La Louvière – Sa., 27.12.2025, 16:00

RAA La Louvière vs Oud-Heverlee Leuven 0:0

Arena La Louvière, 8.000 Zuschauer, Pro League
Eine Fünfer-Besatzung macht sich aus dem Ruhrpott auf den Weg in die Provinz Hainaut, wallonisch Hinnot, flämisch Enegouwn, deutsch Hennegau – sucht es Euch aus. Erst zu Ostern des vergangenen Jahres habe ich ein Heimspiel von RAAL, mit vollumfänglichem oder auch vollumständlichem Namen Royal Assocation Athlétique Louvièroise, im alten Stadion des Vereins gesehen, dass auch heute noch unberührt neben dem neuen steht. Von diesem waren damals nur die Fundamente zu sehen, aber nach nur 15 Monaten Bauzeit wurde es im letzten Sommer eröffnet. Ein Schmuckstück ist es nicht, aber da der Club den Bau selbständig finanzierte, waren große Sprünge wohl auch nicht drin. Herausgekommen ist eine kleine, enge Spielstätte ohne Schnick-Schnack, welche aber alle Ansprüche erfüllt. Ausverkauft bis beinahe ausverkauft ist das Stadion immer, so auch heute. Auch der Away-Sektor ist annähernd jedes Spiel bis auf den letzten Platz gefüllt, was aber an dessen geringem Fassungsvermögen liegt und eher nicht am attraktiven Reiseziel für Gäste-Fans. Beim aktuellen Verein RAAL handelt es sich um einen Nachfolger des ‚alten‘ RAAL, das nach finanziellen Unregelmäßigkeiten und Verwicklungen in einen Wett-Skandal 2009 aufgelöst wurde. Nach einigen wilden Jahren mit Neugründung unter anderem Namen, Namensänderungen, wechselnden Spielorten, wurde der Club 2017 schließlich wieder in RAAL benannt und spielte ab diesem Zeitpunkt auch wieder in La Louvière. Es ging stetig nach oben, was im vergangenen Sommer im Aufstieg in die erste Liga gipfelte.
Dort haben es ‚Les Loups‘, die Wölfe, wie die Spieler des Vereins aufgrund des Wappentieres von Stadt und Verein genannt werden, nicht einfach. Nach verkorkstem Start wurde mit einer kleinen Serie aber zumindest der Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld geschafft. Punktgleich reiste Oud-Heverlee aus Leuven an. In deutscher Sprache wird die Stadt ‚Löwen‘ genannt, die Namensherkunft hat aber nichts mit dem König der Raubtiere zu tun. Die ersten zwölf Minuten standen im Zeichen des Protests gegen neue Maßnahmen und Auflagen betreffend des Besuches von Auswärtsspielen. Wie zuletzt in Deutschland auch, blieb es in der Anfangsphase ruhig im Stadion und beide Szenen zeigten entsprechende Spruchbänder. Während die Heim-Szene um die führenden Gruppen ‚Green Boys‘ und ‚Wolf Side‘ zur Rettung der Fankultur aufforderte, fragten die OHL-Anhänger „Ist es das, was Ihr wollt?“. Als dann beide Seiten loslegten, legte eigentlich nur eine Seite los. Die OHL-Szene ist ja nicht gerade brachial, daher hatte die Gastgeber klar die Oberhand und zeigten einen guten Auftritt, der in der Schlussphase des Spiels noch mit einer aus Blink-Bengalos bestehenden Pyro-Show gekrönt wurde. Sportlich gab es einen offenen Abstiegskampf-Schlagabtausch zu sehen, der aber torlos bliebt.