Sonntag, 27.09.2020, 15:00

SG Borken vs SV Westfalia Gemen 2:0

Stadion im Sportpark im Trier, 300 Zuschauer, Landesliga Westfalen Staffel 4
Ein bisschen schwer tat ich mich mit der Auswahl des heutigen Spielbesuchs, aber letztlich fiel die Wahl auf das Borkener Landesliga-Derby. Natürlich wieder Riesengehampel um den Einlass bei maximal erlaubten 300 Zuschauern und dem zu erwartenden Andrang. Letztlich konnte ich mir ein Ticket am Eingang hinterlegen lassen. Nervt alles. Der Hauptplatz der Sportanlage ist dann trotz der überdachten Sitztribüne nicht besonders spektakulär. Außer dieser hat der weitläufige Platz mit Laufbahn halt auch nicht viel zu bieten. Der Grill glühte aber und die Wurst war auch gar nicht mal so übel. Die Gäste aus dem Ortsteil Gemen, die selbst übrigens über eine schöne kleine Anlage verfügen, gingen leicht favorisiert ins Spiel. Derbys entwickeln aber – wie Pokalspiele – oft ihre eigene Dynamik und so zeigten sich die Gastgeber überlegen und gingen früh in Führung. Die Szene des Spiels entsprang dann einem langen Ball in die Angriffsspitze der SG. Der Torwart eilte dem Spielgerät aus seinem Gehäuse entgegen, aber ein Verteidiger, der eigentlich gute Sicht auf das Geschehen hatte, setzte der Kirsche ebenfalls nach. Die Uneinigkeit der Westfalia-Strategen hatte zur Folge, dass beide zusammen rasselten und der Knicker an beiden vorbei rollte. War eine amüsantes und skurriles Bild, als sich Verteidiger und Torhüter schon wüst gegenseitig die Schuld zuschoben, während im Hintergrund der SG-Stürmer mit dem Ball am Fuß einsam und allein dem leeren Kasten entgegenstrebte und entspannt einschob. Überragend! Der zweite Durchgang offenbarte sich als Duell auf Augenhöhe, ernsthaft in Gefahr geriet der Heimsieg aber nicht mehr wirklich.

Mittwoch, 23.09.2020, 17:30

FV Rot-Weiß Weiler vs  SV Heinstetten 3:0

Rothach-Stadion, 180 Zuschauer, Landesliga Württemberg Staffel 4
Am heutigen Tage spielte der glorreiche RWE gegen die Vereinsfarben-Brüder aus dem westfälischen Ahlen. 300 Zuschauer waren für dieses Spiel zugelassen und davon wurden 100 Personen unter den aktuell 4600 Dauerkarten-Besitzern ausgelost, die dieses Spiel im Stadion verfolgen durften. Ich gewinne ja nie etwas, aber es war sonnenklar, dass mein Name aus dem Lostopf gefischt wird, wenn ich knappe 600 Kilometer entfernt bin. So durfte sich halt einer meiner rot-weissen Leidensgenossen über die Teilnahme an diesem Spiel freuen. Ganz ohne Rot-Weiss musste ich dann aber doch nicht auskommen, denn die Namensvetter aus dem bayrischen Weiler kickten heute gegen in der württembergischen Landesliga. Mangels Flutlicht wurde im ganz schnuckeligen Ground früh angestoßen. Die Lösung, warum ein bayrischer Verein in der Württembergischen Landesliga mitwirkt, ist in der Geschichte des Landkreises Lindau zu finden, zu dem Weiler gehört. Lindau liegt als einziger bayrischer Kreis im historischen Land Württemberg-Hohenzollern und wurde erst in den 50er Jahren dem Freistaat zugeordnet. Die fußballerische Ordnung blieb jedoch bestehen. 180 Leute durften sich an einem ganz ordentlichen Spiel erfreuen, welches die Gastgeber verdient für sich entschieden.

Sonntag, 20.09.2020, 14:15

FC Hittisau vs SC Hatlerdorf 4:1

Sportanlage Hittisau, 120 Zuschauer, Landesliga Vorarlberg
Da heute wieder ein Unterkunftswechsel anstand, lag dieses Spiel am frühen Nachmittag in Hittisau, nahe der Grenze zu Deutschland, günstig am Weg ins Allgäu. Wie so viele österreichische Amateur-Clubs verfügt der FC Hittisau über eine schmucke, kleine Anlage, die sich wunderbar in die bergige Landschaft einfügt. An einer der Kopfseiten befindet sich das moderne Sozialgebäude, auf einer Geraden eine kleine ungedeckte Sitztribüne. Die beiden anderen Seiten sind für das Publikum eigentlich nicht zu nutzen, jedoch wurden auf der verbleibenden Längsseite mittels Bierbänken doch einige Sitzgelegenheiten bereitgestellt. Der FC Hittisau spielt in der fünftklassigen Landesliga und bei Betrachtung dieser Partie gewann ich die Erkenntnis, dass dieses wohl die Schwelle zur talentbefreiteren Fußlümmelei zu sein scheint. Es gab schon einige Slapstick-Einlagen zu bewundern, angefangen beim Torwart, der einen zu weit geschlagenen Ball des Gegners unterlief und diesen soeben noch zur Ecke klären könnte und aufgehört beim Stürmer der einen wunderschönen Fallrückzieher ansetzte, allerdings ohne dass sich die Murmel auch nur im Ansatz in seiner Nähe befand. Unterhaltsam war es aber doch, woran auch eine Gruppe von jüngeren Leuten ihren Anteil hatte, die auf amüsante Art die Akteure der Gastmannschaft bepöbelte.