
SV Südwest Ludwigshafen vs Vatanspor Frankenthal 3:0
Stadion an der Mundenheimer Straße, 250 Zuschauer, A-Klasse Rhein-Pfalz
Trotz der geringen Entfernung von sieben Kilometern war es einfach nicht zu schaffen, aber die Versuchung war halt zu groß. Mit fünfminütiger Verspätung traf ich am zweiten Ziel des Tages ein, was einen Groundhopper stören würde, aber eben nicht einen Fußballtouristen. Auf der Mundenheimer Straße befindet sich neben dem großen ‚Südweststadion‘, in dem Waldhof Mannheim in Ermangelung einer eigenen tauglichen Spielstätte sechs Spielzeiten lang Bundesliga spielte, ein weiteres wunderschönes Stadion. Der hier agierende Verein SV Südwest entstand Anfang der 60er Jahre aus der Fusion von Phoenix und TuRa Ludwigshafen, bis dahin wurde dieses Stadion ‚Phoenix-Platz‘ genannt, heute dagegen bezeichnet es der Volksmund – man könnte meinen zwangsläufig – als ‚Südwest-Platz‘. Es handelt sich um ein reines Fußballstadion mit mehrstufigen grasbewachsenen, teils krumme Stehtraversen auf allen vier Seiten. Eine der Längsseiten verfügt über eine kleine überdachte Sitztribüne, welche die Geschichten vergangener Jahrzehnte erzählen würde, könnte sie denn sprechen. Oberhalb der gegenüberliegenden Geraden finden sich Sozialgebäude, Vereinsheim und Grill. Der SV Südwest spielte bis zur Einführung der 2.Bundesliga auf höchstem Regional-Niveau und verpasste Anfang der 70er den Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs nur knapp. Bis in die 90er Jahre hielt sich der Verein auf oberem Amateur-Niveau, bevor ein schleichender Niedergang begann, der nach der letzten Saison mit dem erstmaligen Abstieg in die A-Klasse den Tiefpunkt erreichte. Aber die Zeichen stehen auf Aufbruch. Das Spiel war recht gut besucht, gut 250 Leute verfolgten das Geschehen. Auffällig war, dass der Verein zu annähernd 100% von Migranten geprägt ist, was allerdings in diesem Falle keinen negativen Eindruck machte, eher das Gegenteil war der Fall. Mit acht Siegen aus neun Partien grüßt Südwest von der Tabellenspitze und auch der heutige Gegner aus dem Mittelfeld des Tableaus stellte keine Hürde dar. In aller Ruhe spielten die Gastgeber ihre Überlegenheit aus und fuhren die nächsten Zähler ein.












































































































