Castrop-Rauxel – Mi., 22.06.2022, 19:00

SV Wacker Obercastrop III vs VfL Herne 2018 0:5

Sportplatz Grafweg, 500 Zuschauer, Relegation zur Kreisliga B Herne
Kreisliga C – da bin nun am Bodensatz des Liga-Fußballs angekommen. Normal wildere ich nicht in diesem Revier, aber die Geschichte zum Spiel ist einfach zu gut, um auf dieses Spiel zu verzichten. Der VfL Herne ist ein noch junger Verein, der sich bei Gründung vor vier Jahren zum Ziel gesetzt hatte, die Nummer eins der Stadt zu werden, in jedem Jugendjahrgang vertreten zu sein und binnen zehn Jahren in die Oberliga vorzustoßen. Das allein ist ja schon amüsant und de facto verweilt der Club mit seiner einzigen einsamen Mannschaft noch immer in der Kreisliga C! Nun landete diese einsame Mannschaft in dieser Saison endlich mal auf dem zweiten Platz, der prinzipiell zum Aufstieg berechtigt. Da das Torverhältnis aber nicht in die Tabellenwertung einfließt und mit der Dritten von Wacker Obercastrop der Tabellendritte punktgleich war, musste ein Entscheidungsspiel her. ieses fand auch am vorletzten Wochenende schon statt, Herne führte irgendwann Mitte der zweiten Hälfte mit 4:2, kassierte aber kurz vor Ende den Anschlusstreffer und in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. In der Verlängerung ging Wackers Dritte dann sogar in Führung. Das war zu viel für einen der VfL-Akteure, der dem Schiri ordentlich eine schmierte. Die Folge war natürlich ein Spielabbruch und die 0:2-Wertung. Damit war Obercastrop aufgestiegen.
Dumm nur, dass sich wenige Tage später herausstellte, dass Wacker einen nicht spielberechtigten Mann eingesetzt hatte, was ebenfalls eine 0:2-Wertung zur Folge hatte. Eine 0:2-Wertung gegen beide teilnehmende Mannschaften eines Spiels – herrlich. Eine Neuansetzung war die Folge, die nun hier und heute auf der Anlage von Blau-Gelb Schwerin im Südosten Castrop-Rauxels über die Bühne ging. Puh, das war zähe Kost. Ich habe zeitweise selber auf diesem Niveau geknüppelt und kann mich nicht erinnern, dass wir so einen üblen Ball gespielt haben. Wacker ging bis zur Pause mit 3:0 in Führung und der VfL schwächte sich mit einer roten Karte selbst. Damit war die Messe natürlich gelesen, auch wenn sich die VfL-Spieler zum zweiten Durchgang sichtbar etwas vorgenommen hatten. Aber der schwache Keeper ließ schnell eine harmlose Murmel durch die offenbar sonnengefluteten Hosenträger rutschen und damit war das Ding durch. Der letzte Einschlag war nur noch Kosmetik.