
VfB 03 Hilden vs Rot-Weiss Essen 0:2
Stadion am Bandsbusch, 1.587 Zuschauer, Niederrheinpokal Achtelfinale

Im Achtelfinale des Verbandspokals führte es den glorreichen RWE an den Hildener Bandsbusch. Bei diesem Ort handelt es sich nicht um die eigentliche Spielstätte des VfB Hilden. Auf dieser wäre es aber annähernd gänzlich unmöglich, eine derartige Veranstaltung unter Fantrennung durchzuführen. Da kann man ja froh sein, dass die Stadt Hilden noch über eine geräumige Sportanlage verfügt, anderenfalls wäre vermutlich das Heimrecht wieder getauscht worden. Dass ein Großteil der Niederrheinpokal-Spiele an der Hafenstraße über die Bühne gehen, weil Verband und Ordnungsorgane das so verfügen, ist nämlich zunehmend ermüdend. Das Stadion Am Bandsbusch ist mit einer überdachten Sitztribüne und einer ordentlichen Stehtraverse auf der gegenüberliegenden Geraden auch gar nicht so übel. In solchen Spielen ist es für den hohen Favoriten ja immer schwierig zu glänzen, denn eigentlich kann man nur verlieren. Jeder erwartet einen halbwegs souveränen Sieg, was gegen einen starken Oberligisten auch keine Selbstverständlichkeit ist. Die Gastgeber standen dicht gestaffelt und tief und waren in erster Linie darauf aus, das RWE-Spiel zu zerstören, was auch einigermaßen gelang. Die Roten hatten gefühlte 90% Ballbesitz, was nah an der Wahrheit liegen dürfte, hatten aber große Mühe das Bollwerk des VfB zu überwinden, wie seinerzeit die Alliierten den Westwall von Adolfs Nazi-Buben. Selten kam der RWE gefährlich in die Box und es dauerte bis in die Schlussviertelstunde, dass der Kahn in Richtung Viertelfinale in den Wind drehte.
Neu ist in dieser Pokal-Saison, dass sich ein Teil der aktiven Szene auch gegen die unbedeutenden Gegner zum Support entschlossen hat. Während die ‚Vandalz‘, dieses, sagen wir mal als unangemessen abtun, versuchen die ‚Freaks‘ den Spielen etwas Leben einzuhauchen, allerdings auch eher mit begrenztem Aufwand. Finde ich dennoch positiv. Die kleine Anhängergruppe der Gastgeber hatte eine ebenso kleine Choreo arrangiert, die jedoch nicht allzu erfolgreich umgesetzt wurde. Hilden ist Fortuna-Gebiet und es ließ sich unschwer erkennen, dass sich auf Heimseite auch entsprechendes Klientel herumtrieb. Nachdem Spiel waren sich einige Gestalten nicht zu blöde, an der durch Bauzaun-Elemente organisierten Fantrennung „Hallo“ zu sagen, wofür auf Gäste-Seite bei ein paar Dutzend Personen wiederum höflich „Danke“ sagen wollten. Die unprofessionelle Barriere war schnell umgangen und schon hauten sich einige Leute ein wenig auf die Lampe. Das Polizei-Aufgebot hielt sich überraschend sehr in Grenzen, so dass erst einmal Verstärkung angefordert werden musste, die aus allen Himmelsrichtungen filmreif heranbrauste. Bis diese eintrafen war der Spuk aber längst vorbei. Nette Oldschool-Nummer könnte man meinen, nur sind genau derartige Vorfälle der Grund, warum die kleinen Vereine ihre Pokalspiele gegen die größeren Clubs nicht mehr daheim austragen dürfen, sondern ein Heimrecht-Tausch die Folge ist.








