Monheim – Fr., 20.09.2024, 19:30

1.FC Monheim vs Sportfreunde Baumberg 0:2

Rheinstadion, 650 Zuschauer, Oberliga Niederrhein
Seit zweieinhalb Jahren wird das ‚Rheinstadion‘ in Monheim durch eine neue Tribüne geschmückt. Das Derby gegen den Stadteilverein aus Baumberg war ein willkommener Anlass, die neu gestaltete Anlage zu begutachten. Für einen Oberligisten ist das dann auch ein ausreichend schickes Teil, welches heute eine gute Auslastung erfuhr. Trotz unterdurchschnittlichen Saisonstarts gingen die Sportfreunde, die als Meister der Vor-Saison aufgrund fehlender Infrastruktur das Aufstiegsrecht nicht wahrgenommen hatten, als Favorit in dieses Spiel. Dieser Stellung wurde die Mannschaft auch über die gesamte Spielzeit gerecht. Unterstützt von ihren ‚Baumberger Jungs‘ spielten sie sich in einer unaufgeregten Partie zum verdienten Sieg. Größere Aufregung verbreitete da schon die in der Vereinsgastronomie übertragene Partie des blauen Un-Vereins aus Arbeitslosenkirchen. Als ich die Gaststätte zwecks Bier-Erwerbs kurz vor dem Pausenpfiff betrat, war nach einer Drei-Tore-Führung soeben der Ausgleich für die Gäste aus Darmstadt gefallen, so dass ich dort hängen blieb und Zeuge des verrückten Auswärtssieges der Südhessen wurde. Der einzige anwesende Blaue stellte daraufhin – nach nun immerhin schon sechs absolvierten Saisonspielen – umgehend den damit bereits feststehenden Abstieg des FC Meineid fest. Wäre mir recht!

