
TJ Jáchymov vs TJ Sokol Hàjek 0:3
Stadion TJ Jàchymov, 60 Zuschauer, III. trída Karlovy Vary
Der letzte Spielbesuch des Tages führte bis auf die letzte Sohle. Und das hatte in dem Falle nichts mit der Bergbau-Vergangenheit des Ortes zu tun. Jachymov kennt ja eigentlich keine Sau. Und doch war dieser Ort in der frühen Neuzeit eines der wichtigsten Zentren des Erzgebirges und zwar bedingt durch Vorkommen an Silber und Buntmetall-Erzen. Nachdem der Abbau dieser Metalle eingestellt wurde, nahm der Uran-Bergbau deren Platz ein. Als im Zuge des Uranabbaus Ende des 19.Jahrhunderts radonhaltige Heilquellen entdeckt wurden, stieg Sankt Joachimsthal – so der deutsche Name – auch noch zum Kurort auf. Dadurch wird auch die Jugendstil-Architektur der älteren Gebäude des Ortes bestimmt. In den 1960er Jahren wurde die Förderung von Uran eingestellt, der Ort verlor damit an Bedeutung und Einwohnern. Wie eingangs etwas metaphorisch angedeutet, spielt der Fußballclub des Ortes in der letzten möglichen Liga dieser Region. Entsprechend war die Qualität dieser Veranstaltung einzuordnen. Befreit von Athletik und Ästhetik wurde dem bemitleidenswerten Streitobjekt hinterhergejagt. Die Nummer war dermaßen talentbefreit, dass sich selbst der herumstreunende Dorfhund irgendwann entsetzt abwendete. Der klare Auswärtserfolg darf nicht suggerieren, dass die Gastmannschaft besser unterwegs war. Diese spielte nur weniger schlecht. Aufgehellt wurde das dunkle Erlebnis durch die wirklich malerisch gelegene Sportanlage, die sich am Ortsrand hinter einer Anhöhe etwas versteckt in einer kleinen Tal-Aue befindet.












