Viernheim – So., 25.08.2021, 17:00

TSV Amicitia Viernheim vs FK Srbja Mannheim 7:1

Waldstadion, 150 Zuschauer, Badischer Pokal 1.Runde
Im nur 15 Kilometer entfernten Viernheim reichte es noch für ein Eis bevor das Waldstadion betreten wurde. Dieses ist ein Mehrzweck-Stadion mit einer großen Haupttribüne und einigen Stufen um die Laufbahn herum. Die Amicitia hat auf Amateurebene durchaus schon erfolgreichere Zeiten erlebt, spielt aber aktuell nur in der Kreisliga. Zu Gast im Badischen Pokal war der Landesligist Srbja Mannheim, aber man musste sich schon früh in der Partie fragen, welches der höherklassige Verein ist. War die Halbzeit-Führung von 2:1 für die Amicitia noch moderat, ging in Durchgang zwei völlig die Post ab und der Kreisligist schoss den klassenhöheren Verein komplett aus dem Stadion. Musste nach dem Spiel erst mal checken, ob ich die Ligenzugehörigkeit korrekt recherchiert hatte.

Mannheim – So., 25.08.2021, 14:00

SV Sandhofen vs SV Enosis Mannheim 0:5

Phoenix-Platz, 45 Zuschauer, Kreispokal Mannheim 1.Runde
Durch die gestrige Planänderung war nun der ganze ursprünglich vorgesehene Ablauf gescheitert beziehungsweise hätte dieser zu großen Aufwand bedeutet. Eine neue Idee musste her. Bei morgendlicher Durchsicht der Spielpläne blieb ich dann beim Badischen Pokal hängen. Als Auftakt bot sich aber dieser Kick im Mannheimer Kreispokal an, der aus mir nicht bekanntem Grunde auf dem sehenswerten Phoenix-Platz ausgetragen wurde. Also die Republik einmal gequert bis in die Quadrate-Stadt. Der Phoenix-Platz ist ein Relikt aus einer früheren Fußball-Epoche und Heimat des MFC 02, dem ältesten unfusionierten Verein Mannheims, wie der Club selber betont. Windschiefe, und teilweise arg zugewachsene Stufen umgeben den Fußballplatz. Auf einer Seite recken sich noch die Stümpfe ehemaliger Sitzgelegenheiten aus dem Wildgras. B-Ligist gegen Kreisliga bedeutet zwei Klassen Unterschied, die zunächst gar nicht erkennbar waren. Im Gegenteil, der Underdog hatte zwei gute Möglichkeiten, die vergeben wurden, darunter eine der größtmöglichen Panne-Aktionen, die ich je beim Fußball gesehen habe. Nach einem klassischen Stocki eines Enosis-Verteidigers liefen zwei SV-Stümer allein auf den Torwart zu. Der Ballführende legte auch sauber auf den freien Mann rüber, der aber beim eigentlich einfachen Torschuß den Ball nicht richtig traf. Der mittlerweile im Abseits stehende, weil mitgelaufene Passgeber, ging hin und schob den Ball über die Linie. That’s Kreisliga. So ne Dämels-Nummer habe ich ja früher nicht mal selbst geschafft. Sehr erhebend. Danach nahm es den erwarteten Verlauf. Der Griechen-Club erarbeitete sich ein Übergewicht, irgendwann fiel das erste Tor und am Ende stand ein überhoher Kantersieg nach einem überschaubar guten Spiel.