Marseille – Sa., 14.09.2024, 17:00

Olympique de Marseille vs OGC Nice Cote d’Azur 2:0

Stade Vélodrome, 65.803 Zuschauer, Ligue 1
Da die direkte Luftlinie von Mallorca in die Heimat annähernd unmittelbar über Marseille führt, war es ja beinahe obligatorisch, diese Chance wahrzunehmen. Zumindest wenn man mit dem ‚Vélodrome‘ noch ein Hühnchen zu rupfen hatte. Als ich dieses wunderschöne Stadion zum ersten Mal besuchte, war es noch im alten Zustand und ich durfte eine abwechslungsreiche, stimmungsvolle Partie von OM, wie der Verein in Frankreich nur kurz bezeichnet wird, gegen Girondins Bordeaux mit einem gut gefüllten Gästeblock genießen. Mit Blick auf die Europameisterschaft 2016 wurde das Stadion dann umfassend um- und ausgebaut und erhielt diese monumentale Dachkonstruktion. Grund genug, einen Urlaub an der Cote d’Azur zu nutzen, dieses Monster nach dem Umbau zu besuchen. In einem Spiel der Europa League-Gruppenphase war der türkische Vertreter Konyaspor zu Gast und im riesigen Stadion verloren sich keine 10.000 Zuschauer. Die Kurven blieben weitestgehend leer, da die Ultra-Szene mit der Vereinsführung im Streit lag. Ob Gäste anwesend waren, kann ich gar nicht mehr sagen. Jedenfalls war der Besuch eine einzige Enttäuschung und es war klar, dass ich hier nochmal aufdribbeln würde. Der Grund ist ja nicht allein dieses Stadion, dass für mich zu den Top-Adressen in Europa zählt, sondern auch die Szene von OM, die mich mit ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit wirklich fasziniert. Der Verein eint die Einwohner der Stadt vom einfachen Handwerker mit Migrationshintergrund bis zum affektierten Politiker. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal, das schaffen viele Clubs weltweit und doch wirkt es hier besonders. In den Straßen um und unmittelbar am Stadion sind natürlich viele Graffiti zu finden, in denen sich die Ultra-Gruppen von Olympique verewigt haben.
Die beiden Kurven, die Virage Sur und die Virage Nord, die nach dem verstorbenen Gründer der Gruppe ‚Marseille Trop Puissant‘ nur Virage Depé genannt wird, haben komplizierte Strukturen. Es gibt auch gemäßigte Zusammenschlüsse wie die ‚Amis de l’OM‘ oder den ‚Club Central‘, dirigiert und geführt werden die Kurven aber von den großen Ultra-Gruppen, die sich alle auf eine mindestens vierstellige Anzahl Mitglieder mit landesweiten Sektionen und auch darüber hinaus stützen können. Jede Gruppe hat ihren festen Platz und damit ihren eigenen Machtbereich, was auch an den Gruppen-Graffiti an den betreffenden Block-Zugängen abzulesen ist. Und auch wenn nach außen hin Geschlossenheit demonstriert wird, machen alle Gruppen ihr eigenes Ding, was auch darin seinen Grund findet, dass jede Gruppe mit abweichender Philosophie und Mentalität agiert. Etwas einfacher zu verstehen ist die Virage Sur, welche sich die älteste Gruppierung, das ‚Commando Ultra 84‘ (CU84) im Unterrang und die ‚South Winners‘ im Oberrang teilen. Die South Winners heben sich durch die Verwendung vieler orangefarbener Elemente in der Coleur von den anderen Gruppen ab. Diese Leitfarbe findet ihren Ursprung darin, dass die ‚Winners‘ Ende der 80er bei einem Spiel gegen den verhassten Rivalen PSG aus der Hauptstadt – heute in OM-Kreisen in Anspielung auf die Unterstützung aus Qatar auch gern QSG genannt – ein Zeichen gegen die rechtsgerichtete Kurve der Hauptstädter setzten wollte und ihre Bomberjacken, das damals typische Kurven-Kleidungsstück, auf das orangene Innenfutter drehte.
Insgesamt verstehen sich alle OM-Gruppen anti-faschistisch und anti-rassistisch. Die ‚Winners‘ ergänzten ihren Gruppennamen einige Jahre nach der Gründung um den Zusatz ‚Kaotic Group‘ um ihre Leidenschaft und ihren Stil zu verschriftlichen. Die Virage Nord gehört den Gruppen ‚Marseille Trop Puissant‘ (MTP), deren angesprochener Gründer übrigens vorher ein ‚South Winner‘ war, ‚Dodgers‘, entstanden aus früheren ‚Yankee‘-Leuten, und ‚Marseille Fanatics 1988‘, die sich alle im Oberrang aufhalten. In der Nordkurve waren im Unterrang bis vor wenigen Jahren auch die besagten ‚Yankees Nord‘ beheimatet, die aber 2018 vom Verein aufgrund Unregelmäßigkeiten beim Ticket-Verkauf, der für die Kurven von den Gruppen eigenständig geregelt wird, aus dem Stadion ausgeschlossen wurden. Ob die Gruppe dann offiziell aufgelöst wurde, ist mir nicht bekannt, aber viele ehemalige ‚Yankees‘ finden sich heute bei den gemäßigten ‚Amis l‘OM‘ im Unterrang der Virage Depé wieder, was nicht allen früheren ‚Yankee‘-Membern gefällt und es daher immer wieder mal zu Spannungen kommt. ‚Winners‘, ‚Commando‘ und ‚Fanatics‘ schlossen sich in den 90ern zu den ‚Supporters Phocéens‘ zusammen um ein einheitlicheres Bild und Support abzuliefern. Dieses Bündnis scheiterte aber nach einigen Jahren aus verschiedenen Gründen, wie zum Bespiel unterschiedlicher Philosophie und der Uneinigkeit über den gemeinsamen Standort im Stadion.
Schon deutlich früher als zwei Stunden vor Anstoß war ich am Stadion. Das ‚Commando‘ veranstaltete schon vor dem Spiel auf dem ‚Boulevard Michelet‘ eine Riesen-Party mit Fackeln und Rauchtöpfen. Allerdings flogen auch diese unsäglichen Böller, ein Stil-Element, welches beim Fußball oder generell beim Sport mal überhaupt nix verloren hat. Als die Kracher dann unkontrolliert in die Menge geworfen wurden, ein Kleinkind wurde in einem Falle nur um wenige Meter verfehlt, nahm ich das als Signal mich auf ein Merguez-Sandwich zurückzuziehen. Als ich dann eine halbe Stunde vor Spielbeginn auf dem Weg zum Block-Eingang die Südkurve passierte, schepperte es im Stadion, als wäre eine ‚Cruise Missile‘ eingeschlagen. Ich möchte behaupten, dass ich so einen lauten Böller noch nie vernommen habe und war froh, noch nicht im Stadion gewesen zu sein. Keine Ahnung mit was die Gruppen da rumhantierten, aber es war absolut krank, überflüssig und unverantwortlich. Und ich machte mir nun ernste Sorgen, dass überhaupt angestoßen würde, denn während ich in der Menge vor der Sicherheitskontrolle stand, waren immer wieder Durchsagen des Stadionsprechers und darauffolgende Pfiffe zu vernehmen. Letztlich wurde aber nur mitgeteilt, dass das Spiel abgebrochen werden würde, sollte im Laufe der Partie gezündelt oder erneut ein Böller geworfen werden.
