Sonntag, 09.06.2019, 18:30

italien

US Triestina Calcio vs AC Pisa 1909 1:3 n.V.

Stadio Nereo Rocco, 19.446 Zuschauer, Relegation zur Serie B

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Dieses war also die andere Final-Paarung um den Aufstieg in die Serie B und im Gegensatz zum Spiel in Piacenza musste hier und heute eine Entscheidung fallen, denn das Hinspiel fand bereits am Mittwoch in Pisa statt und endete 2:2 unentschieden. Für Spannung war also gesorgt. Das ‚Stadio Rocco‘ ist ein absolut fetter Trümmer. Vier überdachte, baulich voneinander getrennte Tribünen ergeben ein reines Fußballstadion, das von einer beeindruckenden Architektur gezeichnet ist. Die Dächer der Geraden werden von einer Art Giebel, welcher mit von einer Glaskuppel versehen ist, gekrönt. 2.500 Ragazzi waren aus der Stadt mit diesem schiefen Turm angereist. Wie erwartet und verabredet, traf ich den sagenumwobenen ‚Iltis‘ auf der Haupttribüne und wir genossen die Nummer gemeinsam. Der große Tifo wurde es heute leider nicht, lediglich die Heimseite zeigte zum Spielbeginn eine simple Choreo mit zentraler Blockfahne. Dafür wurde es akustisch umso besser. Beide Kurven glänzten mit dauerhaft extrem hoher Mitmachquote mit nur wenigen Schwächephasen und aufgrund der Überdachung schepperte das teilweise schon sehr ordentlich über die Ränge. Das Geschehen auf dem Rasen war dann gut zerfahren und, ähnlich wie der Kick am Vortag, von vielen Pfiffen des Referee unterbrochen. Richtig schön anzusehen war das nicht, aber es war ordentlich Feuer drin. Den Führungstreffer der Gäste aus der ersten Hälfte konnte Triestina im zweiten Durchgang per Elfmeter verdient ausgleichen und mit 1:1 ging es in die Verlängerung, denn die Auswärtstor-Regel zählt in den Finals nicht. Triestina spielte nach einem Platzverweis nach Notbremse kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit mittlerweile in Unterzahl. Pisa bekam daher Oberwasser und ging früh in der Extra-Time erneut in Führung. Die Gastgeber schmissen nun wütend alles rein, Pisa zog die üble Zeitspiel-Karte und daher gab es nun im Minutentakt Ärger und Rudelbildungen auf dem Platz. Geile Aktion, als ein tödlich verletzter Gäste-Akteur mal wieder Minuten behandelt und dann mit Trage abtransportiert wurde. Diese wurde aber an der Heimkurve vorbei getragen und clever erkannten die Ragazzi, dass der Junge nach der langen Spielzeit sehr durstig sein musste. Hilfreich linderten sie die Qual mit einem Hagel aus Wasserflaschen und Bierbechern, so dass der Sterbende wie einst Lazarus von der Trage aufsprang und davon spurtete. Kurz vor Ende machte Pisa nach einem Konter den Deckel drauf und der Rest des Abends war eine Feier in blau und schwarz und ein sinnloser Pokal wurde auch noch überreicht (bekommt der Sieger der anderen Paarung auch einen solchen?). Da ich noch die Rückfahrt nach Bergamo zu absolvieren hatte, machte ich mich bald darauf mal auf den Weg. Gegen 22:30 Uhr fuhr ich los, irgendwo bei Padua gönnte ich mir zwei Stunden Schlaf im Mietwagen, und um 6:40 Uhr hob Herr Ryan von Bergamo mit mir ab. Endlich mal wieder Oldschool-Hopping (ach nee, bin ja nur Fußball-Tourist) mit Schlafmangel. Um 10:00 Uhr schloss ich die heimische Wohnungstür auf.

