Essen – Fr., 20.08.2021, 19:30

Rot-Weiss Essen vs SV Straelen 1:4

Stadion Essen, 7.500 Zuschauer, Regionalliga West
Das hatten sich 7.450 Personen unter den 7.500 im Covid-bedingt damit ausverkauften Stadion anders vorgestellt. 547 Tage nach der letzten Punktspiel-Niederlage in einem Heimspiel nahm die Mannschaft aus der Blumenstadt die Festung Hafenstraße einigermaßen locker ein. Ein konsequentes Defensiv-Konzept, welches konzentriert und diszipliniert umgesetzt wurde und vier teils etwas glücklich, teils souverän ausgespielte Konter reichten, um dem Titelaspiranten die an diesem Abend ziemlich stumpfen Zähne zu ziehen. Nun ist der SV Straelen natürlich keine Thekentruppe, sondern eine von einem Bauunternehmer unterstützte Mannschaft mit gestandenen Spielern, die zum Teil auch schön in höheren Ligen agiert haben und die sicherlich eher in der oberen als unteren Tabellenhälfte landen wird. Einen rot-weissen Sieg hat man dennoch erwarten dürfen. Die erste Hälfte verlief recht ereignislos. Der RWE war spielbestimmend, fand aber kaum ein Mittel, um in der Box des Gegners gefährlich zu werden. Torlos ging es in die Pause. Sicherlich kamen die Roten dann ambitioniert aus der Kabine, durften dann aber erst einmal die bittere Pille des ersten Gegentreffers schlucken. Isaiah Young verlor den Ball in der Offensivbewegung. Den Gegenzug konnte der ins leere grätschende Herzebruch nicht verhindern. Der hinterher eilende, pfeilschnelle Young holte den Straelener Stürmer ein, stand dann gar besser zum Ball, lies sich aber dennoch abkochen. Der danach folgende Pass erreichte den Gäste-Stürmer am Sechzehner. Heber kam zwar mit dem langen Bein noch an den Ball, stocherte diesen aber nur dem Stürmer ans Schienbein und dieser ließ sich dann nicht lange bitten. Eine Verkettung von unglücklichen Aktionen, die bezeichnend für die restliche Spielzeit sein sollte.
Wer nun von einem schlechten Gefühl beschlichen wurde, hatte jedenfalls nicht ganz unrecht, dennoch war ja noch alles drin. Diese Hoffnung schwand zehn Minuten später mit dem zweiten Gegentor, bei dem dieses Mal der sonst so starke Schnapper Davari nicht sehr gut aussah. Der Anschlusstreffer wenig später sollte eigentlich Auftrieb geben, aber so richtig kamen die Roten im gegnerischen Sechzehner nicht in Abschlusssituationen. Mit dem etwas fragwürdigen Elfer zwanzig Minuten vor dem Ende, war die Wiese dann gemäht. In der Entstehung war es dieses Mal Innenverteidiger Langesberg der patzte. Es war offensichtlich, dass die Roten an diesem Abend nicht in der Lage waren, die Partie noch einmal zu drehen. Richtig sauer machte mich aber nur Gegentreffer Nummer vier in der Schlussminute, der ohne große Gegenwehr fiel. Man kann auch mal ein Heimspiel verlieren, man kann auch mal beschissen spielen, aber man darf nie aufhören, sich zu wehren. Ziemlich unbehelligt durften die Gäste den letzten Konter fahren und vollenden. Das ging mal gar nicht. Alle rot-weissen Akteure, die an den vorherigen Gegentreffern ihren Anteil hatten, sahen erneut schlecht aus, als ob man den gebrauchten Abend bestätigen wollte. Der SVS wird nicht die letzte Mannschaft gewesen sein, die sich mit einem tief gestellten 5-4-1 und der Hoffnung auf erfolgreiche Konter an der Hafenstraße vorstellt. Da ist der Stab um Trainer Neidhardt gefordert, ein vernünftiges Gegenmittel anzurühren, sonst werden die Fans nicht nur ein Mal enttäuscht nach Hause schlurfen. Ballbesitz allein reicht nicht für einen Sieg. Mund abputzen, Krone richten, aufstehen und weiter arbeiten!