Salzburg – Sa., 11.09.2021, 16:00

Salzburger AK 1914 vs SV Austria Salzburg 0:2

Sportzentrum Mitte, 900 Zuschauer, Regionalliga Salzburg
Die Rückfahrt von Dalmatien wurde gestückelt. Im Alter sind lange Strecken einfach zu anstrengend. Salzburg war eine Übernachtung wert, zum einen weil die Dame dort noch nie war, zum anderen weil in der Regionalliga das Derby zwischen dem SAK und der Austria angesetzt war. Nach Festungsbesichtigung – man hätte den Kick auch von der Festungsmauer schauen können – ging es also zum ältesten Salzburger Fußballverein, wie der SAK selbst gern betont. Vorher wurde der Corteo der Austria-Szene beäugt, der am Mozartplatz startete, und bei dem mit dem Abbrennen pyrotechnischer Erzeugnisse erwartungsgemäß nicht gegeizt wurde. Eine Passantin sprach mich an und frug, zu welchem Verein die Ultras gehören. Auf meine Antwort und den Hinweis auf die drittklassige Spielebene schaute sie etwas verwundert und meinte, es gäbe hier doch den Dosenclub in der ersten Liga. Mein verständnisloser Blick schien aber dann ihre Synapsen zu ordnen und sie merkte es selber – der Mensch ist halt lernfähig. Auch der SAK hatte vor wenigen Jahren noch eine kleine Szene, von dieser scheint aber nicht viel übrig geblieben zu sein. Außer zwei kleinen Bannern und ein paar dahinter postierten Halbstarken war nichts zu sehen und erst recht nichts zu hören.
Da sah es auf der anderen Seite natürlich besser aus. Ich denke, dass mehr als zwei Drittel der Anwesenden den Gästen zuzurechnen waren. Die Austria-Szene lieferte einen sehr ordentlichen Auftritt ab. Die Gegenseite mit den zwei Stufen bietet natürlich keine optimale Basis für einen Top-Support, daher war das Gebotene wirklich gut. 90 Minuten Dauersupport ohne wirkliche Schwächephase nötigt mir jedenfalls Respekt ab, erst recht vor dem Hintergrund dieser fürchterlich unattraktiven Regionalliga Salzburg, die an Langeweile ja kaum zu überbieten ist. Dauerhafter Fahneneinsatz, Dauergesang und immer wieder kleine Pyro-Aktionen gestalteten das Spiel kurzweilig. Kurz nach der Halbzeit wurde dem vor dem Gästeanhang tätigen Linienrichter bedingt durch die beengten Verhältnisse allerdings der Kittel etwas angesengt, was dieser natürlich beim Hauptschiedsrichter reklamierte. Was in Deutschland wohl zum Abbruch oder zur Räumung des Bereichs geführt hätte, hatte hier eine ernste Ermahnung durch den Sprecher zur Folge und dann wurde einfach weiter gefackelt. Mit Pyro geht man in der Alpenrepublik einfach viel relaxter um, als in unserem phantastischen Land und dennoch passiert in Österreich genauso wenig beim Pyro-Einsatz wie in Deutschland, wenn nicht sogar noch weniger. Unter der Festung gab es ein flottes Spiel zu sehen. Die lila-weiße Elf belohnte ihren Anhang gegen einen gar nicht so schwachen Tabellenletzten mit drei Punkten und bleibt dem Tabellenführer aus St.Johann im Nacken. In Salzburg nur die Austria!