Litomerice – Sa., 19.10.2024, 10:30

FK Litomericko vs SK Viktorie Ledvice 2:1

Stadion FK Litomerice, 150 Zuschauer, Krajsky Prebor Ustecky kraj
Dass das Auswärtsspiel des glorreichen RWE in Dynamoland gemeinsam mit zwei rot-weissen Gefährten für eine kleine Tour an den Klobasa-Äquator genutzt wurde, war ja beinahe schon obligatorisch. Da am Freitag-Abend noch ein privat-gesellschaftlicher Termin bewältigt werden wollte, wurde die Abfahrt für halb drei in der Nacht zum Samstag vereinbart, was bedeutete nach gerade einmal zweieinhalb Stunden Schlaf den vertrauten Federn wieder zu entsteigen, was erwartbar nicht so leicht fiel. Ich bin wohl auch einfach zu alt für den Scheiß, zumindest was die ‚harte Tour‘ angeht. Auf der Rückbank konnte ich mich ein wenig ausbreiten und Schlaf nachholen, was nur bedingt zu einem erholten Zustand führte, als wir am Morgen in Litomerice eintrafen und das erste goldgelbe Gezapfte nebst Klobasa-Frühstück vor mir stand. Das Stadion in Litomerice verfügt auf einer Seite über eine fette Tribüne. Über einen großen Teil der Geraden ist die Tribüne überdacht und bietet kultige Klappsitze, die ein wenig an Schulbänke aus früheren Zeiten erinnern. Seitlich der Sitztribüne laufen die Ränge in windschiefen Stehrängen halbrund aus. Es ist deutlich zu erkennen dass das Spielfeld in Längsrichtung um ein gutes Stück verlegt wurde, offensichtlich um Fläche für ein weiteres rechtwinklig angelegtes Spielfeld hinter einem der Tore zu gewinnen. Weiterhin lässt eben die Kurvenbildung der Stehränge die Vermutung zu, dass es sich früher um ein Stadion mit Laufbahn gehandelt haben muss. Ob es sich vor langer Zeit mal um geschlossenes Rund gehandelt hat, lässt sich nicht belegen. Die Gastgeber spielten überlegen, gerieten aber kurz nach der Halbzeit in Rückstand, der noch verdient zum Sieg gedreht werden konnte.

Bottrop – So., 13.10.2024, 15:00

Sportfreunde 08/21 Bottrop vs SV Rhenania Bottrop III 4:2

Sportanlage Paßstraße, 50 Zuschauer, Kreisliga B Oberhausen/Bottrop Gruppe 1
Der gute, alte Aschenplatz, auf dem ich mir früher selber die Gräten aufgerissen habe und noch Spuren davon in der Haut trage, stirbt nach und nach aus. Immer weniger der sogenannten Hart-Plätze existieren, erneuert werden diese Beläge eh nicht, sondern im gegebenen Falle durch Kunstrasen ersetzt. Ich bin aber nostalgisch genug, mir immer mal wieder ein Spiel auf einem Asche-Spielfeld anzusehen, vielleicht ist es auch eine Art Vergangenheitsbewältigung 😊. Ein Platz im Duisburger Norden war das Ziel. Der ansässige Verein spielt erst seit Anfang der Saison wieder dort, monatelang war der Sportplatz aufgrund eines Fliegerbomben-Fundes unbenutzbar. Um sicher zu sein, dass auch gespielt wird, war ich entgegen meiner Gewohnheit recht früh dort. Es gurkten – im wahrsten Sinne des Wortes – bereits zwei Teams gegeneinander und ich vergewisserte mich beim Platzwart, der aus seiner Kaffeebude lugte. Es war die zweite Mannschaft die da rumeierte und beiläufig erwähnte er, dass die erste Mannschaft kurzfristig das Heimrecht getauscht hatte. Da erwies sich der Zeitpuffer als Segen, denn so erreichte ich die Anlage der Sportfreunde Bottrop mit einer Punktlandung. Also die B-Lösung, da ja gar keine B-Lösung war, denn die Sportanlage hat absolut Charme. Sportlich war das natürlich eine überschaubar schöne Sache, aber irgendwie hat ja manchmal auch mindertalentiertes Gebolze seinen Reiz, findet man sich doch teilweise darin wieder. Der deutlich über 50 Jahre alte Torwart der Sportfreunde rettete diesen wichtige Punkte im Abstiegskampf, denn die besseren und zahlreicheren Chancen hatten die Gäste.

