Ludwigshafen – So., 29.09.2024, 16:00

SV Südwest Ludwigshafen vs Vatanspor Frankenthal 3:0

Stadion an der Mundenheimer Straße, 250 Zuschauer, A-Klasse Rhein-Pfalz
Trotz der geringen Entfernung von sieben Kilometern war es einfach nicht zu schaffen, aber die Versuchung war halt zu groß. Mit fünfminütiger Verspätung traf ich am zweiten Ziel des Tages ein, was einen Groundhopper stören würde, aber eben nicht einen Fußballtouristen. Auf der Mundenheimer Straße befindet sich neben dem großen ‚Südweststadion‘, in dem Waldhof Mannheim in Ermangelung einer eigenen tauglichen Spielstätte sechs Spielzeiten lang Bundesliga spielte, ein weiteres wunderschönes Stadion. Der hier agierende Verein SV Südwest entstand Anfang der 60er Jahre aus der Fusion von Phoenix und TuRa Ludwigshafen, bis dahin wurde dieses Stadion ‚Phoenix-Platz‘ genannt, heute dagegen bezeichnet es der Volksmund – man könnte meinen zwangsläufig – als ‚Südwest-Platz‘. Es handelt sich um ein reines Fußballstadion mit mehrstufigen grasbewachsenen, teils krumme Stehtraversen auf allen vier Seiten. Eine der Längsseiten verfügt über eine kleine überdachte Sitztribüne, welche die Geschichten vergangener Jahrzehnte erzählen würde, könnte sie denn sprechen. Oberhalb der gegenüberliegenden Geraden finden sich Sozialgebäude, Vereinsheim und Grill. Der SV Südwest spielte bis zur Einführung der 2.Bundesliga auf höchstem Regional-Niveau und verpasste Anfang der 70er den Aufstieg in die Beletage des deutschen Fußballs nur knapp. Bis in die 90er Jahre hielt sich der Verein auf oberem Amateur-Niveau, bevor ein schleichender Niedergang begann, der nach der letzten Saison mit dem erstmaligen Abstieg in die A-Klasse den Tiefpunkt erreichte. Aber die Zeichen stehen auf Aufbruch. Das Spiel war recht gut besucht, gut 250 Leute verfolgten das Geschehen. Auffällig war, dass der Verein zu annähernd 100% von Migranten geprägt ist, was allerdings in diesem Falle keinen negativen Eindruck machte, eher das Gegenteil war der Fall. Mit acht Siegen aus neun Partien grüßt Südwest von der Tabellenspitze und auch der heutige Gegner aus dem Mittelfeld des Tableaus stellte keine Hürde dar. In aller Ruhe spielten die Gastgeber ihre Überlegenheit aus und fuhren die nächsten Zähler ein.

Mannheim – So., 29.09.2024, 14:00

VfR Mannheim vs SG Sonnenhof Großaspach 0:2

Rhein-Neckar-Stadion, 500 Zuschauer, Oberliga Baden-Württemberg
In meinem Kopf existiert eine imaginäre Liste von Stadien, in welchen ich gern mal ein Spiel sehen möchte. Das kleine, nette Stadion des VfR Mannheim ist auf ebenjener Liste und auch wenn die Reise dorthin ja keine Zauberei ist, hat es bisher nie gepasst. Aber was wäre das Hobby auch Wert, wenn die Ziele ausgingen. Nicht nur der VfR steht im Schatten des SV Waldhof, auch das ‚Rhein-Neckar-Stadion‘ liegt im Schatten des ‚Carl-Benz-Stadion‘ – befindet es sich doch unmittelbar daneben. Mit der SG Sonnenhof aus dem kleinen Großaspach stellte sich einer der Aufstiegsaspiranten vor, unterstützt von einer Handvoll Aktiven im Gästeblock. Dem VfR, der 1949 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft die favorisierte Dortmunder Borussia sensationell schlug und den Titel einheimste, nicht schlecht in die Saison gestartet, gehörte die Anfangsphase, ehe die Gäste die Spielkontrolle übernahmen. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff schwächten sich die Mannheimer selber durch Platzverweis nach einer Notbremse. Die SGS tat sich dennoch schwer und es musste schon ein zweifelhafter Elfer für die Führung herhalten. Mit dem zweiten Treffer eine Viertelstunde vor dem Ende war die Niederlage der Gastgeber besiegelt. Das Stadion verfügt über zwei große Tribünen auf den Geraden, von denen eine einen teilweise gedeckten Sitzplatzbereich anbietet. Hinter einem der Tore befindet sich eine über knapp die Hälfte der Fläche angelegte kleine Stehtribüne. Auch auf der anderen Hintertorseite gibt es eine Stehtraverse, die allerdings nicht mehr für die Nutzung freigegeben ist. Man konnte erkennen, dass der VfR von seinen Mitgliedern und Anhängern frei nach dem Motto ‚Support your local Footballclub‘ gelebt wird. Das Stadion ist gepflegt und in den Vereinsfarben gehalten, auf den Rängen bekannte sich eine kleine Gruppe mit Fahnen und sporadischem Support zum Verein.

