Neu-Isenburg – So., 28.08.2022, 13:00

SpVgg 03 Neu-Isenburg vs Hanauer SC 1960 0:5

Sportparkstadion, 120 Zuschauer, Verbandsliga Hessen Süd
Am Vorabend wurde länger und tiefer ins Glas geblickt, als es der Körper an diesem Morgen gut fand. Marco machte sich seine Funktion als Beifahrer zu Nutze und brachte vor Rührung bis zum ersten Ziel des Tages kaum ein Wort heraus. Vielleicht hat er aber auch einfach nur beinahe die gesamte Fahrzeit gepennt. Das Sportparkstadion zu Neu-Isenburg war also das Ziel, das wir aufgrund eines Staus und gefühlten 100 Kilometer Baustelle zwischen Nürnberg und Würzburg so gerade eben noch ‚just in time‘ erreichten. Aber noch pünktlich genug, um die Kabinenansprache des Trainers der Gastgeber mitzubekommen, der sein Team mal so richtig heiß machte. Letztlich schien er aber der einzige zu sein, der heiß war, denn die Messe war schon beim 0:3 zur Halbzeit gelesen. Das weitläufige Mehrzweckstadion ist Herzstück des Sportparks und verfügt über Ränge auf der Gegenseite und in den Kurven. Über die gesamte Länge der Hauptseite zieht sich das Sozialgebäude mit einem markanten Eingangsbereich als Herzstück. Da der Kick einige Minuten später angepfiffen wurde und durch Trinkpausen und Behandlungs-Unterbrechungen beinahe so viel Verspätung aufbaute, wie die Züge der Deutschen Bahn, war das pünktliche Erreichen von Spiel Nummer zwei akut gefährdet. Daher entschieden wir uns schon einige Minuten vor dem Abpfiff aufzubrechen, da die Partie hier eh schon klar entschieden war.

Nürnberg – Sa., 27.08.2022, 20:30

1.FC Nürnberg VfL vs Hamburger SV 0:2

Max-Morlock-Stadion, 35.713 Zuschauer, 2.Bundesliga
Weiter ging es in die Lebkuchenstadt. Club gegen HSV ist sicher keine schlechte Spielpaarung, daher kam uns diese Ansetzung am Abend gelegen. Aber es war etwas anders, als bei sämtlichen anderen Spielen in den letzten Wochen – es regnete. Und dass durchaus intensiv, so dass wir uns beim Stadtrundgang tatsächlich für zwanzig Minuten in eine Kirche flüchten mussten und einem Chor lauschten. Hat uns nicht gefesselt. Ganz im Gegenteil zum Nordkurven-Chor im Max-Morlock-Stadion. Ich verorte die Nürnberger Kurve klar in der Top Ten der Republik und das wurde auch deutlich bestätigt. Der große Stimmungskern um Ultras Nürnberg und Banda di Amici kann schon eine brutale Lautstärk entwickeln, erst recht, wenn der Rest der Kurve mal mitzieht. Das Glück spielte uns ein wenig in die Voyeur-Karten, denn die Nürnberger feierten ihre 20 Jahre währende Freundschaft zu den Rapid Wien Ultras. Diese waren natürlich auch zugegen und es wurde ihnen ebenso natürlich gewährt das Ultras Nürnberg-Banner mit einem großen Lappen zu überhängen. Mit einer zweiteiligen Choreo über den gesamten Ober-und Unterrang des Blocks wurde dann die Partnerschaft gewürdigt. Zunächst mit einer riesigen Blockfahne, je zur Hälfte in den Rapid und den Club-Farben und als diese fiel, tauchten entsprechende Fähnchen in diesen Farben auf, die eine zentrales Banner umrandeten, welches den UR-Indianer und die UN-Sonne zeigte. Am Zaun prangte dazu ein Banner, welches den Zusammenhalt bestärkte.
Pyro kam auch nicht zu kurz. Es leuchtete beinahe das ganze Spiel über, jedoch wurden immer wieder einzelne Fackeln gezündet. Das bringt optisch recht wenig, das weiß auch die Kurve, daher eigentlich unverständlich, dass das ganze Zeug nicht in einer fetten Aktion abgebrannt wird. Diese gab es dann aber nach einer guten Stunde doch noch, als über die gesamte Breite des Blocks am Zaun Fackeln in Grün und Rot gezündet würden. Das Spiel war nicht gerade geprägt von vielen Tormöglichkeiten, aber es war intensiv und schnell und lebte auch von der Spannung. Als neutrale Beobachter – naja Marco eben nicht ganz neutral, sondern mit Sympathie für die Rautenträger – fühlten wir uns gut unterhalten. Der HSV war einen Hauch besser unterwegs und erzielte einen schönen Treffer zur Halbzeitführung. Der Glubb hätte wohl noch Stunden spielen können, ohne ein Tor zu erzielen und der zweite Treffer in der Nachspielzeit für die Gäste war nur Kosmetik. Die Gäste-Kurve war aus unserer Position nicht gut zu vernehmen, aber es war immer Bewegung zu sehen und die gut 4.000 HSV-Anhänger werden sicherlich Spaß gehabt haben. Mit einem Sieg hätten die Gastgeber Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen herstellen können, stattdessen muss nun erstmal nach unten geschielt werden. Der Glubb is a Depp, aber die Saison ist ja noch jung.