Hilden – Sa., 12.10.2024, 14:30

VfB 03 Hilden vs Rot-Weiss Essen 0:2

Stadion am Bandsbusch, 1.587 Zuschauer, Niederrheinpokal Achtelfinale
Im Achtelfinale des Verbandspokals führte es den glorreichen RWE an den Hildener Bandsbusch. Bei diesem Ort handelt es sich nicht um die eigentliche Spielstätte des VfB Hilden. Auf dieser wäre es aber annähernd gänzlich unmöglich, eine derartige Veranstaltung unter Fantrennung durchzuführen. Da kann man ja froh sein, dass die Stadt Hilden noch über eine geräumige Sportanlage verfügt, anderenfalls wäre vermutlich das Heimrecht wieder getauscht worden. Dass ein Großteil der Niederrheinpokal-Spiele an der Hafenstraße über die Bühne gehen, weil Verband und Ordnungsorgane das so verfügen, ist nämlich zunehmend ermüdend. Das Stadion Am Bandsbusch ist mit einer überdachten Sitztribüne und einer ordentlichen Stehtraverse auf der gegenüberliegenden Geraden auch gar nicht so übel. In solchen Spielen ist es für den hohen Favoriten ja immer schwierig zu glänzen, denn eigentlich kann man nur verlieren. Jeder erwartet einen halbwegs souveränen Sieg, was gegen einen starken Oberligisten auch keine Selbstverständlichkeit ist. Die Gastgeber standen dicht gestaffelt und tief und waren in erster Linie darauf aus, das RWE-Spiel zu zerstören, was auch einigermaßen gelang. Die Roten hatten gefühlte 90% Ballbesitz, was nah an der Wahrheit liegen dürfte, hatten aber große Mühe das Bollwerk des VfB zu überwinden, wie seinerzeit die Alliierten den Westwall von Adolfs Nazi-Buben. Selten kam der RWE gefährlich in die Box und es dauerte bis in die Schlussviertelstunde, dass der Kahn in Richtung Viertelfinale in den Wind drehte.
Neu ist in dieser Pokal-Saison, dass sich ein Teil der aktiven Szene auch gegen die unbedeutenden Gegner zum Support entschlossen hat. Während die ‚Vandalz‘, dieses, sagen wir mal als unangemessen abtun, versuchen die ‚Freaks‘ den Spielen etwas Leben einzuhauchen, allerdings auch eher mit begrenztem Aufwand. Finde ich dennoch positiv. Die kleine Anhängergruppe der Gastgeber hatte eine ebenso kleine Choreo arrangiert, die jedoch nicht allzu erfolgreich umgesetzt wurde. Hilden ist Fortuna-Gebiet und es ließ sich unschwer erkennen, dass sich auf Heimseite auch entsprechendes Klientel herumtrieb. Nachdem Spiel waren sich einige Gestalten nicht zu blöde, an der durch Bauzaun-Elemente organisierten Fantrennung „Hallo“ zu sagen, wofür auf Gäste-Seite bei ein paar Dutzend Personen wiederum höflich „Danke“ sagen wollten. Die unprofessionelle Barriere war schnell umgangen und schon hauten sich einige Leute ein wenig auf die Lampe. Das Polizei-Aufgebot hielt sich überraschend sehr in Grenzen, so dass erst einmal Verstärkung angefordert werden musste, die aus allen Himmelsrichtungen filmreif heranbrauste. Bis diese eintrafen war der Spuk aber längst vorbei. Nette Oldschool-Nummer könnte man meinen, nur sind genau derartige Vorfälle der Grund, warum die kleinen Vereine ihre Pokalspiele gegen die größeren Clubs nicht mehr daheim austragen dürfen, sondern ein Heimrecht-Tausch die Folge ist.

