Samstag, 08.06.2019, 20:30

italien

Piacenza Calcio 1919 vs Trapani Calcio 0:0

Stadio Leonardo Garilli, 7.865 Zuschauer, Relegation zur Serie B

190608piacenza-trapani

Einmal ist ja immer das erste Mal und so brachte mich der Flixbus über Nacht von Salzburg nach Bergamo. Die Fahrt wurde fast komplett verpennt und damit als deutlich angenehmer verbucht, als befürchtet. In Bergamo übernahm ich den vorab gebuchten Mietwagen und fuhr mautvermeidend in den Ort des abendlichen Spieles. Zwei Plätze waren noch für die kommende Saison der zweiten italienischen Spielklasse, der Serie B, zu vergeben. Prinzipiell war das heutige Spiel ein Halbfinale. Da aber die Sieger der beiden Halbfinal-Paarungen zum Aufstieg berechtigt sind, hatten die Spiele natürlich Final-Charakter. Das Hinspiel dieser Paarung fand nun in Piacenza statt. Das ‚Stadio Leonardo Garilli‘ ist eine dieser herrlichen typisch italienischen Buden, welche die besten Jahre deutlich hinter sich gelassen haben. Es bröckelt hier der Beton, es blättert dort die Farbe ab, der Ground macht aus seinem Zustand keinen Hehl. Aus Trapani, im letzten Winkel Siziliens gelegen, waren über 500 Leute gekommen, die ohne jede Unterbrechung eine gute Party in ihrem Block feierten. 1.500 Straßenkilometer trennen die beiden Konkurrenten – das nenn ich mal Auswärtsfahrt. Und Kompliment, so viele Gäste hatte ich nicht erwartet. Die ‚Curva Nord Piacenza‘ eröffnete mit einer simplen Zettel-Choreo. Bei Tageslicht ein gutes Stilmittel und einfach in der Ausführung, so dass auch diejenigen Besucher ihren Job schnallten, die nicht so häufig ins Stadion gehen, denn mehr als 3.000 Tifosi verliefen sich in der Liga-Runde selten im weiten Rund. Die Stimmung auf der Heimseite war anfangs stark, ließ dann aber mehr und mehr nach und wurde der Bedeutung des Spiels nicht gerecht. Nach gut einer halben Stunde trieb nur noch ein Kern von gut 200 Leuten ihre Mannen an. Trapani zeigte sich auf dem Platz in Hälfte eins als das bessere Team und hatte zwei richtig gute Chancen, die der Piacenza-Schnapper stark entschärfte. Die Gastgeber legten dann in der zweiten Hälfte zu und erarbeiten sich ein Übergewicht, aber die Sizilianer waren immer gefährlich und hatten die besseren Einzelspieler. Torszenen blieben aber Mangelware und beinahe jeder Angriff wurde wegen irgendeines Regelverstoßes abgepfiffen, so dass kein wirklicher Spielfluss aufkam und das Geschehen auch eher in die Kategorie ‚Hafer‘ einzuordnen war. So bekam der Kick dann auch das Resultat, dass er verdiente und die Trapanisti reisten mit einer guten Ausgangsposition zurück auf ihre Insel.