Samstag, 08.06.2019, 20:30

italien

Piacenza Calcio 1919 vs Trapani Calcio 0:0

Stadio Leonardo Garilli, 7.865 Zuschauer, Relegation zur Serie B

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Einmal ist ja immer das erste Mal und so brachte mich der Flixbus über Nacht von Salzburg nach Bergamo. Die Fahrt wurde fast komplett verpennt und damit als deutlich angenehmer verbucht, als befürchtet. In Bergamo übernahm ich den vorab gebuchten Mietwagen und fuhr mautvermeidend in den Ort des abendlichen Spieles. Zwei Plätze waren noch für die kommende Saison der zweiten italienischen Spielklasse, der Serie B, zu vergeben. Prinzipiell war das heutige Spiel ein Halbfinale. Da aber die Sieger der beiden Halbfinal-Paarungen zum Aufstieg berechtigt sind, hatten die Spiele natürlich Final-Charakter. Das Hinspiel dieser Paarung fand nun in Piacenza statt. Das ‚Stadio Leonardo Garilli‘ ist eine dieser herrlichen typisch italienischen Buden, welche die besten Jahre deutlich hinter sich gelassen haben. Es bröckelt hier der Beton, es blättert dort die Farbe ab, der Ground macht aus seinem Zustand keinen Hehl. Aus Trapani, im letzten Winkel Siziliens gelegen, waren über 500 Leute gekommen, die ohne jede Unterbrechung eine gute Party in ihrem Block feierten. 1.500 Straßenkilometer trennen die beiden Konkurrenten – das nenn ich mal Auswärtsfahrt. Und Kompliment, so viele Gäste hatte ich nicht erwartet. Die ‚Curva Nord Piacenza‘ eröffnete mit einer simplen Zettel-Choreo. Bei Tageslicht ein gutes Stilmittel und einfach in der Ausführung, so dass auch diejenigen Besucher ihren Job schnallten, die nicht so häufig ins Stadion gehen, denn mehr als 3.000 Tifosi verliefen sich in der Liga-Runde selten im weiten Rund. Die Stimmung auf der Heimseite war anfangs stark, ließ dann aber mehr und mehr nach und wurde der Bedeutung des Spiels nicht gerecht. Nach gut einer halben Stunde trieb nur noch ein Kern von gut 200 Leuten ihre Mannen an. Trapani zeigte sich auf dem Platz in Hälfte eins als das bessere Team und hatte zwei richtig gute Chancen, die der Piacenza-Schnapper stark entschärfte. Die Gastgeber legten dann in der zweiten Hälfte zu und erarbeiten sich ein Übergewicht, aber die Sizilianer waren immer gefährlich und hatten die besseren Einzelspieler. Torszenen blieben aber Mangelware und beinahe jeder Angriff wurde wegen irgendeines Regelverstoßes abgepfiffen, so dass kein wirklicher Spielfluss aufkam und das Geschehen auch eher in die Kategorie ‚Hafer‘ einzuordnen war. So bekam der Kick dann auch das Resultat, dass er verdiente und die Trapanisti reisten mit einer guten Ausgangsposition zurück auf ihre Insel.

