Bochum – Mo., 06.06.2022, 15:00

SG Wattenscheid 09 vs FC Eintracht Rheine 2:0

Lohrheidestadion, 6.342 Zuschauer, Oberliga Westfalen
Das Lohrheidestadion in Wattenscheid ist von Zeit zu Zeit ja immer mal einen Besuch wert. Im Zusammenhang mit dieser Spielstätte bietet sich der Begriff ‚altehrwürdig‘ an. Zwar verleiht die modern wirkende Osttribüne dem Stadion auf den ersten Blick einen leicht modernen Anstrich, aber eben nur auf den ersten Blick, denn bei genauerem Hinsehen entdeckt man auch hier die Patina der vergangenen Jahrzehnte. Der übrige Ausbau wirkt sowieso völlig aus der Zeit gefallen, allen voran die alte, auf Ihre Art wunderschöne Haupttribüne mit der geschwungenen Dachkonstruktion. Zudem ist auch der Typ Mehrzweckstadion eine eher aussterbende Spezies, zumindest was die Nutzung durch Fußballvereine angeht. Die SGW, der liebenswerte Nischenclub im Herzen des Ruhrgebiets, der ja irgendwie keinem weh tut, hatte heute die große Chance, die Rückkehr in die Regionalliga zu sichern. Der Verein hatte daher mit erhöhtem Zuschaueraufkommen von ca 2.500-3.000 Besuchern gerechnet. Dass es letztlich über 6.000 wurden sprengte jede Vorstellung und sorgte für leichtes Chaos beim Einlass. Zudem waren die regulären Eintrittskarten offenbar irgendwann vergriffen, so dass der Schatzmeister in den Keller rannte und nur noch die alten Rollen aus Bundesliga-Zeiten fand. Aber auch so ein Detail macht diesen Verein ja irgendwie sympathisch. Das Spiel begann mit mehr als viertelstündiger Verspätung und an den Verpflegungsständen herrschte beinahe unbeherrschbarer Andrang, auch wenn die ehrenamtlichen Mitarbeiter wirklich sichtbar alles gaben.
Die aktive Szene der Wattenscheider ist nach wie vor überschaubar. Neben den alteingesessenen Fans – auch die gute alte Kutte gehört hier noch zum Erscheinungsbild – gibt es aber seit Jahren auch eine ultraorientierte Gruppe, die für den Ausschlag des Stimmungsbarometers sorgt. Zwar begann die Szene gemessen an den Möglichkeiten stark, aber im Laufe des Spiels flaute der Support mehr und mehr ab und nahm erst gegen Ende der Partie wieder richtig Fahrt auf. Irgendwie hatte ich da mehr erwartet. Zum Einlauf der Teams und nach dem Schlusspfiff wurde ein wenig mit Bengalos herumhantiert. Die Gastgeber machten eine richtig starke Partie, vergaben allerdings beste Möglichkeiten. Durch die sich abzeichnenden Resultate in den parallel laufenden Spielen der Konkurrenz war aber klar, dass zwingend ein Sieg her musste. Erst mit einem berechtigten Foulelfmeter nach dem Seitenwechsel kam das Schiff dann auf Kurs. Auch danach wurde weiter Chancenwucher betrieben, die sich ergebenden Möglichkeiten hätten für zwei Siege dicke ausgereicht. Kurz vor dem Ende machten die Schwarz-Weißen den Deckel drauf und mit dem Abpfiff versank die Lohrheide im grenzenlosen Jubel.

Larvik – Sa., 04.06.2022, 16:00

IF Fram vs Frederikstad FK II 4:0

Framparken, 300 Zuschauer, 3.divisjon avdeling 4
Der letzte Tag im wunderschönen Norwegen wurde noch einmal für den schönsten Sport der Welt genutzt. Da die Fähre am nächsten Morgen von Larvik starten sollte, passte dieses Spiel natürlich wunderbar in den Tagesablauf. Das kleine Stadion ist nichts Besonderes aber für den Liebhaber mit einer schicken Haupttribüne und einer Holz-basierten Gegenseite auf jeden Fall gut anzusehen. Die Gastgeber liegen in ihrer Staffel der in sechs Gruppen aufgeteilten vierten Liga auf der zweiten Position in Lauerstellung. Und mit einer eindrucksvollen Vorstellung gegen annähernd chancenlose Gäste der Zweitvertretung aus Frederikstadt, auf der anderen Seite des Oslofjord gelegen, wurde die Position nicht nur untermauert, sondern dank eines Patzers des Tabellenführers sogar verbessert, so dass Fram nun selbst die Pole Position innehat.

