Dienstag, 13.08.2019, 19:30

deutschland

SSV Bergneustadt vs SSV Homburg-Nümbrecht 1:3

Wilhelm-Bisterfeld-Stadion, 140 Zuschauer, Kreispokal Berg Viertelfinale
Nun kann man sich wieder die Frage stellen, ob man einen an der Waffel hat, für ein lausiges Kreispokal-Spiel unter der Woche über 100 Kilometer für die einfache Strecke auf sich zu nehmen. Aber es gibt ja so Spielstätten, von denen man mal ein Foto gesehen hat und die damit auf der imaginären To-Do-List landen. Dazu lässt die Firmenwagen-Nutzung die Hemmschwelle noch weiter sinken und schon findet man sich auf einem Dienstag-Abend tief im Bergischen Land wieder. Hochspektakulär ist das Wilhelm-Bisterfeld-Stadion nun nicht, aber mit der geschickt in das Sozialgebäude integrierten Tribüne ist dieser Spielort für einen unterklassigen Verein durchaus herausragend. Den Grund dafür findet man in der jüngeren Vereinsgeschichte, denn noch vor sieben Jahren agierten die Gastgeber auf Oberliga-Niveau, bevor der große Niedergang stattfand und der Club innerhalb von vier Spielzeiten bis in die Kreisliga B durchgereicht wurde. Den umgekehrten Weg ging der heutige Kontrahent, der es von der Kreisliga A in die Landesliga schaffte, wo sich der Verein mittlerweile etabliert hat. Ein großer Klassenunterschied war zunächst nicht zu erkennen. Nümbrecht zeigte zwar die reifere Spielanlage, aber der B-Ligist schmiss alles rein, was er hatte. Erst ein unnötig verursachter Elfmeter nach 25 Spielminuten und eine daran anschließende zehnminütige Schwächephase, in der die weiteren Treffer für den Landesligisten fielen, brachten den Underdog auf die Verliererstraße. Damit schien das Spiel zur Halbzeit gegessen und der übliche Lauf war zu erwarten. Diese Erwartung wurde aber nicht erfüllt. Bergneustadt kam tatsächlich zum Anschlusstreffer und war danach ebenbürtig, konnte sich aber in der gegnerischen Box nicht entscheidend durchsetzen. Trotzdem war das eine unerwartet unterhaltsame Nummer, so hatte sich die Anreise doch gelohnt.