Sonntag, 03.03.2019, 14:30

ungarn

Mosonmagyaróvári TE 1904 vs Dorogi FC 1:3

Wittmann Antal Arena, 400 Zuschauer, Nemzeti Bajnokság II

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Das nächste Ziel hieß Mosonmagyaróvár. Hier ging am Nachmittag noch ungarisches Zweitliga-Geknüppel über die Bühne. Eigentlich war es nicht meine Absicht daran teilzunehmen, doch unterlag ich hier schlicht und einfach einer demokratischen Mehrheitsentscheidung. Danke Merkel. Aber drei Spiele in drei Ländern an einem Tag macht man ja auch nicht so oft. Das mickrige Stadion in der Kleinstadt in Ungarns Nordwesten hat nicht viel zu bieten. Ein zweiteilige überdachte Tribüne mit drei Schalensitz-Reihen auf der einen, deren unüberdachte zwei auf der anderen Seite bieten dem Zuschauer Platz. Auch hier tummelten sich einige bekannte Gesichter, die dem Geschehen auf dem Rasen ähnlich wenig Aufmerksamkeit schenkten wie ich.

Sonntag, 03.03.2019, 11:11

oesterreich

SV Wienerberg vs FV Wien Floridsdorf 2:3

Sportplatz Wienerberg, 150 Zuschauer, Wiener Stadtliga

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Da der Vorabend noch in einem zünftigen Gelage endete, fiel das Aufstehen nicht grad leicht. Die achtminütige Fahrt zur ‚Sportanlage Wienerberg‘ kam mir jedenfalls vor wie ein Langstreckenflug nach Mexiko inklusive fortwährender Turbulenzen. Noch einmal Wiener Stadtliga also. Eine schöne Anlage haben sie da in Wienerberg. Auf einer Seite befindet sich eine Naturtribüne mit vorgelagertem Catering-Bereich, wo ich mir mit Wurstsemmel und Schnitzelbrötchen erst einmal mehr Standfestigkeit verpasste. Auf der anderen Seite steht eine kleine gedeckte Sitztribüne, ebenfalls mit Suff-Fress-Verkauf und Sprecherkabine. Außerdem gibt es noch eine richtige Vereinsgastronomie, wo es vor dem Spiel zu einer interessanten Szene kam. Ich bestellte mir einen schwarzen Tee um das aufgewühlte Innenleben ein wenig zu beschwichtigen und die ältere Dame wollte dem Sud ungefragt mit einem ordentlichen Schuss Rum etwas mehr Spaß verleihen, was ich soeben noch abwehren konnte. Irritiert schaute sie mich an und fragte völlig entsetzt “ Wie? Kein Rum???“. Mann, muss ich versoffen ausgesehen haben. War wohl auch so. Da am Abend im nahen Bratislava ja ein besonderes Spiel über die Bühne ging, traf man hier schon auf einige bekannte Hopper-Koryphäen. Die Gastgeber schafften es nicht, die spielerische Überlegenheit auch in Zahlen umzumünzen und verloren gegen den Vorletzten, der damit wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelte.