Indrefjord – Di., 31.05.2022, 19:00

Indrefjord IL vs Hammerfest IF Stein II 4:0

Breidablikk stadion, 55 Zuschauer, 5.divisjon avdeling 2 Midt
Indrefjord liegt auf der Insel Kvaløya, welche durch eine imposante Brücke mit dem Festland verbunden ist. Nur wenig weiter als Indrefjord liegt Hammerfest, welches sich als nördlichste Stadt der Welt tituliert. Dieses ist allerdings mangels einheitlicher internationaler Defintion des Begriffs ‚Stadt‘ umstritten. Abgesehen davon erhielt das noch etwas nördlicher gelegene Honningsvåg Ende des vergangenen Jahrtausends ebenfalls offiziellen norwegischen Stadt-Status. Sechstklassig wurde hier angestoßen, was aufgrund vermutlich äußerst dünner Spielerdecke weit im hohen Norden, in überschaubar schönem Gebolze mündete. So ist das dann auch schon die unterste Spielklasse im Regierungsbezirk Finnmark. Nur sechs Teams sind in dieser Staffel aktiv, darunter gleich zwei Teams der Gastgeber vom Indrefjord Idrettslag. Die heute gastgebende erste Mannschaft ist Tabellenführer und untermauerte seine Spitzenposition mit einem deutlichen Ergebnis in diesem als Derby angekündighten Spiel.
Viel weiter nördlich kann man Fußball nicht mehr schauen. In Hammerfest wird in einer nagelneuen, geleckten Fußballhalle gespielt, die ich mir auch anschaute – wirkt schon sehr eindrucksvoll so ein überdachtes Großfeld. Dann gibt es noch Freiluftplätze in Havøysund, welcher aktuell nicht bespielt wird, und in Honningsvåg. Letzterer dürfte wirklich der nördlichste Fußballplatz der gesamten Erde sein, der unter Wettbewerbsbedingungen genutzt wird. Der Platz in Indrefjord liegt am Ortsrand landeinwärts. Bis vor kurzem gab es hier noch die Stahlrohrtribüne, welche aber vor kurzer Zeit zurückgebaut wurde. Dennoch ist die Anlage auch ohne jeden Ausbau mehr als sehenswert, denn im Hintergrund baut sich eine spektakuläre Naturkulisse auf.