Freitag, 07.06.2019, 18:30

oesterreich

SV Austria Salzburg vs TSU Bramberg 2:2

Erich-Misoph-Stadion, 900 Zuschauer, Salzburger Liga

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Beruflich weite ich zwei Tage zum Messebesuch in München, da bot es sich an, nach dem Ende der Veranstaltung direkt im Süden zu bleiben und eine kleine Tour anzuhängen. Per Mitfahrgelegenheit ging es dann weiter nach Salzburg, einfach weil es nur ein Drittel des Zugfahrpreises kostete und die Bahnverbindung durch eine Baustelle unterbrochen und durch Schienenersatzverkehr geflickt wurde. Dem zeitlichen Ablauf brachte es keinen Vorteil, durch ein völlig überforderte A8 dauerte der Transfer in die Festungsstadt beinahe drei Stunden. Die Salzburger Austria hat bewegte Jahre hinter sich. 2005 wurde der Verein vom Brause-Konzern Red Bull übernommen und nach dessen Vorstellungen umgestaltet. Gefiel der Austria-Szene natürlich überhaupt nicht und diese versuchte in zähen Verhandlungen mit der neuen, durch Red Bull bestellten Vereinsführung die Identität des Clubs zu wahren. Was letztlich scheiterte. Darauf wurde ein neuer SV Austria Salzburg gegründet, der sich in der Tradition des alten SVAS sieht. Nach dem Versuch einer Kooperation mit einem anderen Salzburger Club stellte man sich schließlich endgültig auf eigene Füße und fing ganz unten an. Nach vier Aufstiegen in Folge war die drittklassige Regionalliga erreicht, danach geriet die Erfolgsstory etwas ins Stocken und des dauerte einige Jahre bis der Aufstieg in die zweite Spielklasse gefeiert werden durfte. Damit hatte sich der Verein aber übernommen und es musste Insolvenz angemeldet werden, verbunden mit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga, in der die Klasse auch nicht gehalten werden konnte. Eine weitere Insolvenz konnte zur knapp vermieden werden und in der Salzburger Landesliga konnte sich der Verein dann endlich konsolidieren. Nach nun zwei Jahren in der vierklassigen Landesliga wird es wieder auf drittklassiges Niveau nach oben gehen, denn der Aufstieg stand für den Tabellenzweiten vor dem heutigen letzten Spieltag bereits fest. Auch für die Gäste ging es um nichts mehr. An die 1.000 Zuschauer hatten den Weg ins kleine ‚Erich-Misoph-Stadion‘ gefunden. Die Kurve um ‚Union Ultra‘ präsentierte als Intro eine Choreo, bei der als zentrales Element das Vereinswappen zum Tribünendach hochgezogen wurde. Rechts und links davon wurden kleine Folienfähnchen in den Farben Violett und Silber geschwenkt und zwei Spruchbänder beschworen Tradition und Beständigkeit des Vereins. Die Präsentation derer stellte sich aufgrund des starken Windes als Herausforderung dar, die letztlich souverän bestanden wurde. Die Stimmung auf der gut gefüllten Hintertor-Tribüne hätte dann besser kaum sein können, nur der Spielverlauf hielt da nicht mit, denn die Gäste gingen durch zwei sehenswerte Treffer in Führung, welche die Austria aber zum gerechten Halbzeitstand ausgleichen konnte. Im zweiten Durchgang spielten dann eigentlich nur die Gastgeber, ohne die Bramberger aber ernsthaft gefährden zu können, weshalb der Halbzeit- auch der Endstand blieb. Zum Saison-Finale wurde dann noch mal ordentlich gefackelt. In der Kurve steckt ordentliches Potential, da kann man nur wünschen, dass es weiter stetig nach oben geht und man vielleicht eines Tages wieder auf Top-Niveau agieren kann.

Mittwoch, 05.06.2019, 19:30

deutschland

SSV Grefrath vs DJK Arminia Lirich 3:0

Sportpark Heidefeld, 500 Zuschauer, Abstiegs-Relegation Bezirksliga Niederrhein
Wenn sich nicht eine illustre Truppe um die Rot-Weiss-Kameraden Krösus und Marcel sowie den schwarz-gelben Strategen Daniel – in Insider-Kreisen auch als ‚Boston‘ 😉 bekannt – zusammen gefunden hätte, wäre diese Partie wohl an mir vorbei gegangen. Der ‚Sportpark Heidefeld‘ glänzt durch zwei Plätze ohne Ausbau, einer mit Naturrasen-, einer mit Kunstrasen-Spielfläche, auf letzterem wurde der Kick ausgetragen. Also nichts was mich allein hinter dem Ofen hervor gelockt hätte. Aber in kurzweiliger Gesellschaft verlabert sich so ein Ausflug ja doch schnell. Natürlich war auch die Bedeutung des Spiels noch ein kleiner Anreiz, denn hier wurde gegen den Abstieg aus der Bezirksliga relegiert. Gut 500 Zuschauer fanden sich zum Hinspiel dieses Vergleichs ein, davon gut 150 aus dem Ruhrpott. Die Gäste hatten auch die erste halbe Stunde klares Oberwasser, aber ein Elfmeter brachte die Niederrheiner auf die Siegerstraße. Mit einem Konter wurde aus stark abseitsverdächtiger Position die 2:0-Halbzeitführung hergestellt. In Hälfte zwei wurden die Arminen zunächst durch den schwachen Schiedsrichter mit einer überzogen harten Entscheidung dezimiert und fanden danach einfach kein Mittel mehr, um das Geschehen an sich zu reißen. Es kam stattdessen schlimmer, denn Grefrath erhöhte und mit einem weiteren Platzverweis gegen die Gäste wurde diesen für das Rückspiel eine höhe Hürde in den Weg gestellt.

