auf der unüberdachten Tribüne klamm im eigenen Saft. Mit dem minimalsten Sieg-Resultat fuhr Panthiraikos verdient den zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel ein und setzt sich damit erst mal oben fest.

Freitag, 20.09.2019, 19:30

deutschland

Rot-Weiss Essen vs Bonner SC 4:1

Stadion Essen, 11.009 Zuschauer, Regionalliga West

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Ich lief nach dem Spiel die Hafenstraße entlang in Richtung Kreuzung Bottroper Straße. Einige Meter vor mir ging ein Mann mit einem Sohn. Der vielleicht fünf- oder sechsjährige Filius fragte seinen Vater: „Papa, kann RWE die Bayern schlagen?“. Papa überlegte zwei oder drei Sekunden und antwortete dann mit einem lockeren und überzeugendem „Klar!“. Ist das nun schon das neue RWE-Gefühl? Die Saison ist noch jung, es sind noch keine zehn Pflichtspiele absolviert, und doch ist man langsam geneigt zu glauben, dass diese Mannschaft bereit dafür ist, um die Vergabe des Relegations-Platzes ein wichtiges Wort mitzureden. Die erste Halbzeit war nicht berauschend. Das sind diese Spiele, wo schon nur noch darüber diskutiert wird, wie deutlich der Gegner am Ende aus dem Stadion geschossen wird. Der BSC dachte aber nicht daran, nur die Opferrolle zu übernehmen, spielte ordentlich mit und hätte mit etwas Glück in Führung gehen können. Glück hat aber meistens das Team, das oben steht, und so kam es auch. Nach einem Freistoß durfte Kapitän Hahn die Murmel nach einer guten halbe Stunde aus kurzer Distanz in die Maschen befördern. Läuft also doch, dachten wohl die meisten, aber nur wenige Zeiger-Umdrehungen später gab es Strafstoß für die Ex-Hauptstädter. Dieser wurde sicher verwandelt und es hieß ‚Zurück auf Los‘. Der Pausenpfiff kam dann sogar eher den Roten gelegen, als den Gästen, denn der RWE fand einfach nicht richtig in die Spur. Das änderte sich nach Wiederanpfiff und nur kurz darauf fiel der erneute Führungstreffer. Ein psychologisch wertvolles Signal an die Bonner, dass es hier nix zu holen gibt. Und dann setzte sich dieser unwirkliche Lauf fort, dass die eingewechselten Spieler ihre Tore machen. Zunächst traf der zur Halbzeit gekommene Selishta und dann – nur Sekunden nach seiner Einwechselung auf die Reise geschickt – wieder Adetula mit beinahe seiner ersten Ballberührung. Der BSC war geschlagen, sicherlich ein oder sogar zwei Tore zu hoch. Eine vorsichtige Euphorie ist nun wohl erlaubt, aber – auch wenn ich mich wiederhole – die mentale Stärke des Teams wird sich wohl erst zeigen, wenn die Erfolgsserie mal einen Riss bekommt. Trotzdem – die aktuelle Situation darf durchaus genossen werden und dann ist auch mal die Überlegung erlaubt, ob man wohl die Bayern schlagen kann.

