Essen – So., 18.10.2020, 11:00

Rot-Weiss Essen U19 vs Wuppertaler SV U19 2:0

Stadion im Sportpark Am Hallo, 220 Zuschauer, A-Junioren-Bundesliga Staffel West
Der Plan für das Wochenende war ein anderer – es sollte einen etwas weiteren Ausritt geben – aber die Abwägung von Aufwand und Ertrag ließen mich das Vorhaben am Samstag-Morgen noch kippen. Daher reduzierte sich der Fußball-Konsum nun auf den heutigen Sonntag, der vorbildlich mit dem Fahrrad absolviert wurde. Ist ja eh so ein klimafreundliches Hobby, dass ich pflege…*hust*. Wenn man die Großen des Herzens-Clubs Corona-bedingt nicht schauen darf, müssen es halt mal die Kleinen sein. Nach dem Wiederaufstieg in die Staffel West der A-Junioren-Bundesliga empfing die U19 des glorreichen RWE das Team aus dem Tal der Tränen. Gespielt wurde im Stadion Am Hallo. Ich schaue mir nur sehr selten Spiele unterhalb des Seniorenbereichs an, dabei mag ich die Spielweise eigentlich. Nutzloses Ballgeschiebe bekommt man so gut wie nie geboten, stattdessen wird schnell umgeschaltet und der Weg nach vorne gesucht. Da geht dann sicherlich auch mal was schief, aber der geneigte Besucher scheint mir Fehler des Nachwuchses eher zu verzeihen. Offensiv-Spiel ist halt beim Publikum beliebter, als die oft etwas sedierende Spielweise der Senioren. Was die Roten dann auf dem Grün anboten, sah gar nicht so übel aus. Beide Teams gaben ordentlich Gas, der RWE hatte aber über die gesamte Spielzeit das Geschehen im Griff, erzielte zwei blitzsaubere Treffer und sammelten im zweiten Saisonspiel verdient die ersten Zähler ein. Sicherlich kann sich die Mannschaft nicht mit den ganz großen Clubs an Rhein und Ruhr auf eine Stufe stellen, aber wenn die heutige Leistung, der Wille und die Einsatzbereitschaft immer gezeigt werden, dann sollte der Klassenerhalt möglich sein.

Velbert – Mi., 07.10.2020, 19:30

SSVg Velbert 02 vs Sportfreunde Baumberg 3:2

Stadion Velbert, 415 Zuschauer, Oberliga Niederrhein
Im Juli musste die SSVg Velbert ihre alte Heimat, das ‚Stadion an der Sonnenblume‘, räumen. Die Stadt hat eine alternative Nutzung vorgesehen, was vermutlich nichts anderes bedeutet, als Wohnbebauung. Damit wurde wieder einmal ein schönes kleines Stadion mit eigener Identität aufgegeben und an anderer Stelle durch einen recht sterilen Neubau ersetzt. Natürlich ist das neue Velberter Stadion für einen Oberligisten recht ansehnlich, aber es ist eben auch mit anderen Neubauten austauschbar. Da die Spielvereinigung auf Sicht aber höhere Ziele anstrebt, kann diese Anlage natürlich einen weiteren Schub verleihen. Am heutigen nasskalten Mittwoch-Abend fand das Topspiel des Spieltages hier statt. Die Gastgeber empfingen den Tabellendritten aus dem Monheimer Stadtteil Baumberg, der zwar mittlerweile als gestandener Oberligist angesehen werden darf, aber aufgrund fehlender Infrastruktur mit hoher Wahrscheinlichkeit einen möglichen Aufstieg eh nicht annehmen würde. Das Spiel begann ausgeglichen, aber nach einer Viertelstunde übernahm die Sport- und Spielvereinigung von 1902 die Regie und erzielte bis zum Seitenwechsel drei Treffer. Die Vorentscheidung? Sah lange danach aus, bis die Gäste der Partie zehn Minuten vor dem Ende mit einem Doppelschlag Spannung verliehen. Zum Ausgleich sollte es aber nicht mehr reichen, zur Freude von knapp zehn aktiven Anhängern, die ihr Team mit den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützten. Neben mir waren noch zwei Hände voll andere Anhänger der ‚Bewegung‘ anwesend, so dass hier und da ausreichend Gelegenheit zum Smalltalk blieb.

