Smolenice – Sa., 05.09.2026, 16:00

OSK Smolenice vs TJ Druzstevnik Brestovany 0:2

Futbalovy stadion OSK Smolenice, 100 Zuschauer, 8.Liga Oblastny futbalovy zvaz Trnava skupina B
Also ich würde ja behaupten, ich habe bei der Reiseplanung schon einiges erlebt, aber die Entstehung dieser zweiwöchigen Reise ist schon etwas speziell. Eigentlich war ursprünglich ein interkontinentales Ziel angedacht, Südamerika sollte es nach vielen Jahren mal wieder werden. Da aber durchaus bestimmte Spiele in den internationalen Wettbewerben das zentrale Gerüst stellen sollten, musste abgewartet werden. Das stellte sich als letztlich als positiv heraus, da bei der verehrten Frau Gemahlin ein paar gesundheitliche Probleme auftraten, die nicht nur die Planung beeinträchtigten, sondern auch die Wahl eines Zieles außerhalb Europas mit einem dann erforderlichen Langstreckenflug massiv in Frage stellten. Also wurde braingestormt, was denn so innerhalb Europas in Frage käme. Der Balkan und generell Europas Südosten sind immer eine gerne bereiste Region, so dass sich die Suche bald auf Rumänien konzentrierte. Auf der Zielgeraden wurde aber noch einmal abgebogen und schlussendlich die Slowakei auserkoren. In diesem Land war ich noch nicht weit über Bratislava und Umland hinausgekommen und der Wunsch sich mal deutlich intensiver mit diesem von wunderschöner Natur geprägtem Flecken zu beschäftigen, war eh schon länger vorhanden. Klar, dass auch König Fußball nicht zu kurz kommen sollte. Also wurden drei Tage vor Abreise erstaunlich günstige Flüge gebucht und die Tour zusammengezimmert, was sogar recht entspannt ablief.
Nach vormittäglicher Ankunft in Bratislava und Übernahme des Mietwagens wurde zunächst ‚Cachitcky Hrad‘ angesteuert. Die Burg liegt ungefähr auf der Hälfte Strecke von Bratislava nach Zilina. Üblicherweise haben alte Burgen eine wechselhafte Geschichte hinter sich, so auch dieses zur Ruine verfallene Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert. Die interessanteste Bewohnerin war sicherlich die ungarische Gräfin Elisabeth Bathory um das Jahr 1600. Angeblich hat die Bathory vielfach junge Frauen foltern lassen und anschließend ermordet. Der Sage nach soll sie im Blut der Jungfrauen gebadet haben, mit dem festen Glauben daran, dadurch den eigenen Körper zu verjüngen. Nach der Erstürmung der Burg durch ein konkurrierendes Adelsgeschlecht wurde Bathory als Hexe verurteilt und in einer Kammer der Burg eingemauert, wo sie wenige Jahre später starb. Realistische Aussagen von Zeitzeugen lassen eher auf eine konstruierte, politisch motivierte Anschuldigung schließen, aber die Sage ist natürlich die spannendere Geschichte.
Im Anschluss ging es dann in die Niederungen des slowakischen Liga-Fußballs. In Smolenice gibt es einen Sportplatz aus der Kategorie ‚Scenic Grounds‘ zu bestaunen. Über der kleinen Tribüne ragt das Smolenicky Zamo‘, das Schloss Smolenice aus den Baumwipfeln. Eine knapp dreistellige Zahl an Zuschauern fand sich zu diesem Kick auf achtklassiger Ebene der slowakischen Ligen-Pyramide ein, der wie aus dem Lehrbuch aufzeigte, wie eine Mannschaft trotz 90-minütiger Dominanz ein Spiel verlieren kann. Nach dem frühen Führungstreffer der Gäste rollte Angriff auf Angriff auf deren Tor, aber Pfosten, Latte, ein gut aufgelegter Schnapper und breit gestreutes Unvermögen verhinderten den Ausgleich. Belohnt wurde das kollektive Angriffsversagen mit dem entscheiden Gegentor kurz vor Schluss. Leider wurde kein Grill befeuert. Da liegen die Slowaken gegenüber ihrem tschechischen Bruder-Volk deutlich im Hintertreffen. Die Klobasa-Dichte ist stark ausbaufähig.