Das ‚Velodrome‘ präsentierte sich nicht ganz ausverkauft, Gäste waren erwartungsgemäß leider keine zugelassen. Das ist in Frankreich ja mittlerweile leider beinahe üblich, bei vielen Risiko-Spielen bleiben die Gästeblöcke leer und der Olympique Gymnaste Club de Nice Cote d’Azur, wie der Verein mit vollem Namen wohlklingend heißt, gehört aufgrund der räumlichen Nähe schon zu den ernsteren Rivalen von OM. Kurz vor dem Einlauf der Mannschaften begann dann die Show. In der Virage Depé feierten die MTP ihr 30jähriges Bestehen. Zunächst wurde eine detailliert gemalte Choreo über alle Ränge gezogen. Leider wölbten sich die Stoffbahnen aber durch die Thermik der Kurve auf, so dass die Motive nicht gut zu erkennen waren. Seitlich wurden an Seilen weitere Choreo-Elemente hochgezogen. Links war das Gruppen-Avatar zu sehen, ein Totenkopf, welcher das Gründungsjahr in den Knochenhänden hatte, während rechts das Jubiläumsjahr von einem finster dreinblickenden Oktopus umklammert wurde. Nach dem Herunternehmen der Bahnen wurde mittels Zettel eine 30 gezeigt, nachdem diese verschwand, wurde in der Kurve durch Überzieher in Blau und Weiß das Gruppenkürzel sichtbar. Hier gab es allerdings jeweils Lücken. Die Kurven sind vollständig mit Sitzen ausgestattet, die natürlich nicht genutzt werden, da die Fans alle stehen. Dadurch sind die unteren Reihen im Unterrang nicht besetzt, die Leute orientierten sich eher nach oben, so dass den Aktionen quasi ‚der Fuß fehlte‘. Auch die oben links in der Kurve platzierten ‚Fanatics Marseille‘ hatten zumindest auf die Überzieher keinen Bock. Die ‚Fanatics‘ machten auch durchweg ihr eigenes Ding, waren aber aufgrund relativ geringer Zahl zur übrigen Kurve kaum zu hören, wirkten aber mit viel Fahneneinsatz und Hüpfeinlagen sehr dynamisch und agil.
In der Virage Sur feierte das ‚Commando Ultra‘ bereits das 40jährige Jubiläum. Aus einer großen blauen Plane war eine ‚40‘ ausgeschnitten worden. Diese Ausschnitte wurden zunächst mit helleren blauen Pappen gefüllt, diese dann auf weiß gewendet und dazu unregelmäßig am Rande der ausgeschnittenen ‚40‘ weiße Fackeln gezündet. Im Oberrang feierten die ‚South Winners‘ ein anderes Jubiläum, nämlich 80 Jahre seit der Befreiung Marseilles und der Provence von den deutschen Besatzern. Über der Zaunfahne des CU84 hing eine recht großes West Ham-Banner im typischen Stil, also eine entsprechend ausgekleidete englische Landesfahne, mit Herkunftsbezug Marseille. Ungewöhnlich und eine Freundschaft zu West Ham wird es kaum geben, da die englischen Szenen ja nicht in Gruppen organisiert auftreten. Bekannt ist dagegen die Verbindung zu den ‚Ultras Tito Cucchiaroni‘ von Sampdoria Genoa, die, 1969 gegründet, ja angeblich die Ur-Väter der Ultra-Bewegung sein sollen Auf dem Feld gingen beide Teams direkt in die Vollen. Die Gäste machten hier zunächst den gefährlicheren Eindruck, konnten aber nichts Zählbares erreichen. OM riss das Ruder nach der Anfangsviertelstunde langsam an sich, der OGC blieb mit schnellen Vorstößen aber gefährlich. Der vermeintliche Führungstreffer für die Himmelblauen wurde nach VAR-Überprüfung aberkannt, aber vor der Pause war es dennoch soweit und OM ging mit einer Führung in die Halbzeit.
In der Pause wurden unter der Virage Sud erneut mehrere Böller gezündet – krankes Volk. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte gab es dann weitere Aktionen der Jubiläums-Gruppen. MTP zog an Seilen einen Lappen mit mehreren für die Gruppe relevanten Motiven hoch und CU84 folgte mit einem großen Totenkopf, der dann von einer schönen Blockfahne abgelöst wurde, welche von Lorbeer umkränzt eine ‚40‘ und den Schriftzug ‚Ultras Marseille‘ präsentierte. Die ‚Fanatics‘ sendeten dann per Spruchband noch einen Glückwunsch an das ‚Commando‘. Es gab in beiden Kurven ständig was zu sehen, so dass es fast schwierig war, nichts zu verpassen. Nachdem die Gäste kurz nach Wiederanpfiff eine riesige Chance zum Ausgleich liegen ließen, die der OM-Schnapper grandios entschärfte, stellte der Brasilianer Luis Henrique mit einem wunderbaren Schlenzer schon früh im zweiten Durchgang den Endstand her. Zwar musste OM die Schlussviertelstunde in Unterzahl verbringen, aber dem OGC gelang kein Treffer mehr. Wie auch, wenn selbst das leere Tor verfehlt wird. Kurz vor dem Ende der Partie wurde dann auch endlich das Pyro-Verbot missachtet. Die Virage Nord um MTP beschränkte sich im Oberrang auf das Abbrennen von gut 100 Fackeln, während CU84 im Unterrang der Virage Sud zahlenmäßig noch einen draufsetzte und zusätzlich Raketen oder Fontänen abschoss. Leider krachte es auch wieder mehrfach durch die Bude. Nach dem Abpfiff ließ ich mir viel Zeit, ließ die Atmosphäre noch auf mich wirken und schaute den Gruppen beim Abbau ihrer Utensilien zu, bevor ich wieder in die Hood um mein Hotel zurückkehrte und nach einem ausgiebigen Mal beim Tunesier meines Vertrauens nach einem langen Tag früh die Reise ins Reich der Träume antrat.
Am Folgetag verzichtete ich auf mögliche Spielbesuche, spannend wäre es eh nicht gewesen, lediglich im Regionalpokal wurde auf wenig ansprechenden Anlagen gekickt. Stattdessen nahm ich mir Zeit für die Stadt, stieg hoch zur Kathedrale ‚Notre-Dame de la Garde‘, die auf einem Hügel in der Stadt thront, und streifte dann durch die Straßen um den alten Hafen und die Altstadt. Marseille hat bekanntlich nicht den besten Ruf. Eine hohe Kriminalitätsrate, die großenteils der hohen Anzahl der nord- und westafrikanischen Migranten, eine Last der französischen Kolonialvergangenheit, die teils ohne festes Einkommen in den äußeren Stadtvierteln in leben, in welche sich die Polizei kaum noch reintraut, haben Marseille den Leumund versaut. Zudem soll die Stadt dreckig und runtergekommen sein. Davon bekommt man im sehenswerten Stadtkern um den alten Hafen aber nichts mit. Auch die daran angrenzenden, von Nordafrikanern beherrschten Viertel sind durchaus im positiven Sinne spannend. Zum Teil fühlte man sich, als würde man durch die Gassen von Algier oder Tunis laufen. In den Cafés, Bars, Geschäften und Restaurants und auf den Straßen selbst ging es lebhaft zu, es roch nach Gewürzen und gegrilltem Fleisch und die Leute waren freundlich und aufgeschlossen. Der dritte Besuch in Marseille muss nicht der letzte gewesen sein.