Bonn – Di., 06.10.2020, 19:30

Bonners SC vs Rot-Weiss Essen

Stadion Bonn im Sportpark Nord, 569 Zuschauer, Regionalliga West
Am zweiten Sonntag im März sah ich den glorreichen RWE zum letzten Mal in einem Pflichtspiel und zwar auswärts beim Bonner SC. Heute schloss sich dieser Kreis, denn erneut trat der Deutsche Meister von 1955 im Sportpark Nord der ehemaligen Bundeshauptstadt an. Gäste-Fans sind aktuell ja eigentlich nicht zugelassen, das Einlassprozedere stellte sich aber als unkompliziert heraus, so dass der Teilnahme an diesem Spiel nichts mehr im Wege stand. Im Stadion konnte hinter den Gesichtsmasken dann das eine oder andere bekannte Augenpaar erkannt werden. Der RWE begann im Bonner Nieselregen stark. Die Anfangsviertelstunde war wohl die beste Phase der Gäste und in dieser hätte mindestens ein Tor fallen müssen, aber die Chancenverwertung bleibt offensichtlich ein latentes Manko. Der BSC kam dann etwas besser ins Spiel ohne dass sich an der Überlegenheit der Roten groß etwas änderte. Ganz so zwingend wie zu Beginn war das Auftreten nicht mehr, der Führungstreffer durch Kefkir nach etwas mehr als einer halben Stunde aber irgendwie dennoch eine logische Folge aus dem Spielverlauf. Beim Treffer sprangen dann etwas mehr als zwei Dutzend Leute auf und spätestens jetzt war klar, dass es eine kleine RWE-Abordnung in den Sportpark Nord geschafft hatte. Nach dem Seitenwechsel traten die Gastgeber dann mutiger auf. Mussten sie ja auch, wenn noch etwas Zählbares erreicht werden sollte. Der RWE brauchte zehn bis fünfzehn Minuten um sich auf die offensivere Ausrichtung einzustellen, danach war das Geschehen aber großenteils unter Kontrolle. Die Qualität der Mannschaft zeigt sich auch durch die Stabilität, die nun notwendig war. Hinten brannte nicht viel an, das Mittelfeld wurde einige Male mit flüssigen Kombinationen überbrückt und vorne gab es zwar weniger Chancen als im ersten Durchgang, aber einige Möglichkeiten wurden kreiert. Zwei, drei Dinger rauschten gefährlich nah am Kasten von RWE-Schlussmann Davari vorbei, direkt auf das Tor kam aber nichts Gefährliches. Dass man dann doch bis zum Schlusspfiff um den Sieg fürchten musste, lag weniger an den Gastgebern, als am fehlenden zweiten Treffer für die Roten. Ein glücklicher Moment hätte dem BSC ja schon gereicht. Den gab es aber nicht, weil das Essener Team bis zum Ende konzentriert zu Werke ginge. So stand unter dem Strich ein knapper, aber sicherlich verdienter Sieg. Tja, ein wirklich erquickendes Erlebnis war das aber nun nicht. Klar ist es schön, seine Mannschaft mal wieder spielen zu sehen und emotional war ich auch dabei, aber das ist natürlich nicht der Fußball, den man sich wünscht. Man kann kaum mit seinen Leuten zusammen sitzen, erst recht nicht stehen und Atmosphäre natürlich völlige Fehlanzeige. Das Bonner Publikum, das ja nun eh keine wirklich ernst zunehmende Fan-Szene stellt, versuchte es regelmäßig mit Anfeuerung im Handball-Stil. Die versprengte Essener Abordnung traute sich in der Schluß-Viertelstunde mal den einen oder anderen Gesang anzustimmen, aber über Testspiel-Atmo ging das alles nicht raus. An drei erreichten Punkten ändert das aber auch nichts und so hat sich der RWE nun in der Spitzengruppe der Liga eingefunden. Leider machten die schlechten Lichtverhältnisse in der feuchten Witterung das Fotografieren zu einer Herausforderung

Rückblick: DFB-Pokal-Achtelfinale, 04.10.1995

Rot-Weiss Essen vs Bayer 04 Leverkusen 5:8 n.E.