Bad Kötzting – Sa., 24.07.2021, 15:00

1.FC Bad Kötzting vs TSV Kareth-Lappersdorf 0:0

Stadion am Roten Steg, 280 Zuschauer, Landesliga Bayern Mitte
In der Ferienzeit auf einem Samstag eine der typischen Urlaubsrouten abreißen zu wollen, war noch ne nie gute Idee, aber man hofft ja irgendwie immer dass es dennoch einigermaßen gut läuft. Tat es auch, aber nur bis Würzburg. Die relativ kurze Strecke bis Nürnberg zerstörte den Zeitplan komplett, dazu war die Prognose für die A9 desaströs, so dass kurzfristig auf den Backup-Plan umgesattelt werden musste. Aber was heißt hier Backup? Das war ein Plan A wie er im Buche stand. Das Stadion am Roten Steg im oberpfälzischen Bad Kötzting ist einfach ein Brett und wäre so oder so demnächst mal besucht worden. Eine wunderschöne Holztribüne auf der einen Seite, eine große Naturtribüne auf der anderen, eine etwas spezielle Hintertor-Seite und viele kleine Besonderheiten machen den Ground zu einem echten Schmuckstück. Auch so merkt man, dass der 1.FC Bad Kötzting ein lebendiger Verein ist, da viele Helfer in den Ablauf eingebunden sind. Was fehlte waren Tore, die ein sehr gutes Landesliga-Spiel durchaus verdient gehabt hätte.

Itterbeck-Wielen – Fr., 23.07.2021, 18:30

ASC Grün-Weiß 49 vs Rot-Weiss Essen 0:9

Sportplatz am Heideschlösschen, 400 Zuschauer, Testspiel
Ursprünglich war mir dieser Spielbesuch gar nicht möglich, da ich nach beinahe einem Jahr eigentlich mal wieder einen Kegelabend verbracht hätte, aber unser serbischer Wirt war der Meinung, nun wo er endlich wieder öffnen und Geld verdienen könnte, besser in den Heimaturlaub zu fahren. Also wurde dieser Ausflug kurzfristig auf die Beine gestellt. Der gastgebende ASC war so freundlich mir ein Ticket zu reservieren und einen Schnelltest konnte ich in der Nähe meines Arbeitsplatzes noch ohne Termin durchführen. Marco war so freundlich mich im Westmünsterland einzusammeln und Benny nahm mich mit zurück nach Essen. Hiermit nochmal besten Dank an die beiden für die spontane Unterstützung. Was für ein Aufwand für ein schnödes Testspiel! Da der gewählte Hinweg durch die Niederlande führte, durfte der Frituur-Besuch natürlich nicht fehlen. Gab es ja auch länger nicht. In Wielen wurden dann weitere bekannte Gesichter getroffen und so lief es dann, wie es bei solchen Spielen immer läuft. Mit einem Auge schaut man hin und ansonsten wird überwiegend gelabert. Gegen den Bezirksligisten wurde ein wenig aussagekräftiges 9:0 herausgeschossen, aber ich wurde den Eindruck nicht los, dass im Spiel der Roten noch genug Luft nach oben ist.

Herzlake – Di., 20.07.2021, 18:30

Rot-Weiss Essen vs FC Emmen 0:3

Hasetal-Stadion , 86 Zuschauer, Testspiel
Herzlake. Da wurden Erinnerungen an 1993 wach, als der heutige Kreisligist VfL Herzlake ebenso wie der glorreiche RWE an der Aufstiegsrunde zur 2.Liga teilnahm. Die Roten mussten nach einem Auftakt-Sieg gegen die Münsteraner Preußen am zweiten Spieltag der Gruppe hierher ins Emsland. Es rollte eine unendliche rot-weisse Karawane über die damals noch nicht vollendete A31 und die Dörfer. Der einzige eingesetzte Bus zwischen den ganzen Pkw – ein antiquiertes Gerippe der Marke Museums-Bus, der ungefähr so aussah wie der Bus der Mustangs im 80er-Jahre Eishockey-Film ‚Bodycheck‘ mit Patrick Swayze – hauchte dann auch irgendwann den Geist aus und die Insassen wurden auf die Pkw verteilt. Gut die Hälfte der 6.000 Zuschauer war damals aus dem Pott angereist. Das kleine aber feine Hasetal-Stadion platzte aus allen Nähten und der glorreiche RWE hatte am Ende seine liebe Mühe einen Punkt aus dem Hasetal mitzunehmen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese Spielrunde am Ende mit einem rot-weissen Aufstieg gekrönt wurde. Seit einigen Jahren verbringt der RWE nun sein Pre-Season-Trainingscamp in Herzlake und Testspiele werden dann meist im Hasetal-Stadion durchgeführt. Heute ging es gegen den FC Emmen, abgestiegener Eredivisionär der letzten Saison. Nun ist das bei internationalen Testspielen so, dass diese an den DFB gemeldet werden müssen, der diese wiederum bei der ZIS anmelden muss, der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze des Deutschen Polizeistaats. Die ZIS kümmert sich dann um die entsprechende polizeiliche Betreuung der Spiele. Da aber die verantwortliche Birne beim Schmieren-Verband schön gepennt hat, gelangte die Info über dieses Spiel nie zur ZIS. Die Folge davon war, dass der Kick offiziell ohne Zuschauer über die Bühne gehen musste. Dennoch reiste ich mit Marco optimistisch an und bekam Einlass gewährt, wie auch einige andere, die nicht unbedingt dem engsten Umfeld der Mannschaft zuzuordnen waren. Im Laufe der zweiten Halbzeit betraten dann immer mehr Dorf-Ottos das Stadion und der Grill wurde auch noch angeknipst. Offensichtlich legte der heimische VfL als Gastgeber die Regularien großzügig aus. Richtig so! Die Roten spielten eine richtig gute Halbzeit, versäumten es aber eins, zwei, drei Tore zu erzielen und der zweite Durchgang war dann das genaue Gegenteil des bis dahin Gesehenen. Die Niederländer drehten gewaltig auf und drängten den RWE in die eigene Spielhälfte. Es fällt mir schwer zu beurteilen, inwiefern die in beiden Teams vorgenommenen Wechsel zu Verlagerung der Kräfte-Verhältnisse beitrugen. Jedenfalls spielte der FC Emmen in Halbzeit zwei einen blitzsauberen und schnellen Ball und setzte den Roten drei Dinger ins Netz.