Sonntag, 02.06.2019, 15:00

deutschland

SV Concordia Emsbüren vs SV Union Lohne 0:3

Sportpark Hanwische, 700 Zuschauer, Bezirksliga Weser-Ems Gruppe 3
Als ich am Mittwoch die Anlage in Lohne verließ, rief der Sprecher durch das Mikro „Alle die hier sind, will ich am Sonntag in Emsbüren sehen!“ Na gut, dem Befehl gehorchte ich gern, denn der Hauptplatz in Emsbüren ist mit einer schicken Tribüne recht sehenswert. Dieser wird aber nicht immer genutzt und da aufgrund der Bedeutung dieses Spiels für die Gäste eine entsprechende Zuschauerzahl zu erwarten war, schien die Nutzung des Hauptplatzes sicher. Wurde dann auf Nachfrage beim Verein auch bestätigt und gut 700 Leute fanden sich an, davon sicherlich mehr als zwei Drittel auf Seiten der Gäste. Die Concordia hatte den Abstiegskampf erfolgreich bestritten, war vor dem Spiel bereits gerettet und konnte ohne Druck aufspielen. Tat sie dann auch, weshalb Union trotz technischer Überlegenheit Mühe hatte, sich offensiv in Szene zu setzen. Die wenigen sich bietenden Chancen wurden kläglich vergeben. So dauerte es über eine Stunde Spielzeit bis der erlösende Treffer fiel, der sich als Dosenöffner erwies. Danach zeigten sich die Gäste deutlich befreit und machten die Geschichte mit zwei weiteren Treffern sattelfest. Die Feierlichkeiten nach dem Abpfiff wurden mit zwei Fackeln und zwei kleinen Rauchtöpfchen garniert.

Donnerstag, 30.05.2019, 15:00

deutschland

SV Mesum vs BSV Schüren 1:2

Adolf-Brühl-Stadion, 350 Zuschauer, Abstiegs-Relegation Westfalenliga

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Das ‚Adolf-Brühl-Stadion‘ im Hammer Ortsteil Bockum-Hövel wird nicht mehr allzu häufig bespielt, da die Anlage auch einen Kunstrasenplatz umfasst, der überwiegend für den Spielbetrieb herhalten muss. Als der Spielort für dieses Entscheidungsspiel bekannt war, wurde die Chance daher beim Schopfe gepackt. In einem Zug mit dem Bau des Kunstrasen-Nebenplatzes wurde das Stadion vor einiger Zeit teilweise zurückgebaut und saniert. Die Asche-Laufbahn verschwand und das Stankett und der Zuschauerumlauf wurden unmittelbar ans Spielfeld gerückt. Die schöne, mittig überdachte Tribüne, die sich mit hohen sechs Stufen über die gesamte Länge des Spielfeldes zieht, wurde nicht angetastet. Heimverein ist die SG Bockum-Hövel, die vor ein paar Jahren aus Arminia und Westfalia Bockum-Hövel sowie den Sportfreunden Bockum entstand. Diese Fusion wird an der Rückwand der Tribüne des Stadions mit einem schönen Graffiti gewürdigt. Ein Absteiger aus der Westfalenliga wurde heute gesucht, also war es ein wichtiges und entscheidendes Spiel, zu dem ich einige Zuschauer mehr erwartet hätte. Der SV Mesum aus dem nördlichen Münsterland traf den Dortmunder Club aus dem Stadtteil Schüren. Die Münsterländer hatten über weite Teile des Spiels leichte Vorteile und gute Möglichkeiten, aber es dauerte bis in die Schlussviertelstunde ehe sie die Führung erzielten. Das weckte offenbar die Abstiegsängste des BSV, der sich plötzlich mit aller Macht gegen das Schicksal stemmte. Kurz vor dem Ende gelang tatsächlich noch der Ausgleich und damit nicht genug – in der Nachspielzeit fiel noch der erlösende Treffer, der die Partie ein wenig auf den Kopf stellte.

Mittwoch, 29.05.2019, 19:30

deutschland

SV Union Lohne vs SpVgg Brandlecht-Hestrup 3:0

Sportplatz an der Kirche, 400 Zuschauer, Bezirksliga Weser-Ems Gruppe 3
Der SV Union aus dem Wietmarschener Ortsteil Lohne ist auf dem besten Weg in die Landesliga zurückzukehren, aus dem er zuletzt vor einigen Jahren abgestiegen ist. Mit dem heutigen Nachholspiel ergab sich die Chance, den Tabellenführer, die Reserve des emsländischen Branchenführers SV Meppen, zu überholen und sich vor dem letzten Spieltag auf die Pole Position zu setzen. Die Gäste benötigten ebenfalls Zählbares, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Aber von Anfang an ging es vor ordentlicher Kulisse auf der kleinen, aber netten Anlage in eine Richtung. Lohne ließ keinen Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde und gewann die Partie deutlich. Freude auf der einen, Trauer auf der anderen Seite – so nah liegen die extremen Gefühlswelten in der Endphase einer Saison beieinander.