Georg-Melches-Stadion, 25.000 Zuschauer, DFB-Pokal Achtelfinale
Heute auf den Tag genau vor 25 Jahren fand im guten, alten Georg-Melches-Stadion eines dieser denkwürdigen DFB-Pokalspiele statt, die einem ein rot-weisses Leben lang in Erinnerung bleiben werden. Die Roten waren in der drittklassigen Regionalliga West/Südwest zu Gange und empfingen den Werksclub aus Leverkusen, dessen Mannschaft damals exzellent besetzt war. Trainer Erich Ribbeck hatte mit Rudi Völler, Bernd Schuster, Paulo Sergio, Ion Lupescu, Christian Wörns absolute Weltklasse-Akteure im Kader. Vor diesen Namen verblassten gestandene Spieler wie die drei Markusse Münch, Happe und Feldhoff oder der Brasilianer Rodrigo, die selbst ja schon eine ordentliche Klasse mitbrachten. Auf einem Mittwoch-Abend war die alte Bude rappelvoll und platzte beinahe aus allen rostigen Nähten. Hafenstraße, Pokal, Flutlicht – das war und ist immer noch eine ganz besondere, explosive Mischung! Und genauso nahm der Krimi dann auch seinen Lauf. Bengalos wurden gezündet, auf der durch den Abriss der Westkurve frei gewordenen Fläche wurde ein Feuerwerk abgefackelt und die Lautstärke nahm unmittelbar Dimensionen an, dass einem sofort die Ohren klingelten. Reporter-Koryphäe Rolf Töpperwien begann seinen Bericht mit den Bildern der durch die Bengal-Fackeln in rotes Licht getauchten – abgedroschen, aber man muss es so sagen: legendären – Gegengeraden und der Aussage „… eine Begrüßung, wie ich sie in 23 Berufsjahren, außer im Aztekenstadion in Mexico City, noch nie erlebt habe“. Die beiden Fluchtlichtmasten auf der Westseite zeigten sich auch angemessen beeindruckt und quittierten mal direkt den Dienst. Aber die Kraft der Lichtmasten war ja so stark, dass die anderen beiden Masten noch ausreichende Beleuchtung produzierten. Nach einer Viertelstunde waren dann aber dann (fast) alle Lampen mit vollem Einsatz am Werk. Zu diesem Zeitpunkt hätte der glorreiche RWE schon führen können, denn Bayer-Schnapper Heinen konnte einem Schuss von Christian Dondera nur mit den Fingerspitzen das Tempo nehmen. Holger Fach kratzte das auf das Tor zu trudelnde Spielgerät gerade noch von der Linie. In der Anfangsphase waren nur die Roten am Drücker, aber wie das ja so ist, reicht den Favoriten oft eine gute Aktion. War dann auch so und Feldhoff konnte mutterseelenallein am langen Pfosten eine Flanke zu Führung verwerten.
Der Kick sollte also wohl seinen normalen Verlauf nehmen. War dann aber nicht so, denn RWE-Ikone ‚Putsche‘ Helmig konnte noch vor dem Seitenwechsel eine selbst eingeleitete, richtig schöne Kombination mit dem Kopf zum Ausgleich abschließen. Paulo Sergio stellte die Gäste-Führung aber kurz nach der Pause wieder her und es war kurzzeitig beinahe totenstill, denn nur der zarte Jubel aus dem Gäste-Sektor war zu hören. Der Gästeblock war damals ja noch auf der Osttribüne und aus Leverkusen waren höchstens ein paar hundert Mann angereist, die man in diesem Hexenkessel sonst kaum hören konnte. Dondera konnte keine zehn Minuten später erneut ausgleichen und weiter ging die wilde Fahrt. Ich meine mich an ein weitgehend ausgeglichenes Spiel erinnern zu können. Was der Bayer an Qualität hatte, konnten die Roten durch unbändigen Einsatzwillen kompensieren, aber in der Box machte sich der Unterschied dann leider zu oft bemerkbar. Trotzdem hatte der RWE in der Folge zwei richtig fette Möglichkeiten, die von Dirk Heinen hervorragend entschärft wurden. Wenn in dieser Phase der Führungstreffer für die Roten gefallen wäre, wäre diese Partie endgültig zu Gunsten des RWE gekippt, da bin ich mir absolut sicher. Die Jungs in den weißen Trikots machten ein Wahnsinnspiel. ‚Putsche‘ verpasste Bernd Schuster sogar einen Beini. Das Tor fiel aber nicht und den nächsten Treffer setzte erneut der Bundesligist. Holger Fach köpfte ein und dann wurde es völlig verrückt. Als Rudi Völler 17 Minuten vor dem regulären Ende auf 4:2 erhöhte, dachte wohl jeder, das Ding sei nun durch. Drei Minuten später sah die Welt wieder völlig anders aus. Dondera hatte zunächst den Anschluss erzielt. Danach verknotete die eingewechselte Fummelbuxe Olli Grein dem Leverkusener Rodrigo am Sechzehner-Eck die Beine und die anschließende Flanke wuchtete Helmig mit dem Kopf ins Netz. Ekstase pur beim Ausgleich, die Leute flogen durcheinander, keiner stand danach mehr an seinem ursprünglichen Platz. Ich war mit meinem damals besten Kumpel, meiner Schwester und ihrer Freundin beim Spiel und hatte Mühe die drei nach dem Ausgleichstreffer auf der Tribüne wieder zu finden. Die Leute standen ja so unfassbar eng beieinander, wie es heute aufgrund der Sicherheitsbestimmungen gar nicht mehr möglich ist. Töpperwien hatte in seinem Bericht nun auch völlig den Faden verloren und sprach vom „Stadion an der Georg-Melches-Straße“.
Schließlich ging es in die Verlängerung, an die ich annähernd null Erinnerung habe. Auch die alten Fernsehbilder helfen mir da nicht, irgendwie war ich in einer anderen Welt. Unerklärlicherweise verließen die Roten die Kräfte aber nicht und es muss bis zum Ende eine ziemlich offene Partie geblieben sein. Die Entscheidung musste dann im Elfer-Schießen fallen und hier waren die Roten dann leider nicht abgezockt genug. Bei zwei Essener Fehl-Schüssen verwandelte die Bayer 04-Schützen alle sicher und der Kampf wurde am Ende nicht belohnt. Dennoch bleibt dieses Erlebnis sicher auf ewig in der Erinnerung unmittelbar hinter der Final-Teilnahme 1994 und dem Pokal-Fight gegen die Unaussprechlichen aus der verbotenen Stadt zwei Jahre zuvor. Diese Rot-Weiss-Mannschaft ist wohl auch die, welche mir am besten in Erinnerung ist, die unheimlich Spaß gemacht hat, denn das waren fast alles authentische Jungs, denen man auch abnehmen konnte, dass es für sie etwas besonderes ist, das RWE-Wappen auf der Brust zu tragen.