Sonntag, 15.09.2019, 15:00

deutschland

SV Heidingsfeld vs SV Maidbronn 0:1

Sportpark Herieden, 110 Zuschauer, Kreisliga Würzburg 1

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Wenn man die A3 von Nürnberg in Richtung Frankfurt befährt und bei Würzburg unmittelbar hinter dem neu erschaffenen Katzenberg-Tunnel am Übergang zur Talbrücke Heidingsfeld rechts nach unten schaut, erblickt man ein kleines, feines Stadion. Dort spielt der SV Heidingsfeld und jedes Mal wenn mein Blick auf die Spielstätte fiel, erinnerte ich mich, dass ich dort mal ein Spiel schauen wollte. Heute war das dann endlich der Fall, denn der Kreisliga-Kick gegen Maidbronn passte perfekt zum Rückweg in den Pott. Der SVH hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Diese waren Mitte der 80er bis Mitte der 90er, als man in der damals drittklassigen Bayernliga dem Leder nachjagte. Der Ex-Rot-Weisse und ehemalige Sechz’ger Kult-Trainer Werner Lorant war wohl die schillerndste Spielerpersönlichkeit des Vereins, der zum Ende der Karriere als Spielertrainer des SVH fungierte. Mittlerweile spielt der Club noch in der Würzburger Kreisliga. Übrig geblieben aus den besseren Tagen ist das schöne kleine Stadion  mit einer stattlichen, großenteils überdachten Tribüne und einer Stehtraverse auf der Gegenseite. Die A3-Brücke bildet im Hintergrund eine spektakuläre Kulisse. In einem umkämpften Spiel entschied ein Torwartfehler des SVH-Schlussmanns das Spiel und die Gäste konnten einen glücklichen Sieg einfahren. Die Würzburger Vorstädter verpassten durch die Pleite den Sprung an die Tabellenspitze.

Samstag, 14.09.2019, 18:00

deutschland

ATSV Kehlheim vs FC Teisbach 0:2

Städtisches Stadion Rennweg, 140 Zuschauer, Bezirksliga Niederbayern West

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In Kelheim, bekannt durch die oberhalb der Stadt liegende eindrucksvolle Befreiungshalle, fließt die Altmühl in die Donau und in unmittelbarer Nähe der Mündung liegt das Städtische Stadion am Rennweg. In diesem mittelgroßen Mehrzweck-Stadion, mit ansehnlicher, in die dahinter liegende Sporthalle integrierte Haupttribüne, spielt der ATSV um Bezirksliga-Punkte. Dieses zu Saisonbeginn noch recht erfolgreich, mittlerweile aber mit eher magerem Ertrag. In der Vorwoche setzte es gar eine 0:7-Klatsche. Mit Wurstsemmel und Weißbier wurde dem  recht interessanten Kick am Spätnachmittag gefolgt. Nach der heutigen Heimniederlage gegen den Tabellen-Nachbarn aus Teisbach muss sich der ATSV aber nach unten orientieren, denn  die Abstiegsplätze sind nun bedrohlich nah.

Samstag, 14.09.2019, 13:00

deutschland

SSV Jahn Regensburg vs VfB Stuttgart 1:3

Arena Regensburg, 15.200 Zuschauer, 2.Liga

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Regensburg in der Oberpfalz war das Ziel des Wochenend-Ausritts mit der Herzdame. Seit vier Jahren ist ein recht schmuckes kleines Stadion, das trauriger Weise nie einen eigenen Namen bekam, sondern nach einem niedergelassenen Reifen-Hersteller benannt wurde, Heimat des SSV Jahn. Ich finde die kleine Bude recht gelungen. Durch die Gestaltung der Fassade und das Kolorit in den Clubfarben hebt sich das Stadion von anderen Neubauten deutlich ab. Ein weiteres Merkmal ist Gestaltung der Lichtmasten, die wie kleine Stäbchen an den Dächern der Längsseiten aufgereiht sind. Nebenbei bin ich ja absoluter Verfechter von Stadion, die über vier einzelne Tribünen verfügen, welche in den Ecken unverbunden bleiben. Glücklicher Zufall, dass auch mein Wohnzimmer an der Hafenstraße über derartige Architektur verfügt. Ein Plus des Regensburger Stadions ist, dass die Ecken mit Wänden geschlossen wurden, was eine deutlich verbesserte Akustik ermöglicht. Der VfB aus dem Schwaben-Ländle war zu Gast und wurde von gut 2000 Fans begleitet. So gehörte den Stuttgartern auch die Stimmungshoheit. Zwar nahm ich die Gäste bedingt durch meine Sitzposition zwangsläufig dominant wahr. Was aber die Jahn-Kurve bot, war auch so eher schwach. Klar hat der SSV nicht das Fan-Potential wie der VfB, aber bei einem so wichtigen und besonderen Spiel muss mehr möglich sein, als ein Stimmungskern von vielleicht 150 oder 200 Personen. Der Support-Stil des VfB war nach meinem Empfinden aber auch alles andere als optimal. Zu langatmig kamen manche Melodien rüber und auch an eingängigeren Songs und Schlachtrufen wurde für meinen Geschmack zu lange festgehalten, dass man meinte die CD hätte nen Sprung – das war nahezu einschläfernd. Irgendwie hatte ich die Cannstatter Kurve besser in Erinnerung. Auf dem Spielfeld lief es ähnlich wie auf den Rängen. Der Jahn zwar bemüht aber chancenlos gegen einen souveränen aber unspektakulären VfB. Und dieser hätte sich beinahe um den verdienten Erfolg gebraucht, denn man vergaß das Toreschießen und plötzlich stand es aus dem Nichts nach einem Foulelfmeter remis. Aber die Gäste kamen zurück und brachten das Ding noch nach Hause.

