Freitag, 01.03.2019, 18:30

deutschland

MSV Duisburg vs 1.FC Magdeburg 1:0

MSV-Arena, 13.416 Zuschauer, 2. Liga

190301msv-1fcm

An der Wedau bin ich eigentlich auch häufiger als es angemessen wäre. Aber die Bude ist für mich schnell erreichbar, man kann stadionnah kostenfrei parken und wenn sich wieder einer der well-supporteten Traditionsclubs aus dem Ostteil unserer phantastischen Republik vorstellt, kann man sich ja mal zeigen. Natürlich auf eine Niederlage des Meidericher SV hoffend, der aus rot-weisser Sicht zwar bestimmt nicht der größte Rivale ist, aber der auf der anderen Seite auch sicher nicht zu den besten Freunden zählt. Also ab in die ‚Schauinslandreisen-Arena‘. Sponsorennamen für Stadien finde ich grundsätzlich unangebracht, manche Clubs haben diese aber dennoch irgendwie verdient. Von der Mittel-Elbe waren etwa 1.500 Anhänger angereist. Da hatte ich ja insgeheim mit einer größeren Anzahl gerechnet, aber möglicherweise hat der frühe Anstoßtermin ein paar Köpfe gekostet. Laut wurde es natürlich trotzdem. Die Magdeburger Anhängerschaft dürfte im Verhältnis zur Masse die disziplinierteste sein. Es wird deutlich am polnischen Stil orientierter Support gepflegt, stark an den Capos orientiert, was zwar  für eine wirklich hohe Lautstärke sorgt, für meinen Geschmack aber einfach zu statisch ist. Der Ultra-Style, mit dem wenig Spiel-bezogenen Support, ist ja schon nicht mein Ding, was die FCM-Szene abzieht ist noch geordneter, beinahe militärisch. Für mich muss eine Kurve lebendiger auf den Spielverlauf eingehen, aber da bin als Kurvenkind der späten 80er und 90er halt auch oldschool-versaut. Die MSV-Kurve riss auch keine Bäume aus, lediglich mittig hinter dem Tor gab es stetig Aktivität – das habe ich da auch schon besser gesehen. Optisch wurde auf beiden Seiten leider gar nichts geboten und spielerisch war es auch kein Augenschmaus. Auf den Punkt gebracht unterschied es sich zum Regio-Gerümpel, dass mir an der Hafenstraße serviert wird, eigentlich nur durch die höhere Spielgeschwindigkeit. So sieht wohl Abstiegskampf in Liga Zwei aus – geprägt von der Angst vor dem Gegentor. Torchancen gab es auf beiden Seiten nur wenige. Die Zebras landeten den späten Lucky Punch in der Nachspielzeit eigentlich aus dem Nichts, der MSV hatte sich den Sieg aber vielleicht verdient, weil er trotz wenig Kreativität zumindest immer das Bemühen vermittelte, alle drei Punkte verbuchen zu wollen.