Solingen – So., 18.07.2021, 15:00

VfB Solingen vs Ditib-Vatanspor Solingen 7:6 n.E.

Sportplatz am Bavert, 200 Zuschauer, Kreispokal Solingen Achtelfinale
Ursprünglich quälte ich mich mit dem Gedanken, einen Kreispokal-Bumskick zweier Kreisligisten auf einem zugegebenermaßen kultigen Asche-Platz in Bottrop zu schauen. Anlagen mit diesem Untergrund sterben ja langsam aus. Früher waren diese verhasst, in naher Zukunft werden die Hartplätze aber mehr wertgeschätzt, da bin ich sicher. Eine Anreise mit dem Rad wäre auch machbar gewesen, aber letztlich übte das qualitativ bessere Spiel in Solingen dann doch den größeren Reiz aus. Mit dem Landesligisten VfB Solingen war der klassenhöchste Verein der Stadt Gastgeber dieser Partie. Der VfB konnte auch eine beruhigende, wenig gefährdete Zwei-Tore-Führung herausspielen, aber die immer um offensives Spiel bemühten Gäste erzielten innerhalb der letzten fünf Spielminuten noch den wenig für möglich gehaltenen Ausgleich. In der zweiten Hälfte der Verlängerung ging der Gast sogar in Führung, aber der VfB glich spät wieder aus. Im Elfer-Schießen waren die Gastgeber dann das glücklichere Team. Die Sportanlage des VfB liegt recht idyllisch von Bäumen gesäumt mit einer individuell gestalteten Stehtraverse auf einer Seite.