Manacor – Sa., 07.09.2024, 19:15

CD Manacor vs UE Porreres 0:0

Estadio Na Capellera, 200 Zuschauer, Tercera Federación Grupo 11
Die jährliche Kegeltour stand an und alle zwei bis drei Jahre wird diese auf eine ganze Woche ausgedehnt und irgendwo in Südeuropa eine Finca oder kleine Villa gemietet. Dieses Jahr war Malle dran und weil ich mal wieder zu dämlich war, hatte ich bei den ganzen Eurowings-Flügen, die Samstags und siebzehnte Bundesland gehen, den Überblick verloren und einen anderen Flug gebucht, als der übrige Mob. Daher sollte ich eine halbe Stunde später fliegen, aber der Konjunktiv zieht ja auch nicht immer und während mein Flieger beinahe pünktlich ging, wurde den anderen eine mehr als zweistündige Verspätung reingeschoben. Also sprang ich nach Ankunft in Palma in den passenderweise unmittelbar abfahrenden Direkt-Bus nach Manacor, in dessen Umgebung unser gebuchtes Etablissement lag. Sinn und Zweck dieser Aktion, war die Ansetzung eines Spieles im Estadio ‚Na Capellera‘. Der erste Spieltag der Tercera Division stand an. Wie so oft ist diese Bezeichnung irreführend, denn es handelt sich um fünftklassiges Niveau. In 18 Gruppen wird diese ausgespielt und eine dieser Staffeln deckt die gesamten Balearen ab. Mit der Unió Esportiva Porreres stellte sich ein Club aus einem unweit von Manacor gelegenen Ort vor, so dass man beinahe von einem Derby sprechen konnte. Der Einlass verlief durch die Cafeteria des Stadions, wo der ältere Kassierer peinlichst genau darauf achtete, dass auch jeder seinen Obulus entrichtete und dem ein oder anderen ‚Schwarzfahrer‘ erzürnt hinterher lief. Der Wirt der Cafeteria gestattete mir freundlicherweise mein kleines Gepäckstück während der Partie hinter der Bar zu lagern. Das kleine Stadion liegt mitten in der Stadt. Es gibt eine überdachte Tribüne mit rudimentären Sitzgelegenheiten und eine höhere Stehtribüne auf der Gegenseite. während hinter den Toren nicht viel Ausbau zu finden ist. In einem temporeichen Spiel sollten keine Tore fallen und die Partie endete mit einem leistungsgerechten Unentschieden.