Deidesheim – Sa., 28.09.2024, 18:00

TSG Deidesheim vs TuS Niederkirchen 2:3

Sportanlage Deidesheim, 511 Zuschauer, Bezirksliga Vorderpfalz
Am Fuße des Pfälzerwaldes fand dieses Bezirksliga-Derby statt, welches immerhin einige hundert Leute auf die Anlage lockte. Die favorisierten Gastgeber, deren Trainer Danko Boskovic vor fast 20 Jahren die Schuhe zwei Spielzeiten lang für den glorreichen RWE schnürte, musste fassungslos mit ansehen wie seine Mannschaft in der Schlussphase die sicher geglaubten Punkte noch aus der Hand gab.

Mannheim – Sa., 28.09.2024, 14:00

SV Waldhof Mannheim 07 vs Rot-Weiss Essen 1:0

Carl-Benz-Stadion, 10.121 Zuschauer, 3.Liga
Mannheim auswärts ist für mich persönlich immer wieder eine wertvolle Reise. Liegt vermutlich daran, dass es zwischen dem Waldhof und dem glorreichen RWE viele Parallelen gibt. Ein Verein mit Tradition, chronische Erfolglosigkeit und ein treues Publikum mit nicht zu unterschätzendem Asi-Faktor – ich bezeichne die Region um Mannheim und Ludwigshafen gern als ‚Ruhrpott Nordbadens‘. Die Schwarz-Blauen aus der Quadrate-Stadt waren nicht allzu gut in die Spielzeit gestartet und obendrauf gab es als Bonus noch das Aus im Verbandspokal bei einem Landesligisten. In den letzten drei Liga-Spielen schienen die ‚Barackler‘ aber in die Spur gefunden zu haben. Begleitet von gut 1.300 Anhängern starteten die Rot-Weissen gut in die Partie und nahmen die Fäden in die Hand. Über die gesamte erste Hälfte und über weite Strecken von Halbzeit zwei blieb der RWE spielbestimmend. Dem Aufwand entgegen stand der mangelnde Ertrag. Es gelang kaum einmal, Torgefahr heraufzubeschwören, hochprozentige Einschussmöglichkeiten habe ich mit Wohlwollen drei gezählt. Die Gastgeber taten dagegen kaum etwas für das Spiel oder wurden von den Roten erfolgreich daran gehindert. Dennoch hatte der Waldhof die deutlich besseren Chancen. Schon im ersten Durchgang hätte es durchaus im von Jakob Golz gehüteten Kasten klingeln können, aber eben jener wusste das zu verhindern.
Unken ist ja einfach und wird leider zu oft belohnt. Als sich im Gästeblock mehr und mehr Murren ob des überlegen geführten Spieles ohne daraus erwirtschaftetes Kapital breit machte, stolperte Waldhof-Torjäger Boyd die Kirsche nach einem Pfostenschuss des Ex-Rot-Weissen Voelcke im Stile eines ‚Kacktor des Monats‘ im Nachschuss über die Linie. Die Geschichte des Spieles war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon erzählt, denn es war abzulesen, dass die Rot-Weissen noch stundenlang hätten spielen können ohne ein Tor zu erzielen. Es zieht sich bisher durch die noch junge Saison, dass aus Ballbesitz und Dominanz zu wenig gemacht wird. Wie schon in der letzten Spielzeit, macht sich das Fehlen eines echten Knipsers schmerzhaft bemerkbar. Der aus Bielefeld verpflichtete Winzheimer wird diese Position (leider erwartungsgemäß) auch nicht ausfüllen. Die beiden Bälle, welche dieser bei seinen beiden Versuchen in den achten Stock geschossen hat, werden die Waldhof-Balljungen vermutlich noch tagelang suchen. Sollte dieses Manko nicht abgestellt werden können, wird es eine harte Spielzeit. Aktuell geht der Blick wieder nach unten und anstelle einer Befreiung ist die Mannschaft im nächsten Heimspiel wieder zum Siegen verdammt.

