Varna – So., 23.05.2021, 17:00

FK Spartak 1918 Varna vs FK Dorostol Silistra 3:0

Stadion Spartak, 700 Zuschauer, Treta liga severoiztochna
Der Sonntag bot die Chance zwei Spiele in Varna zu besuchen. Bei hochsommerlichen Temperaturen machte Drittligist Spartak den Anfang, das nicht mehr lange Drittligist ist. Spartak hat die eigentlich für bulgarische Clubs üblich wechselvolle Geschichte im Gepäck. Die Nummer lief ja eigentlich immer so oder so ähnlich… während der sozialistischen Epoche erfuhren die Clubs mal die eine oder Umbenennung, wurden in manchen Fällen auch mal zwangsfusioniert. Nach der Wende wurde es dann agil. Vereine wurde von dubiosen Mäzenen und Investoren übernommen und entweder fahrlässig kaputtgewirtschaftet oder für kriminelle Machenschaften missbraucht. Irgendwann war der Spuk dann vorbei, die waren Vereine pleite und fingen unterklassig wieder an. Manchmal gründeten verärgerte Fans auch einen neuen Verein, der dann – im besten Falle an die Stelle das alten trat oder eben eine Parallel-Existenz führte. Bei Spartak war es ein bisschen von allem. Bis vor gut zehn Jahren war es eigentlich noch ein halbwegs normaler Verein, der mal europäisch spielte, mal abstieg, mal aufstieg. Dann ging aber hier das Theater los und letztlich entstand der heutige Club aus der Fusion des ursprünglichen Vereins und einer Neugründung von Fans. Bereits am vorherigen Spieltag wurde der Aufstieg in die zweite Liga unter Dach und Fach gebracht, so dass heute nur Schaulaufen angesagt war.
Die Gastgeber wollten ihren Fans – mit circa 700 Leuten wurde eine für bulgarische Verhältnisse sehr gute Zuschauerzahl erreicht – die Party nicht vermiesen und siegten souverän. Aus Silistra, an der Donau und damit der Grenze zu Rumänien gelegen, war auch ein Dutzend Anhänger angereist, die mal eine Wolke in den Vereinsfarben steigen ließen und ihr Team unterstützten. Der bessere Support kam natürlich aus dem Heimblock, wo an die hundert Aktive Gas gaben. Nicht überraschen trafen wir Franky, DiWa und Martin, Anhänger des Vereins mit dem Geißbock im Wappen. Das Spiel wurde also angemessen bei ins Stadion geschmuggeltem Pivo verquatscht. Der Wirt der Vereinsgastronomie machte noch Anstalten, uns in den Hals zu beißen, als wir nach Bier für das Stadion fragten, aber mit dem Hüpfer über den Zaun und dem kurzen Gang zur Imbissbude war das dann auch geklärt. Bei hohen Außentemperaturen soll man ja schließlich für stete Flüssigkeitszufuhr sorgen. Dass der Spartak-Anhang die Meisterschaft noch mit einer ordentlichen Pyro-Einlage feierte, erfuhr ich leider erst später. Das Stadion erst zehn Minuten nach Spielschluss zu verlassen, war also immer noch zu früh.