Samstag, 02.03.2019, 17:00

oesterreich

SKN Sankt Pölten vs SK Rapid Wien 0:4

Arena Sankt Pölten, 7.195 Zuschauer, Bundesliga

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Und zwar beim SKN St. Pölten, eine gute Stunde von Wien entfernt. Der SKN, das steht für Sportklub Niederösterreich, hat seit der Jahrtausendwende eine stete positive Entwicklung durchgemacht, die den Club dann vor drei Jahren im Aufstieg in die höchste Spielklasse führte. Die Teilnahme an dieser hätte nach der letzten Saison beinahe ein Ende gefunden, aber das Team konnte sich in der Relegation noch soeben retten. Aktuell spielt der SKN die Saison seines Lebens, stand vor dem heutigen Spiel auf dem dritten Rang und durfte sich Hoffnungen auf einen Europapokal-Startplatz machen. Der SK Rapid hängt seinen Ansprüchen dagegen gewaltig hinterher und droht sogar den Einzug in die Meisterrunde zu verpassen. Umso wichtiger war das heutige Spiel. Das Pöltener Publikum belohnt den Verein für seinen guten sportlichen Lauf eigentlich nicht gerade. Gut 2500 Zuschauer finden sich normalerweise in der erst vor sieben Jahren erbauten Arena, ein recht unspektakulärer Bau, dessen Prunkstück die hölzerne Konstruktion des Daches ist, ein. Heute kamen aber über 7tsd – damit war die kleine Bude fast ausverkauft – wovon es aber insgesamt locker die Hälfte mit den Gästen hielt. Der pickepackevolle Gäste-Sektor eröffnete die Partie mit einer Blockfahnen-Choreo der ‚Tornados Rapid‘. Das Tuch trug den zweigeteilten Gruppennamen und zwischen den Hälften wurde das Gruppen-Wappen gezeigt. Dieses wurde dann weggezogen und an dessen Stelle eine ordentliche Ladung Bengal-Fackeln gezündet. Die kleine Szene der Gastgeber zeigte mit einer kleinen Protest-Choreo, bestehend aus Papp-Tafeln mit dem Vereins-Wappen und einem Banner, dass man mit der Veränderung des Club-Wappens – der neue Sponsor wurde integriert und das Logo verändert – nicht einverstanden ist. Dieses sah aber recht überschaubar aus, da die SKN-Szene nur aus ein paar Dutzend Leuten besteht. Ich fürchte auch, dass der Protest wenig Aussicht auf Erfolg hat. Die ‚Versponsorung‘ der Clubs in Österreich kennt ja kaum eine Schamgrenze. Rapid nahm das Heft sofort in die Hand und unterstrich die Sieges-Ambitionen. Mit einer 2:0-Führung ging es in die Pause und sollte der SKN danach noch irgendwelche Vorsätze gefasst haben, so waren diese kurz nach Wiederanpfiff mit dem dritten Rapid-Treffer dann wohl endgültig erstickt. Die Grün-Weißen ließen sich wohl von ihren Fans beflügeln, die verständlicherweise wieder mal einen guten Auftritt hinlegten und die zweite Spielhälfte mit einer schönen Pyro-Show eingeleitet hatten. Damit darf Rapid nun wieder auf das Erreichen der Meisterrunde hoffen.

Sonntag, 02.03.2019, 14:00

oesterreich

Favoritner AC vs WAF Vorwärts Brigittenau 2:0

FavAC-Platz, 110 Zuschauer, Wiener Stadtliga

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Anfang des Jahres buchte ich mit Dominik und Sascha Pascal Flüge ab Dortmund nach Wien. Da sich kurz danach herausstellte, dass Pascal Sascha dieselben Flüge gekauft hatte, vergrößerte sich die illustre Reisegruppe also auf vier Köpfe. Am Vormittag in Wien eingeschwebt, drängte zunächst die Nahrungsaufnahme, bevor es um je ein Schnitzel schwerer in den Stadtteil Favoriten ging. Der Favoritner Athletikclub hat schon bessere Zeiten erlebt als heute in der Wiener Stadtliga, die zur österreichischen Landesliga-Ebene gehört. Zuletzt spielte der FavAC, wie der Club kurz genannt wird, in den frühen 80ern in der österreichischen Bundesliga, versank dann aber in kurzer Zeit in der drittklassigen Regionalliga und letztlich als Folge finanzieller Probleme in der Stadtliga. Mit Ex-BVB- und EffZeh-Trainer Peter Stöger hat man auch einen prominenten Zögling in der Vereins-Vita zu vermelden. Der ‚FavAC-Platz‘ ist eine dieser Spielstätten, die als ’speziell‘ zu bezeichnen sind. Die neuere der beiden Tribünen verschmilzt mit der Fassade des dahinter bzw darüber liegenden Wohnblocks, so dass die Frage offen bleibt, was denn nun zuerst da war, das Huhn  oder das Ei. Sehr interessante Optik. Gegenüber befindet sich der deutlich ältere Ausbau in Form von Sitzbänken auf einem Graswall, hinter dem sich wiederum das Warmgebäude mit Sozialräumen und Gastronomie befindet. Insgesamt eine schöne gemütliche Atmosphäre. Nahe der Eckfahne der zugänglichen Hintertor-Seite ist der angestammte Platz der Handvoll FavAC-Fans, die ein paar Banner ans Stankett knoteten und ab und mal etwas von sich hören ließen. Vor nicht allzu langer Zeit muss die Szene ein wenig größer gewesen sein, wie sich schnell recherchieren lässt. Das Geläuf war unfassbar zerschossen (O-Ton der Dame im Verkaufsstand: „Ooch, des soa scha moi schlimma as.“) und Rasenhalme suchte man an vielen Stellen vergeblich, aber der FavAC kam damit besser zurecht als ihre Gäste und schoss eine verdiente Zwei-Tore-Führung heraus. Zehn Minuten vor dem Ende verließen wir heimlich und unbemerkt von der Groundhopping-Polizei die Anlage, denn wir hatten einen weiteren Termin.