Essen – Mi., 25.09.2024, 19:00

Rot-Weiss Essen vs BV Borussia Dortmund U23 3:1

Stadion an der Hafenstraße, 15.857 Zuschauer, 3.Liga
Die Ausgangslage war eindeutig – nicht weniger als ein Sieg musste her, wenn es sich die Mannschaft nicht früh in der Saison in der Abstiegsregion gemütlich machen sollte. Auch wenn sich die ‚kleinen‘ Borussen in der jüngeren Vergangenheit als dankbarer Gegner gezeigt hatten, war ich skeptisch. Die Nachwuchs-Truppen sind ja nie wirklich einzuschätzen und da die Bundesliga unter der Woche nicht im Einsatz war, bestand die Gefahr, dass das eine oder andere Mitglied des Profi-Kaders auflaufen würde. Diese Sorge erwies sich als unbegründet – die einzigen beiden betreffenden Teilnehmer an der heutigen Partie gehören in Borussias Bundesliga-Kader nicht einmal zum zweiten Anzug. Der Blick in den Gästeblock zeigte, dass die aktive supportende Szene der BVB-U23 mit Abwesenheit glänzte. Eigentlich unverständlich, da ja kein Spiel der ‚großen‘ Borussen im Wege stand, aber etwa 500 Leute in Schwarz und Gelb hatten sich dennoch eingefunden. Diese durften beobachten, dass die Hausherren nach einem frühen Aufreger nach Ballverlust im rot-weissen Spielaufbau und daraus resultierender Chance für den BVB, die Golz aber souverän entschärfte, die Regie übernahmen. Zwischen der 19. Und 34. Minute wurde der schwarz-gelben Hintermannschaft dann schwindelig. Allen voran ein Torben Müsel in Top-Form wirbelte die Dortmunder Defensive durcheinander und ebenjener war auch zweifach erfolgreich. Zwischendurch traf auch noch Safi und so stand es zum Seitenwechsel beruhigend wie überraschend 3:0.
Gehofft hatte man es, aber klar war trotzdem, dass es in dem Tempo nicht weitergehen würde. Die Gäste zeigten sich in Durchgang zwei sortierter, der glorreiche RWE nahm dagegen etwas den Fuß vom Gas. Für meinen Geschmack zu früh resultierte daraus nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit der erste Treffer für die Mannschaft aus der Bierstadt. Wäre ein schneller weiterer Treffer gefallen, hätte die Geschichte eine neue Richtung nehmen können, aber auch wenn sich die Roten nur noch selten gefährlich vor dem gegnerischen Tor präsentierten und mit Beginn der Schlussviertelstunde eine mehrminütige Druckphase des Gegners überstehen durften, stand die Abwehrreihe insgesamt zu stabil, um ernsthaft in Bedrängnis zu geraten. Was nicht heißen soll, dass es nicht über die Spielzeit verteilt, die eine oder knappe Geschichte gab, meist dem weiterhin bis zum Erbrechen praktizierten Suchen von spielerischen Lösungen aus dem Defensivverbund heraus. Erst in der Endphase der Partie gab Schlussmann Golz öfter mal das Signal zum langen Hub. Wie auch immer, die drei Punkte wurden insgesamt sicher und auf jeden Fall verdient einzementiert und nun darf man etwas befreiter auf die kommende Schlacht in den Benz-Baracken, bei den ebenfalls überschaubar beeindruckend in die Saison gestarteten Waldhöfern blicken.