Tromsø – So., 29.05.2022, 18:00

Tromsø IL vs Lillestrøm SK 2:2

Alfheim stadion, 2.689 Zuschauer, Eliteserien
Heute gab es mal wieder ein Stadion von meiner To-do-Liste, die ja eh nicht allzu lang ist und auch nur in meinem Kopf existiert. Das kleine ‚Alfheim Stadion‘ in Tromsø ist auch wahrlich nichts besonders, aber es ist nun mal nicht nur der nördlichste Profi-Spielort Europas, deutlich nördlich des Polarkreises, sondern der nördlichste der ganzen Welt und das macht eben einen besonderen Reiz aus. Es herrschten mit 17 Grad zwar sehr milde Temperaturen, der Blick auf die umliegenden schneebedeckten Berge und die Schnee-Reste am Spielfeldrand erinnerten aber daran, wo man sich befand. Bis auf zwei Pokalsiege und einige Europapokal-Teilnahmen konnten in Tromsø noch keine großen Erfolge gefeiert werden und auch in der aktuellen Spielzeit scheint es auf einen Platz im gesicherten Tabellen-Mittelfeld hinauszulaufen. Die Gäste aus dem Speckgürtel der Hauptstadt Oslo haben die erfolgreicheren Zeiten auch schon länger hinter sich, aktuell grüßen sie aber von der Tabellenspitze.
Der LSK gehört zu den Vereinen des Landes, die über eine funktionierende Fan-Szene haben. Hier in den hohen Norden, waren dennoch nur gut 35-40 Anhänger mitgereist. Erwartbar, denn mit Bus oder Auto ist das kaum vertretbar und die Inlandsflüge gibt es auch nicht immer zum Schnäppchenpreis. Überrascht hat mich die kleine, etwa 50 Köpfe starke Szene der Gastgeber. Über die gesamte Spielzeit wurde pausenlos recht abwechslungsreich Stimmung gemacht. Gut, der Capo hätte für seine überschaubare Gefolgschaft sicher die kleine Mikro-Anlage ebenso wenig benötigt wie das Megaphon, aber wenn man dem Ultra-Stil nacheifert, muss man sich vielleicht derart entblöden. Die Gastgeber gingen im ersten Durchgang durchaus verdient in Führung. Der LSK kam aber neu sortiert aus der Kabine und riss das Spiel an sich. Der Ausgleichstreffer aus 40 Metern nach einem missglückten Pass des TIL-Schnappers über diesen hinweg, war durchaus sehenswert. Nicht viel später gelang den Gästen auch der Führungstreffer und die TIL-Recken wirkten angeschlagen. Aber die Nordlichter warfen noch mal alles rein und erzielten in der Nachspielzeit den überraschenden Ausgleich.

Hamar – Sa., 28.05.2022, 16:00

Hamarkameratene vs Odds BK 1:2

Briskeby stadion, 3.340 Zuschauer, Eliteserien
Das die Welt innerhalb unserer Bewegung einer recht kleine ist, merkt man, wenn man bei einem bedeutungslosen Erstliga-Kick in einer norwegischen Kleinstadt Bekannte trifft. Überraschen kann das freilich nicht mehr, war in diesem Falle auch absehbar – die sozialen Netzwerke machen es möglich. Nobbi und der Schiri waren die Gesellschaft für 90 Minuten. Viel war von diesem Spiel nicht zu erwarten. Annäherung zu hundert Prozent sicher sein konnte man sich, dass Tore fallen, denn das Niveau stellt sich insgesamt doch als mäßig genug heraus, dass irgendwann Fehler passieren, die zu Toren führen, sei es nun dass diese Fehler von Spielern oder vom Schiedsrichter gemacht werden. Der nicht gegebene Führungstreffer für die Gäste gab ebenso Rätsel auf, wie der Elfer, der dann eben doch die Gästeführung brachte. Beim zweiten Tor für den Odds BK sah dann wiederum die Abwehr der Gastgeber nicht gerade blendend aus und kurz vor dem Seitenwechsel beraubten sie sich mit einem Platzverweis aller Chancen. Schon dumm, wenn der bisher einzig verwarnte Spieler sich die zweite Gelbe abholt. Direkt nach dem Wechsel fiel aber doch der nicht für möglich gehaltene Anschluss, aber obwohl die zahlenmäßige Ungleichheit nie zu erkennen war, hatte man nie das Gefühl, dass der Ausgleich noch fallen konnte und so war es dann auch. Das Überraschendste am Spiel war wohl, dass sowohl auf Heim- als auch auf Gästeseite ein wenig gezündelt wurde.

