
BV Borussia Dortmund 09 vs SV Werder Bremen 3:0
Westfalenstadion, 81.365 Zuschauer, Bundesliga

Da die Dauerkarten des Arbeitgebers bei Spielen an Wochentagen selten für die Kundenpflege benötigt werden, griff ich mir die Dinger und reiste mit gleichgesinnten Bekannten an den Westfalendamm. Freilich nicht mit der Erwartung, dass der SV Werder irgendetwas Zählbares von dort mitnehmen würde, auch wenn sich die Norddeutschen in den letzten Jahren beim übermächtig scheinenden Gegner meist mehr als achtbar schlugen. Da die Zeit vor der Abfahrt knapper wurde, als gewollt, vergaß ich in dem Brass meine Kamera mitzunehmen. Und da mein Smartphone nicht mit einer guten Kamera-Linse gesegnet ist, kann ich diese Zeilen nur mit ein paar verwaschenen Fotos unterfüttern, auch wenn ein mit besserem Equipment ausgestatteter Mitreisender mit ein paar Fotos aushelfen konnte. Der BVB startet schwungvoll, aber dieser Schwung hielt nur drei Minuten. Dann tauchte plötzlich Njinmah vor dem Dortmunder Sechzehner auf und hatte nur noch einen Schwarz-Gelben vor sich, bemerkte aber den frei mitgelaufenen Grüll nicht und suchte erfolglos selber den Abschluss. Was für eine Chance, die da leichtfertig abgeschenkt wurde. Nach zehn Minuten wurden die Gastgeber das erste Mal gefährlich, aber die schicke Kombination auf halblinks wurde auf Kosten einer Ecke geklärt. Diese durfte Kapitän Schlotterbeck dann annähernd unbedrängt aus kurzer Distanz eigentlich aus dem Nichts zur Führung einköpfen. Keine zehn Minuten später setzte sich erneut Njinmah durch und lupfte die Kugel aus kurzer Distanz frei vor BVB-Schlussmann Kobel diesem humorlos an die Brust. Schnell isser ja, der Chancentod von der Weser, trifft halt nur nix. Ist es eventuell unbekannterweise ein Bruder des RWE-Stürmers Safi?
Die Bremer waren nicht gut und zeigten viele Fehler im Aufbauspiel. Der BVB präsentierte sich aber beinahe noch schlechter und bekam ja kaum was auf die Reihe, änderte aber nix an der schmeichelhaften Pausenführung. Dass die Gastgeber mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet wurden, sprach Bände. Viel änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht, wir sahen ein Fehlpass-Festival par excellence. Zu dem beschissenen Spiel gesellte sich beschissene Stimmung. Der Away-Bereich war ausverkauft, der SVW wurde wie üblich zahlreich begleitet. Der Gäste-Anhang rief das Potential aber bei Weitem nicht ab. Die Südtribüne war auch nicht viel besser unterwegs und bekam die ganzen Köpfe nicht animiert. Das war eines der stimmungsschwächsten Spiele, die ich im Westfalenstadion gesehen habe. Die Grün-Weißen nahmen zwar weiter weitestgehend gleichwertig am Spiel teil, Torraumszenen wurden aber nicht mehr kreiert, Die Dortmunder machten es nicht viel besser und kontrollierten die Partie so pomadig, wie man es sich nur vorstellen kann. Hatte ich noch das Gefühl, dass es noch die glückliche Situation zum Ausgleich geben kann, war es eine Viertelstunde vor dem Ende damit vorbei. Der BVB bekam zu viel Platz und Sabitzer traf von der Strafraumkante zur Vorentscheidung. Endgültig alles klar machte Guirassy alles klar, nachdem Bellingham einen Ballverlust in der Werder-Abwehr erzwang und dem Guineer die Murmel vor die Füße sprang. Bereits den zweiten Treffer hatten viele BVB-Anhänger als Signal zum Aufbruch bewertet und nun wurde es noch leerer. Offiziell wieder ausverkauft, sah man so oder sehr viele Lücken auf den Tribünen, das war heute ein ganz schwacher Auftritt auf dem Rasen und den Rängen. Und wenn es in Bremen nicht eine Initialzündung gibt, wird der Verein in dieser Spielzeit noch große Probleme bekommen. Einmal mehr zeigte sich, dass der Kader wild zusammengesucht wurde, da passt nicht viel zusammen, was ein übles Bild auf Kaderplaner und sportliche Leitung wirft.