Freitag, 13.09.2019, 19:00

deutschland

SV Lippstadt 08 vs Rot-Weiss Essen 2:4

Stadion am Bruchbaum, 2.334 Zuschauer, Regionalliga West

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Lippstadt auswärts auf nem Freitag-Abend. Nicht die Spiele, um die ich mich in den letzten Spielzeiten gerissen habe. Klar, meist ging es schon um nix mehr, Spielbesuche mit rot-weisser Beteiligung verursachten meist eher Schmerzen als Wonne, und dann diese elendige Gurkerei, um im Feierabend-Verkehr erst einmal aus dem Pott raus zu kommen. Letzteres war heute natürlich nicht anders, aber zum einen hatte die Dame im Navi eine ganz gescheite Idee für die Anreise parat und zum anderen ist die sportliche Ausgangslage ja eine gänzlich unterschiedliche. Ich hab es je bereits mal erwähnt, aber weil es sich so anders anfühlt, sei es noch einmal definiert – ich verspüre tatsächlich wieder echte Vorfreude auf Rot-Weiss-Spiele. Das kenne ich so kaum noch, zuletzt war es eher eine Art Pflichtgefühl, welches einen zu den Spielen zwang, und nun fühlt man sich ja beinahe wie frisch verliebt. Die Hälfte der 2300 Anwesenden wird denn auch dem glorreichen RWE zugetan gewesen sein, eher noch mehr davon. Die Ultra-Fraktion hatte es gerade so zum Anpfiff nach Lippstadt geschafft. Bis sich alle sortiert hatten und die Fahnen am Zaun hingen, dauerte es noch einmal zehn bis fünfzehn Minuten. Als Kurvenkind der späten 80er und der 90er bin ich ja bekanntermaßen kein Freund des strikten Ultra-Style mit seinen narzisstischen, viel zu langen Gesängen, oft nicht spielbezogen und andere Tendenzen in der Kurve erstickend. Aber eins wurde hier mal deutlich – so lange die Jungs sich nicht loslegten, war es auch nicht weit her mit Stimmung. Hier und da wurde mal ein alter Gassenhauer angestimmt, aber richtig durchsetzen konnte sich da nichts. Die Kurven haben einfach verlernt, ohne Anleitung das Stimmungsbarometer in Wallung zu bringen. Das war dann ab dem Zeitpunkt anders, als der Trommelstock zum ersten Mal die Schwingungsmembran berührte. Und – der Objektivität muss dann auch Rechnung getragen werden – natürlich hat die rot-weisse Ultra-Gemeinde auch längst ein Gespür für die richtige Mischung entwickelt, um die gemäßigteren Leute in der Kurve mitzunehmen und oft genug die ganze Masse zu bewegen. Diese Energie übertrug sich dann auch schnell auf die Mannschaft, die wieder erfrischend nach vorne spielte. Die Qualität in der Offensiv- und Kreativ-Abteilung ist echt brutal – es ist eine absolute Freude zuzuschauen. Auch in der Defensive ist das Team sicher nicht schlechter besetzt, aber dort fällt doch immer noch das eine oder andere Abstimmungsproblem auf. Besonders bei schnell vorgetragenen Angriffen der Westfalen in die zentrale Spitze taten sich Lücken auf. Eine davon nutzten die Gastgeber früh zur Führung. Die Roten ließen sich nicht beirren und spielten geduldig weiter nach vorne, aber es bedurfte eines taktischen Wechsels, bis der verdiente Ausgleich durch den eben eingewechselten Joker Adetula fiel. Damit ging es in die Pause und kurz nach Wiederanpfiff ging der Deutsche Meister von 1955 dann auch in Führung. Damit war alles klar. Dachte wohl sich ziemlich jeder im kleinen Stadion, aber der SV 08 konnte kurz darauf eher überraschend wieder ausgleichen. Tja, wäre es noch der ‚alte‘ RWE der letzten Jahre, hätte nun das große Zittern begonnen. Der Todesstoß hätte befürchtet werden müssen und man hätte sich mit einem Remis zufrieden gezeigt. Konjunktiv, Vergangenheit. Ich behaupte mal, die wenigsten werden daran gezweifelt haben, dass dieses Spiel hier und heute noch gewonnen wird. Zu überzeugend trat der RWE wieder auf und bei diesen zielstrebig und schnell vorgetragenen Angriffen, darf man jederzeit berechtigte Hoffnung bis in die letzte Sekunde der Nachspielzeit haben, dass noch ein Treffer fällt. So lang musste aber nicht gewartet werden. Trainer Titz bewies erneut ein glückliches Händchen und wechselte mit Hedon Selishta den Sieg ein. Mit zwei Treffern sicherte der von Bayern Alzenau gekommene Torschützenkönig der letztjährigen Hessischen Oberliga den verdienten Sieg für die Gäste. Sechster Sieg im siebten Spiel bei einem Remis. Ich vermute, die kühnsten Optimisten hätten nicht mit so einem Saisonstart gerechnet. Und so souverän das Spiel dieser runderneuerten Essener Mannschaft auch wirkt – ich bleibe trotz ehrlicher Begeisterung vorsichtig optimistisch. Im Normalfall werden auch mal unruhige Phasen kommen und dann wird man sehen, welche Moral und Mentalität das Team beweist. Ändert aber nichts daran, dass allen Rot-Weissen die Momentaufnahme und  der Genuss dieser gegönnt werden darf. Nur der RWE!