Glasgow – So., 01.09.2024, 12:30

Celtic FC vs Rangers FC 3:0

Celtic Park, 59.612 Zuschauer, Scottish Premiership
Der Celtic Football Club genießt bei mir eine besondere Bedeutung. Genau gesagt ist es neben der Herzensangelegenheit RWE und der Jugendliebe Werder Bremen der dritte Verein, der mich mitreißt. Neben diesen wäre nur noch Hajduk Split zu nennen, aber das ist eine andere Geschichte. Zu Celtic kam ich durch das schöne quer gestreifte Trikot, welches mir beim ersten Anblick im frühen Teenie-Alter sofort gefiel und aus diesem profanen Grund hat sich eine gewisse Beziehung zu diesem Verein entwickelt, die bis heute zu einer zweistelligen Anzahl Spielbesuchen quer durch Europa führte. Im heimischen Celtic Park habe ich das Team aber tatsächlich erst ein einziges Mal gesehen und das ist auch schon über 15 Jahre her. Dass es so lange gedauert hat bis ich wieder herfand, ist eigentlich nicht zu erklären und erst recht nicht zu entschuldigen. Auch das wichtige Derby gegen den verhassten Stadtrivalen sah ich erst einmal und das im ‚Ibrox Stadium‘, dem – zugegeben ansehnlichen – ‚Feindesgebiet‘. ‚Old Firm‘ wird das Stadt-Duell zwischen Celtic und Rangers genannt. Dieser Name bezieht sich darauf, dass die beiden Vereine seit gefühlter Ewigkeit Jahr für Jahr mehrfach gegeneinander antreten. Bereits 1891 gab es das erste Aufeinandertreffen, also in einer Zeit, als der Fußball in Deutschland noch in Kinderschuhen steckte. Bis zum heutigen Spiel trafen beide Clubs satte 441 Male aufeinander, damit ist dieses Derby das am häufigsten ausgetragene weltweit. Bei dieser hohen Anzahl an Spielen ist es beinahe unglaublich, dass die Bilanz vor dem heutigen Aufeinandertreffen völlig ausgeglichen war. Je 169 Siege bei 103 Remis konnten die Vereine für sich reklamieren, bei minimalem Plus im Torverhältnis für die Kelten. Das höchste Resultat, dass es je gab, war ein 7:1 für Celtic im League Cup-Finale 1957. Vor allem in den 60er und 70er Jahren pilgerten regelmäßig 120.000 und mehr Leute zu den Spielen – Zahlen, die heute auch aufgrund der reduzierten Kapazitäten der Stadien undenkbar sind. Möglich war das allerdings auch damals nur im Nationalstadion, dem ‚Hampden Park‘.
Die tiefe Rivalität basiert nicht nur auf der räumlichen Nähe der Kontrahenten. Politik und Religion sind im Spiel. Während sich der Rangers-Anhang unionistisch-loyal der britischen Krone unterordnet, sehen die Celtic-Anhänger ihre Identität irisch-republikanisch und nahe einem souveränen Schottland, denn der Verein wurde von irischen Einwanderern gegründet. Auf Seiten der Rangers werden sich im Publikum fast ausschließlich Protestanten finden, bei den Kelten annähernd nur Katholiken, auch wenn diese Abgrenzung in jüngerer Vergangenheit aufgeweicht wurde. Vorbei sind zum Beispiel die Zeiten, als die Rangers keine Spieler katholischen Glaubens verpflichtete. Nichts geändert hat sich an der tiefen Abneigung der Anhänger beider Vereine zueinander, das war deutlich spürbar. Die ‚Hunnen‘, wie die Fans der Blauen von den Celtic-Supportern genannt werden sind, nicht gern gesehen in Parkhead, dem Stadtteil in dem die grün-weiß gestreiften ‚Hoops‘ seit 1892 an ein und derselben Stelle im Celtic Park vor den Ball treten. Das Stadion hat sein Gesicht über die Jahrzehnte mehrfach geändert. Der massive Umbau in den heutigen Zustand fand Ende der 90er Jahre statt, bei dem lediglich die alte Haupttribüne in die neuen Ränge integriert wurde. Vor dem Umbau hatte das Stadion eine ovale Form und die gigantische Kurve mit den fanatischsten Zuschauern trug den (wie ich finde) sympathischen Spitznamen ‚Jungle‘, denn die Kurve war so groß, dass man sich darin verirren konnte. Das Stadion selbst wird von den Fans bis heute liebevoll ‚Paradise‘ genannt.
Das Paradies war natürlich auch heute wieder brechend voll. Ob der irische Mönch Walfrid erwartet hat, dass sein Verein mal eine derart hohe Bedeutung bekommen würde, als er diesen 1887 in der St.Mary’s Church im Glasgower Stadtteil Calton gründete? Warum als offizielles Gründungsjahr 1888 genannt wird, ist nicht eindeutig belegt, es bezieht sich jedoch vermutlich darauf, dass es bis ins Jahr 1888 dauerte, bis eine Celtic-Mannschaft zum ersten Fußballspiel antrat. Von meinem Platz hoch oben auf der Gegentribüne hatte ich einen Blick über halb Glasgow bis zum ‚Hampden Park‘. Wie in Liverpool wird auch bei Celtic seit langer Zeit kurz vor dem Anstoß „You’ll never walk allone“ intoniert und alle, aber wirklich alle 60.000 schmettern inbrünstig mit – ein Gänsehautmoment. Die Fan-Lager in Rot und Grün streiten sich übrigens darüber wer die Hymne zuerst ins Repertoire aufgenommen hat – dieses Privileg dürfte aber den Reds von der Merseyside gebühren. Die