Sonntag, 26.05.2019, 15:00

deutschland

Altonaer FC 1893 vs Heider SV 1:1

Adolf-Jäger-Kampfbahn, 3.485 Zuschauer, Relegation zur Regionalliga Nord

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Vor deutlich über zehn Jahren war ich schon mal zu Gast in der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Das heutige Heimspiel gegen den Heider SV in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, bot einen würdigen Anlass für den – Achtung, Groundhoppingmistvogel-Neudeutsch – Re-Visit. Seit 1908 kickt der AFC an dieser Stelle und das Ende ist absehbar. Oder auch nicht. Bereits vor zehn Jahren verkaufte der Club das vereinseigene Gelände an eine Wohnungsbau-Gesellschaft, welche angekündigt hat, 2026 mit dem Bau von Wohnhäusern beginnen zu wollen. Da aber die Fertigstellung der neuen Spielstätte am Diebsteich noch nicht final geklärt ist, existiert eine Verlängerungsklausel. Die kleine Kampfbahn war zum heutigen Spiel mit fast 3500 Zuschauern äußerst gut besucht. Die Relegation wird zusammen mit dem Bremer SV in einer Einfachrunde gespielt, so dass also jeder der drei teilnehmenden Clubs ein Mal in der Fremde und ein Mal daheim antreten darf. Den ersten Auftritt in Bremen konnte der AFC für sich entscheiden und eine Punkteteilung hätte heute schon zum Aufstieg gereicht. Aus dem Holsteinischen waren gut 4-500 Fans mitgekommen. Die Altonaer Szene ist ja schön verzeckt, allerdings gehen natürlich auch völlig ’normale‘ Leute zum AFC, so dass das Publikum aus fiesesten Punks bis zum Spießbürger von nebenan durchmischt ist. Insgesamt ist die Atmosphäre aber entspannt, politische Ambitionen lassen sich allenfalls optisch ausmachen und genauso hatte ich es auch in Erinnerung. Auf der Geraden versuchte man sich an ein wenig Tifo in Form einer kleinen Fähnchen-Choreo, was aber schön in die Hose ging. Stimmung gab es eh nur begrenzt, ab und an ein paar Gesänge von einer gut 50köpfigen Gruppe auf AFC-Seite und sporadisch meldeten sich auch die Gäste, die ja sowieso nicht über eine organisierte Szene verfügen. Am besten kam eigentlich noch der A-F-C-Wechselruf über drei Seiten. Erinnerte ja ein wenig an die heimische Hafenstraße. Der kleine HSV erweis sich als starker Gegner und erarbeitete sich klare Vorteile, die sich auch in Chancen niederschlugen. Der AFC-Schlussmann zeigte sich aber brilliant aufgelegt und vereitelte drei oder vier absolut fette Chancen, war dann aber kurz vor der Pause doch geschlagen. Der AFC-Trainer muss aber in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden haben, denn die Gastgeber zeigten sich nach Wiederanpfiff stark verbessert und es dauerte nicht lang bis zum Ausgleich. Danach passierte eigentlich nicht mehr viel. Altona reichte das Remis auf jeden Fall und dem HSV war klar, dass dieses auch ein gute Ausgangslage für das kommende Heimspiel gegen den Bremer SV darstellte. So blieb es bei dem Ergebnis und nach dem Ende ertrank das kleine Stadion in schwarz-rot-weißem Jubel. Das heißt… nicht sofort. Denn das Regelwerk verlangte ein Proforma-Elfer-Kicken für den Fall, dass zwei oder alle Teams nach Abschluss der Runde punkt- und torgleich standen. Das war nach dem heutigen Spiel schon gar nicht mehr möglich, aber der Verband wollte es halt so. Der Aufstiegsjubel kam daher etwas verzögert und sicherlich etwas weniger emotional, aber das änderte nichts am Erfolg des Hamburger Stadtteil-Clubs.