Trondheim – Do., 26.05.2022, 18:00

Rosenborg BK vs FK Haugesund 3:3

Lerkendal stadion, 11.076 Zuschauer, Eliteserien
Kurz habe ich überlegt, ob ich überhaupt ins Stadion gehen soll. Denn durch das Zimmerfenster im 17.Stock des gebuchten, direkt benachbarten Hotels konnte ich einen wunderbaren Blick ins Stadion werfen. Der Rosenborg BK ist der Rekordmeister des Landes. Zu Beginn der 90er Jahre nahm der Erfolg richtig Fahrt auf. Seitdem konnten 21 der 26 Landesmeistertitel eingefahren werden und auch einige Pokale konnten den Platz in der Trophäen-Vitrine finden. Zuletzt ist der Club aber ein wenig aus der Spur geraten und auch in der aktuellen Spielzeit nimmt die Mannschaft nur einen Platz in der nicht ganz so goldenen Mitte der Tabelle ein. Zwar wurde bisher nur eine Partie verloren, aber man ist auf dem Weg zum Remis-Rekord und damit kommt man halt nicht nach vorne. Das Lerkendal-Stadion ist mit knapp 21.500 Plätzen das größte Stadion der Liga. Im gesamten Land verfügt nur das Nationalstadion in der Hauptstadt über größere Kapazität. Das Lerkendal ist definitiv ein Hingucker. Merkmal sind die abgestuften Tribünendächer der doppelstöckigen, freistehenden Tribünen. Schönes Ding.
RBK ist einer der wenigen Vereine mit einer größeren und ernstzunehmenden Fanszene, die ihren Platz im Oberrang einer der Hintertortribünen hat. Einige hundert Leute versammelten sich dort und machten auch recht gute Musik über die gesamte Spielzeit. Nicht selbstverständlich bei dem doch überschaubaren Niveau auf dem Rasen. Die Gäste durfte ich ja bereits am vergangenen Sonntag bestaunen. Im Vergleich dazu zeigten sich diese heute deutlich verbessert und vor allem effektiv. Dem Führungstreffer ging allerdings eine haarsträubende Elfer-Fehlentscheidung des Referee voraus. Der Videobeweis wird in Norwegen erst zur kommenden Spielzeit eingeführt. Nun ist es aber so, dass die wichtigsten Spielszenen umgehend auf der Anzeigetafel wiederholt werden. Da wirkt es schon absurd, wenn der Schiri einigermaßen gezwungen war, bei seiner Tatsachenentscheidung zu bleiben, im Hintergrund aber deutlich zu sehen war, dass er damit völlig falsch wlag. Nach nur zehn Minuten führte der FK Hausgesund also und legte weitere zehn Minuten später nach. Der Anschlusstreffer durch einen schönen, direkt verwandelten Freistoß wurde nach einer Abwehrbeule mit dem dritten Gäste-Tor beantwortet. Die Gastgeber kamen dann aber deutlich verbessert aus der Kabine. Zwar wurde es vor dem Tor zunächst nicht zwingender, aber es wesentlich druckvoller. Und das Niveau ist in Norwegen eben doch schlecht genug, das dann zwangsläufig irgendwann Tore fallen. So kam der RBK noch zum Ausgleich, wobei Torwart und Verteidigung bei beiden Treffern nicht gut aussahen. Die Partie endete also beinahe erwartbar unentschieden. Hilft dem RBK nicht wirklich weiter.