Sonntag, 27.09.2020, 15:00

SG Borken vs SV Westfalia Gemen 2:0

Stadion im Sportpark im Trier, 300 Zuschauer, Landesliga Westfalen Staffel 4
Ein bisschen schwer tat ich mich mit der Auswahl des heutigen Spielbesuchs, aber letztlich fiel die Wahl auf das Borkener Landesliga-Derby. Natürlich wieder Riesengehampel um den Einlass bei maximal erlaubten 300 Zuschauern und dem zu erwartenden Andrang. Letztlich konnte ich mir ein Ticket am Eingang hinterlegen lassen. Nervt alles. Der Hauptplatz der Sportanlage ist dann trotz der überdachten Sitztribüne nicht besonders spektakulär. Außer dieser hat der weitläufige Platz mit Laufbahn halt auch nicht viel zu bieten. Der Grill glühte aber und die Wurst war auch gar nicht mal so übel. Die Gäste aus dem Ortsteil Gemen, die selbst übrigens über eine schöne kleine Anlage verfügen, gingen leicht favorisiert ins Spiel. Derbys entwickeln aber – wie Pokalspiele – oft ihre eigene Dynamik und so zeigten sich die Gastgeber überlegen und gingen früh in Führung. Die Szene des Spiels entsprang dann einem langen Ball in die Angriffsspitze der SG. Der Torwart eilte dem Spielgerät aus seinem Gehäuse entgegen, aber ein Verteidiger, der eigentlich gute Sicht auf das Geschehen hatte, setzte der Kirsche ebenfalls nach. Die Uneinigkeit der Westfalia-Strategen hatte zur Folge, dass beide zusammen rasselten und der Knicker an beiden vorbei rollte. War eine amüsantes und skurriles Bild, als sich Verteidiger und Torhüter schon wüst gegenseitig die Schuld zuschoben, während im Hintergrund der SG-Stürmer mit dem Ball am Fuß einsam und allein dem leeren Kasten entgegenstrebte und entspannt einschob. Überragend! Der zweite Durchgang offenbarte sich als Duell auf Augenhöhe, ernsthaft in Gefahr geriet der Heimsieg aber nicht mehr wirklich.