Mönchengladbach – Fr., 11.10.2024, 20:00

Rheydter SV vs 1.FC Viersen II 0:3

RSV-Stadion im Campus-Sportpark, 90 Zuschauer, Kreisliga A Mönchengladbach
Noch Ende des vergangenen Jahrtausends, was sich ja irgendwie länger her anhört als es ist, kämpfte der RSV mit dem glorreichen RWE in einer Klasse, der Oberliga Nordrhein, um Punkte. Bis ins neue Jahrtausend konnte die ‚Spö‘, wie die Spielvereinigung im Volksmund gerufen wird, das Niveau noch halten dann ging es mit einigen ‚Aufs‘ und ‚Abs‘ bis in die Kreisliga A herunter. Man bekam heute auch nicht gerade den Eindruck, dass es aus dieser Spielklasse bald wieder nach oben gehen könnte. Die zweite Mannschaft des 1.FC Viersen erwies sich schon als unüberwindliche Hürde, auch wenn die Partie für die ‚Spö‘ mit etwas mehr Spielglück eine andere Richtung hätte nehmen können. Das ‚Stadion Rheydter Spielverein im Campus Sportpark‘, wie die Heimspielstätte des RSV heute etwas sperrig heißt, wurde Anfang des Jahrzehnts umfassend saniert, seitdem war ich nicht mehr in diesem immer noch ansehnlichen Stadion zugegen. Bis dahin hieß die Anlage schlicht ‚Jahnstadion‘, wurde aber nur ‚RSV-Stadion‘ genannt. Einziges aber wichtigstes Überbleibsel des alten Zustands ist die betagte Sitztribüne, die im kommenden Jahr ihr 100jähriges Jubiläum feiern darf. Vor dem Umbau verfügte das reine Fußballstadion über hohe Stehränge und hatte ursprünglich mal ein Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern! Die Stehränge wurden bis auf kleine Bereiche vor der alten Tribüne und dem neuen Sozialgebäude gegenüber komplett zurückgebaut, allerdings wurden auch hier die unbefestigten Stehstufen erneuert, die übrigen Ränge wurden begrünt. Von einer Stadion-Optik, kann man natürlich immer noch sprechen und für meinen Geschmack ist der Umbau auch gelungen.

Praha – So., 06.10.2024, 18:30

SK Slavia Praha vs AC Sparta Praha 2:1

Eden Aréna, 19.308 Zuschauer, 1. Ceska fotbalova liga
Zwei Übernachtungen in Prag bildeten den Schlusspunkt der kleinen Reise. Mittlerweile habe ich die tschechische Hauptstadt deutlich mehr als zehn Male bereist, so dass die touristischen Sehenswürdigkeiten für mich etwas ‚ausgelatscht‘ sind. Dafür kenne ich mich in keiner Großstadt außerhalb Deutschlands besser aus und vor allem sind mir viele interessante Orte außerhalb des Touri-Gerödels geläufig. Für die werte Gattin war es aber erst der zweite Besuch in der ‚Goldenen Stadt‘, daher machten wir einen entspannten Rundgang durch die Altstadt und über den Hradcany bevor wir nach einem landestypischen böhmischen Essen am ‚Stadion Eden‘ eintrafen. Diesen Namen trug das alte Stadion und auch die neue Arena unmittelbar nach dem Neubau, bevor es sich der Reihe nach verschiedener Sponsoren-Namen erfreuen durfte. Da ich erst vor zwei Jahren hier weilte, beim Rivalen Sparta aber schon lange nicht mehr zu Gast war, wäre mir die umgekehrte Paarung lieber gewesen, aber so war es halt nicht. Es ging ja auch in erster Linie um das Derby und die damit einhergehende Rivalität und nicht um das Stadion, das keine optischen Besonderheiten bietet, von der Holzvertäfelung der Dachkonstruktion einmal abgesehen. Während Slavia noch ungeschlagen war, hatte es Sparta in der Vorwoche zum ersten Mal erwischt. Es war also nicht nur das Derby, sondern auch das Topspiel des Ersten gegen den Zweiten. Die Slavia-Kurve zeigte sich einheitlich in weißen T-Shirts und offenbarte zum Intro eine große gemalte Choreo, die ein wohl inoffizielles Wappen und die Konterfeie von vier Personen zeigte, alles Slavia-Mitglieder, welche maßgeblich an der Gründung der unabhängigen Tschecho-Slowakischen Republik beteiligt waren. Unterlegt wurde die Darstellung von einem Banner mit der Aufschrift „Slavia – die Grundlage unseres Staates“. Abgerundet wurde die Choreo mit dem Abschuss von Rauch-Raketen in den Farben der tschechischen Landesflagge.
Im ausverkauften Gästebereich starteten die ‚Ultras Sparta‘ mit einer einfachen aber optischen schönen Aktion. Der Eckblock wurde mit breiten, gelben, über Kreuz gelegten Folienbahnen in vier Sektionen geteilt, in welchen dann blaue und rote Fähnchen eingesetzt wurden. So wurde eine einfache Wappenform geschaffen, die in der Sparta-Szene gerne als Vereinssymbol genutzt wird. Die Partie startete furios, denn schon nach zwei Minuten lagen die Gastgeber in Front, weshalb die Slavia-Kurve zur Höchstform auflief. Die Gäste ließen sich aber nicht beeindrucken und supporteten ihr Team ebenfalls lautstark. Als Sparta dann die zweite optische Aktion in Gang brachte, wurde diese auf dem Feld durch den zweiten Slavia-Treffer gestört. Abbrechen war aber keine Option also wurden, nachdem die Blockfahne mit der Abbildung eines ‚Letensti‘, wie sich die Sparta-Anhänger nach dem Stadtteil Letna, Standort des Sparta-Stadions, nennen, hochgezogen worden war, rund um diese rote Fackeln gezündet. Auch Slavia brachte noch vor dem Seitenwechsel die zweite Aktion. Mit Stangen-Luftballons wurde der obere Teil des Slavia-Wappens abgebildet untermalt von einem Banner mit dem sinngemäßen Ausspruch „Du wirst weiterleben, wenn wir gestorben sind“. Danach fackelte und qualmte es ordentlich, sah gut aus. Sparta fasste für die zweite Hälfte neuen Mut, wurde gefährlicher vor dem Tor und nach etwas mehr als einer Stunde mit dem Anschlusstreffer durch einen präzisen Schuss ins rechte untere Eck belohnt. Bei weiteren guten Chancen auf beiden Seiten sollte aber kein Tor mehr fallen. In der hektischen Schlussphase gab es noch einen Platzverweis hüben wie drüben, ehe sich der Slavia-Anhang ausgiebig über den Derby-Sieg freuen durfte. Slavia hat sich damit erst einmal einen komfortablen Sechs-Punkte-Vorsprung geschaffen.

