
KFC Uerdingen 05 vs DJK Adler-Union Frintrop 1:0
Grotenburg-Stadion, 1.352 Zuschauer, Oberliga Niederrhein

Wenn der Verein, bei dem man selber aktiv war, in einem so geschichtsträchtigen Brett von Stadion antreten darf, ist die Anreise ja quasi Pflicht. Vor nur wenigen Tagen mehr als genau 40 Jahren nahm an dieser Stelle das ‚Wunder von der Grotenburg‘ seinen Lauf, als Verein noch unter dem Namen Bayer 05 nach einer 0:2-Hinspiel-Niederlage und einem 1:3-Halbzeitrückstand gegen Dynamo Dresden im Viertelfinale des europäischen Pokalsieger-Wettbewerbs in der zweiten Spielhälfte noch unglaubliche sechs Treffer erzielte und das Halbfinale buchte. Ich persönlich habe dort auch mal Mario Basler für Rot-Weiss Essen in einem DFB-Pokal-Spiel treffen sehen. Verdammt lange her. Die schillernden Zeiten unterm Bayer-Kreuz sind auch schon in den Chroniken verschwunden. In den letzten Jahren ist der Bayer-Rechtsnachfolger KFC 05 zur absoluten Skandal-Nudel verkommen. Fünf Insolvenzen in 20 Jahren und diverse fragwürde Vorstands- und Sponsoringgeschichten trüben das Erbe des eigentlich stolzen Vereins. Geld ist natürlich trotz großer Versprechen vermeintlicher Gönner auch nie vorhanden und so ist selbst die Eintrittskarte nur ein trauriger Schwarz-Weiss-Druck.
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage kam ich also in den ‚Genuss‘ eines KFC-Spiels. So wird man Allesfahrer! Aus Essen-Frintrop waren ob des besonderen Gegners und Spielortes einige Leute mehr angereist, als sich sonst zu den Auswärtsspielen aufraffen. Die üblichen Verdächtigen stimmten gelegentlich etwas beseelt vom Gerstensaft auch mal einen Gesang an. Gegen den Uerdinger Mob kamen sie natürlich nicht an, denn dieser spulte sein Programm unterstützt von ein paar Freunden vom Grazer AK souverän ab, für die Oberliga ist das schon absolut überdurchschnittlich. So richtig hatte sich noch keiner sortiert und schon lagen die Hausherren in Führung. Da konnte man schon Schlimmeres befürchten, aber dazu kam es nicht. Zwar machte der KFC gegen den Underdog das Spiel und ließ diesen auch gar nicht zur Entfaltung kommen, richtig gefährlich wurden sie in der Box aber selten. Und wenn die Gastgeber zum Abschluss kamen, stand Adler-Schnapper Nils Reiners im Weg, der einen absoluten Sahnetag erwischt hatte. So blieben die Gäste im Spiel ohne wirklich im Spiel zu sein. Zu spät legten die Raubvögel dann auch den völlig unnötigen Respekt ab und gingen in den letzten zehn Minuten auf Beutejagd. Leider erfolglos, auch wenn die Uerdinger Deckung in einigen Situationen schwer ins Schwimmen geriet. Unter dem Strich steht aber ein völlig verdienter Heimsieg. Die fehlenden Punkte für den Klassenerhalt müssen die Adler gegen andere Gegner sammeln.
























