Samstag, 09.02.2019, 19:30

ungarn

Ujpest FC vs Ferencvárosi TC 1:1

Szusza Ferenc Stadion, 8.719 Zuschauer, Nemzeti Bajnokság I

190209ujpest-fradi

Derby in Budapest. Ungarn ist ja nicht grad als Stimmungs-Mekka bekannt, denn bis auf wenige Ausnahmen taugen dort eigentlich nur die Spiele mit Beteiligung des Ferencvarosi TC, kurz ‚Fradi‘ genannt, da der Club über die größte Fan-Basis des Landes verfügt. Als wichtigstes Spiel des Landes wird die Partie gegen den Stadtrivalen Ujpest angesehen. Ist halt auch so ziemlich die einzige Partie, die wirklich reizt. Nach Budapest kommt man ja oft für nur geringen monetären Einsatz, daher lag die Hemmschwelle niedrig, um die ungarischen Pyro-Festspiele in Begleitung von Dominik und Sascha zu besuchen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ging das Interesse, sich die Stadt anzusehen, gen Null. Klar ist die Stadt sehenswert. Hab ich aber eh vor ein paar Jahren schon mal besucht und aufgrund der damals übermäßigen Anlaberei durch Restaurant-Werber und andere Betrüger, außerdem ständigen Versuchen, den harmlosen Touri zu bescheißen und abzuziehen, hab ich die City in der Gesamtbetrachtung als unattraktiv in Erinnerung. Da wurde das Zeitpolster bis zum Spiel lieber genutzt, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Das ‚Szusza Ferenc Stadion‘ ist wahrlich nicht sonderlich spektakulär. Ein kleines, recht modernes Stadion ohne besondere Merkmale. Größer muss das Ding für Ujpest eh nicht sein – selbst zum heutigen Derby kamen nicht einmal 10tsd Zuschauer und von den Anwesenden war sicherlich gut ein Fünftel den Gästen zuzurechnen. Die lila-weißen Gastgeber eröffneten mit einer kleinen Choreo. Ein Sensenmann bedrohte das Fradi-Wappen und das dazugehörige Banner sagte ungefähr „Zur Hölle mit Euch“aus. Dazu wurden massig Fackeln gezündet, so dass der halbe Block brannte. Fradi hatte eine mehr schlecht als recht umgesetzte Luftballon-Choreo im Gepäck. Dazu ebenfalls ein Spruchband, dass aber aus meiner Perspektive nur schwer lesbar war. Auch auf Gästeseite kam natürlich reichlich Pyro-Material zum Einsatz, wie auch das ganze Spiel über immer wieder auf beiden Seiten. Sicher – man hat schon stimmungsintensivere Spiele erlebt, aber das war so schon okay und zufriedenstellend. Auch gut so, dass es immer mal wieder was zu gucken gab in den Kurven. Denn was die Vereinsangestellten da auf dem Rasen ablieferten, war weniger unterhaltsam. Fradi ging früh in Führung und hatte die Nummer absolut unter Kontrolle. Die spielerische Qualität blieb aber auf der Strecke und weitere Torchancen gab es nur wenige und diese blieben ungenutzt. So kam es wie es kommen musste. Ein letzter panischer Ball rutschte quer durch den gesamten Fradi-Strafraum. Niemand war in der Lage zu klären und am Ende war die Kirsche drin. Am berechenbarsten ist im Fußball einfach, dass irgendwie nichts berechenbar ist.