Ålesund – Mi., 25.05.2022, 18:00

Aalesunds FK vs FK Jerv 2:1

Color Line Stadion, 4.429 Zuschauer, Eliteserien
Aufsteiger-Duell am Nordatlantik. Während der Aalesunds FK allerdings in den letzten Jahrzehnten überwiegend in der höchsten Spielklasse verweilte und den Abstieg aus dem vergangenen Jahr reparierte, ist der FK Jerv zum ersten Mal auf höchstem Niveau unterwegs und hat auch nach wenigen Spieltagen direkt mit Abstiegssorgen zu kämpfen. Die Gastgeber haben sich dagegen auf einem stabilen Mittelfeldplatz etabliert. Das Stadion gefällt recht gut. Es besteht auf drei Seiten aus zwei Rängen, die Haupttribüne verfügt gar über deren drei. Alles ist recht eng gebaut, auch der Abstand zum Spielfeldrand ist knapp bemessen. Prinzipiell könnte man aus der engen Kiste einen richtigen Hexenkessel machen, aber das scheint hier unmöglich. Was aber weniger an eventueller unterkühlter norwegischer Mentalität als viel mehr an mangelndem Zuschauerinteresse und zu wenig Potential im Fanblock liegt. Die Zuschauerzahlen des AFK sind seit Jahren rückläufig, so dass heute nur viereinhalbtausend Anhänger das recht schmucke Stadion betraten. 20 davon befanden sich im Gästeblock, von denen wiederum ein halbes Dutzend ein paar Mal zur akustischen Unterstützung ansetzte.
Die Szene der Gastgeber nennt sich ‚Stormen‘, was übersetzt wenig überraschend ‚Sturm‘ bedeutet. Zwar wurde Ultra-orientiert ein wenig mit Fahnen gewedelt und auch die Gesänge bewiesen eine gewisse Kreativität, aber mehr als 30 Mann und Frau rafften sich selten zum Support auf. Auch das Durchschnittsalter im Block war relativ. Und entweder herrscht in Norwegen großes Vertrauen oder man ist mit den Gemeinheiten der Ultra-Rivalitäten noch nicht recht vertraut. Die Tür des Materialraums hinter dem Block stand kurz vor dem Anpfiff unbewacht sperrangelweit offen und ich hätte mich mit diversen Doppelhaltern eindecken können. Waren aber die falschen Farben, daher habe ich verzichtet. Der AFK war die spielbestimmende Mannschaft, wurde aber selten gefährlich. Die Gäste konnten nur selten für Entlastung sorgen, wirkten dabei dann aber wesentlich zielstrebiger. Im zweiten Durchgang landete die Kirsche dann auch irgendwann mal im Netz der Gastgeber, worauf die paar Mann im Gästeblock abgingen, als wäre die Meisterschaft fast gewonnen. Der AFK rappelte sich aber auf und drehte die Partie binnen zwei Minuten, was die Sorgenfalten auf den Stirnen der Gäste-Spieler sich vergrößert haben dürfte. Der AFK kann dagegen die nächsten Spiele in aller Ruhe angehen.

Haugesund – So., 22.05.2022, 18:00

FK Haugesund vs FK Bodø/Glimt 1:4

Haugesund Stadion, 4.514 Zuschauer, Eliteserien
Die Route des Roadtrip mit der Gattin durch Norwegen orientierte sich halbwegs am Spielplan. Es gehörte allerdings auch etwas Glück dazu, dass der Spielplangestalter so Touri-freundlich ansetzte, dass einige Erstliga-Spiele besucht werden konnten. Der erste Kick fand in Haugesund statt, einer Stadt mit knapp 40.000 Einwohnern, die deutlich weniger bekannt ist, als die ‚Nachbarstädte‘ Bergen im Norden und Stavanger im Süden. Der FK Haugesund hat sich in den letzten Jahren in der norwegischen Oberklasse etabliert, qualifizierte sich sogar mehrfach für den Europapokal. Der Start in die aktuelle Saison ging mit fünf Niederlagen mal voll in die Hose, aber nach zwei Siegen und dem Weiterkommen im Pokal trat man selbstbewusst gegen den amtierenden Meister Bodø/Glimt an, der ja in der Conference League für Furore gesorgt hatte und erst im Viertelfinale an der AS Roma gescheitert war. Viereinhalbtausend Zuschauer sahen dann eine desaströse erste Halbzeit ihres Teams und mit dem Pausenpfiff war der Drops beim Stand von 0:3 eigentlich schon gelutscht. Unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang aber der Anschluss und nun konnten die Gastgeber plötzlich Fußball spielen. Chance um Chance wurde herausgespielt, aber kläglich vergeben. Zwanzig Minuten vor Ende machten die Gäste mit einem umstrittenen Treffer dann alles klar. Brachiale Stimmung hatte ich nicht erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Die 60 Gäste-Anhänger gehörten in die Kategorie Familienblock und die wenigsten werden aus dem 1.500 Kilometer entfernten Bodø angereist sein. Der 50 Mann starke Heimblock versuchte es etwas kreativer, allerdings war das auch nicht die Erfüllung. Insgesamt erinnerte die Atmosphäre an eine Mischung aus Benefizspiel und Damen-Handball, aber Fankultur ist in Norwegen auch nur bei einer Handvoll Vereine ausgeprägt. Diese beiden gehören nicht dazu.