Stadion przy ulena Sosinki, 150 Zuschauer, IV. Liga Slaska I
Unterklassiger Fußball am Samstag-Morgen ist doch genau das, was man braucht, um einen Fußballtag zu beginnen. Ruda Slaska ist eine nicht sehr bekannte, aber gar nicht mal so kleine Stadt mitten im schlesischen Kohlenpott. Der KS Slavia spielt in einem betagten weitläufigen Rund im Grünen. Die Kielbasa bruzzelte auf dem Grill vor sich hin, alles schön. Die Rentner aus den umliegenden Siedlungen genossen den sonnigen Tag beim Gebolze unten auf dem Grün. Eine Gruppe Halbstarker im Alter von 13 oder 14 Jahren, die sicherlich dem Zabrze-Lager zuzurechnen sein dürften, trommelte und trällerte ein wenig vor sich hin, ließ ein wenig Rauch aufsteigen und versuchte damit den Vorbildern in der Torcida-Kurve nachzueifern.
Anfang 2016 wurde das umgebaute ‚Stadion Miejski w Zabrzu imiena Ernesta Pohla‘ und nun lieblos ‚Arena Zabrze‘ benannte Stadion eingeweiht. Die Kohle reichte nicht ganz, um den neuen Bau zu vollenden. Daher ist die alte Haupttribüne zunächst erhalten geblieben, was dem Stadion durchaus Charme verleihen würde, hätte man das hübsche, für Zuschauer gesperrte, Tribünchen nicht mit Abdeck- und Werbeplanen entstellt. Trotz vier Toren, war die Veranstaltung eher durchschnittlich. Die etwa 400 aus Poznan angereisten Lech-Kibole waren wenig motiviert und auch die Torcida Zabrze hat sicherlich schon bessere Tage gehabt. „Klub Sportowy Gornik Zabrze naszym zyciem“ prangt breit am Geländer des Oberrangs der Torcida-Kurve. „Sportclub Gornik Zabrze unser Leben“. Machen ja schon immer was her, diese langen Lappen. Gornik unterzog die Liebe der Fans aber einer Prüfung und schaffte es, einen 2:0-Vorsprung noch zu verspielen.
Stadion Essen, 10.077 Zuschauer, Regionalliga West
Als ich vor dem Spiel unkte, dass nach einer unspektakulären 0:1-Heimniederlage auch der letzte Funken Euphorie aus dem starken Saisonstart wieder erloschen sein wird, hoffte ich noch, dass ich Unrecht haben würde. Der Gäste-Anhang betrat den Block etwas verspätet, da der Ordnungsdienst auf Order ‚von oben‘ eine differierende Ansicht zum mitgebrachten Material offenbarte. Grund hierfür war wohl die Sanktionierung der Pyro-Aktion beim letzten Auftritt an der Hafenstraße. Keine Ahnung ob sich die Roten von den sicherlich reichlich in den Fan-Blöcken konsumierten Medizin-Zigaretten sedieren ließen, jedenfalls bekam das Publikum einen reichlich trägen Auftritt ihres Teams zu sehen. Nicht, dass die Alemannia nun deutlich stärker gewesen wäre, aber die Schwarz-Gelben nutzten eine Chance zur frühen Führung, die danach eigentlich ziemlich ungefährdet über die Runden gebracht wurde. Insgesamt war es eine ziemlich triste Geschichte und dieser Spielpaarung nicht würdig.
Da hat mir die hellenische Losfee im Griechischen Pokalwettbewerb doch noch ein echtes Bonbon gezogen. Das Stadt-Duell zwischen den beiden großen Clubs aus Thessaloniki ist sicherlich eines der heißesten des Kontinents. Die Rivalität war auch deutlich zu spüren, obwohl bei brisanten Spielen in Griechenland ja keine Gäste-Anhänger zugelassen sind. Der ganz große Hass trat aber nicht zu Tage und auch von ‚Gate 4‘ hätte ich noch ein wenig mehr erwartet. Vor knapp zehn Jahren war ich schon einmal im Toumba. Damals ging es gegen Olympiakos, den verhasstesten Verein des Landes und damals waren deutlich feinseligere Emotionen zu verspüren als heute gegen den Stadtrivalen. Aber insgesamt war das schon eine schicke Sache. Zwei große Pyro-Aktionen gab es zu bestaunen und ein satter Teppich aus Aris-Material wurde auch noch Beute der Flammen. PAOK ging zunächst in Führung, Aris konnte jedoch mit dem Halbzeit-Pfiff ausgleichen. Nach gut einer Stunde Spielzeit wurden die Gastgeber durch eine Ampel-Karte dezimiert. Aris konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen und die ganz großen Aufreger blieben aus.