ersten Momente des Spiels gehörten den Rangers, diese hatten auch die Chance zur frühen Führung, aber Celtic riss schnell das Ruder an sich. Nach knapp zehn Minuten ging es schnell über die rechte Seite der Kelten. Es folgte ein scharfer Pass nach innen und die Kirsche war drin. Nach Videobeweis wurde der Treffer aber zurückgenommen, weil Vorbereiter Niklas Kühn mit dem großen Zeh im Abseits stand. Bis das entschieden war, blieb meinem Hintermann aber genug Zeit, mich im Torjubel an sich zu reißen und fast bis zur Bewusstlosigkeit zu würgen. Es wäre ein ehrenvoller Tod gewesen, aber er ließ noch rechtzeitig von mir ab. Nur ein paar Zeigerumdrehungen später war es aber soweit. Wieder war Kühn der Vorbereiter. Pass von der Grundlinie nach innen und der Japaner Maeda traf flach ins Netz. Ein Play Station-Tor, wie ich es immer gern nenne. Mein Hintermann hatte sich dieses Mal zum Glück ein anderes Opfer gesucht. Kurz danach hätte Hatate schon das zweite Tor erzielen müssen, vergab aber aus aussichtsreicher Position. Das war dann Furuhashi, dem dritten Mann der Nippon-Connection vorbehalten, der fünf Minuten vor dem Seitenwechsel aus etwas mehr als 20 Meter überlegt und präzise abschloss. In dieser Phase machte Celtic richtig Alarm und hätte den Kick schon vor der Pause entscheiden können.
An der Überlegenheit änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts, die Rangers mussten sich der Überlegenheit der Hausherren beugen. Celtic ließ allerdings gute Möglichkeiten liegen und es dauerte aber bis in die Schlussviertelstunde ehe Kapitän McGregor den Deckel drauf machte. Danach hätte es für die Gäste noch böse ausgehen können, aber Celtic war nicht mehr mit letzter Konsequenz am Werk. Egal, es reichte ja auch so. „It was so fuckin‘ easy“ wie mein Hintermann nun freudetrunken vor sich hin sang. Wie die erste gehörte auch die letzte dicke Chance den Blauen von der anderen Flußseite, aber der dänische National-Schnapper Kasper Schmeichel, Sohn von Torwart-Legende Peter Schmeichel, war am frühen Nachmittag nicht zu bezwingen. Ein intensives, hartes, aber nie unfaires Spiel ging mit einem hochverdienten Sieg für die gute Seite von Glasgow zu Ende. Mit der Stimmung ist es in britischen Stadien ja so eine Sache. Ich hatte auch keinen wirklichen Hexenkessel erwartet, denn das normale britische Publikum reagiert traditionell stark auf das Spielgeschehen und ist kein Freund des Dauersupports. Allerdings hat ja, wie bereits im vorherigen Bericht erwähnt, in Schottland und dort vor allem bei den großen Clubs längst der Ultra-Gedanke Einzug gehalten. Diese Gruppierungen supporten durchgehend und wenig spielbezogen.
Bei Celtic gibt es zwei Gruppen, die in gegenüber liegenden Sektoren stehen und unverständlicher Weise autark voneinander ihr Ding machen, was ein wenig an französische Verhältnisse erinnert. Im ‚Southwest End‘, neben dem ‚Main Stand‘ oben unter dem Dach ist das die kleinere Gruppe von beiden, die ‚Bhoys Celtic‘, eher britisch geprägt ohne großen Fahneneinsatz. Die Schreibweise ist eine Anlehnung an die gälische Sprache, in welcher auf ein ‚b‘ oft ein ‚h‘ folgt. Im ‚Northeast End‘ hat die seit 2006 aktive ‚Green Brigade‘ ihren Platz, die älteste Ultra-Gruppierung im britischen Fußball. Diese Gruppe mit einem Kern von gut 250 Leuten gerät mit ihrer linkspolitischen Haltung oft mit der Vereinsführung in Konflikt. Aber die Gruppierung sorgt auch immer wieder für optische Akzente. Zum heutigen Spiel wurde eine große Blockfahne gezeigt, auf der ein Bischof vor der Stadt-Silhouette positioniert und gekränzt vom Ausspruch „Our dear green place“ abgebildet war. Umrahmt wurde das Banner von grünen Folien. Bei den ‚Bhoys‘ gab es ein paar Blinker und grünen Rauch zu sehen. Zum Beginn der zweiten Halbzeit qualmte es auch bei der ‚Green Brigade‘. Ein paar Fackeln brannten und eine dicke Säule aus grünem und weißen Rauch stieg auf, während dahinter ein Banner mit der Aufschrift „Let Celtic flourish“, frei übersetzt „Lass Celtic aufblühen“, präsentiert wurde. Richtig laut wurde es im Stadion – ähnlich wie an der Essener Hafenstraße – nur, wenn die alten Gassenhauer angestimmt wurden. Dann schepperte es aber richtig, das war aber leider auch nur wenige Male der Fall. Ich mag den britischen Support dennoch und hier bei diesem elektrisierenden Spiel war das auch deutlich besser, als bei jedem normalen Ligaspiel auf der Insel. Mir gefällt es auch, dass die Leute bei jedem Ballgewinn und gewonnenen Eckball richtig abgehen. Nachdem ich in den letzten Jahren ja nur selten mal ein Celtic-Spiel besucht habe, hat mich die Nummer wieder richtig eingefangen und bis zum nächsten Spielbesuch sollte nun nicht wieder so eine lange Zeit vergehen.