Freitag, 01.03.2019, 18:30

deutschland

MSV Duisburg vs 1.FC Magdeburg 1:0

MSV-Arena, 13.416 Zuschauer, 2. Liga

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An der Wedau bin ich eigentlich auch häufiger als es angemessen wäre. Aber die Bude ist für mich schnell erreichbar, man kann stadionnah kostenfrei parken und wenn sich wieder einer der well-supporteten Traditionsclubs aus dem Ostteil unserer phantastischen Republik vorstellt, kann man sich ja mal zeigen. Natürlich auf eine Niederlage des Meidericher SV hoffend, der aus rot-weisser Sicht zwar bestimmt nicht der größte Rivale ist, aber der auf der anderen Seite auch sicher nicht zu den besten Freunden zählt. Also ab in die ‚Schauinslandreisen-Arena‘. Sponsorennamen für Stadien finde ich grundsätzlich unangebracht, manche Clubs haben diese aber dennoch irgendwie verdient. Von der Mittel-Elbe waren etwa 1.500 Anhänger angereist. Da hatte ich ja insgeheim mit einer größeren Anzahl gerechnet, aber möglicherweise hat der frühe Anstoßtermin ein paar Köpfe gekostet. Laut wurde es natürlich trotzdem. Die Magdeburger Anhängerschaft dürfte im Verhältnis zur Masse die disziplinierteste sein. Es wird deutlich am polnischen Stil orientierter Support gepflegt, stark an den Capos orientiert, was zwar  für eine wirklich hohe Lautstärke sorgt, für meinen Geschmack aber einfach zu statisch ist. Der Ultra-Style, mit dem wenig Spiel-bezogenen Support, ist ja schon nicht mein Ding, was die FCM-Szene abzieht ist noch geordneter, beinahe militärisch. Für mich muss eine Kurve lebendiger auf den Spielverlauf eingehen, aber da bin als Kurvenkind der späten 80er und 90er halt auch oldschool-versaut. Die MSV-Kurve riss auch keine Bäume aus, lediglich mittig hinter dem Tor gab es stetig Aktivität – das habe ich da auch schon besser gesehen. Optisch wurde auf beiden Seiten leider gar nichts geboten und spielerisch war es auch kein Augenschmaus. Auf den Punkt gebracht unterschied es sich zum Regio-Gerümpel, dass mir an der Hafenstraße serviert wird, eigentlich nur durch die höhere Spielgeschwindigkeit. So sieht wohl Abstiegskampf in Liga Zwei aus – geprägt von der Angst vor dem Gegentor. Torchancen gab es auf beiden Seiten nur wenige. Die Zebras landeten den späten Lucky Punch in der Nachspielzeit eigentlich aus dem Nichts, der MSV hatte sich den Sieg aber vielleicht verdient, weil er trotz wenig Kreativität zumindest immer das Bemühen vermittelte, alle drei Punkte verbuchen zu wollen.