Ioannina ist eine Stadt am Pamvotida-See im Nordosten Griechenlands. Der Name des örtlichen Fußball-Clubs geht auf die umgangssprachliche Benennung der Stadt zurück. PAS wechselte innerhalb der letzten Jahrzehnte oft die Liga und konnte sich nicht dauerhaft in der Superleague etablieren. Auch in dieser Saison steht wieder einmal der Kampf gegen den Abstieg an. Das wiedererstakte Aris aus Saloniki war zu Gast. Auch dieses Spiel fand leider ohne Gäste-Hinchas statt. Wie nachher zu erfahren war, hatten sich zwar einige Busladungen auf den Weg gemacht, wurden aber von der Staatsmacht gestoppt und zurück geschickt. Die PAS-Fans zeigten vor dem Spiel Optimismus und zündeten in den Straßen um das Stadion die eine oder andere Fackel. Auf der Gegenseite versammelte sich hinter einer Hand voll Zaunfahnen ein knapp 80köpfiger Stzimmungskern und supportete sein Team zum überraschenden Sieg.
PAE Olympiakos Peiraios vs Real Betis Balompié 0:0
Stadio Georgios Karaiskákis, 28.650 Zuschauer, Europa League Gruppenphase
Dieser Kick traf meine Erwartungen in keiner Weise. Zwar gehe ich selten mit hoher Erwartung in ein Stadion, aber von der Olympiakos-Kurve hatte ich dann doch zumindest eine deutlich intensivere Lautstärke erwartet. Optisch war natürlich nicht viel zu erwarten, da Pyro-Exzesse während der Spiele der Europäischen Wettbewerbe von der UEFA-Mafia hart bestraft werden. Da war der Papierrollen-Wurf akls Intro schon fast das maximal zu Erwartende. Dass die Stimmung dann nicht den üblichen griechischen Lärmpegel erreichte, kann auch daran gelegen haben, dass die technisch klar überlegenen Gäste das Publikum mit ihrem einschläfernden Ballbesitz-Fußball ohne nachhaltigen Zug zum Tor schlicht und einfach hypnotisiert haben. Leck die Ziege, war das ein dröger Kick. Aus der andalusischen Hauptstadt waren nur etwa 100 Personen angereist, die Daheimgebliebenen werden schon gewusst haben warum.
Seit 2010 spielt AEL nicht mehr im alten ‚Stadio Alcazar‘ sondern in der modernen Arena. Zwar kehrte der Verein zwischendurch für zwei Spielzeiten in die alte Spielstätte zurück, aber deren Zeit scheint – zumindest als Spielort für die erste Mannschaft – abgelaufen. Das neue Stadion ist aber nicht verkehrt, verfügt über vier einzelne Tribünen, grenzt sich damit von den Einheits-Arenen ab, wirkt durch die geschlossenen Ecken auch schön eng und hat ein eigenes Gesicht. Knapp eine Stunde vor dem Anpfiff fanden wir uns am Stadion ein und der Irrsinn nahm seinen Lauf. Aufgund des Personalisierungswahns – jedes Ticket wird seinem Käufer wird mit dessen persönlichen Daten zugeordnet – dauerte es bis zur 15. Spielminute, bis wir endlich im Stadion Platz nahmen. Wahnsinn. Leider galt auch für dieses Spiel der Gäste-Bann. Die großen Clubs dürfen zu den brisanten Auswärts-Partie keine Fans mitbringen. Dadurch fehlt diesen Spielen natürlcih irgendwie der letzte Kick, auch wenn der 150-Mann-Mob um Alkazar Larissa ein ordentlichen Auftritt hinlegte. Sportlich behielt der Favorit die Oberhand.
Sportclub Arena, 2.580 Zuschauer, Regionalliga West
Ich reiste einen Tag früher von Mallorca zurück als die Club-Kumpanen. Und zwar, um den Zeitplan zu entzerren, denn am Folgetag wollte ich mit der Herz-Dame in den Jahresurlaub entschwinden. Der Spielplan-Gestalter ermöglichte es, dazwischen noch das Auswärtsspiel des glorreichen RWE beim Sportclub Verl mitzunehmen, denn in der runderneuerten Sportclub-Arena war ich nach der Komplett-Überdachung noch nicht zu Gast. Der rot-weiße Ultra-Haufen machte unter dem niedrigen Dach ganz gut Alarm, stimmungsfreundlich ist das neue Outfit des ehemaligen Stadion an der Poststraße auf jeden Fall. Geschmacklich kann man allerdings über das erwählte Design streiten. Mit einem leistungsgerechten Remis endete die Partie, welches keinen der beiden Clubs so richtig weiter bringt.