Stadion Spartak Horní Slavkov, 100 Zuschauer, Krajský prebor Karlovarský kraj
In aller Ruhe wurde das nächste Ziel angesteuert. Etwas südlich von Karlovy Vary wurde in der höchsten Regional-Spielklasse in Horni Slavkov angestoßen. Oder in Schlaggenwald, so der alte deutsche Name des Ortes, mit dem die etwas betagte Honza-Anhängerschaft hier kokettiert. Das sehr provinziell anmutende kleine Städtchen wirkt etwas merkwürdig, da es zu einem großen Teil aus einem Neubaugebiet besteht. Neubaugebiet in dem Sinne, dass dieses deutlich später errichtet wurde als die Gebäude im alten Teil des Ortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Gegend professionell Zinn abgebaut. Für die Arbeiter wurde ein komplett neuer, überwiegend dreigeschossiger Ortsteil im post-stalinistischen Stil aus dem Boden gestampft, also eher funktional. In Pilsen oder Prag würde so ein Stadtteil nicht auffallen, zwischen Wald und Wiese mitten in der Provinz wirkt eine derartige Planstadt etwas skurril und beinahe isoliert wie ein Ghetto. Durchquert man diesen Stadtteil, gelangt man zum Sportplatz, der zwischen einem dieser für Osteuropa typischen, überdimensionierten, runtergekommenen Garagenhöfe und dem örtlichen Kleingartenverein idyllisch am Ortsrand liegt. Der Tabellenletzte aus Chodov war zu Gast und das Spiel nahm für die Gastgeber mit einer eigentlich zu niedrigen Halbzeitführung zunächst die erwartbare Richtung. Mit dem überraschenden Ausgleich nach dem Seitenwechsel kippte die Partie aber zugunsten des Außenseiters, der am Ende einen deutlichen Sieg einfuhr und damit am letzten Spieltag noch die rote Laterne weiterreichte, den Abstieg damit aber nicht mehr verhindern konnte.