Greenock – Sa., 31.08.2024, 15:00

Greenock Morton FC vs Falkirk FC 2:3

Cappielow Park, 2.961 Zuschauer, Scottish Championship
Schottland hieß das Wochenend-Ziel und am Samstag ging es über Edinburgh eingeflogen nach Greenock, einer Stadt am ‚Firth of Clyde‘, der Mündung des Flusses Clyde in den Atlantik. Der kurze Weg von der dem Stadion nächstliegenden Bahnstation führte vorbei an einem monströsen alten Hafenkran und ebenso betagten Speichergebäuden aus Ziegelstein. Der ‚Cappielow Park‘ gehört noch zur Gattung der alten, traditionellen englischen Stadien mit Giebel-Tribünendächern und ‚Terraces‘, den alten Stehtribünen, die ja mehr und mehr von der Stadion-Landkarte verschwinden. Diese Spielstätten noch zu erleben, lässt das Herz von Stadion-Liebhabern natürlich höherschlagen. In der noch jungen Spielzeit waren die Gastgeber noch ungeschlagen, warteten aber bei drei Remis noch auf den ersten Saisonsieg. Auch die Gäste aus dem mittig zwischen Glasgow und Edinburgh liegenden Falkirk waren noch ungeschlagen, hatten aber die drei bisher ausgespielten Partien allesamt für sich entschieden.
Das beflügelte offenbar den Anhang, denn gut 700 Leute hatten die Anreise auf sich genommen. Unter den Anhängern war auch eine mehrere Dutzend Fans starke Gruppe zu identifizieren, die sich erkennbar dem Ultra-Gedanken verschrieben hatte. Die Ultra-Bewegung hält ja – im Gegensatz zum englischen Fußball – mehr und mehr in Schottland Einzug. Auch auf Seiten des Morton FC formierte sich auf dem ‚Cowshed‘, dem Kuhstall, wie die Gegentribüne des Stadions im Volksmund genannt wird, ein aktiver Anhang mit Fanutensilien im Ultra-Style, den Dauer-Support der Gäste-Anhänger konnten diese aber nicht bestätigen. Der Verein wurde angeblich nach einer sich unweit der ersten Spielstätte des Vereins liegenden Siedlung benannt. Erst seit Mitte der 90er Jahre heißt der Verein mit vollem Namen Greenock Morton FC, um die Verbindung zur Heimatstadt zu stärken. In einem recht flotten Spiel mit typisch britischer Note konnte Morton schnell mit zwei Toren in Führung gehen. Die Machtverhältniss kippten dann aber schnell zugunsten der Gäste, die noch vor der Pause ausgleichen konnten. Im zweiten Durchgang sank das Niveau der Partie deutlich ab, auch die Torraumszenen wurden weniger. Eine davon konnte der FFC aber eine Viertelstunde vor dem finalen Pfiff noch zum Siegtreffer nutzen und bleibt damit dem Tabellenführer Ayr United mit blütenweißer Weste auf den Fersen.

Oberhausen – Fr., 30.08.2024, 20:00

BV Osterfeld vs SC Glück-Auf Sterkrade 6:3

Arnold-Germar-Stadion, 100 Zuschauer, Kreisliga A Oberhausen-Bottrop
An einem milden Spätsommerabend führte mich der Weg in den nahen Oberhausener Stadtteil Osterfeld. Es gibt ja auf Kreis-Niveau immer noch ein paar Anlagen, die es wert sind, besucht zu werden, ohne dass ich mir dabei großen Stress mache. Soll heißen, et kütt wenn et kütt. Das ‚Arnold-Germar-Stadion‘ ist einer dieser Kreisliga-Flecken. Benachbart zur Anlage von Arminia Klosterhardt, befinden sich auf beiden Seiten des Naturrasen-Spielfeldes mehrstufige Steh-Traversen. Dass ich auf diesen überraschend drei bekannte dem Umfeld der Kölner Geißböcke angehörige Nasen vorfand, mit denen ich schon ein paar Tour-Schlachten geschlagen hatte, wirkte sich natürlich unterhaltungsfördernd aus. In einem abwechslungsreichen Spiel konnten die Gastgeber sechs der neun Tore auch ihrer Seite verbuchen.