Donnerstag, 12.09.2019, 19:00

deutschland

DSC Wanne-Eickel vs Concordia Wiemelhausen 6:1

Sportplatz Reichsstraße, 200 Zuschauer, Westfalenpokal 2.Runde

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Der DSC trägt seine Heimspiele üblicherweise im Sportpark Wanne-Süd aus. Das heutige Spiel im Verbandspokal wurde allerdings auf dem Sportplatz an der Reichsstraße angesetzt, wo sonst nur Reserve- und Jugend-Teams des Vereins antreten. Die Anlage ist jetzt auch kein Kracher, aber mit fünfstufiger Traverse auf einer Geraden und hinter einem Tor auch nicht ganz so schlecht. Die RWE-Gefährten Krösus und Marcel begleiteten mich und am Ort des Geschehens stieß dann noch Thomas dazu. Spiele unter der Woche sollen für mich eh meist schlicht den Zweck des Feierabend-Amüsements erfüllen und in Gesellschaft geht das noch etwas besser. Zwei Westfalen-Ligisten kreuzten hier die Klingen und der Tabellenstand spiegelte sich auch im Pokal-Wettbewerb wieder. Denn der DSC, ehemaliger Zweitligist der späten 70er Jahre, hatte die Nummer bis auf wenige kurze Phasen komplett im Griff und schickte die Bochumer mit einer schönen Packung nach Hause.