Mittwoch, 27.02.2019, 19:30

deutschland

ESV Grün-Weiß-Roland Meiderich vs TuSpo Huckingen 1:1

Eisenbahnerkampfbahn Styrumer Straße, 16 Zuschauer, Kreisliga B DU/MH/DIN Gruppe 1

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Ausnahmen bestätigen ja die Regel. In diesem Fall die – zugegebermaßen wenig konsequent verfolgte – Regel, dass ich mit Kreisliga-Geholze nix anfangen kann. Allerdings bieten sich auf niederem Niveau doch einige Platzanlagen mit ganz eigenem Charakter, die man bei sturer Prinzipientreue niemals zu Gesicht bekäme. Was mein Hobby angeht, ist Inkonsequenz eh mein zweiter Vorname, also ab nach Duisburg-Meiderich. Eisenbahnersportverein Grün-Weiß-Roland Meiderich – welch ein Namensmonster. Und mehr Ruhrpott geht ja kaum. Plätze von Eisenbahner-Vereinen liegen ja grundsätzlich nah an Bahnanlagen. So auch der Spielort des ESV GWR, an dem im Zehn-Minuten-Takt schwere Güterzüge vorbei ratterten, so dass man kaum die Pfiffe des Referees hören konnte. Am Zugang zum Platz empfing mich ein untersetzter älterer Herr in orangefarbener Warnweste, dessen Aufgabe der Verkauf der Eintrittskarten war. Dieser lächelte mich verlegen an und erklärte mir dann auf sympathische Art, dass er leider drei Euro von mir kassieren möchte, da man ja irgendwie den Schiedsrichter bezahlen müsse. Ob das bei 16 Zuschauern, darunter sicher ein paar nicht zahlungspflichtige Vereins-Mitglieder, dann ohne Zuschuss aus der Club-Kasse möglich war, möchte ich anzweifeln. Einer der Zahlenden kam mir dann beim zweiten Hinsehen auf einmal stark bekannt vor. Tobias aus Köln zeigte vollen Einsatz und war mit Öffis zu diesem Bums angereist. Top-Mann! So konnte die Partie schön verquatscht werden. Zu sehen bekamen wir typische Kreisliga B-Spielkunst. Nicht völlig ungenießbar, aber wegen mangelnder Athletik und fehlendem Talent, zeigten die Teams eine ungewollt abwechslungsreiche Partie, der es zumindest nicht an Tempo fehlte. Mit mehr Qualität im Abschluss hätten die Gäste den Kick wohl zur Halbzeit schon für sich entschieden, so aber bugsierten beide Farben das Spielgerät bei aufziehenden Nebelschwaden unter schummerigem Licht je einmal in die Maschen und teilten schiedlich-friedlich die Punkte. Folgenlos für beide Teams, die damit weiter ambitionslos im Niemandsland des Tableau herum dümpeln. Der ESV kämpft noch auf roter Asche um Punkte und ein wenig scheint auf der Anlage die Zeit stehen geblieben zu sein. Viel wird hier in den letzten 30 oder 40 Jahren nicht verändert worden sein. Auf einer Seite befinden sich eine mehrstufige Traverse mit einer kleinen Überdachung und ein paar wenigen Sitzbänken, sowie die Kaffebude im Baucontainer-Stil.

