Essen – So., 07.06.2026, 15:30

DJK Adler-Union Frintrop vs Blau-Weiß Dingden 3:0

Sportanlage am Wasserturm, 600 Zuschauer, Oberliga Niederrhein
Am letzten Spieltag der Oberliga Niederrhein brauchte mein alter Verein meinen Support, daher ging es die knappen drei Kilometer zum schönsten Wasserturm der Welt. Der Spoiler sei erlaubt – es hat nichts genützt, die Adler müssen ihren Horst in der kommenden Spielzeit eine Liga tiefer bauen. Dass es so kommt, ist eigentlich eine Farce. 600 Zuschauer oder auch einige mehr hatten dasselbe Ziel gewählt wie ich. Darunter auch ein paar Anhänger der Gäste aus dem Hamminkelner Ortsteil Dingden. Vier zehnjährige Gäste-Ultras battelten sich mit einem knappen Dutzend gleichaltriger Adler-Ultras auf der gegenüberliegenden Seite. Die sportliche Ausgangslage war kompliziert. Sieben Mannschaften machten zwei noch offene Abstiegsplätze unter sich aus. Die Frintroper Greifvögel belegten den ersten Abstiegsplatz punktgleich mit zwei anderen Teams, aber mit dem besten Torverhältnis dieser drei Mannschaften. Das Problem war jedoch, dass bei Punktgleichheit das Torverhältnis am Ende gar nicht herangezogen wurde, sondern der direkte Vergleich untereinander. Dennoch war die Chance auf den Klassenerhalt nicht so schlecht, vorausgesetzt, die eigene Hausaufgabe würde gelöst und die anderen Mannschaften mit und vor allem diejenigen ohne Wettbewerbsdruck würden die Saison seriös zu Ende spielen.
Die Hausherren ließen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer diese Partie gewinnen wird. Früh gingen die Adler in Führung und bauten diese sukzessive aus. Mit dem 3:0-Halbzeitstand war der nötige Heimsieg schon früh besiegelt, im Laufe der zweiten Spielhälfte zeichnete sich aber ab, dass es auf den anderen Plätzen zu einigen kuriosen Ergebnissen kommen würde. Nach Abpfiff waren dann die Teams aus Holzheim, Kleve und Frintrop punktgleich und nur eines davon konnte die Klasse halten. Das war letztlich die Holzheimer SG trotz eines um 13 Tore schlechteren Torverhältnisses gegenüber Adler, denn im direkten Vergleich der drei Verdächtigen hatten die Neusser die Nase vorn. Mit starken 41 Punkten, die unter anderem mit 12 Siegen aus 34 Spielen erreicht wurden, und einem ausgeglichenen(!) Torverhältnis müssen die Jungs vom Wasserturm, die als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wurden, den Rückzug in die Landesliga antreten. Auch die zweite Oberliga-Saison der Vereinsgeschichte endete also äußerst unglücklich mit dem knappen Abstieg. Schon vor zwei Jahren war dieser ebenfalls ohne die Möglichkeit, selbst den letzten Einfluss zu nehmen, erst durch ein Tor in der Schlußminute in einem Parallel-Spiel besiegelt worden. Der Fußballverband Niederrhein täte gut daran, diese Dämels-Regel hinsichtlich des direkten Vergleiches zu ändern, denn die Schlusstabelle einer Saison sollte doch ein ausgewogenes Bild der gesamten Spielzeit zeigen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es ausreichend Gelegenheit gab, den fehlenden Punkt anderswo zu sammeln.