Mittwoch, 23.09.2020, 17:30

FV Rot-Weiß Weiler vs  SV Heinstetten 3:0

Rothach-Stadion, 180 Zuschauer, Landesliga Württemberg Staffel 4
Am heutigen Tage spielte der glorreiche RWE gegen die Vereinsfarben-Brüder aus dem westfälischen Ahlen. 300 Zuschauer waren für dieses Spiel zugelassen und davon wurden 100 Personen unter den aktuell 4600 Dauerkarten-Besitzern ausgelost, die dieses Spiel im Stadion verfolgen durften. Ich gewinne ja nie etwas, aber es war sonnenklar, dass mein Name aus dem Lostopf gefischt wird, wenn ich knappe 600 Kilometer entfernt bin. So durfte sich halt einer meiner rot-weissen Leidensgenossen über die Teilnahme an diesem Spiel freuen. Ganz ohne Rot-Weiss musste ich dann aber doch nicht auskommen, denn die Namensvetter aus dem bayrischen Weiler kickten heute gegen in der württembergischen Landesliga. Mangels Flutlicht wurde im ganz schnuckeligen Ground früh angestoßen. Die Lösung, warum ein bayrischer Verein in der Württembergischen Landesliga mitwirkt, ist in der Geschichte des Landkreises Lindau zu finden, zu dem Weiler gehört. Lindau liegt als einziger bayrischer Kreis im historischen Land Württemberg-Hohenzollern und wurde erst in den 50er Jahren dem Freistaat zugeordnet. Die fußballerische Ordnung blieb jedoch bestehen. 180 Leute durften sich an einem ganz ordentlichen Spiel erfreuen, welches die Gastgeber verdient für sich entschieden.

Sonntag, 20.09.2020, 14:15

FC Hittisau vs SC Hatlerdorf 4:1

Sportanlage Hittisau, 120 Zuschauer, Landesliga Vorarlberg
Da heute wieder ein Unterkunftswechsel anstand, lag dieses Spiel am frühen Nachmittag in Hittisau, nahe der Grenze zu Deutschland, günstig am Weg ins Allgäu. Wie so viele österreichische Amateur-Clubs verfügt der FC Hittisau über eine schmucke, kleine Anlage, die sich wunderbar in die bergige Landschaft einfügt. An einer der Kopfseiten befindet sich das moderne Sozialgebäude, auf einer Geraden eine kleine ungedeckte Sitztribüne. Die beiden anderen Seiten sind für das Publikum eigentlich nicht zu nutzen, jedoch wurden auf der verbleibenden Längsseite mittels Bierbänken doch einige Sitzgelegenheiten bereitgestellt. Der FC Hittisau spielt in der fünftklassigen Landesliga und bei Betrachtung dieser Partie gewann ich die Erkenntnis, dass dieses wohl die Schwelle zur talentbefreiteren Fußlümmelei zu sein scheint. Es gab schon einige Slapstick-Einlagen zu bewundern, angefangen beim Torwart, der einen zu weit geschlagenen Ball des Gegners unterlief und diesen soeben noch zur Ecke klären könnte und aufgehört beim Stürmer der einen wunderschönen Fallrückzieher ansetzte, allerdings ohne dass sich die Murmel auch nur im Ansatz in seiner Nähe befand. Unterhaltsam war es aber doch, woran auch eine Gruppe von jüngeren Leuten ihren Anteil hatte, die auf amüsante Art die Akteure der Gastmannschaft bepöbelte.

Samstag, 19.09.2020, 17:00

FC Blau-Weiß Feldkirch vs SC Fussach 1:4

Waldstadion, 190 Zuschauer, Vorarlberg-Liga
Am heutigen Tage hatte man die Qual der Wahl im Vorarlberger Fußball. Letztlich entschied ich mich zu einer weiteren Partie der Vorarlberg-Liga nach Feldkirch zu fahren, was eher einer spontanen Eingebung als einer begründeten Entscheidung entsprang. Immer liegt man halt nicht richtig, wie ich dann feststellen musste. Zwar ist das kleine Stadion mit der überdachten Haupttribüne ganz schick, aber das örtliche Gesundheitskonzept sah offensichtlich vor, dass lediglich die Tribüne und der unmittelbar angrenzende Bereich begehbar sein dürfen. Der Umlauf um Spielfeld und Laufbahn war mit Bauzäunen abgesperrt. Ich neige nicht zur Panik hinsichtlich der Gefahrenlage um die Ansteckungsgefahr betreffend des Corona-Virus, aber ich versuche ja dennoch so gut es geht zu vermeiden, mit zu vielen fremden Personen in räumlich engen Situationen aufeinander zu treffen. Völlig unlogisch warum den knapp 200 Zuschauern die Möglichkeit genommen wurde, sich zu verteilen. Merkwürdigerweise äußerte der Stadionsprecher sein verwundern darüber, dass die Leute auf der Tribüne völlig überraschend zu dicht beieinander hockten und mahnte Disziplin an. Außerdem bewege ich mich im Verlaufe eines Amateurspiels ja gern um den Platz herum, was durch die getroffene Maßnahme auch nicht möglich war. Dafür bekam der gastgebende Verein die verdiente Quittung in Form einer deutlichen Niederlage. Die nicht einmal deutlich überlegenen, aber sehr clever spielenden Gäste siegten mit 4:1.