Porec – Sa., 27.03.2021, 16:30

NK Jadran Porec vs NK Pazinka Pazin 1:0

Stadion Veli Joze, 100 Zuschauer, 3. Hrvatska nogometna liga Zapad
Der letzte Urlaubstag eröffnete noch eine Möglichkeit für einen Spielbesuch. Der Weg führte mich nach Porec, einen beliebten Touri-Ort an der Adria-Küste, zum Drittliga-Spiel zwischen dem gastgebenden NK Jadran und den Gästen von Pazinka Pazin. Auf beiden Seiten gibt es schon lange Jahre existierende Ultra-Gruppierungen. Beim NK Jadran sind das die ‚Sajete Boys‘ und beim NK Pazinka treibt die ‚Plava Legija‘ – oder ‚Blue Legion‘ – ihr Unwesen. Angeblich bedingte die Gründung der Plava Legija die Gründung der Sajete. Vor über 30 Jahren war das der Fall und seitdem besteht eine gesunde Rivalität, die wohl regelmäßig auch mal außerhalb der Stadionmauern diskutiert wird, dann aber meist weitestgehend wortlos. Auf freundliche Nachfrage erhielt ich Zugang zum Gelände. Mir war einigermaßen klar, dass die Sajete trotz des Zuschauer-Ausschlusses supporten würden. Das ließ sich anhand von Fotos auf der Facebook-Plattform des Vereins erahnen und so war es dann auch. Die Anlage ist von außen gut einzusehen und die Zäune nicht allzu hoch. Mit Spielbeginn begab sich ein 50 Mann-Mob hinter den Zaun einer Kurve und gab Stoff und das beinahe durchgehend. Nicht gerechnet hatte ich damit, dass sich auch tatsächlich ein Dutzend Leute der Plava Legija hier einfinden würde. Die Gäste-Ultras hefteten ein Banner an den Zaun des hinter der Tribüne liegenden Parkplatzes, klopften auf der mitgebrachten Trommel herum und verschafften sich auch ab und an Gehör. Überhaupt war das Spiel nicht schlecht besucht. Zum einen schienen die Kriterien, hereingelassen zu werden, nicht allzu hoch zu sein und außerdem sammelten  sich hinter dem Zaun reichlich Interessierte. Sportlich war es ein riesiger Unterschied zu den beiden vorher gesehenen Spielen. Es war einfach viel athletischer, flüssiger in der Bewegung, technisch feiner, was da abgeliefert wurde. Die Gastgeber konnten das Spiel verdient für sich entscheiden. Das Ergebnis war irgendwie kroatisch, denn eine wahre Torflut erlebt man dort ja eher selten, auch wenn das eher für das Oberhaus gelten dürfte, wo gefühlt jedes zweite Spiel 1:0 ausgeht. Und genauso war es auch hier und heute der Fall. Für den Siegtreffer musste dann auch ein Elfmeter früh in der ersten Halbzeit herhalten, der mit einer dünnen Rauchsäule gefeiert wurde. Jadran darf sich noch Hoffnungen auf die Aufstiegs-Playoffs zur Liga 2 machen. Pazinka dagegen muss aufpassen, nicht noch übel in die Abstiegsränge zu rutschen. Kurz vor dem Spielschluss löste sich ungefähr die Hälfte der Sajete und latschte Richtung Ausgang, was mich wunderte, denn es galt ja noch die Mannschaft für den Sieg zu feiern. Die Lösung offenbarte sich kurz nach dem Abpfiff. Als die Pazinka-Leute ihre Sachen gepackt hatten und zu ihren Fahrzeugen gingen wurde seitens der Sajete noch mal handfest nachgefragt, ob es Ihnen in Porec denn auch gefallen hat. Die Staatsmacht war aber zügig zu Stelle und löste das kleine Scharmützel ohne übertriebenen Einsatz auf.