Sonntag, 24.02.2019, 14:30

niederlande

SV Blerick vs RKSV Liessel 3:2

Sportpark ´t Saorbrook, 110 Zuschauer, 3e Klasse Zuid 2 Zondag C
Das war wieder eine dieser Tage, an denen ich fürchterlich unentschlossen war, welches Ziel ich denn nun ansteuern sollte. Klar war nur, dass ich auf große Fahrerei keine Lust hatte. Im Ruhrpott sagte mir aber nichts besonders zu, also wurde mal auf den Spielpläne im Nachbarland geschielt und der SV Blerick gecheckt, der über eine Anlage mit einem kleinen pittoresken Tribünchen verfügt, das ich mir schon immer mal ansehen wollte. Und so entschied ich mich spät dafür, die A40 in Richtung Grenze und knapp darüber entlang zu rollen. Der sportliche Reiz liegt bei einer Zugehörigkeit zur ‚Derde Klasse‘ natürlich hart an der Schmerzgrenze. War dann aber gar nicht so schlimm, sogar recht spannend mit einem Last-Minute-Sieg der Gastgeber. Nach früher Führung schaffte es der SVB diese 60 Minuten lang zu verteidigen, ohne auch nur im Ansatz zu vermitteln, noch irgendwelche spielerischen Akzente setzen zu wollen. Ging natürlich schief, aber mit dem Ausgleich nahm die Partie dann richtig Fahrt auf. Mit einem ‚Broodje Frikandel‘ auf der Faust bei frühlingshaftem Sonnenwetter war das ne ganz entspannte Nummer.

Sonntag, 17.02.2019, 13:30

deutschland

Berliner AK ’07 vs Berliner FC Dynamo 1:0

Poststadion, 874 Zuschauer, Regionalliga Nordost

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Das ‚Poststadion‘ ist nach dem ‚Olympiastadion‘ die wohl legendärste Spielstätte der Hauptstadt. Nachdem es zu verfallen begann, wurden zu Beginn des Jahrtausends Sanierungsarbeiten durchgeführt, die Haupttribüne steht unter Denkmalschutz. Seinen Namen hat der Ground von seinem Erstbesitzer, dem Post SV, für den es erbaut wurde. Vor dem Krieg fanden im ‚Poststadion‘ zwei Endspiele um die Deutsche Meisterschaft statt. Hertha nutzte den Ground für Heimspiele zu Ober- und Zweitliga-Zeiten in den 80ern und seit einigen Jahren ist das das Stadion die Heimat des Berliner Athletik-Club. Der BAK ist ein recht alter Verein, den man aber kaum als solchen wahr nimmt. Denn Mitte der vergangenen Dekade wurde der Club umbenannt in Berlin Ankaraspor Külübu, da eine Kooperation mit Ankaraspor aus der türkischen ‚Süperlig‘ aufgenommen wurde, weshalb man auch gleich die Vereinsfarben wechselte. Die Zusammenarbeit beendete der türkische Club aber bereits nach kurzer Zeit, doch es dauerte noch bis 2011 bis die Namensänderung rückgängig gemacht und die alten Farben wieder angenommen wurden. Seitdem spielt der BAK auch in der Regionalliga und das mittlerweile erfolgreich, denn in den letzten Jahren war man immer oben dabei. Zum BFC Dynamo braucht man ja nicht viel erläutern. Der DDR-Rekordmeister und Lieblings-Club von Stasi-Chef Mielke, dessen zehn Meisterschaften in Folge auch durch zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen begünstigt wurden, genießt aufgrund seiner Fan-Szene einen zweifelhaften Ruf. Etwa 400 BFCer hatten sich auf den kurzen Weg vom Prenzlauer Berg nach Moabit gemacht. Es sieht aktuell nicht gut aus für die Ost-Berliner, denn aktuell steht man auf einem möglichen Abstiegsplatz. Der BAK grüßt dagegen von Platz zwei. Davon war auf dem Rasen nichts zu sehen. Der BFC legt gut los und hätte unbedingt in Führung gehen müssen. Und dann passiert es ja so oft – ein schneller Gegenangriff und der Favorit führte. Auch im zweiten Durchgang spielte Dynamo gut mit, brachte das Ding aber nicht in die Maschen. Bleibt zu hoffen, dass der BFC die Kurve noch kriegt, denn ein Verein mit – wenn auch zweifelhafter – Tradition ist dann doch besser in der Regionalliga aufgehoben als der BAK, dessen Liga-Heimspiele üblicherweise vor nicht einmal 300 Leuten über die Bühne gehen. Nach dem Spiel schlug ich mich noch ein paar Meter ins Dickicht, denn die Westkurve des ‚Poststadion‘ wurde der Natur zurückgegeben, so dass es dort ein wenig aussieht wie in einer versunkenen Stadt im Dschungel Mittelamerikas.