Essen – Di., 24.09.2024, 19:30

DJK Adler-Union Frintrop vs Rot-Weiß Oberhausen 0:3

Sportanlage am Wasserturm, 920 Zuschauer, Niederrheinpokal 2.Runde
Schon absurd, dass sich die Macht vom Wasserturm und der zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher eingeklemmte kleine rot-weiße Verein aus der Nachbarstadt innerhalb von wenigen Wochen zum zweiten Mal zum Kräftemessen trafen. Geschah dieses im Sommer in Vorbereitung auf die neue Spielzeit, führte nun der Niederrheinpokal beide Clubs erneut zusammen. Es hat mich einigermaßen überrascht, dass den Adlern das Heimrecht nicht geraubt wurde, schließlich barg der Auftritt des RWO im Essener Westen durchaus gewisses Konfliktpotential. Es blieb aber ruhig im Dauerregen. Fantrennung wurde durch kunstvoll zusammengeschobene Kleinfeldtore und ein paar Absperrgitter gewährleistet. Unter den 300 anwesenden Gäste-Anhängern trat die Szene nicht organisiert auf und es wurde auch nicht supportet, was vermutlich eher dem aus Oberhausener Sicht uninteressanten Gegner geschuldet war, als Sorge vor einem Aufeinandertreffen mit einzelnen anwesenden RWE-Recken. Gespielt wurde nicht auf dem engen unteren Platz der Anlage, der die eigentliche Heimspielstätte von Adlers erster Mannschaft ist, sondern auf dem weitläufigen oberen Spielfeld mit Laufbahn, auf dem die beschriebene Fantrennung leichter zu bewerkstelligen war. Endete der Test im Somme noch mit einem fast zweistelligen Debakel für die Gastgeber, blieb es heute bis zur Schlussviertelstunde bei einer früh erzielten engen 1:0-Führung für den Regionalligisten, erst dann gestaltete der Favorit das Resultat deutlicher. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass RWO mit dem zweiten Anzug antrat und Adler im gesamten Spiel nicht eine ernstzunehmende Torchance kreieren konnte.

Dinslaken – So., 22.09.2024, 15:00

VfB Lohberg vs SGP Oberlohberg 5:3

Dorotheen-Kampfbahn, 100 Zuschauer, Kreisliga C Duisburg/Mülheim/Dinslaken Gruppe 3
Der Sonntags-Ausflug mit der geschätzten Gattin sollte schon irgendwie Fußball in angemessener Umgebung beinhalten und ich entschied, dem VfB Lohberg mal wieder einen Besuch abzustatten. Im Dinslakener Stadtteil steht ein kleines Schmuckkästchen, dass aktuell nur Schauplatz für Spiele in der untersten Klasse ist. Die ‚Dorotheen-Kampfbahn‘ hat zwar nie den ganz großen Fußball erlebt, aber bis in die 90er Jahre wurde zumindest auf oberem Amateur-Niveau gekickt. Danach erlebten die ‚Knappen‘, wie die Spieler des Vereins gerufen werden, nachdem die Betriebsmannschaft der nahen Zeche Walsum noch vor dem Zweiten Weltkrieg übernommen wurde, einen schleichenden Niedergang, der nun schließlich nach dem Abstieg im Sommer mit der erstmaligen Teilnahme an der Kreisliga C endete. Auf der Hauptseite des Stadions steht eine betagte, überdachte Sitztribüne, welche zu einer Seite von einer recht hohen Stehanlage flankiert wird. Die Gegenseite verfügt über die volle Länge über einige Stufen, während hinter den Toren nicht viel Raum für Zuschauer ist, benötigt wird dieser vermutlich eh nie wieder. Die Kampfbahn ist übrigens ein Filmstar. Für eine Sequenz des Films ‚Das Wunder von Bern‘ wurde die Spielstätte als Drehort genutzt. Für das heutige Spiel stellte sich die die Reserve des nicht einmal einen Kilometer entfernt beheimateten Nachbar-Clubs vor. Das ‚P‘ in dessen Vereinsnamen steht für ‚Pestalozzidorf‘. Dabei handelt es sich um eine Stiftung, welche Jugendlichen ohne eigenes Zuhause eine Zukunft ermöglichen möchte. Dazu gehören auch Freizeit-Aktivitäten, weshalb in den 60er Jahren dieser Sportverein entstand. Das Spiel lief so wild ab, wie Spiele auf diesem Niveau halt oft laufen. Nach einer Stunde hatten die Gastgeber eine sichere Vier-Tore-Führung herausgeschossen, aber plötzlich kippte die Nummer und die Pestalozzi-Brüder holten Tor um Tor auf und der sichere Vorsprung schmolz dahin. Erst als der VfB in der letzten Minute mit dem fünften Torerfolg den Schlusspunkt setzte war die Partie entschieden.