Dobromerice – Sa., 05.10.2024, 14:30

FK Dobromerice vs SK Banik Modlany 0:1

Hriste Dobromerice, 120 Zuschauer, Krajsky prebor Ustecky kraj
Nach dem Frühstück ging es zunächst in den wenige Kilometer westlich von Karlovy Vary liegenden Ort Loket. ‚Loket‘ bedeutet übersetzt ‚Elbogen‘ und das trifft es ganz gut, denn historische Altstadt des kleinen Ortes liegt in einer Schleife des Flusses Eger. Überragt wird die hübsche Altstadt von einer stolzen Burg, welche auf einem massiven Felsen thront. Leider konnten wir dem zufällig stattfindenden Weinfest keinen ‚angemessenen Respekt‘ zollen, denn das Tagesziel hieß Prag.
Auf dem Weg dorthin durch das schöne Nordwestböhmen, dessen beruhigende Landschaften ich immer wieder gern durchfahre, bekam die Route eine kleine Delle, denn es war noch ein Zwischenstopp in Dobromerice ‚notwendig‘, da dort zu passender Uhrzeit in der fünften Spielklasse, der höchsten Spielklasse auf Bezirksebene, angestoßen wurde. Die Anlage am Rande des Ortes besticht nicht durch eine Tribüne, sondern durch ihren subtilen Charme. Dass die Klobasa nicht auf dem Grill sondern im Räucherofen gegart wurde, floss natürlich in die Bewertung ein. Die Recken des FK Dobromerice, die nicht in den eigentlichen Vereinsfarben, sondern unerklärlicher Weise in kreischendem Pink aufliefen, was einen deutlichen Abzug in der B-Note zur Folge hatte, mühten sich redlich, hatten aber dem Treffer des Tages durch die irgendwie abgezockteren Gäste nichts Zählbares entgegenzusetzen.

