
TJ Tatran Cierny Balog vs TJ SK Sokol Jakub 1:4
Futbalove ihrisko Cierny Balog, 120 Zuschauer, 6.Liga Stredoslovensky futbalovy zvaz

Der Sonntag wurde für einen Tagesausflug nach Cierny Balog genutzt, dort ist eine Schmalspur-Dampfbahn mit musealem Hintergrund in Betrieb. Wir hatten den letzten Betriebstag des Jahres erwischt und buchten eine Fahrt auf einer Teilstrecke. Der CO2-Fußabdruck 2026 ist damit endgültig versaut und dürfte nicht mal durch die ganze Hin- und Her-Fliegerei schlimmer ausfallen. Nach der Fahrt durch Lummerland rollte nur wenige Kilometer der Ball auf sechstklassiger Ebene beim TJ Cierny Balog. Die Anlage ist grundsätzlich nichts Wildes, bietet nur eine Tribüne die in den angrenzenden Hang gebaut wurde. Besonders ist allerdings, das zwischen der Tribüne und dem Spielfeld die Gleise der besagten Schmalspurbahn liegen und dass – wenn es der Spiel- und Fahrplan wollen – der Dampfzug das kleine Stadion während eines Spieles durchfährt. Das war auch heute der Fall und ist vermutlich weltweit einzigartig. In der ‚Bewegung‘ ist das kein Geheim-Tipp mehr, aber dennoch ist dieses Erlebnis rar, da die Fußballer und die Eisenbahn nicht sehr oft zeitgleich aktiv sind. Zwei Male schnaufte das betagte Fahrzeug während der ersten Halbzeit an Spielfeld und Tribüne vorbei, jeweils in die eine und die andere Richtung. Außer mir ließ sich von dem Ereignis niemand aus der Ruhe bringen. Die Gastgeber waren nicht gut in die Spielzeit gestartet, kamen aber heute ordentlich in die Partie und konnten die Führung erzielen. Nachdem zunächst die Gäste die Chance auf den Ausgleich mit einem vergebenen Elfer ausließen, taten es ihnen die Gastgeber gleich, die ebenfalls einen Strafstoß verschossen. Danach nahm das Schicksal seinen Lauf. Obwohl die Partie lange Zeit ausgeglichen war, drehten die Falken – denn das bedeutet Sokol auf Deutsch – das Spiel in einen klaren Auswärtssieg.















Der Montag sollte ein interessanter seiner Art werden, dabei wurde gar kein Fußball gespielt. Nach einem Stopp in der schönen Altstadt von Banska Stiavnica suchten wir ‚Cabrad Hrad‘ auf, eine große Burgruine mitten im südslowakischen Wald, die man nur durch eine 45-minütige Wanderung erreichen kann. Unterhalb befinden sich eine gespenstische Kirchenruine und ein alter nicht minder schauriger Friedhof. Im gesamten ein toller, geheimnisvoller Spot. Dass uns kurz vor dem Erreichen der Burg zwei Hobby-Ritter den Weg versperrten, passte gut in die mystische Stimmung. Der Ort liegt sehr einsam, Rehe springen ungeniert über den Weg, der Hirsch wirbt röhrend um die Gunst der weiblichen Damwild-Population und bis auf die zwei Rittersleut trafen wir nur auf zwei weitere menschliche Wesen. Von dort sollte es dann nach Senec ins Nachtquartier gehen. Ging es auch, aber mit Verzögerung und auf Umwegen. Auf der Autobahn gen Nitra überholte ich einen Truck, als ich merkwürdige Geräusche hörte und nur einen Atemzug später der Reifen platzte und sich die die Karkasse verabschiedete.
Lief glimpflich ab, der recht neue Renault Clio ließ sich glücklicherweise leidlich steuern, nur einen Standstreifen gab es nicht. Also hielten wir halb auf der Rasenfläche, halb auf der Fahrbahn an. Die Gemahlin wurde in die einzige vorhandene Warnweste gestopft und soweit wie möglich von der Fahrbahn entfernt postiert. Warndreieck aufgestellt und das Notrad ausgepackt, das zum Glück vorhanden war. Nicht vorhanden war aber ein passendes, brauchbares Werkzeug. Wahnsinn. Renault – Le createur d’automobiles!! Also die Hotline des Vermieters angerufen. Das war Avis, keine Wald- und Wiesenbude. Es meldete sich nur aber ein KI-Assistent mit dem finalen, fantastischen Hinweis, man soll auf der Avis-Website nach ‚Assistance‘ schauen. Diese Rubrik führte aber nur zu Links zu den Fahrzeug-Herstellern und bei der Auswahl von Renault nur auf die Main Page. Kannst Du Dir nicht ausdenken.
Auf dem Mietwagen-Voucher fand ich dann die Telefonnummer der Avis-Niederlassung am Flughafen Bratislava und ich erreichte sogar einen Menschen – huch! – den ich um Rat fragen konnte. Er riet mir freundlich, auf der Seitenscheibe des Fahrzeugs nach einem Sticker mit der Rufnummer eines Pannendienstes zu suchen, den ich anzurufen hätte, da er mir nicht helfen könne. Ich riet ihm freundlich, morgen besser nicht im Büro zu sein, wenn ich den Wagen zurückbrächte. Absolute Frechheit, wie einfach es sich die Vermieter machen und den Kunden in einem fremden Land mit einer Panne alleine lassen. Leute mit mageren Englischkenntnissen wären hoffnungslos verloren. Weil ich aber n duften Typ bin, nahm ich mein Schicksal selbst in die Hand. Aber anders, denn zwei Stunden auf die Pannenhilfe zu warten, während in der Dämmerung die Trucks an uns vorbeidonnerten, war keine Option. Mühsam auf der Felge von der Autobahn runter gehoppelt, quatschte ich fremde Leute an. Alle waren superfreundlich, einer hatte dann das passende Werkzeug und der Reifen konnte getauscht werden. Die Hasstirade bei Rückgabe des Fahrzeugs am nächsten Morgen war natürlich sinnlos. Der Avis-Mitarbeiter, der sich meinen Monolog anhören durfte, hatte sich das System ja nicht ausgedacht und interessiert haben wird es ihn auch nicht.