Düsseldorf – Sa., 21.09.2024, 13:00

Fortuna Düsseldorf vs 1.FC Köln 2:2

Arena Düsseldorf, 61.500 Zuschauer, 2.Liga
Auf den Besuch beim kleinen, folgte nun der beim großen ‚Rhein-Derby‘. Ist ja quasi eine zwangsläufige Folge. Nichts hätte mich am Besuch des nicht ganz zeitgleich stattfindenden Auswärtsspiels des glorreichen RWE bei der Betriebsmannschaft von Audi Ingolstadt gehindert, außer meiner fehlenden Motivation für dieses wohl unattraktivsten Spiel in der Fremde. Die aktuelle Verfassung der Mannschaft und die intransparente Arbeit der Vorstandsebene und der sportlichen Leitung erzeugen aktuell sowieso ziemlich wenig Lust auf den RWE, so dass für mich frühzeitig der Verzicht feststand. Das Prestige-Duell zwischen den rheinischen Rivalen aus den beiden Karnevals-Hochburgen erwies sich dann als würdiger Ersatz. Der kostenlose Spezial-Parkplatz am Betriebshof funktioniert bei rechtzeitiger Anreise noch immer und so war der Fußweg so kurz, dass ich das mitgebrachte Stauder – die in Düsseldorf angebotene Altbierbrühe kann man ja nun wirklich nicht trinken – kaum schnell genug verzehrt bekam. Vor natürlich ausverkauftem Haus startete die Fortuna-Kurve mit einer aufwendig gemalten, großen Choreografie in den Kick. Vor einem Hintergrund aus rot-weißen Sonnenstrahlen ließ die mit einer rot-weißen Augenbinde versehene Glücksgöttin Fortuna-Taler aus ihrem Füllhorn regnen. Mit roten und weißen Bengal- und Rauchfackeln eröffneten die Gäste das Derby. Dabei werden die Kölner ja nicht müde zu betonen, dass das eigentliche Derby gegen die Borussia vom Niederrhein stattfindet.
Nachdem die Fortuna in der ersten Viertelstunde viel Druck ausübte, wurde der EffZeh mutiger, übernahm mehr und mehr die Kontrolle und wurde auch mit schnellen Vorstößen immer wieder gefährlich. Nach gut 20 Minuten lag die Kirsche dann endlich im Düsseldorfer Netz, was vom Kölner Block mit einer erneuten Pyro-Show gefeiert wurde, aber die Gastgeber erzielten fast postwendend mit der ersten guten Möglichkeit den Ausgleich. Die Geißböcke blieben aber dran, auch im zweiten Durchgang. Und auch wenn wenigstens ein Treffer gelang, war es beinahe nicht zu fassen, wie viele Chancen die Gäste liegen ließen. Das es spannend blieb, war also nicht auf den erneuten Ausgleich drängenden Fortunen geschuldet, sondern fahrlässigen Dom-Städtern vor deren Tor. Die Stimmung war sicherlich nicht übel, die Gäste sangen sich im zweiten Durchgang zwischenzeitlich auch in einen regelrechten Rausch, insgesamt fehlte aber das Derby-Feuer. Feuer gab es allerdings dennoch, denn immer wieder brannte auf beiden Seiten hier und da mal eine Fackel oder auch mehrere. Laut wurde es dann aber in der Schlussphase. Die Gastgeber übten natürlich nochmal Druck aus, allerdings ohne dabei wirklich gefährlich zu werden, wenn man von einem Kracher aus kurzer Distanz unter die Querlatte mal absieht. Es musste schon eine abgerutschte Flanke in den letzten Zügen der Nachspielzeit herhalten, die lang und länger wurde und letztlich hinter dem Schnappmann der Böcke einschlug, um der Fortuna noch einen schmeichelhaften Punkt zu verschaffen.