Karlovy Vary – Fr., 04.10.2024, 18:00

FC Slavia Kalovy Vary vs FC Viktoria Marianske Lazne 1:2

Stadion Drahovice, 100 Zuschauer, 3. Ceska fotbalova liga
Das Wochenende unter Nutzung des Brückentages wurde zum Zwecke eines kleinen Urlaubes in Begleitung der geschätzten Gattin zu einem längeren seiner Art ausgebaut. Der Klobasa-Äquator war das Ziel und die ersten beiden Nächte wurden in Karlovy Vary verbracht. Trotz diverser Aufenthalte im Honza-Land, hatte ich die Bäder-Stadt bis dato noch nicht besucht. Karlsbad stellte sich dann als absolut sehenswert heraus, allen voran natürlich der alte Ortsteil mit den prunkvollen Hotels, Badehäusern und Kolonnaden. Für mich persönlich war aber auch der Stadtteil Drahovice von erhöhtem Interesse, befindet sich doch dort die durchaus ansehnliche Spielstätte des FC Slavia, in dem am heutigen Abend das Bäder-Duell gegen Marianske Lazne, Marienbad, über die Bühne ging. Zwar kommen die Kurven ohne Ausbau daher, aber eine vielstufige Stehtribüne auf der Gegenseite sieht sich einer architektonisch individuellen Haupttribüne gegenüber. In einem der Sektoren haben die Ultras des Vereins ihren Stammplatz, heute ein gutes Dutzend Leute, die sich für ihren Einsatz und Support bei einem nicht sehr erfolgreichen aktuellen Viertligisten meinen Respekt verdienten. Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde sogar eine von pyrotechnischen Brennelementen unterlegte kleine Choreo gezeigt. „Unser Stolz“ prangte in großen Lettern auf einem Banner, darüber wurde eine Blockfahne mit dem Gruppen-Logo der ‚Lazensti Fanatici‘ gehisst. Das ergab ein recht schönes Bild. Zu diesem Zeitpunkt führten die in dieser Saison noch sieglosen Gastgeber noch durch den bisher einzigen Treffer des Spieles. Und während das Ultra-Dutzend gerade die Köpfe unter der Blockfahne versteckte und ihnen dort ein Licht aufging, fiel das vermeintliche 2:0, welches wegen Abseits aber zurückgepfiffen wurde. Irgendwie zog das der Mannschaft den Stecker und die Gäste drehten die Partie. Den Karlsbader Anhängern schien es einigermaßen egal zu sein und so gab es kurz vor dem Ende einen weiteren Pyro-Einsatz aus Stroboskop-Bengalos und Sylvester-Raketen zu sehen.

Dortmund – Di., 01.10.2024, 21:00

BV Borussia Dortmund vs Celtic FC 7:1

Westfalenstadion, 81.365 Zuschauer, UEFA Champions League Ligaphase
Der Grund für diesen Spielbesuch in Begleitung meiner geschätzten Gattin war in erster Linie gute vier Wochen nach dem Besuch des ‚Old Firm‘ ein neuerliches Celtic-Erlebnis und damit Verbunden das Zusammentreffen mit bekannten Celtic-Anhängern, die aus Glasgow angereist waren. Die Sperrung der A40 in Bochum, damit verbundenes späteres Eintreffen am Stadion und ein Missverständnis über den Treffpunkt verhinderten leider ein gemeinsames Warm-up vor Spielbeginn und wir fanden uns erst auf der Nordtribüne. Zwar hatte ich mir zwei der Firmen-Dauerkarten meines Arbeitgebers für den Block im Südwest-Eck gesichert, ein erfahrener Fußballtourist wusste aber die Kontrollschleuse zwischen West- und Nordtribüne gekonnt zu überwinden und so konnten wir uns mit den Kelten zusammenschließen. Es war wunderbar, diese herzlichen Menschen zu treffen. Leider war es aber auch das einzige, was wunderbar war, denn das Spiel geriet aus grün-weiß-gestreifter Perspektive zum Desaster. Die frühe BVB-Führung konnte Celtic zwar postwendend glücklich egalisieren, aber nur wenig später lag die Borussia erneut in Front. Zwar spielte Celtic den Umständen entsprechend ganz gefällig nach vorn, hinten herrschte jedoch heilloses Chaos. Allein was Karim Adeyemi mit der Hintermannschaft der Hoops anstellte, dürfte auch in den folgenden Tagen noch für Schwindelanfälle und Orientierungslosigkeit gesorgt haben. So leid es einem für den Jungen auch tat, aber man musste ja beinahe dankbar sein, dass er beim Stand von 5:1 kurz nach dem Seitenwechsel verletzungsbedingt das Feld räumen musste. Für zwei weitere Dortmunder Treffer reichte es dennoch und das Debakel war für die ‚Hoops‘ perfekt. Nachdem Kasper Schmeichel, Sohn von Dänemarks Torwart-Legende Peter Schmeichel, in den bisher gespielten sechs Liga-Partien noch gänzlich ohne Gegentor blieb, wurde er nun absolut zum Kasper und durfte gleich sieben Mal hinter sich greifen. Die schottischen Anhänger nahmen es leicht, ist ihnen doch bewusst, dass allein die Teilnahme an der Champions League ein Bonus ist, gewinnen kann Celtic diesen Wettbewerb eh nicht. Während die Südkurve als Intro ein Choreo gegen die UEFA und ihre Profitgier präsentierte, wurde im Gästeblock zu Beginn beider Halbzeiten humorlos gefackelt.