Essen – Mi., 28.08.2024, 19:15

Vogelheimer SV vs KFC Uerdingen 05 2:4 n.V.

Sportplatz Lichtenhorst, 500 Zuschauer, Niederrheinpokal 1.Runde
Mit dem Chefredakteur des Szene-Magazins ‚Grober Schnitzer‘ verabredete ich mich zu diesem Spielbesuch zum Zwecke der Heft-Übergabe. Bezirksligist Vogelheimer SV wurde im Verbandspokal Heimrecht gegen den Regionalligisten KFC Uerdingen zugelost. Völlig überraschend blieb es auch dabei, was bei der Panik, welche der Verband bei Auswärtsspielen von Vereinen mit größerer Fan-Basis oder Gewalt-Potential schiebt, durchaus bemerkenswert war. Schließlich befindet sich die unspektakuläre Spielstätte des VSV nur wenige hundert Meter Luftlinie vom Fußball-Tempel des glorreichen RWE entfernt. Fantrennung wurde mittels Bauzaunen gewährleistet. Die aktive Szene des KFC trat allerdings optisch nicht in Erscheinung. Wunderte mich, denn die Ultras Krefeld verstecken sich ja eigentlich nicht, zudem ist die erlebnisorientierte Fraktion durchaus ernst zu nehmen.Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass der Respekt vor den rot-weissen Jagdgründen zu groß war, auch wenn sich natürlich ein paar Hafenstraßen-Gesichter am Lichtenhorst raumtrieben. In einem zunächst ausgeglichenen Spiel konnten die Gastgeber nach etwa 20 Minuten mit einem schönen Angriff überraschend in Führung gehen. Der KFC ließ sich davon nicht beeindrucken und versuchte in Ruhe zum Erfolg zu kommen, vergab aber beste Möglichkeiten. Nach dem Seitenwechsel nahm der Druck immer mehr zu, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit. War auch so und ebenjenem folgte nicht viel später der absolut verdiente Führungstreffer. Ausscheidungsspiele laufen aber manchmal anders und mit einem verzweifelten letzten Angriff bekam der Underdog in der Nachspielzeit einen Strafstoß zugesprochen. Dieser wurde erfolgreich verwertet und es ging in die Verlängerung. Dass der Favorit unserem Unken gerecht wurde, in der Extra-Time früh wieder in Führung ging und am Ende unstrittig verdient gewann, war beinahe obligatorisch.

Bochum – So., 25.08.2024, 15:00

Concordia Wiemelhausen vs VfL Bochum U21 1:4

Sportplatz Glücksburger Straße, 700 Zuschauer, Oberliga Westfalen
In der westfälischen Oberliga begrüßte der Bochumer Stadtteilverein aus Wiemelhausen einen Ortsrivalen, die wieder ins Leben gerufene U21 des Platzhirschen VfL. Um die Eingliederung dieser Mannschaft in die Oberliga, gab es kontroverse Diskussionen und viel böses Blut, was in einem Einspruch eines Großteils der Liga-Rivalen mündete. Für meine persönliche Meinung auch zurecht. Das Verbandssportgericht bestätigte aber – wie überraschend! – die Entscheidung des Verbandes, die etwas unklar mit einigem Spielraum ausgestatteten Statuten eben so anzuwenden. Großer Kritikpunkt der klagenden Vereine war zudem die fehlende Transparenz des Verbandes, der seine Entscheidung zunächst nicht erklärte. So oder so ist die Sache aber moralisch fragwürdig, eine neu aufgestellte Truppe einfach sechs Ligen überspringen, anstatt diese von ganz unten starten zu lassen. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt und zumindest in Wiemelhausen – die Concordia war am Einspruch auch nicht beteiligt – freute man sich auf den Ortsrivalen. Einige hundert Leute wollten sich das Derby anschauen. Diese sahen zunächst eine ausgeglichene Partie, in der die Concordia zwei gute Chancen vergab. Der Profi-Nachwuchs war vor dem Tor deutlich abgezockter, ging mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause und erhöhte früh in Hälfte zwei auf drei Tore Unterschied. Damit war das Ding eigentlich durch, aber die Gastgeber schafften den Anschluss und nun ergaben sich weitere Gelegenheiten, die aber der Abschlussschwäche zum Opfer fielen. Der VfL setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Vor Jahren sah ich schon mal ein Spiel in Wiemelhausen und seitdem ist die mit einigen Stufen ausgebaute Seite um einige Sitzschalen und ein Dach erweitert worden. Visueller Fixpunkt ist natürlich der mächtige Malakov-Förderturm der ehemaligen Zeche Julius Philipp.