Essen – Mi., 14.07.2021, 19:00

Rot-Weiss Essen vs 1.FC Bocholt 2:0

Stadion Essen, 2.500 Zuschauer, Testspiel
514 Tage hat es gedauert bis ich den glorreichen RWE mal wieder in einem Heimspiel sehen konnte. Dummerweise an einem Tag, an dem auch circa 514 Liter Regen pro Quadratmeter fiel. Halbwegs günstig geparkt, kam ich beschirmt noch einigermaßen trockenen Fußes am Stadion an, um an der Einlassschleuse bemerken zu dürfen, dass ich den unsäglichen Mund-Nasen-Schutz im Auto vergessen hatte. Also wieder zurück und wieder hin und bei diesem Regen der Marke Massagestrahl war ich dann nach der Zugabe chancenlos. Aber Fußball muss auch mal weh tun bzw klatschnass sein. Marcel ‚Platzo‘ Platzek, der zehn Jahre für den Deutschen Meister von 1955 die Schuhe schnürte, und Kevin Grund, der sogar elf Jahre lang die Knochen hinhielt, hatten sich entschlossen, den Verein wegen geringer werdender Einsatzzeiten und dem Karriereende näher kommend zu verlassen. Zwei absolut authentische und echte Rot-Weisse, die sich einen ordentlichen Abschied verdient hatten. Was lag da näher, als ein Spiel gegen den neuen Verein, den ambitionierten Oberligisten aus dem Westmünsterland. Der 1.FC hat ein klares Aufstiegsziel und eine entsprechende Mannschaft beisammen. Gut möglich, dass wir unsere beiden Krieger also noch einmal wieder sehen. Hoffen tue ich das nicht, hieße es doch auch in der nächsten Saison noch viertklassig zu sein. Zukunftsmusik – die Realität zeigte eine auf vielen Positionen veränderte Mannschaft, die sich natürlich erst noch finden muss. Die neuen Angestellten ließen aber durchaus erahnen, das sie das Team verstärken können. Der Platz war hinsichtlich der Wassermassen in erstaunlich gutem Zustand, lediglich die Drainage vor der Gegentribüne kam an ihre Grenzen, was einige Slapstick-Einlagen begünstigte. Die Gäste spielten aber sehr ordentlich mit, auch wenn die Roten insgesamt mehr vom Spiel hatten. Viele Torchancen kamen nicht zustanden, weder hüben noch drüben, die beste Möglichkeit hatte noch der Gast mit einem brachialen Pfostenknaller in Hälfte zwei. Als kleiner Gag wurden die beiden Haupt-Protagonisten zehn Minuten vor dem Ende aus dem Gäste-Team genommen und nach kurzem Trikotwechsel ins RWE-Team eingewechselt. Als sich alle mit dem torlosen Remis abgefunden hatten, packte David Sauerland den Hammer aus und erzielte drei Minuten vor dem Ende mit einem sehenswerten Schuss den etwas glücklichen Führungstreffer. Und weil der Fußball manchmal doch schöne Geschichten schreibt, bewies Platzo in der Schlussminute noch sein Näschen und staubte zum 2:0 ab. Nach dem Abpfiff bekamen die beiden dann noch den gebührenden Abschied vom rot-weissen Anhang.

Linz am Rhein – So., 11.07.2021, 15:00

VfB 1920 Linz vs TuS Montabaur 5:3 n.V.

Kaiserbergstadion, 200 Zuschauer, Rheinlandpokal Achtelfinale
Und wieder rief der Rheinlandpokal. Vielleicht sollte ich zum Rheinlandpokal-Allesfahrer umschulen. Aber Testspiele hauen mich halt nicht so vom Hocker, da bin ich dankbar, wenn in halbwegs gut erreichbaren Regionen um Punkte oder Pokale gespielt wird. Linz am Rhein hieß das Ziel, ein schönes Städtchen mit historischem Kern, sicherlich mal einen Besuch wert, und da die werte Herzdame mitreiste, war vorher noch ein wenig Kultur angesagt. Schloss Drachenburg wurde besichtigt und dann unterhalb dieses beeindruckenden Bauwerks noch ausgiebig und zeitintensiv zu Mittag gespeist. So kam es, dass Linz gar nicht mehr angeschaut wurde, weil der geliebte Rheinlandpokal rief. Wird sich sicher ein anderes Mal ergeben. Hoch über dem Rhein auf dem Kaiserberg liegt der Platz des VfB. Was Besonderes ist dieser nicht, aber es gibt sicher auch langweiligere Anlagen. Vor Ort rannte ich erst einmal den Astronauten über den Weg, den hatte ich Pandemiebedingt über ein Jahr nicht gesehen. Und weil ich den Offenbacher Thomas ja nach langer Zeit am letzten Sonntag mal wieder getroffen hatte, bestätigten wir das Wiedersehen hier zufälliger Weise direkt. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zeigten sich die Gastgeber überlegen und schossen eine vermeintlich beruhigende 3:1-Führung heraus. Der TuS war eigentlich klinisch tot, kam aber so ziemlich aus dem Nichts doch noch zum Ausgleich. Der VfB verdaute den Rückschlag aber ganz gut und erzielte zwei Treffer zum verdienten Sieg und damit zum Einzug ins Viertelfinale.